4. Kölner Galgo-Marsch Sa, 26. Januar 2019 – Start: 12 Uhr
anlässlich des Welt-Galgo-Tages am 1. Februar

Julia Reinhardt informiert:

Wir treffen uns um 12 Uhr am Bürgerhaus Stollwerck (Dreikönigenstr. 23, 50678 Köln),
um von dort mit unseren Hunden in einer friedlichen Gruppe durch die Stadt
zu ziehen. Wie bereits 2016 und 2017, so laufen wir erneut von der Kölner Süd- in
die Innenstadt, um so den in ihrem Heimatland geschundenen Windhunden eine
Stimme zu verleihen und die Menschen auf die Mißstände in Spanien aufmerksam zu
machen. Bereits im Januar 2016, 2017 und 2018 machten sich zahlreiche Menschen
mit ihren meist (Wind-)Hunden auf den Weg, um sich für die Galgos und andere
spanische Jagdhunde einzusetzen.
Und wir standen nicht allein: Denn im Laufe des Jahres fanden zahlreiche Märsche –
neben Leipzig – auch in weiteren Ländern (Spanien, Holland, Schweiz, Australien und
USA) statt. Und alle gemeinsam haben EIN Ziel: Das Elend der Galgos, Podencos &
ihrer Leidensgenossen muss bekannt werden und die miserablen Zustände in
Spanien gehören gestoppt!
Mit dem Kölner Galgo-Marsch möchten wir am diesem letzten Wochenende der aktuellen
Jagdsaison in Spanien auf die Lebens- und Haltungsumstände der sanften Windhunde in
Spanien aufmerksam machen. Deutschland ist ein mehr oder minder hundefreundliches Land
und die meisten Menschen machen sich keine Vorstellungen ob der Grausamkeit und
Misshandlungen der Galgos in Spanien, die dort wie ein reines Werkzeug benutzt werden,
das – wenn „kaputt“ oder „unbrauchbar“ geworden – einfach weggeworfen bzw. entsorgt wird.
Das Gros der beim Galgo-Marsch mitgelaufenen Galgos sind Hunde, die in ihrem früheren
Leben in Spanien zur Jagd eingesetzt wurden und die – nachdem sie in Spanien für nicht mehr
jagdtauglich befunden und ausgemustert wurden – in Deutschland über engagierte vor Ort
arbeitende Tierschutzorganisationen (darunter einige gezielt auch auf Galgos „spezialisierte“
Vereine) an ihre Familien vermittelt wurden. Hier dürfen sie ein neues angstfreies Leben, ohne
Hunger, Schläge, Entbehrungen und Quälereien führen.
Der Welt-Galgo-Tag Anfang Februar wurde von Tierschützern ins Leben gerufen, um an
diesem Tag gebündelt auf die Situation und das Elend dieser schönen Hunde aufmerksam zu
machen – auch wenn die Galgos, Podencos, Setter und anderen Jagdhunde ganzjährig Hilfe
brauchen. So wurde dann irgendwann der 01. Februar ausgewählt, weil auf dieses Datum
genau das Ende der spanischen Jagdsaison fällt; vor allem an diesem Termin ereilt dann auch
viele Galgos ein Schicksal, das weitaus schlimmer ist als das grausame Leben, das sie bis
dahin führen mussten.
Die Sitation in Spanien
Jedes Jahr werden in Spanien tausende Galgos geboren und aufgezogen, um später bei der
Hasenjagd eingesetzt zu werden. Viel zu viele dieser Galgos werden ihr gesamtes Leben lang
schlecht behandelt. Während der Jagdsaison von Oktober bis Januar leben viele von ihnen in
überfüllten, dunklen Schuppen, wenn sie nicht gerade arbeiten müssen. Trainiert werden die
Hunde, indem sie an Autos, Lastwagen oder Motorrädern angebunden werden, hinter denen sie
bei hohem Tempo herlaufen müssen. Gnade dem, der dabei strauchelt und hinfällt, denn nicht
alle Trainer halten dann an…
Besitzer dieser Windhunde sind schätzungsweise etwa 170 000 Galgueros, die Besitzer von
schätzungsweise ca. 490 000 Galgos, in die Spanien als Jagdhunde eingesetzt werden (neben
anderen Jagdhundrassen). Die Galgueros, also die Jäger, die mit ihren Galgos jagen, und oft
eine Vielzahl (mehrere Dutzend sind keine Seltenheit) von ihnen halten und züchten,
betrachten die Hunde in den misten Fällen nicht als Haustiere: der Galgo gehört für sie nicht
ins Haus. Und wenn ein Kandidat „ausgedient“ hat, entledigen sich die Jäger ihrer Tiere am
Ende der Jagdsaison auf oftmals unvorstellbar grausame Weise.
Jedes Jahr werden tausende Galgos getötet. Offizielle Zahlen sprechen von 50.000 Galgos, die
JÄHRLICH als nicht mehr brauchbar ausgemustert werden.
An Ideenreichtum fehlt es den Galgueros nicht, wenn es darum geht, wie man einen Hund am
einfachsten los wird: die Hunde werden an Bäumen erhängt, erschlagen, in Brunnenschächte
oder Schluchten geworfen, hinter Autos zu Tode geschleift, an Bäumen in verlassenen
Gegenden angebunden, damit sie verhungern oder einfach ausgesetzt.
Eine Methode, „überflüssige“ Galgos regelrecht hinzurichten, wird „Klavierspielen“ genannt.
Dabei wird dem Hund ein Strick um den Hals geknüpft, dessen anderes Ende derart an einen
Baum gebunden wird, dass das gefolterte Tier gerade mit den Hinterpfoten den Boden erreicht.
Um nicht stranguliert zu werden, balanciert und „tanzt“ der Hund auf den Hinterbeinen hin und
her. Dieser Todeskampf dauert lange, während der Hund Panik, Furcht, Hoffnungslosigkeit und
unbeschreibliche Schmerzen erleiden muss.
Wenn die Galgueros ihre Galgos aussetzen, brechen ihnen einige der Jäger auch ein Bein, so
dass die Hunde dem davonfahrenden Besitzer nicht mehr hinterherlaufen können. Diejenigen
Hunde, die das Glück haben, auf sich allein gestellt zu überleben, vegetieren dahin. Oder
landen in einer der zumeist restlos überfüllten Perreras, wo sie nach einer bestimmten Frist
getötet werden.
Die übermäßige Vermehrung der Tiere und ihre anschließende massenhafte Entsorgung am
Ende der Jagdsaison produziert ein Heer von verletzten, hungernden und kranken Hunden. Nur
wenige haben das Glück, von Tierfreunden bzw. Refugios aufgenommen zu werden, die sich
ihrer annehmen und alles dafür tun, um den Hunden eine Zukunftschance in einem liebevollen
Zuhause, einer Familie zu ermöglichen. Trotz allem können die Refugios und auch die
helfenden Vereine nur einem Bruchteil der ausrangierten Galgos und anderen Jagdhunde
helfen – ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber für jeden einzelnen dieser Hunde bedeutet das,
leben zu dürfen – vielleicht erstmalig so etwas wie Fürsorge und liebevollen Umgang zu
spüren. So werden dann aus den vermeintlichen Todeskandidaten später geliebte Familienmitglieder.
Einige Refugios berichten neuerdings, dass vermehrt Galgos auch direkt bei Ihnen abgegeben
werden. Viele der Auffangstationen sind nun oftmals bereits VOR Beginn der nächsten
Jagdsaison restlos überfüllt.
Und doch tauchen regelmäßig Galgos und Podencos auf Feldern, an Straßen, in Dörfern oder
an abgelegenen Stellen auf – meist in keinem guten Zustand. Ausgemergelte Hunde, die
verletzt sind, angefahren wurden oder dehydriert und klapperdürr und die versuchen, sich
alleine durchzuschlagen.
Der spanische Windhund
Der Galgo Espanol ist eine faszinierende Hunde-Rasse: ein hochmotivierter Jagdhund und
gleichzeitig so sanft wie eine Schmusekatze. Sie gelten als ausgesprochen sanft, zärtlich,
anschmiegsam, extrem verschmust, äußerst grazil, sehr reinlich und hochintelligent. Unter
Galgohaltern heisst es: Einmal Galgo, immer Galgo. Galgos sind extrem ruhig im Haus – lieben
es, auf weichen Sofas oder Kissen zu schlafen. Sie sind keine „wilden Kläffer“, weisen zudem
durch das fehlende Unterfell nicht den „typischen Hundegeruch“ auf. So sieht man dann aber
auch – für manch Einen vielleicht leicht befremdlich – an kalten Wintertagen „bemäntelte“
Hunde, die sich ohne diesen Kälteschutz übelst erkälten und krank werden würden.
Die meisten Galgueros betrachten den Galgo nicht als Haustier: ein Galgo hat im Haus so
meist nichts verloren. Um so verwunderlicher, wie schnell die meisten der adoptierten
Windigen dann an das angenehme Leben im Haus genießen. Und fragt man den „normalen“
Galgohalter hierzulande, bestätigen alle das gleiche: Galgos sind die sanftesten Hunde, die
man sich vorstellen kann, in der Wohnung ruhige Zeitgenossen und tolle Kameraden.
Die Galgos brauchen unsere Stimme!
Die Sitatution vor Ort lässt die Halter der spanischen Jagdhunde nicht los, auch wenn Kritiker
anmerken mögen, was geht es die Deutschen an, was in Spanien mit Windhunden passiert…
Doch kein Mensch, der auch nur die geringste Empathie für ein Tier aufbringt, kann angesichts
des Schicksals Tausender Galgos und ihrer Leidensgenossen in Podenco-, Greyhound- oder
Settergestalt einfach wegschauen. Und gerade wenn man einmal einen Windigen live erlebt
hat, ist es um so unverständlicher, wie mit ihnen in ihrem Heimatland verfahren wird, wenn sie
„ausgedient“ haben.
Also gehen wir am 26. Januar 2019 zum vierten Mal auf die Strasse, um Galgo und
Co. eine Stimme zu verleihen und die Menschen auf der Schicksal der Hunde
aufmerksam zu machen. Also liebe Windhundfreunde und Hunde-Besitzer aller Art):
Kommt Ende Januar zahlreich nach Köln. Lasst uns dort erneut gemeinsam für die Windhunde
auf die Strasse gehen. Kommt v.a. mit Euren Galgos, Podencos, Greyhounds und Settern aber
auch mit allen anderen Rassen vorbei und lauft mit – vom Bürgerhaus Stollwerck bis zum
Heumarkt – um möglichst viele Passanten und Menschen zu erreichen und auf das Jagdhunde
-Elend in Spanien aufmerksam zu machen.
Wieder dabei haben wir unsere 24-teilige Bannerkampagne: grossformatige Banner (aufgezogen
auf Holzplatten) werden von den Marschteilnehmern durch die Stadt getragen.
Überlebende Galgos, die inzwischen ein glückliches Leben mit ihren Familien leben, erzählen
darauf von ihrem persönlichen Schicksal – stellvertretend für ihre Artgenossen in Spanien. Und
die Lebens-Geschichten dieser überlebenden Hunde sind allesamt keine schönen… Die Banner
sollen so v.a. die Zuschauer und ‚Bystander‘ des Marsches über die Geschichte der Hunde
informieren.
Wo / Wann: Samstag, 26. Januar 2019, 12.00 Uhr
Startpunkt: Kölner Südstadt vorm Bürgerhaus Stollwerck (Dreikönigenstr. 23, 50678 Köln) –
Trude-Herr-Park
Marsch-Route: Vor Bürgerhaus Stollwerck aus (Trude-Herr-Park), Hirschgäßchen,
Severinsstrasse, Waidmarkt, Hohe Pforte, Hohe Strasse, Gürzenichstrasse – Heumarkt – und
wieder zurück zum Stollwerck. Am Stollwerck wird sich schließlich die Gruppe auflösen.
Wir möchten pünktlich um 12 Uhr loslaufen!!!
Also seid bitte rechtzeitig vor Ort, damit wir alle zusammen in time loskommen!