Zum 75. Mal jährt sich an Gründonnerstag der Todestag von Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet wurde. Der Theologe und Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime verfasste Ende 1942 unter dem Titel „Nach zehn Jahren“ einen nachdenklichen und selbstkritischen Rechenschaftsbericht. Nach Ansicht seines Großneffen, Pfarrer Mathias Bonhoeffer, hat dieser Bericht niemals an Gültigkeit verloren hat: „Ich kenne diesen Text schon sehr lange“, sagt Mathias Bonhoeffer. „Er ist stets auf das Menschsein anwendbar gewesen. Er bleibt in seinen Betrachtungen immer relevant.“ Mathias Bonhoeffer ist Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Köln an der Kartäuserkirche.

In einem Video, das am 9. April auf der Internetseite www.kirche-koeln.de veröffentlicht wird, liest Mathias Bonhoeffer die Texte seines Großonkels im Kreuzgang der Kartäuserkirche. Kantor Thomas Frerichs und Bettina Scheibler untermalen die Zeilen unter anderem mit Auszügen aus der Matthäuspassion von Bach. Die Musik im Video erklingt aus dem Kapitelsaal der Kartäuserkirche.

Eine Interpretation der Texte seines berühmten Großonkels möchte Pfarrer Mathias Bonhoeffer nicht geben. „Das überlasse ich den Menschen, die mir zuhören. Sie dürfen gerne ihren ganz eigenen Weg finden, sich mit dem Gehörten auseinanderzusetzen.“ Denn Mathias Bonhoeffer ist überzeugt: „Die Bilder und Texte sprechen eine klare Sprache.“

(Text: Sammy Wintersohl,

Amt für Presse und Kommunikation

Evangelischer Kirchenverband Köln und Region)