Alles Musik

Von Chormusik bis Elektrosound – der Kölner Süden bietet alles

Musik besteht aus einer endlichen Zahl von Tönen. Die Ausgestaltung jedoch bietet unendliche Möglichkeiten, die sich in vielen Stilrichtungen äußert. Ob Klassik, Jazz, Rock, Pop, Elektronik oder Gesang und das noch in verschiedenen Sprachen –  jeder findet in irgendeiner Musik seine Heimat. In Köln, speziell im Kölner Süden, findet man viele Ausprägungen der Musik und durchaus prominente Repräsentanten. Auch internationale Künstler kommen gerne nach Köln, sie wissen, hier ist das Publikum offen auch für ganz neue Musikstile.

Wir stellen in dieser Ausgabe zwei Musikrichtungen vor, die gegensätzlicher nicht sein können. Dafür stehen Peter Tonger aus Rodenkirchen, Chorleiter und Musikliebhaber aus Leidenschaft sowie Manu Chehab aus Paris, der mit seiner in Frankreich etablierten Band ElekTraum den Deutschlandstart in der Kölner Südstadt wagt und sein Vinylalbum exklusiv im Silvertone Recordstore in Köln anbietet.

 

Peter Tonger –   Chorleiter aus Leidenschaft

Betritt man das Haus von Peter Tonger, weiß man gleich, woran man ist. Ein altes Klavier aus dem vorigen Jahrhundert steht im Mittelpunkt des Wohnzimmers, an den Wänden Regale mit CD’s, Literatur und vielen Kleinigkeiten, die alle irgendwie mit Musik zu tun haben.

Viele kennen Peter Tonger als Chorleiter des Männerquartetts Frohsinn aus Immendorf, einem von zwei Chören, die es im Kölner Süden überhaupt noch gibt. Die Chorleitung hat der mittlerweile 81-jährige vor zwei Jahren abgegeben, „heute singe ich nur noch mit.“  Doch darauf, dass der Chor überhaupt noch existiert, jünger ist als jemals zuvor und Frauen in dem ehemaligen Männerchor aktiv sind, ist Peter Tonger sichtlich stolz. Frauen in einem Männerchor? Für Peter Tonger der Schlüssel zum Erfolg: „Wir waren auf einer Amerikareise, da waren uns unsere Tenöre abhanden gekommen.“ Spontan wurden die miteisenden Frauen engagiert, nach einigen Übungsrunden konnten sie den Tenorpart besetzen. „Heute lebt der Immendorfer Chor nur noch, weil wir die Frauen integriert haben.“ Peter Tonger hat das auch bei einem zweiten Chor, der Bayenthaler Sängervereinigung Loreley, erfolgreich praktiziert. „Die Chöre, die das nicht gemacht haben, gibt es alle nicht mehr.“ Auch seine Frau Monika ist übrigens mit Begeisterung dabei, „das klingt zwar etwas anders als Männertenöre, aber es hört sich richtig gut an.“

Musik begleitet Peter Tonger von Kindheit an. Seine Mutter nahm ihn mit 16 Jahren regelmäßig mit in die Oper, er sang im Schul- und Kirchenchor, später studierte er Musik und Chorleitung. Zusätzlich hat er Klavier, Oboe und später Saxophon gelernt. Wie der Zufall es wollte, wohnte er in den siebziger Jahren  im Haus eines Meschenicher Chorleiters, der die Chorleitung aufgeben wollte. „Da habe ich den Chor übernommen, seitdem habe ich verschiedene Chöre geleitet.“ Auch wenn er heute nicht mehr aktiv einen Chor leitet, in Sachen Musik ist Peter Tonger immer noch aktiv. So hat er den KammerMusikKöln (https://www.kammermusikkoeln.de) gegründet und ist bei den Veranstaltungen Musik und Literatur in den Häusern der Stadt dabei. „Wir können hier bis zu 60 Leute unterbringen“, freut sich Monika Tonger schon auf die nächste Veranstaltung dieser Reihe (http://www.kunstsalon.de/festivals/musik-in-den-haeusern-der-stadt/). Dabei liest er gerne aktuelle Texte oder macht mit Freunden Musik, „bis hin zu Chansons der 2oer und 30er Jahre.“

Peter Tonger macht nicht nur gerne Musik, er hört auch gerne Musik. So geht er mit seiner Frau oft in Konzerte oder zu Opernabenden, zuhause stöbert er auf YouTube nach Musikschätzen und hört ab und zu gerne Jazzmusik. Neben seiner großen CD-Sammlung legt er gerne eine klassische Vinylplatte auf, was für ihn eine besondere Kultur darstellt.