Mobilität der Zukunft: Elektromobilität – der neue Trend im Schneckentempo

 

Elektro-Roller am Straßenrand, Elektro-Busse bei der KVB, E-Bikes auf jedem Radweg und immer mehr elektrisch betriebene Autos sieht man im Straßenverkehr. Köln möchte gerne in Sachen Elektroauto ganz vorne mitfahren und investiert vornehmlich in die Ladeinfrastruktur. Denn Elektromobilität gilt als eine der Lösungen für eine nachhaltige, umweltfreundliche und zukunftsorientierte Verkehrsentwicklung und wird auch vom Bund stark gefördert.

Wunsch und Realität klaffen auseinander

Die Vorteile von elektrisch betriebenen Fahrzeugen liegen vermeintlich auf der Hand. Sie stoßen während der Fahrt keinerlei Schadstoffe oder Treibhausgase aus und fahren extrem leise. Einfach an die Steckdose und schon geht die große Fahrt los? Doch so einfach, wie es sich die große Politik wünscht, ist das in der Realität leider nicht. Wunsch und Wirklichkeit liegen noch weit auseinander.Das größte Manko – Reichweite und Ladeinfrastruktur

Erstmal ist da die Reichweite. Kommt man mit einem Diesel locker 800 Kilometer weit mit drei Minuten tanken an jeder Ecke, sieht das bei Elektroautos ganz anders aus. 200, vielleicht 300 Kilometer Reichweite sind hier die Regel, stellt man Radio und Heizung ab und fährt 80 auf der Autobahn sind es auch schon mal an die 400 Kilometer. Dann aber muss man laden. Aber wo? Zuhause an der Steckdose dauert das ein paar Stunden. Also müssen Ladesäulen mit möglichst hoher Kapazität her. Die sprießen gerade im öffentlichen Raum und auf Parkplätzen vom Einzelhandel aus dem Boden, leider sind es immer noch viel zu wenig. Also muss man erst einmal eine Station finden. Dann muss der Anschluss ans eigene Auto passen. Dann muss man bedenken: Stehen schon fünf andere an der Ladestation, teilt sich die Kapazität durch fünf – Schnelladen ist anders.

 

Man könnte sich ja auch zuhause eine solche Säule installieren. Allerdings müssen hier die Voraussetzungen passen. So darf das Ladekabel aus Sicherheitsgründen nicht über Gehwege führen, Tiefgaragen bieten meist keine Anschlussmöglichkeit und viele Stromtankstellen sind oft von Dauerparkern besetzt. Locken auch Discounter mit einer Stromversorgung, solange der Kunde beim Einkaufen ist, so sind die Möglichkeiten nach wie vor noch sehr eingeschränkt. Wer dann noch eine Urlaubsreise mit dem Auto ins benachbarte Ausland einplant, muss die Reise sehr sorgfältig nach Lademöglichkeiten mit einigen langen Pausen einplanen.

Abgasfrei aber nicht klimaneutral

In Sachen Umweltfreundlichkeit ist auch zu bedenken, dass die Klimaneutralität im täglichen Gebrauch nur gegeben ist, wenn der Strom ausschließlich aus grünen Quellen kommt. Auch in der Herstellung, besonders beim Akku, ist nicht alles so grün, wie man sich das wünscht. Wie das mit der späteren Entsorgung besonders der Akkus aussieht, ist auch noch nicht wirklich geklärt.

Die Anschaffung eines Elektroautos will gut überlegt sein. Der Fahrspaß ist unbestritten. Kann man grünen Strom bereitstellen? Will man die Einschränkungen, besonders bei längeren Fahrten in kauf nehmen? Will man den Mehrpreis zum Verbrenner wirklich zahlen? Ist man bereit, besonders vorsichtig zu fahren, da man sich ziemlich geräuschlos im Straßenverkehr bewegt und etwa Fußgänger und Radfahrer gar nicht mitbekommen, wenn man in der Nähe ist?