SHELL INFORMIERT UND WEITET LECKAGEAUFARBEITUNG AUS

Seit April 2020 saniert Shell auf dem Werksgelände in Godorf eine Grundwasserverunreinigung durch ein Ölprodukt. Für den 23. September 2020 lädt die Raffinerie zu einer Bürgerinformationsveranstaltung ein. Der Fortschritt der Sanierungsarbeiten ist bereits jetzt im Internet veröffentlicht. Außerdem hat ein externes Sachverständigenteam um den Sicherheitsexperten Prof. Dr. Christian Jochum die Arbeit aufgenommen, das die Raffinerie in der Aufarbeitung der Leckage unterstützt.

„Größtmögliche Transparenz schaffen, Sorgen ernst nehmen, Antworten geben und verlorenes Vertrauen zurückerarbeiten“ – das möchte Dr. Marco Richrath mit der Bürgerinformationsveranstaltung, zu der Shell am Mittwoch, 23. September 2020, ins Godorfer Werk einlädt. „Wir wollen im direkten Austausch erklären, wie es zu dem Leck an der Leitung und der Grundwasserverunreinigung kommen konnte, wie wir den Schaden sanieren und welche Schritte wir darüber hinaus gehen, um unsere Prozesse zu verbessern. Und wir wollen zuhören“, erklärt der Raffineriedirektor. Um unter Corona-Bedingungen und Wahrung des Sicherheitsabstands trotzdem möglichst vielen Anwohnern die Gelegenheit zur Information und zum Austausch zu geben, bietet Shell die Veranstaltung zweimal – um 17.00 Uhr und um 19.30 Uhr – an. Eine Anmeldung unter rheinland-raffinerie@shell.com ist zwingend erforderlich.

Ergänzend zu den bereits im April ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung und Bereinigung der Leckage hat die Bezirksregierung Köln im Juli über ein weiterreichendes Sanierungskonzept verfügt. Über dessen Umsetzung erstattet ein externer Bodengutachter monatlich Bericht, und die Fortschritte sind fortan unter www.shell.de/rheinlandraffinerie in der Rubrik „Umwelt und Sicherheit“ einsehbar.

Darüber hinaus hat Shell Prof. Dr. Christian Jochum, den langjährigen Vorsitzenden der Kommission für Anlagensicherheit beim Bundesumweltministerium, und DNV GL, ein international führendes Beratungs- und Zertifizierungsunternehmen für technische Sicherheit und Nachhaltigkeit, beauftragt. Die Experten werden Shell in der Aufarbeitung der Leckage unterstützen und dabei helfen, die richtigen Schlüsse aus dem Ereignis zu ziehen. Dafür werden Prof. Jochum und sein Team die Prozesse und Technologien rund um die Überwachung und Prüfung der beschädigten Produktleitung kritisch unter die Lupe nehmen sowie zahlreiche Interviews mit Werksangehörigen führen und insbesondere auch Vertreter von Umweltverbänden und die Behörden einbinden. Die Erkenntnisse aus den Gesprächen und den weiteren Untersuchungen werden in mehreren Runden mit einem einzurichtenden Beirat aus externen Stakeholdern diskutiert. Die Arbeit der Sachverständigen wird in konkreten Verbesserungsvorschlägen und Handlungsempfehlungen an die Rheinland Raffinerie münden.

Bereits 2014/2015 und 2018 untersuchte ein Team um Prof. Jochum das Sicherheitsmanagement in den beiden Werken Godorf und Wesseling. Alle hieraus hervorgegangen Empfehlungen wurden bearbeitet. „Wir werden nachdrücklich hinterfragen, ob unsere damaligen Empfehlungen richtig umgesetzt wurden und ob darüberhinausgehende Maßnahmen erforderlich sind“, bringt Prof. Jochum die Aufgabe seines Teams auf den Punkt.

Zum Ereignis:

Die im April 2020 festgestellte Grundwasserverunreinigung im Godorfer Werk ist nach wie vor klar auf das Raffineriegelände beschränkt. Bei dem ausgetretenen Produkt handelt es sich um leichtes Gasöl (LGO). Das ist ein bei der Verarbeitung von Rohöl erzeugtes Zwischenprodukt, das für die Herstellung von Diesel oder leichtem Heizöl verwendet wird. Nach den Untersuchungen ist davon auszugehen, dass die größtenteils oberirdisch verlaufende Leitung im Bereich einer Straßenunterführung bei unsachgemäßen Straßenbauarbeiten beschädigt wurde. Das hat zur Korrosion an dem umgebenden Mantelrohr und der darin liegenden Produktleitung und im Ergebnis zu einem 1,5 Millimeter großen Leck geführt.

Seit der Feststellung des Produktaustritts wird der Grundwasserspiegel innerhalb der verunreinigten Fläche an zwei Stellen mit Pumpen abgesenkt. Diese Sanierungsbrunnen erzeugen einen Absenktrichter, in dem sich das auf dem Grundwasser schwimmende Ölprodukt sammelt und separat abgepumpt und entsorgt werden kann. Gleichzeitig verhindert die Grundwasserabsenkung eine Ausbreitung der Ölphase. Gemäß dem mit der Bezirksregierung abgestimmten Sanierungskonzept werden zwei weitere Brunnen errichtet. Die Grundwasserförderung und die Ölrückgewinnung werden über diese zwei neuen sowie die zwei bereits betriebenen Brunnen fortgesetzt.