Petra Seidel, Leitung der KiTa, hat uns zur Entwicklungsgeschichte einen tollen Bericht zusammengestellt:

6o- jähriges Jubiläum – die katholische Kita St. Remigius hat Geburtstag!!

als am 30. Mai 1958 der Kindergarten St. Remigius Eröffnung feierte, konnte sich noch niemand vorstellen, dass sich in den folgenden 60 Jahren eine „Kinderverwahreinrichtung“ zu einer modernen und großen  Kindertagesstätte entwickeln wird.

In den 1960er Jahren standen nur für jedes dritte Kind zwischen drei und sechs Jahren Plätze in Kindergärten zur Verfügung. In der Öffentlichkeit wurde die Betreuung des Kleinkindes in der Krippe als eine Notlösung angesehen und Mütter der Krippenkinder wurden diskriminiert, weil sie nicht auf eine Berufstätigkeit verzichten, wollten bzw. konnten, wenn sie nicht von Sozialhilfe leben wollten.… Zu einem Paradigmen­wechsel, nach dem der Kindergarten als eine Stätte frühkindlicher Bildung und nicht mehr als sozialfürsorgerische Einrichtung bewertet wurde, kam es aber erst 1970 durch die Veröffentlichung des „Strukturplans für das deutsche Bildungswesen“, her­ausgegeben von der Bildungskommission des deut­schen Bildungsrates. In diesem wird zum ersten Mal die gesellschafts- und bildungspolitische politische Bedeutung der Frühpädagogik herausgestellt

(Zitat aus http://www.kitakram.de/Die-Entwicklung-der-Kitaarbeit )

In den 50er und sechziger Jahren waren die Grundvoraussetzungen, was Gruppenstärke und Einordnung der gesellschaftlichen Akzeptanz angeht noch weitgehend anders.

… Die Anzahl der Kinder, die eine Kindergärtnerin zu betreuen hatte, ist mit heuti­gen Verhältnissen nicht vergleichbar. So kam zum Beispiel zum Jahresende 1950 in Ulm auf eine Betreuungsperson mehr als 32 Kinder. Noch im Jahr 1969 lag die durch­schnittliche Gruppenstärke bei 35 Kindern.“
(Pflugmann-Hohlstein, B.: Kinderbetreuung gestern, heute, morgen. In: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg 4/2012, S. 46)

In den weiteren folgenden Jahren entwickelte sich die gesellschaftliche Einstellung zur Kindertagesbetreuung von „notwendiger Verwahrung“  in  notwendige und wichtige Förderung und Bildung der Kinder im Vorschulalter.

Auch die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen wurden überarbeitet und entwickelt. So wurde das bis 2008 geltende GTK  (Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (GTK) vom 29. Oktober 1991) abgelöst vom KiBiz (Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz – KiBiz) .

Dieses beinhaltete einige große Veränderungen im Bereich der Kindertagesbetreuung u.a. –

  • Präzisierung und Stärkung der Bildungs- und Erziehungsarbeit durch ein eigenes Bildungs- und Erziehungskonzept der Kindertageseinrichtungen;
  • Sprachförderung als Regelaufgabe ;
  • Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Schule,
  • Ausbau der Betreuungsangebote für unter Dreijährige und finanzielle Förderung der Kindertagespflege und mehr.

Die Entwicklungen im Gesetz waren eine Grundlage für räumliche Erweiterungen der bis dahin sehr beengten Räumlichkeiten der Kita.

Das schon im Jahr 2007 erweiterte Raumkonzept der Kita ( jeder der drei Gruppenräume wurde erweitert durch einen Nebenraum) wurde 2013 noch einmal überarbeitet und die Kita wurde um einen großen Anbau mit mehr Gruppenräumen und einem Bewegungsraum erweitert.

Zusätzlich wurde das Außengelände der Kita naturnah gestaltet und hat sich nun zu einem  attraktiven Spielplatz entwickelt.

Nach 60 Jahren hat sich  die Kindergarten St. Remigius mit 6 pädagogischen Mitarbeiterinnen zu einer modernen Kindertagesstätte mit 12 pädagogischen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen entwickelt, die den heutigen pädagogischen Ansprüchen voll und ganz entspricht.

Waren damals 75 Kinder  fast nur vormittags betreut, sind es heute 60 Kinder, die den ganzen Tag in der Kita bleiben, dort Mittagessen bekommen und ggfs. auch schlafen. Sie werden um 7:30 gebracht, verbringen ihren Tag in der Kita und gehen um 16:30 Uhr nach Hause. In dieser Zeit haben sie nicht „nur“ gespielt, sondern sie werden in ihrer Entwicklung pädagogisch begleitet, gefördert und können sich altersentsprechend entwickeln. Das beinhaltet eine intensive Beobachtung  der Kinder, Dokumentation von Entwicklungsschritten und einen guten Austausch über die einzelnen Entwicklungsstadien mit den Eltern. In insgesamt vier Kitajahren ( im Jahr 2017 waren es durchschnittlich noch 2-3 Jahre) können sich die Kinder zu stabilen Persönlichkeiten entwickeln, die selbstbewusst in das Schulleben starten können.

Nun können wir froh und glücklich den sechzigsten Geburtstag feiern. Am 30. Mai, dem Tag der Eröffnung, haben die Kinder und Erzieher in der Kita eine kleine, fast bescheidene Geburtstagsfeier gestaltet, Donuts gegessen, das Geburtstagslied geschmettert und mit Apfelschorle auf den „Runden“ angestoßen.

Richtig gefeiert wird am Samstag, 22.September von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr mit einem großen Geburtstagsfest auf dem Außengelände der Kita.

Im Programm vorgesehen ist zu Beginn ein Wortgottesdienst unter freiem Himmel, eine Cafeteria, ein Mitsingkonzert mit dem  Kinderliedersänger Uwe Reetz, eine Seifenblasenaktion, Spiele und vieles mehr.