Dieter Maretzky der Bürgervereinigung Rodenkirchen informiert :

Dr. Cornelius Steckner (“Rodenkirchen erinnert sich”) ging der Geschichte der Grundstücke im Bauhausviertel in Rodenkirchen nach. Die Interessierte Gruppe kam weit über Köln hinaus nach Rodenkirchen, um über diese kleine spezielle Siedlung mehr zu erfahren.
Er berichtete während seiner Führung über die hier wirkenden Persönlichkeiten. Dabei widmete er sich der grundsätzlichen Frage, wie sich das Bauhausviertel in Rodenkirchen formiert hat. Welches Zusammenspiel von Bauherren und Architekten stand hinter den Bauprojekten? Welche Absichten wurden beim gemeinsamen Handeln verfolgt? Steckner verdeutlicht, dass hier in einem Versuchsfeld Teile der für 1932 geplanten, aber nicht stattgefundenen Werkbund-Ausstellung “Die Neue Zeit” realisiert wurden. Diese damaligen Grundideen seien noch heute an den in Rodenkirchen erhaltenen Bauten abzulesen. Darüber hinaus erläuterte er weitere Spuren der vor knapp 95 Jahren begonnenen Reformbewegung und ging auf das Schicksal einiger Bauherren ausführlich ein. Ursprünglich war neben dem Haus Nacken ein großer, angelegter Park zwischen Barbarastr./Walther-Rathenau-Str. bis zur Rodenkirchener Hauptstr. Als Ende der zwanziger Jahre das Interesse ausserhalb Kölns modern zu bauen entstand, wurden mit Rücksicht auf die Parkbäume die Häuser errichtet. Noch heute stehen hier mehrere Naturdenkmale, die über 200 Jahre alt sind, wie die Blutbuche.
Das Haus Rosenberg wurde in nur einem Jahr  von dem Architekten Hans Schumacher geplant und gebaut. 1930 konnte es von der Familie Eugen Rosenberg in der Walther-Rathenau-Str. 29 mit direkter Lage zum Rhein bezogen werden. Eugen Rosenberg wurde 1929 zum Rechtsanwalt ernannt und als Notar bestellt. Er beriet u.a. das Kaufhaus Tietz, war Mitglied der SPD von 1918 bis 1925. Ende März 1933 nahm ihn die Gestapo fest und SS-Leute stürmten das Haus, zerschlugen das Mobilär und stahlen seine ostasiatische Kunstsammlung. Nach 14 Tagen Haft kam er frei und am 3.6.1933 wurde er als Notar entlassen. Er suchte mit seiner Tochter und der Kinderfrau Schutz bei seinem Bruder Fritz in Berlin und floh dann Ende 1934 über Marseille nach Jerusalem. Dort starb er 1937. Seine schwer erkrankte Frau musste er zurück lassen.
Fotos: Dieter Maretzky. Quelle: „Antisemitismus, eine Dokumentation des Kölner Alpenvereines vom 7.3.2016. Bild: Portrait Eugen Rosenberg: Kölner Alpenverein.
Die Führung wird am Tag des Denkmales am Sonntag, den 8. September 2019 um 11 Uhr wiederholt. Treffpunkt: Eingang Sommershof an der Hauptstr.

1621 Haus Eugen Rosenberg

2924 Im Garten von Haus Hussmann