Brigitte von Grabe erhält Verdienstorden Köln.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (zweite von rechts) händigte die Verdienstorden aus: (von links) Gertrud Rost aus Köln-Weiden, Klaus-Dieter Grützmann aus Köln-Lövenich und Brigitte Emma von Grabe aus Köln-Raderthal. Foto: A. Wulf

 

Ehrenamtliche sind unverzichtbar, doch ihre Arbeit wird selten gesehen und noch seltener
gewürdigt. Viele Ehrenamtler erwarten noch nicht einmal ein Dankeschön, obwohl es kaum etwas gibt, was noch motivierender wäre. Am 23.10.2018 erhielt Frau Brigitte von Grabe, Mitglied des Deutschen Bundeswehr Verbandes, das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, verliehen vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und überreicht von der Kölner Oberbürgermeisterin Frau Henriette Reker.
In einer festlichen Ansprache im ehrwürdigen Hansasaal der „Hansestadt“ Köln wies Reker auf das langjährige Schaffen von Frau von Grabe hin, vor allem als Leiterin des Frauenkreises, deren
rund 230 Mitglieder sie in der Kameradschaft Ehemalige, Reservisten, Hinterbliebene Köln im Jahr 1998 übernommen hatte: eine vertrauensvolle Unterstützung in allen Lebenslagen für Ehefrauen und Witwen aktiver und bereits aus dem Dienst ausgeschiedener Soldaten. Halt, Hilfe und ein Gefühl von Heimat auch für jene Frauen, die an der Seite ihrer Männer für die Bundeswehr ins fremde Köln gezogen waren und nicht nur den Verlust des Ehepartners betrauerten, sondern ganz realen Problemen gegenüberstanden:
weil die Hinterbliebene zwar einen Führerschein hat, aber seit
Jahren kein Auto mehr gefahren ist; zwar eine Bankvollmacht
besteht, aber nicht über den Tod hinaus; hohe Kosten für die
Beerdigung und eine evtl. vorangegangene Erkrankung des Verstorbenen
entstanden sind, aber noch nie ein Beihilfeantrag ausgefüllt wurde. Besonders beeindruckend
war diese aufopfernde Anteilnahme und praktische Hilfe, obwohl Frau von Grabe ihren eigenen
schwer erkrankten Mann fünf Jahre lang pflegte, bis dieser aus dem Leben schied.
Frau von Grabe organisierte monatliche Veranstaltungen zu Politik, Gesundheit,
Reisen oder einfach mal einen Ausflug, eine Weihnachtsfeier oder ein Kaffeetrinken.
Ihre Erfahrungen bringt sie auch als ehrenamtliche Reisebegleitung des
Deutschen Roten Kreuzes ein. Sie kümmert sich und versucht alle zu integrieren.
Besonders beeindruckt war Reker von der Betreuung alleinstehender Seniorinnen
und Senioren während der Weihnachtszeit, in der die Familie und der
Ehepartner besonders fehlen.
Diese Aufzählung umfasst bei weitem noch nicht das ganze Wirken von Frau von Grabe, wie viele aus ihrem näheren Umfeld wissen. Wichtiger jedoch – beeindruckend und nachahmenswert – sind und bleiben ihre Energie, ihr Enthusiasmus und ihr hartnäckiger Wille, nicht lange zu reden und zu überlegen, sondern zu machen. Sie hat sich hohen Respekt erarbeitet und ist ein Beispiel für andere.
Die Anerkennung und Würdigung ihrer Leistungen steht auch stellvertretend für alle Ehrenamtler, die nicht nicht nur zusehen und abwinken, sondern handeln.