Foto: Klaus Kimmling, Trierer Volksfreund

 

Die 77er genossen bei schönstem Frühlingswetter ein abwechslungsreiches Programm

Jährlich zum Start der Rudersaison veranstaltet der Kölner Ruderverein von 1877 e. V. für alle Mitglieder das traditionelle Anrudern. In der Regel ist dies eine eintägige längere Rheintour, etwa von Bad Honnef oder Bad Godesberg rheinabwärts bis zum Clubhaus bei Rheinkilometer 683 in Rodenkirchen. Im Schnitt alle drei Jahre allerdings arbeitet das Organisationsteam ein mehrtägiges Anrudern „Spezial“ aus, bei dem weniger von der Berufsschifffahrt befahrene Flüsse als der Rhein ein ruhigeres Rudern zulassen . Dies hat uns schon auf die Ems, die Weser und bis nach Dresden auf die Elbe gebracht. Aber immer wieder auch auf die Mosel. Zuletzt endete eine solche Tour bei Traben-Trarbach.
Dieses Jahr führte das Anrudern „Spezial“ die 77er für ein Wochenende mit zwei Bussen an die Mittelmosel. Einer der Busse nahm auf einem speziellen Anhänger Fahrräder für die Teilnehmer mit, die sich nicht aktiv am Rudern beteiligen wollten. Fleißige Hände hatten vorab für 106 Ruderer/innen und 18 Radfahrer/innen mit vier Hängern 21 Ruderboote zur Minheimer Sonneninsel transportiert und schon aufgeriggert, so dass die Ruderer nach einem kleinen Frühstück direkt auf das Wasser gehen konnten. Ein Service, wie wir Kölner ihn eigentlich nur noch von den Heinzelmännchen kennen. 1 Achter, 17 Fünfer und 3 Vierer legten nacheinander am späten Vormittag ab, um die erste Strecke über 22 Kilometer bis nach Zeltingen-Rachtig unter den Kiel zu nehmen. Am Ziel erreichten die Mannschaften nach einem kleinen Spaziergang das Hotel Deutschherrenhof, wo ein schöner Innenhof manchen zunächst zu einem ersten entspannten Verweilen lockte. Später nach dem Abendessen war er bei schönsten sommerlichen Temperaturen und gekühlten Getränken Schauplatz langer Fachsimpeleien. Dem Vernehmen nach soll es aber auch manch anderes Thema gegeben haben.
Am Morgen danach teilte die Fahrtenleitung die Mannschaften neu ein, und die Boote gingen mit Hallo auf den Fluss, um am Nachmittag nach 29 Kilometern Pünderich zu erreichen. Entgegen aller Unkenrufe blieb das Wetter stabil schön. Die Mannschaften verluden gemeinsam die Boote wieder auf die Anhänger – und zurück ging‘s mit den Bussen nach Köln. Große Pfützen am Straßenrand erzählten von dem kleinen Unwetter, das kurz vorher hier durchgezogen war.

Für nicht rudernde Teilnehmer/innen waren ein Kulturprogramm und Radfahren im Moseltal organisiert.

Der Kölner Ruderverein von 1877 e.V. ist mit rund 600 Mitgliedern der größte Ruderverein in Köln und einer der größten Rudervereine Deutschlands. Er engagiert sich sowohl im Leistungssport als auch im Breitensport. Rund 400 Aktive im Alter von 12 bis über 80 Jahren rudern im Training auf der Regattastrecke am Fühlinger See oder in der Freizeit auf dem Rhein. Große internationale wie nationale Erfolge gehen auf das Konto des Traditionsvereins.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.krv77.de.
Text: Peter Schelenz