Martina Lauterbach: American Football ist Ihre Leidenschaft

 

Wer sind Sie? Erzählen Sie uns bitte etwas über sich. 

Als ich vor 9 Jahren von Süddeutschland nach Köln zog, um Communications Management zu studieren, konnte ich nicht ahnen, dass ich als Imi im Kölner Süden meine zweite Heimat finden würde. Schon gar nicht, da ich als Landei genau in der Karnevalswoche meinte, mit meinem Umzugswagen durch die Südstadt fahren zu müssen – ein „Kulturschock“, der mich fast dazu brachte, umzudrehen. Zum Glück habe ich es nicht getan. 

Was verbindet Sie mit dem Kölner Süden?

Meinen Arbeitstag verbringe ich in einem Unternehmen für Führungskräfte-Coaching und Personalauswahl und sobald sich die Bürotüren schließen, tausche ich meinen Hosenanzug meist gegen Helm und Shoulderpad oder „mein Leben im Kölner Süden“.

Ehrenamtliches Engagement:

Die Abteilung American Football im Turnverein Rodenkirchen gab mir 2014 die Chance, ein Damen-Footballteam zu gründen. Alle meine Energien gehen seitdem in dieses ehrenamtliche Engagement und bin stolz auf die große Resonanz. In kürzester Zeit konnten wir fast 40 Spielerinnen und einen der besten Football-Coaches für das Projekt gewinnen, welches uns bereits 2017 ins Finale der 2. Bundesliga führte. Zudem bilden wir Trainer/innen aus, um neben dem sportlichen Erfolg auch das Ehrenamt im TVR weiterhin zu stärken. 

Eine enge Verbindung pflegen wir zum Jugendhaus Sürth, in dem wir in den Sommerferien mit den Kids Flag-Football spielen und zur Hauptschule Rodenkirchen, wo wöchentlich eine Flag-Football-AG stattfindet. 

Sind Sie in einem Verein oder engagieren Sie sich ehrenamtlich?

Ich finde, dass jeder eine soziale Verantwortung hat. Mit meinem Engagement will ich zeigen, dass es ganz einfach sein kann, Verbindungen zu schaffen, die lachende Gesichter und Teamgeist hervorruft. Stellvertretend danke ich Iris J., Markus K. und Magnus R. für eure Unterstützung und vor allem Vertrauen in unser Tun.

Zukunftsgedanken

Nach 4 Jahren ohne regelmäßigen Trainingsplatz freuen wir uns, dass die Diakonie Michaelshoven mit ihrem Gelände einen wichtigen „Bau“stein für die Zukunft die Sportabteilung American Football gelegt hat: In Zusammenarbeit mit der Sparkasse hat der Turnverein Rodenkirchen nun die Lösung für die angespannte Platzsituation auf Bezirkssportanlage gefunden und somit ein positives Zeichen für die Wichtigkeit eines vielfältigen Sportangebots im Kölner Süden gesetzt. Vielen Dank auch hier an alle Beteiligten, deren unermüdlichen Einsatz man als Außenstehender wohl kaum erfassen kann. Auch im Namen der rund 120 Mitglieder der gesamten Footballabteilung mit Herren-, Jungend- und Damenteam.

Wo finden Sie es richtig schön im Kölner Süden? Wo halten Sie sich gerne auf?

Ich finde, dass die Menschen beeinflussen, ob ein Stadtviertel „lebenswert“ ist oder nicht. Die schönsten Gegenden bringen nicht, wenn am Gartenzaun Krieg herrscht. Andersherum kann die kleinste Bude dank netter Straßenbewohner ein schönes Zuhause sein. Das kann jeder für sich bestimmen. Ich habe mich damals durch Zufall für Rodenkirchen entschieden und habe es für gut und eine Aufgabe hier gefunden. Also blieb ich.

Welche Worte würden Sie gerne den Menschen mit auf dem Weg gehen?

Ich hatte vor 4 Jahre keine passende Alternative für mich Football zu spielen. Heute habe ich für 40 Spielerinnen die Möglichkeit geschaffen, die ich damals nicht hatte. Manchmal kann ich es selbst noch nicht ganz glauben … wenn Sie also das nächste Mal denken: „ Schade, dass es das nicht gibt“, dann frage Sie sich, ob Sie es nicht sind, die etwas daran ändern können. 

Denn: Mit Mut beginnen die schönsten Geschichten.