Anne Frank Tag 2022 an der Europaschule Köln Zollstock Aktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus

Am 13. Juni beteiligt sich die Europaschule Köln in Zollstock am Anne Frank Tag, einem bundesweiten Aktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus.

Demokratie & Erinnerungskultur – Tradition an der ESK

Zum zweiten Mal veranstaltet die ESK für die ganze Schulgemeinschaft einen großen Projekttag, um für Diskriminierungen zu sensibilisieren und Erinnerungskultur und Demokratie zu leben. Hier kann die Gesamtschule auf eine längere Traditionzurückblicken: Neben dem Besuch von Zeitzeugen und Studienfahrten ins Anne Frank Haus Amsterdam, unterstützt die ESK das Projekt „Schule ohne Rassismus“. Es finden regelmäßig Aktionen gegen Rassismus und Diskriminierung statt. Zuletzt beteiligte sich die Schule auch erfolgreich beim Bundesprojekt Demokratie leben! zur Sensibilisierung und Stärkung von Demokratie, bei dessen Abschluss sogar Martin Schulz an der Europaschule war. Ganz in dieser Tradition ist der Anne Frank Tag, für den sich die Organisatorin Frau Dr. Marike Wolberg mit Unterstützung weiterer Kolleg*innen verantwortlich zeigt, an die ganze Schulgemeinschaftadressiert. Ziel ist es, die Schüler*innen über das diesjährige Thema »Freundschaft« in Bezug auf Antisemitismus, Rassismus und weitere Formen der Diskriminierung zu sensibilisieren. Das Themenspektrum ist entsprechend breit gefächert:

Ausstellungen

In den Räumlichkeiten der Schule wird es für zwei Wochen zwei großformatige Plakatausstellungengeben. Die Ausstellung ‚Anne und ihre Freundinnen‘thematisiert neben Annes Lebensgeschichte ihre Angst um ihre Freundin Hannah Pick-Goslar und das erneute Zusammentreffen von Anne und Hannah im Konzentrationslager Bergen-Belsen. »Anne stellte sichin ihrem Tagebuch die Frage, warum sie, Anne,auserwählt wurde, um zu leben, und ich, Hannah,womöglich sterben musste. Das Gegenteil wurde wahr. Deshalb fühle ich mich verpflichtet, so viel wie möglich über sie zu erzählen.« sagt Hannah Pick-Goslar.

Die zweite Ausstellung informiert überMenschenrechte. Beide sind für die ganze Schulgemeinschaft zugänglich und mit digitalen und interaktiven Elementen aufbereitet. 

Aktionstag im elften Jahrgang – Herzstück des Anne Frank Tages an der ESK

Ein besonderes Ereignis wird der Tag für die Schüler*innen des elften Jahrgangs. Ihnen stand es frei, im Vorfeld ganz nach Interesse einen von mehreren Aktions-Workshops zu wählen. In diesen Workshops setzen sich die Schüler*innen mit Themen wie Erinnerungskultur, jüdischem Leben in Köln, Rassismus und Diskriminierung aktiv und abseits vonUnterricht und Leistungsdruck auseinander. Außerdem erstellen sie – je nach Themenschwerpunkt – gemeinsam ein Video, eine künstlerische Skizze oder einen Podcast.

Die einzelnen Themen lauten: 

Workshop 1: Memory Walk – Jüdische Frauen in Köln

Eine Gruppe wird einen memory walk (Route: Jüdische Orte in Köln (padlet.com)) entlang zentraler jüdischer Orte Kölns antreten, um sich aktiv mit der Bedeutung aktueller Denkmäler und Mahnmale  auseinanderzusetzen. Bevor sich die Schüler*innen auf den Weg machen, erarbeiten sie unter Anleitung der Teamenden Lisa Schemielew und Micha Gorissen Biografien jüdischer Kölnerinnen, um dann im Anschluss zentrale Orte dieser Biografien in der Kölner Innenstadt zu begehen. Ziel des memory walks ist die Synagoge in der Roonstraße, die die Schüler*innen von innen besichtigen dürfen. Während des historischenSpaziergangs durch Köln nehmen die Schüler*innen einen Podcast auf, der u.a. auf dem Instagramaccount der ESK veröffentlicht wird. 

Workshop 2: In die Weite – Objekte erzählen Geschichte

„Geschichte selbst kann man nicht ausstellen. Wohl aber kann man anhand von erhaltenen Dingen Geschichten erzählen.“ Dieser Workshop nimmt an einer Führung durch die Ausstellung „In die Weite – Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland“ im Kolumba teil. Nach der Führung setzen sich die Schüler*innen unter Federführung der Kunstlehrerin Annika Burbank und unterstützt durch den Referendar Philipp Wasmund selbst künstlerisch mit den Inhalten der Ausstellung auseinander, indem sie Skizzen erstellen. 

Workshop 3: Diskriminierung und Rassismus

Wir gehen der Frage nach, was Diskriminierung und Rassismus sind, welche Formen und Ebenen es gibt, und nicht zuletzt, mit welchen Handlungsmöglichkeiten wir im Alltag dem entgegenwirken können. Der Workshop wird geleitet von Expert*innen des NS-Dokumentationszentrums. Im Anschluss übernehmen die Lehrerinnen Fatima Nahraoui-Bösche und Laura Schabram den Workshop und unterstützen die Teilnehmenden bei der (digitalen) Erstellung von Postern, die später die Wände an der ESK schmücken und zum Nachdenken anregenund die zuvor besprochenen Handlungsmöglichkeiten aufzeigen sollen.

Workshop 4: Free2choose – Menschenrechte kreativ

Der vierte Workshop unter Federführung von Christina Thiesen und Laura Lehnert setzt sich kreativ mit dem Thema Menschenrechteauseinander.

Was ist wichtiger? Die Würde des Menschen oder das Recht auf freie Meinungsäußerung? Wann hört das eine auf und beginnt das andere? In diesem Workshop nehmen die Schüler*innen dieses und andere Menschenrechtsdilemmata unter die Lupeund erstellen hierzu mit Legofiguren oderLegetechnik kreative Videos, die mal lustig, mal ernst sind –  immer aber zum Nachdenken anregen. 

Workshop 5: Gender und sexuelle Vielfalt

Ein Teil der Schüler*innen hat die Chance einen Workshop im Jugendzentrum Anyway zu besuchen. Unter Leitung des Erziehungswissenschaftlers Dominik Weiß erlernen die Teilnehmenden die grundlegenden Begriffe zu den Themen Gender und Vielfalt und werden für Vorurteile und Diskriminierung sensibilisiert. Für Diskussion und Austausch ist im Anschluss auch noch Platz.

Aktivitäten in Klasse 5-9 – Lernmaterialien und Freundschaftsaktionen  

Nicht nur für den elften Jahrgang gibt es ein  gesondertes Programm. Auch die unteren Klassen (5.-9.) beteiligen sich am Anne Frank Tag. Sie arbeiten mit digitalen Medien wie dem Anne-Frank-Vlog ((39) My best present | Anne Frank video diary | Episode 1 | Anne Frank House – YouTube) und mit analogen Medien  wie der vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin bereitgestellten „Anne Frank Zeitung“. Das Motto in diesem Jahr lautet hier:  »Freundschaft«. Die Lernmaterialien regen die Schülergruppen dazu an, sich mit der Bedeutung von Freundschaftenauseinanderzusetzen. Was zeichnet eine Freundschaft aus? Wie bin ich eine gute Freundin/ein guter Freund? 

Neben Lernmaterialien gibt es auch interaktiveFreundschaftsaktionen am Projekttag. 

Diese „Aktionen für Freund*e und die, die es noch werden können“ sind: 

• Freundschaftsarmbänder mit dem Schriftzug „Freundschaft“ in den zahlreichen Wahlsprachen der ESK wie Portugiesisch, Niederländisch oder Russisch. 

• Schön gestaltete Postkarten mit Komplimenten, die per „SV-Post“ überbracht werden. Auf diesen stehen Komplimente wie „Ich finde es großartig, wie du dich für andere einsetzt!“ , „Du bist ein guter Freund!“ oder auch „Auf dich kann man zählen.“. 

(Text: Europaschule Köln
Raderthalgürtel 3- 50968 Köln)