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Dr.Karin Müllerinformiert

Ver’Darm’t nochmal – wenn Essen zur Qual wird…

Mein heutiger Blog entsteht gerade in meiner zweiten Heimat auf Mallorca. Ich sitze auf meiner Terrasse mit einem phantastischen Blick auf das Meer. Die tiefblaue Farbe des Wassers zieht meinen Blick magisch an und ich muss aufpassen, nicht weg zu träumen.

Die vielfältigen Meeresbewohner können Tag für Tag unsere Gaumen verwöhnen. Hier kann der Fisch fangfrisch gekauft werden und wenn man Lust hat kommt jeden Tag etwas anderes, leckeres Fischiges kulinarisch auf den Tisch. Alternativ läßt du dich sich in den zahlreichen Küstenrestaurants verwöhnen.

In einer schmackhaften Paella hat man direkt ein Allerlei auf dem Teller. Muscheln, Riesengarnelen, Tintenfisch werden in dem Reisgericht serviert oft auch kombiniert mit Huhn und spanischer Chorizo, grünen Bohnen und Erbsen – in weißem oder schwarzem Reis geköchelt.

Wie lecker!!! Oder wie der Spanier sagt: Sabe rico!!!

Und wie ärgerlich ist das denn, wenn man ein paar Stunden später nicht schlafen kann, weil der Darm spinnt und Achterbahn fährt, unsere Verdauung gestört ist, Krämpfe und Völlegefühl einen plagen und man die halbe Nacht eventuell auch noch auf der Toilette verbringen muss. Wer hat das schon einmal erlebt? Die Ursachen dafür können vielfältig sein.

Unser Verdauungstrakt benötigt zur Verarbeitung der zugeführten Nahrungsmittel fein abgestimmt Enzyme und andere Stoffe, die oftmals nicht ausreichend gebildet werden.

Die Bauchspeicheldrüse z.B. ist so ein Enzymgenerator. Sie produziert zum einen Insulin um den Blutzucker im Körper im Lot zu halten und zum anderen ein Enzym namens Pankreaselastase.

Dieses Enzym wird in der inaktivierten Form an den Dünndarm, der kaum vorstellbar – 5-6 m lang in unserem Bauch zusammengerollt liegt – abgegeben, dort aktiviert und ist dann bereit insbesondere die Aminosäuren also die Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate aus der aufgenommenen Nahrung zu spalten.

Bei Zufuhr eiweißreicher Lebensmittel wie Fisch und auch Fleisch kann es, bei fehlender bzw. nicht ausreichender Produktion des Enzyms Pankreaselastase zu Verdauungsstörungen kommen und insbesondere ein plötzlicher Durchfall auftreten.

Nachtruhe vorbei- was war da in der Paella! Nein… es ist nicht immer was im Essen, was man nicht vertragen hat, weil es über dem Verfalldatum war.

Und Nein… es muss auch nichts Schlimmes an der Bauchspeicheldrüse sein.

Im heutigen Ernährungsurwald mit den verschiedenen Kostformen oder Diäten wie Low Carb, Paleo, Vegan, vegetarisch…, die in Büchern, Foren und Blogs empfohlen werden, geht es meistens darum aufzuzeigen, wie man am besten Gewicht verliert. Leider ist unser Verdauungssystem mit den einseitigen Ernährungsvorgaben oftmals total überfordert wodurch es zur Unverdauung kommen kann. Was ist also richtig für mich? Was tut mir gut? Mit welchem Essen fühle ich mich wohl?

Individualität ist angesagt, nicht auf jeden Zug aufspringen, keine Einseitigkeit im Essen propagieren, denn das kann ebenfalls auf Dauer zu Unverträglichkeiten führen.

Mein präventiver Tipp, um Verdauungssäfte zu fördern ist der Verzehr von Bitterstoffen. Artischocke, Chicorée, Endivie, Radiccio, sind Beispiele für Lebensmittel mit hohem Bitteranteil. Bittertropfen greifen als Aperitivschnäpschen vor den Mahlzeiten und sind eine Alternative. Auch kann ein Frischpresssaft z.B. aus Artischocken getrunken werden. Zu bedenken ist, dass man es immer als Kur anwenden muss, denn es braucht eine Zeit bis die eigene Verdauungssaftproduktion wieder in Gang kommt. Tropfen und Säfte von verschiedenen Anbietern sind erhältlich in Apotheken und auch Reformhäusern.

Bei länger andauernden Beschwerden heißt es aber ab zum Arzt.

Es ist immer wichtig zu wissen, daß eine Organgesundheit besteht. Eher selten sind die Symptome die im Laufe eines Lebens im Körper signalisieren, dass etwas nicht stimmt einer schlimmen Erkrankung zugeordnet. Und wenn, dann ist eine frühe Erkennung wichtig, um heilend eingreifen zu können.

Die schulmedizinisch zu recht empfohlene Darmspiegelung wird als Krebsprävention von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem Alter von 55 Jahren bezahlt. Sie ist zur Entdeckung von Polypen, Divertikeln, gutartigen und bösartigen Tumoren auf jeden Fall wichtig.

Wie gesund ist mein Darm?
Er ist unser größtes Organ (ca. 450m² Oberfläche)!!! 
Also her mit der Aufmerksamkeit.

In meiner Praxis empfehle ich die Stuhlanalyse als “Gesundheitscheck-Darm“ all meinen Patienten. Bei Reizdarm, hoher Infektanfälligkeit, beruflichem Stress, Allergiebelastung, Asthma und anderen chronischen Belastungen sowie auch bei Depressionen ist eine Stuhlanalyse wichtig, um Erkenntnisse zu ziehen und dann gezielt zu behandeln.

  • Die gesunde Darmflora sollte als sogenannte Bakterienpolizei im ausgewogenen Verhältnis zu der immer im Darm vorkommenden Fäulnisflora stehen. Gute Darmbakterien kann man als Kur einnehmen.
  • Es dürfen keine wuchernden Darmpilze vorhanden sein.
  • Die Verdauungsrückstände können geprüft werden, um zu sehen ob Leber und Galle als Verdauungsorgane funktionieren.
  • Die Intaktheit der Darmschleimhaut kann über bestimmte Marker gemessen werden, um herauszufinden ob ein Leaky gut ( übersetzt: löchriger Darm ) vorliegt. Dann fehlt uns der Schutz vor toxischen Stoffen und Krankheitserreger werden nicht eliminiert.
  • Die Pankreaselastase kann bestimmt werden und es muss nicht unbedingt direkt eine Bauchspeicheldrüsenentzündung vorliegen, wenn zu wenig Elastase produziert wird.

Fehlt diese, so gibt es Präparate um das Leck zu stopfen. Pankreasenzyme, täglich zu den Mahlzeiten eingenommen können vor Darmalarmschützen. Wichtig jedoch ist zu wissen, dass die Enzyme im Dünndarm nur wirken können, wenn der aus dem Magen kommende saure Nahrungsbrei im Dünndarm durch Natriumhydrogencarbonat neutralisiert wird.

Oh je – soviel kompliziertes Darmwissen. Wie unsere Organe so funktionieren oder auch gestört werden können, das ist schon beachtlich. Sei es Dir stets wert, Gesundes zu essen und achte darauf, was im Körper passiert, um entsprechende Symptome rechtzeitig zu behandeln bzw. ärztlich abklären lassen.

Damit es im nächsten Urlaub wieder heißt:

Her mit der Paella! Und anderen leckeren Köstlichkeiten!

Herzlichst
www.diegrossstadtaerztin.de

Dr. Karin Müller informiert

Denkst Du noch oder schläfst Du schon?

Kennst Du das? Du stehst wie jeden Morgen in der Woche zeitig auf, naja vielleicht nochmal kurz auf die Schlummertaste gedrückt aber dann raus aus dem Bett! Und weißt schon – heute geht es ab. Viiieeel zu tun!!!! Ganz normal, wenn man dann auch schon beim Frühstück an den Abend denkt und sich darauf freut, wieder in der Horizontallage zu liegen und zu schlafen.

Der Tag war auch wirklich gut ausgefüllt durch die Arbeit. Super, wenn Du vielleicht auch beim Sport warst oder am Abend noch eine andere Freizeitaktivität für Dich im Programm hattest.

Und dann bist Du zu Hause, bist todmüde und fällst ins Bett und…

…schläfst nicht ein. Drehst dich von einer Seite auf die andere, wälzt dich von rechts nach links aber es funktioniert nicht.

Vielleicht gehen dir viele Gedanken durch den Kopf, über den vergangenen tag, über das was morgen ist, über das Wochenende und was du noch alles erledigen musst bis dahin.

Dabei willst du nicht an irgendetwas denken sondern nur schlafen, denn morgen ist ja schon heute und der Wecker ist erbarmungslos und nicht zu betören.

Stop!!!! Finde für Dich das richtige Ritual!

Es kann z.B. sein, auch wenn Du keinen Hunger verspürst, dass Du, je nachdem wann du zu Abend gegessen hast, in einer leichten Unterzuckerung bist. Das hält Dich ungewollt wach.

Dann hilft:

Aufstehen und

  • etwas Wasser trinken
  • ein kleines Stück Vollkornbrot essen, ein Stück Schokolade, oder eine Reiswaffel oder ähnliches.
  • Kurz Zähneputzen und dann wieder ins Bett.

Wenn Deine Gedanken kreisen und du das durchbrechen willst dann mache Folgendes:

Bewusst atmen

  • Nimm dir einen Daumen und umgreife ihn mit den Fingern der anderen Hand. Dann atmest du 7mal aus und ein und hältst den Daumen dabei fest.
  • Mache das gleiche mit dem Zeigefinger der gleichen Hand- wieder 7mal aus,- und einatmen.
  • Dann mit dem Mittelfinger, Ringfinger, Kleinfinger.
  • Wechsele über zur anderen Hand und wiederhole dort die 7 Atemzüge pro Finger.
  • Achte darauf, dich auf den Atem zu konzentrieren – atme langsam und bewusst.

Diese Übung ist besonders wirkungsvoll denn du beruhigst Dich über die Akupunkturendpunkte an den Fingern und nimmst einen positiven Einfluss auf Deine inneren Organe. Auf die Lunge, das Herz, die Nieren und den Darm.

Schlafforscher sind der Meinung, dass 7-8 Stunden Schlaf optimal sind. Aber hier gibt es keine Regeln, die Individualität ist entscheidend. Wer schon lange unter Schlafstörungen leidet sollte das auf jeden Fall ärztlich abklären lassen. Es können auch andere Ursachen als das Gedankenkarussell oder die Unterzuckerung vorliegen.

Verschreibungspflichtige Schlaftabletten sind keine Lösung, denn sie machen auf Dauer abhängig.

Es kann jedoch sein, dass bei ausgeprägten Schlafstörungen ein Hormon fehlt, das Melatonin. Die Einnahme ist sinnvoll bei durch den Arzt nachgewiesenem Mangel. Da es rezeptpflichtig ist, musst Du dafür auf jeden Fall den Arzt aufsuchen.

Aus der Naturheilkunde kennt man beruhigende Substanzen, die frei verkäuflich sind und auch echt gut helfen wie z.B.

Baldrian, Melisse, Kamille oder Lavendel.

Diese Substanzen gibt es in verschiedenen Formen als Tee, Tabletten oder auch z.B. als Spray für den Raum oder das Kissen. Hier musst Du aber unbedingt auf Bio Qualität achten.

Natur-und Bioläden haben ein großes Angebot.
Was Du unbedingt wissen musst: Geduld brauchst du schon.
Atemrituale wollen geübt werden.
Tees und Naturstoffe brauchen eine Zeit, bis Dein Körper die wohltuende Wirkung verspürt.

Eine andere Lösung kann noch sein, abends zu meditieren. Es gibt mittlerweile richtig gute Apps zur Meditation.

VORSICHT ! ALKOHOL IST KEINE LÖSUNG !

Alkohol verhilft Dir kurzfristig schnell einzuschlafen. Aber ganz nachteilig ist, dass Du meistens nicht durchschläfst und der Schlaf daher nicht erholsam ist.

Und Alkohol führt in die Abhängigkeit und ist eine der gefährlichsten Krankheiten

Ich wünsche Dir immer einen erholsamen Schlaf und hoffe, dass Du das Denken für immer auf den Tag verschieben kannst!

Herzlichst
www.diegrossstadtaerztin.de

Dr. Karin Müller informiert:

Nudeln statt Sorgen machen…

Wie ist das genau mit dem Blutdruck? Was misst man da beim Arzt? 
…Und was passiert im Körper, wenn der Blutdruck zu hoch ist?

Darüber macht man sich oft keine Gedanken und es ist ja auch alles gut, wenn der Blutdruck stimmt.

In Herzhöhe gemessen, zeigt der Blutdruck mit dem ersten Wert an, mit wieviel Druck das Herz über die große Schlagader, die man Aorta nennt, unser Blut in den großen Körperkreislauf pumpt damit bis in die kleinsten Gefäße unser Blut mit Sauerstoff versorgt wird. Der zweite Wert zeigt uns, welcher Druck besteht, wenn das Blut wieder im Herzen ankommt. Man spricht hier auch vom Füllungsdruck.

Der Blutdruck wird in mmHG angegeben. Im Idealfall liegt er bei 120/70 mm HG. 
Die Deutsche Hochdruckliga gibt folgende Werte an:

Normaler Blutdruck

Ein Blutdruck von 120 / 80 mm Hg ist normal. Niedrigere Werte sind optimal. Auch Werte zwischen 120 / 80 mm Hg und 129 / 84 mm Hg sind normal. Liegt ein Blutdruck zwischen 130 / 85 mm Hg und 139 / 89 mm Hg, so gilt das als „hoch normal“. Das heißt, er ist zwar ein wenig zu hoch, aber noch normal.

Bluthochdruck

Ein Blutdruck von 120 / 80 mm Hg ist normal. Niedrigere Werte sind optimal. Auch Werte zwischen 120 / 80 mm Hg und 129 / 84 mm Hg sind normal. Liegt ein Blutdruck zwischen 130 / 85 mm Hg und 139 / 89 mm Hg, so gilt das als „hoch normal“. Das heißt, er ist zwar ein wenig zu hoch, aber noch normal.

Nach dieser kurzen Erklärung stelle ich mal die Frage:
Was führt zu Bluthochdruck? Welche Antworten kennst Du?

  • Übergewicht wirst Du vielleicht sofort denken. Ja, kann auf lange Sicht dazu führen! Aber ich kenne viele schlanke und sich gesund ernährende Bluthochdruck Kranke!
  • Aah, aber die essen zuviel Salz!!!! Salzkonsum kann Blutdruck erhöhen doch ist das der Grund für so viele Menschen ab mittleren Alters mit Bluthochdruck?
  • Sicherlich sind es eher die Gene!!!! Auch möglich und mit ein Grund!
  • Raucher, die bekommen Hochdruck, weil Nikotin die Arterien verengt. Stimmt! Raucher weisen häufiger hohen Blutdruck auf.
  • Und Alkohol, ja, der kann nach kurzer Gefäßerweiterung später zu dauerhafter  Gefäßverengung führen!!
  • Bewegungsmuffel und Couchfetischisten haben ein Risiko an Bluthochdruck zu erkranken.

Das sind alles richtige Antworten von Dir und man sieht, Sie haben sich Gedanken darüber gemacht und bestimmt auch schon viel darüber gelesen.

Aus meiner Erfahrung, durch die vielen Patientengeschichten, die ich kenne, ist es der STRESS in unserem Alltag, der für mich als Auslöser an Nummer eins stehen müsste!!!

Anspannung in der Muskulatur, ein hoher Tonus in unserem Körper, ein Gehirn das permanent reizüberflutet ist. Arbeitsbelastungen durch hohe Anforderungen bei zeitlichen Vorgaben, die man aufgedrückt bekommt, um seine Arbeit unter Druck dann schnell aber auch exzellent und fehlerfrei auszuführen. Alltagssorgen, die über einen rein purzeln und auch noch schnell bewältigt werden müssen.

Und wenn man dann vom Typ her perfektionistisch ist und noch schlechte Gene hat, weil beide Eltern Hypertoniker sind – Bam!

Was sollte man nun also tun.

Für mich gehört der Stress in allen Lehrbüchern an die Nummer 1 der Risikofaktoren für Bluthochdruck. Damit das auch schon der Medizinstudent lernt. Stress ist unser Feind!

Hier muss man ansetzen und hier hast Du natürlich jetzt die Aufgabe an jedem Schräubchen zu drehen, was Dir Stress macht und sich geeignete Ventile zu suchen und Druck aus dem Körper zu lassen.

Mein Tipp zur sofortigen Umsetzung:

Nimm Dir mehrmals am Tag insbesondere dann wenn Du im Gehirn die Alarmzeichen spüren für STRESS!!!! 
ALLES ZUVIEL!!!! – ICH KANN NICHT MEHR!!!! – 
eine Minute Zeit. 
ATME BEWUSST EIN UND AUS

Zähle bis 6 und atme dabei:   
EIN-EIN-EIN-EIN-EIN-EIN

Zähle bis 8 und atme dabei: 
 
AUS-AUS-AUS-AUS-AUS-AUS-AUS-AUS

Kostet nichts außer mal eben eine Minute. 

Und jetzt sofort 5 Minuten, um auf mehreren Haftnotizzettel ATMEN zu schreiben und diese in der Wohnung, geeignet in Küche und Bad, im Auto, auf ihrem Rechner, …und wo auch immer kleben und vorbereitet für die Arbeit einstecken. 

Und dann merke Dir den Spruch, den ich letztens in einer Frauenzeitschrift gelesen habe und echt gut finde. Nun ja, ich bin Ernährungsmedizinerin und Du wunderst Dich jetzt vielleicht. Aber an dieser Speise ist was Gutes dran – nur nicht jeden Tag und mit den besten frischen Zutaten verfeinert.

Man sollte sich öfter mal NUDELN als Sorgen machen!

Also ich wünsche gutes Gelingen, dem Bluthochdruck vorzubeugen.

Herzlichst
www.diegrossstadtaerztin.de

Ist der Hl. Severin eigentlich ein Regengott? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Immer, wenn es regnet ohne Ende und ich ihn bitte,ein Einsehen zu haben, oder wenn es mal wieder so heiß ist, so wie diesen Sommer, und ich ihn schon wieder anrufe. Und kann ich ihn von überall bitten, oder muss ich in die Südstadt? Bin ich ihm da näher und es funktioniert besser? Jede Menge Fragen, und ihr fragt euch vermutlich, wovon schwätzt der Ronald eigentlich? War der wieder zu lange im Brauhaus? Schon wieder ne Frage. Ahhhhhhh…….

Damit ihr mich besser versteht, sollte ich euch wahrscheinlich eine Legende über den hl. Severin erzählen.

Wir schreiben das Jahr 397, es ist November, arschkalt, Sonntag. Und wie immer begibt sich Bischof Severin von seinem selbst gegründeten Kloster aus auf einen Sonntagsspaziergang. Nicht alleine, er ist beliebt und wird geachtet, so einer wird gerne begleitet. Kennt ihr vom Frühschoppen. Junge Praktikanten und Anhänger Severins begleiten ihn also auf seinem Weg, dieser führt ihn aufs Martinsfeld, das heutige Gebiet am Kartäuserhof. Auf einmal bleibt Severin stehen, lauscht, fragt die anderen, ob sie auch die singenden Stimmen vernommen haben. Haben sie nicht, das sagen ihm die ratlosen Blicke. So hört doch genauer hin, bittet er, aber nichts, er schaut nur in ratlos dreinblickende Gesichter.

Severin jedoch hat himmlische Psalmen vernommen, so klar und deutlich, das er völlig hin und weg ist. Dies erzählt er seinen Begleitern, aber niemand außer ihm hatte etwas gehört. Nun ist Severin aber nicht als Spinner verschrien und fest im Glauben, deshalb lässt er sich nicht beirren. Einzig, was hatte das zu bedeuten, fragte er sich. Einige Tage später, als die Nachricht vom Tode Bischof Martins Köln erreicht, ist Severin sich sicher. Er hat die Engelschöre gehört, die den heiligen Bischof Martin im fernen Tours in den Himmel begleitet haben.

Einige Zeit später beschließt der noch rüstige Severin, sich seinen Traum zu erfüllen und in seine Heimatstadt Bordeaux zurückzukehren. Er verlässt also Köln und kehrt in seine Heimatstadt zurück, wo er schon bald verstirbt. Hier wird er nach seinem Tod um etwa 403 heilig gesprochen. Kurze Zeit später wird Bordeaux von Feinden eingekesselt und belagert. Und was unternehmen die Bürger? Sie legen die Reliquien des heiligen Severin auf die Mauer und siehe da, die Feinde fliehen. Absurd? Legende halt.

Aber zurück nach Köln. Denn hier herrscht Not. Severin ist vor drei Jahren aus Köln weggegangen, und seitdem hat es hier in Köln kaum geregnet. Überall verdorrte Felder, das Vieh verdurstet, die Not ist groß und kein Regen in Sicht.

Doch eines Nachts träumt ein Domvikar, es müsse mit Severin zusammenhängen. Deshalb solle man die Reliquien des heiligen Severin nach Köln holen. Ihr könnt euch vorstellen wie begeistert man den Vorschlag in Bordeaux aufnahm. Doch da in Köln die Not so groß ist und die Kölner Abgesandten nicht aufhören zu bitten und betteln, hat man endlich ein Einsehen und willigt ein. Die Kölner dürfen die Hälfte der Knochen mitnehmen. 
Nach zügiger Rückreise an den Rhein, der Geleitzug ist gerade auf Höhe von Melaten, passiert was? Riiichtiiig, es fängt an zu regnen. Dä.

Heute liegen die Reliquien des heiligen Severin in einem Hoch-Schrein hinter dem Altar von St. Severin. Jeden Montag können Gläubige in einer kleinen Prozession unter ihm hindurchziehen.

Mich aber zieht es an die Ecke Kartäuserhof, Ecke Kartäusergasse, denn hier in einer Häusernische steht ein Denkmal des heiligen Severin. Und hier sage ich ihn auf, den heilsbringenden Spruch:

„Heiliger Severinus, der Du an diesem Orte die Seele des heiligen Bischofs Martinus von den Engeln in den Himmel hast tragen sehen, bitt für uns“.

So lautet die Inschrift hier an diesem Denkmal. Besucht ihn doch mal, hier in der Südstadt.

Hey, Bottmühle, ich finde, Du gibst Rätsel auf. Ein wenig verwunschen wirkst Du schon. Du stehst da, bedrängt von vierstöckigen Häusern der verschiedenen Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts, umringt von mächtigen Bäumen, nahe dem Verlauf unserer alten Stadtmauer. Du gehörst nicht zu Mauer und nicht zu der Stadt, die Dich jetzt umringt. Wer bist Du, der Du den Cafés heute Schatten spendet und mit Deinen Bäumen ein gemütliches Flair verleihst? Psst… Ich habe von Leuten gehört, die Dich für die Weckschnapp halten.
Neugierig bin ich und schlage nach. Alessandro Pasqualini schafft Dein Fundament 1552. Eine Plattform für Geschützanlagen sollst Du sein, wenn wir angegriffen werden, auf der Position zwischen Bayenturm und Severinstor. Aha!
 
Gut, das Schießpulver ist längst etabliert. Städte werden in dieser Zeit mit Kanonen angegriffen, nicht mehr mit Triboken und Wandeltürmen. Aber so weit hinter der Mauer? Haben wir nicht ein Reichweitenproblem?
Alsbald beschließt man, dass es im Belagerungsfall sinnvoll ist, Korn mahlen zu können, um Brot essen zu können. Peter von Gleuel errichtet 1588 eine hölzerne Bockwindmühle auf Deiner Plattform. So eine, die man komplett in Windrichtung drehen kann. Diese wird 90 Jahre später, also 1678, durch eine steinerne ersetzt. Seitdem siehst Du also so oder ähnlich aus.
Gut, Korn wird heute anders gemahlen. Auch Deine Aufgaben verändern sich mit der Zeit. Du beherbergst zurzeit eine Jugendgruppe. Ich weiß, dass Kurse in Dir gehalten werden. War selbst schon da.
Mit der Gastronomie hast Du nie geliebäugelt? Deine Kollegen machen es Dir doch vor und ich sehe nicht, dass Du es nicht auch könntest. Wie gesagt, ich finde, Du spendest ein gemütliches Flair.
Aber eines weiß ich noch nicht. Wo kommt die Silbe „Bott“ her? Im kölschen oder rheinischen haben wir das Adjektiv „bott“ für „plump“ und „ungeschickt“. Das passt nicht. Kann es sein, dass da etwas verloren gegangen ist?
Wer weiß , wo das Wort oder die Silbe herkommt?

Michael

Hey, Bottmüll, ich finge, Do giss Rödsele op. E bessche verwunsche wirkst Do ald. Do steihs do, bedrängk vun veerstöckige Hüüscher us de verschiede Johrzehnte vum letzte Johrhundert, ömringk vun staatse Bäum, noh an der aal Stadtmuur. Do gehöös nit bei der Muur un nit bei der Stadt, die Dich jetz ömringk. Wä bes Do, dä Do de Cafés hügg Schatte spends un met Dinge Bäum e gemödlich Flair verleihs? Pss… Ich han vun Lück gehürt, die Dich für de Weckschnapp halde.
Neugeerig ben ich un schlonn noh. Alessandro Pasqualini schaff Ding Fundament 1552. En Plattform för Geschötze solls Do sin, wann mer aangegreffe weede, op der Position zwesche Bayetoon un Vringspooz. Aha! 
God, et Scheeßpolver es längs etabliert. Städt weede zo dä Zigg met Kanone aangegreffe, nit mih met Triboke und Wandeltürm. Ävver su wigg hinger der Murr? Recke die dann esu wigg?
Baal beschleeß mer, dat et em Belagerungsfall jet wäät es, Koon mohle zo künne, för Brud esse zu künne. Der Peter vun Gleuel trick 1588 en hölze Bockwindmüll op Dinger Plattform huh. Esu ein, die mer komplett en Windrichtung drihe kann. Die weed 90 Johr späder, dämnoh 1678, durch ein us Stein ersetz. Zickdäm sühs Do alsu esu oder su ähnlich us.
God, Koon weed hück anders gemohle. Och Ding Aufgab verändert sich met der Zigg. Do beherbergs zorzigg e Jugendschmölzche. Ich weiß, dat Lihrgäng en Dir gehalde weede. Wor selvs ald do.
An en Weetschaff häs Do nie gedaach? Dinge Kollege maache et Dir doch vör un ich sinn nit, dat Do dat nit künns. Wie gesaht, ich finge, do schaffs e gemödlich Flair.
Ävver dat eine weiß ich noch nit. Wo kütt die Silv „Bott“ her? Em kölsche ov rheinische han mer dat Adjektiv „bott“ för „plump“ un „ungescheck“. Dat pass nit. Kann et sin, dat da jet verlore gegange es?
Wä weiß, wo dat Wood ov die Silv herkütt?
 

Mechel

Möchten Sie noch mehr von den Kölschgängern lesen ? Bei uns gibt es noch viele andere schöne Berichte …. einfach Kölschgänger in die Suchmaschine eingeben oder gleich die Seite der Kölschgänger gehen.

Rodenkirchen mag ich ja sehr. Immer wenn ich das Kapellchen sehe, muss ich schmunzeln. Weit über 1000 Jahre Geschichte stecken allein in diesem Kirchlein. Die Gegend um es herum lädt zum Spaziergang und noch mehr zum Verweilen ein.

Wie passt da ein Prozess hin, der mehr als drei Menschenleben andauert?

Rodenkirchen gehört ja nun erst seit 1975 zur Stadt Köln, politisch gesehen. Ich weiß, nicht jeder ist da so glücklich drüber. Aber sei es drum, ich finde es besser als die Verhältnisse bis 1798, in denen man Rodenkirchen als „Ausland“ betrachtet.

Die meisten wissen ja, im Mittelalter ist die stolze Stadt Köln frei. Umgeben ist sie aber von Kurkölner Gebiet. Das unmittelbar angrenzende Land gehört der Kurie, sprich den Erzbischöfen von Köln. Das allein ist ja schon nicht leicht, weil das Verhältnis der Kölner Bürger zu den eigenen Erzbischöfen ja meistens, sagen wir, angespannt ist. Tatsächlich setzt Rodenkirchen da noch eins drauf.

Im Jahr 1432 wird Johann von Heinsberg Lehnsherr von Rodenkirchen. Das ist jetzt nicht schlimm. Aber in der Erbfolge fällt Rodenkirchen an Gräfin Elisabeth von Nassau – Saarbrücken. Das wiederum ist schlimm. Die gute Dame ist so weit Weg von Kölner Gefühlen, wie ihr Name sagt. Sie macht genau das, was für eine richtige Kölner Dame nicht denkbar ist: sie heiratet 1472 Herzog Wilhelm III. von Berg und bringt selbstverständlich Ihre Güter als Mitgift in die Ehe mit ein.

Was für ein Gift, diese Mitgift. Rodenkirchen ist ja damit Bergisches Land. Ist das zu fassen? Rodenkirchen ist eine Bergische Enklave, die nicht mal mehr der Rhein von Köln trennt. Köln weiß ja gern den Rhein zwischen sich und unangenehmen Zeitgenossen. Richtig giftig ist dies für die lange gewachsenen Strukturen:

Das Maternus-Kapellchen gehört seit dem Jahr 1233 ganz offiziell dem Kölner Severinstift. Dieser darf bestimmen, wer hier an Alt St. Maternus Pfarrer ist und darf auch die Menge der Abgaben festlegen. Die Abgaben benötige der Pfarrer von den paar Dutzend Einwohnern des Dorfes als Unterhalt für sich selbst. Zudem besitzen die Kartäuser und die Benediktiner von Groß St. Martin nicht unerheblich viel Land in Rodenkirchen, dass sie bewirtschaften und den Ertrag fleißig nach Köln bringen.

Was nützt so ein Besitz einem Herzog von der anderen Rheinseite überhaupt? Ihn und seinem erbenden Schwiegersohn Johann III. von Berg, genannt „der Friedfertige“, stört das erstmal nicht. Die nächste Generation, Herzog Wilhelm V. von Berg, genannt der Reiche, stört das dafür umso mehr. Ihm gehört das Land und allen anderen der Ertrag davon? So wird man nicht reich! Dann diese faktische Entmachtung durch den Severinstift. Das darf nicht sein! Er klagt im Jahr 1550 sein Recht ein.

Wie will man jetzt so eine verzwickte Lage entscheiden? Wie wägt man sowas gerecht ab. Man überlegt, berät sich und streitet und überlegt, berät sich und streitet – ganze 170 Jahre lang. Im Jahr 1720 hat man einen Geistesblitz! Man kommt zu dem Schluss „War doch immer schon so? Warum sollten wir das ändern? Es bleibt einfach wie es ist.“ Warum auch anders, funktioniert doch? Die Kurie gewinnt! Der Pfarrer wird vom Severinstift bestimmt, die Abgaben darf er behalten und die Erträge der fleißigen Kartäuser und Benediktiner werden schön weiter nach Köln gebracht.

Naja, im Jahr 1798 ordnet eine gewaltige neue Macht alles neu, die sich nicht um alte Regeln schert. Die Franzosen nehmen allen einfach alles ab. Die Säkularisation übergibt kirchlichen Besitz an den Fiskus und Rodenkirchen wird von der Bürgermeisterei Rondorf verwaltet. Ätsch….

Michael

En Rudekirche ben ich jo gään. Luuter wann ich et Kapellche sinn, muss ich griemele. Wigg üvver 1000 Johr Historie steche allein en däm Kirchche. De Gägend öm et eröm läd op en Promenad un noch mih op en Rass en.

Wie pass do ene Prozess hin, dä mih wie drei Minschelevve duurt?

Rudekirche es jo no eesch zick 1975 e Stöck vun der Stadt Kölle, politisch gesinn. Ich weiß, nit jeder es do esu glöcklich drüvver. Ävver god, ich finge et besser wie die Verhäldnisse bes 1798. En dä Zigg häld mer Rudekirche för „Usland“.

De mihste wesse jo, em Meddelalder es de stolze Stadt Kölle frei. Ömgevve es se ävver vun Kurkölner Gebiet. Dat Land, dat tirek an Kölle dran litt, gehürt der Kurie, mer kann einfach de Ääzbischöff vun Kölle sage. Dat allein es ja ald nit leicht, weil et Verhäldnis vun de kölsche Bürger zo de eige Ääzbischöff jo miestens, sage mer, jet diffisil es. Ungeloge setz Rudekirche do noch eine drop.

Em Johr 1432 weed der Johann von Heinsberg der Lehnshäär vun Rudekirche. Dat es jetz nit schlemm. Ävver en singer Ervfolg kritt de Gräfin Elisabeth vun Nassau – Saarbrücke dat Dörp. Dat widderöm es schlemm. Dat Frauminsch es esu wigg fott vun kölsche Geföhle, wie singe Name et säht. Et mäht genau dat, wat för e richtig kölsch Mädche nit uszedenke es: et hierod 1472 der Herzog Wellem III. vun Berg und brängk selvsverständlich sing Güter als Metgeff en de Ih met en.

Wat för en Geff die Metgeff es! Rudekirche es jo domet Bergisch Land. Häs de doför Tön? Rudekirche es en Bergische Enklav, die nit ens der Rhing vun Kölle trennt. Kölle weiß jo gään der Rhing zwesche sich un fiese Zigggenosse. Richtig geftig es dat ävver för de lang gewahsene Verhäldnisse:

Et Maternus-Kapellche gehürt zick dem Johr 1233 ganz offiziell bei der Kölsche Vringssteff. Dä darf bestemme, wä hee an Ald Zinter Mätern Pastur es und darf och fassläge wie huh de Avgabe sin. Die Avgabe bruch der Pastur vun dä paar Dotzend Buure un Fescher vum Dörp, öm selv üvver de Runde zo kumme. Zodäm besetze de Kartäuser un de Benediktiner vun Groß Zinter Määtes e god Stöckelche Land en Rudekirche. Dat bestelle se und drage der Ertrag fließig noh Kölle.

Wat nötz esu ene Besetz enem Herzog vun der andere Rhingsigg üvverhaup? In un singe Schwiegersonn, dä erv, der Johann III. vun Berg, genannt „der Friddfäädige“, stürt dat eesch ens nit. De nächste Generation, der Herzog Wellem V. vun Berg, genannt „der Riche“, stürt dat doför ömsu mih. Im gehürt dat Land un der Notze dovun all däe andere? Su weed mer nit rich! Dann die faktische Entmachtung durch der Vringssteff. Dat darf nit sin! Hä klag em Johr 1550 si Rääch en.

Wie well mer jetz esu en vertrackte Lag entscheide? Wie deit mer sujet gerääch avwäge? Mer üvverläg, deit sich berode un strigg un üvverläg, deit sich berode un strigg – ganze 170 Johr lang. Em Johr 1720 hät mer ene Geistesbletz! Mer kütt zom Schluss „Wor doch luuter ald esu? Woröm sollte mer dat ändere? Et bliev einfach wie et es.“ Woröm och anders, et flupp doch? De Kurie gewennt! Der Pastur weed vum Vringssteff bestemmp, de Avgabe darf hä behalde un der Erdrag vun de fließige Kartäuser un Benediktiner weed schön wigger noh Kölle gebraht.

Nojo, em Johr 1798 oodent en gewaltige neu Maach alles neu, die sich nit öm aal Regele kömmert. De Franzuse nemme inne all einfach alles av. De Säkularisation üvvergitt der Besetz vun der Kirch an der Fiskus un die för Rudekirche zoständgie Mairie weed die vun Rondorf. Am Aasch e Trötche…

Mechel

Ihr möchtet schmökern? Hier: www.koelschgaenger.de

Bleibt neugierig!

Severin

…ich wache über euch, ich der heilige Severin, der dritte Bischof von Köln.

Warum ich so aufgebracht bin, wollt ihr wissen? Lasst euch erzählen, wie es dazu kam.

Also, vor kurzem habe ich an einer Stadtführung teilgenommen. Ok, nicht wirklich teilgenommen, die Leute kamen zu mir, wie es sich ja auch gehört. Ich stehe oberhalb der Severinsbrücke, passe auf meine Südstadt auf, wie jeden Tag. Jedenfalls kam plötzlich ein Grüppchen anmarschiert, die waren drüben beim Berbuer, passiert ja schon mal, wir werden halt verehrt in unserer Stadt und die Menschen kommen uns besuchen.

Die Leute stellen sich um mich herum auf, ich gewähre ein paar Fotos und gut. So läuft es eigentlich immer ab. Doch heute hörte ich die Stadtführerin auf einmal etwas von Legende erzählen. Und kann nicht so gewesen sein und so. Unverschämtheit. Natürlich war alles so, wie es über mich erzählt wird. Ich muss es ja wissen, war schließlich dabei.

Es war ein Sonntag, ich erinnere mich genau. Wir, eine Gruppe von Klerikern, waren nach der Messe auf dem Weg zu unseren heiligen Stätten, so wie jeden Sonntag. Plötzlich vernahm ich Stimmen. Es war ein Engelschor, der da sang. Doch als ich in die Gesichter der anderen schaute, war mir eines schnell klar, außer mir hörte niemand den Engelsgesang. So wussten wir, dass ich ein Zeichen erhalten hatte. Also erklärte ich meinen Mitbrüdern, was ich vernommen hatte. Unser Herr, der Bischof Martin war von dieser Welt gegangen. Die Engel sangen und geleiteten ihn mit ihrem Gesang in die Höhe.

Was war passiert? Nun, der heilige Martin war an diesem Tage, dem 8. November 397 in Tours, also weit weg von hier gestorben und ich habe zeitgleich in Köln die Engel gehört und den Tod des heiligen Martin verkündet. Lasst euch also nichts anderes erzählen.

Und wenn ich gerade dabei bin, das Vringsveedel hat nichts mit Kardinal Frings zu tun, sondern mit mir. SEVERINSVIERTEL: Severin. Merkt ihr was? Nur, damit das auch mal geklärt ist.

Bis heute bin ich bin der Schutzpatron dieser Stadt und der Weber, werde bei anhaltender Trockenheit für Regen angerufen. Das ist aber eine andere Geschichte, erzähle ich euch auch demnächst mal.

Leider werde ich nicht mehr so oft angerufen, moderne Zeiten halt. Auch eine Bauernregel über mich gibt es. „Wenn’s Severin gefällt, so bringt er mit die erste Kält“ (23. Oktober)

So, und wenn ihr das nächste mal über die Severinsbrücke rollt oder durch die Südstadt spaziert, dann schadet es nichts, wenn ihr kurz zu mir schaut und mich grüßt, schließlich bin ich euer Stadtpatron.

…ich wache über euch…

Ronald

Triggerpunkttherapie- Andrea Suntrop informiert:

Was sind Triggerpunkte?

„Trigger“ kommt aus dem Englischen und heißt Auslöser. Andere Bezeichnungen sind auch Myogelosen oder Myofasziales Schmerzsyndrom.

Triggerpunkte sind Muskelverhärtungen, die meist nur einen Durchmesser von circa einem Millimeter aufweisen, aber unter Umständen auch beachtliche Größen wie die einer Walnuss erreichen können. Der Mensch hat 656 Muskeln und jeder einzelne Muskel kann Triggerpunkte ausbilden.

Triggerpunkte sind druck-empfindlich. Durch Druck auf das Knötchen entsteht Schmerz.

Charakteristische Schmerzausstrahlung:

Typischerweise schmerzen Triggerpunkte nicht nur an der Stelle, an der sie sitzen, sondern oft an weit entfernten Gebieten.

Außerdem übertragen Triggerpunkte Schmerzen in tiefe Gewebeschichten wie Sehnen und Gelenke.

Triggerpunkte führen zu einer schmerzhaften Einschränkung der Dehnbarkeit des betroffenen Muskels.

Triggerpunkte verursachen viele Symptome: Schmerzen unter-schiedlichster Art, Beweglichkeits-einschränkungen, Steifheit, Schwäche, Taubheit, Brennen, Kribbeln oder Kompression von Nerven und Blutgefäßen.

Ursachen der Triggerpunkte:

Triggerpunkte können sich in jedem Muskel bilden und Schmerzen, Missempfindungen, Bewegungseinschränkungen und viele weitere Symptomen erzeugen. Sie entstehen durch jede Form von Überbelastung in Arbeit, Sport und Freizeit:

• Verletzungen wie Knochenbrüche, Zerrungen, Operationen, Narben

• Überbelastung durch Sport oder einseitige Bewegungen

• Statikprobleme wie chronische Fehlhaltungen, schlechte Arbeitsplatzergonomie

• Psychische Belastung wie Stress und Ärger

• Übersäuerung

• Bewegungsmangel

Folgen der Triggerpunkte

Triggerpunkte führen zu einem Durchblutungsmangel des Muskels; dieser verkürzt sich.

Dadurch entsteht eine Überbelastung der Gelenke und Sehnen, was zur Beweglichkeitseinschränkungen und Schmerz führt. Durch den Schmerz wird oft eine Schonhaltung eingenommen, die aber die Fehlhaltung verstärkt und noch mehr Schmerzen verursacht.

Schließlich kann es durch die Triggerpunkte zu Erkrankungen wie Arthrosen der Gelenke kommen.

Beratung und Behandlung:

02236-5096966

Praxis Suntrop

Kirchstr. 11 50996 Köln

Stärke Deine natürlichen Killerzellen!!!

Ehrlich gesagt fällt es mir immer sehr schwer, den Sommer zu verlassen und den Herbst zu begrüßen. Ich bin ein Liebhaber der warmen Temperaturen und die haben wir nun mal in Deutschland grundsätzlich nicht mehr im Oktober.

Ist der Herbst da, freue ich mich aber auf seit Jahren liebgewonnene, verschiedene Outdoor-Ziele, die ich als ganz besondere Naturoasen empfinde. Auch andere Menschen zieht es an gewisse Orte, wodurch man sie nicht mehr immer als Rückzugsort betrachten kann, um Ruhe zu finden. Aber das ist mir egal, ich freue mich ja immer über den Bewegungsdrang der Menschen, der im Alltag meistens zu kurz kommt.

Gehörst Du zu denjenigen, die zweimal die Woche im Fitnessstudio oder vielleicht sogar noch öfter trainieren. Super, wenn Du die Energie aufbringst und was für deinen Körper tust. Aber das geschieht drinnen, es sei denn du lebst in Los Angeles am Venice Beach.

Was der Körper und insbesondere unser Herz-Kreislaufsystem brauchen, ist die Bewegung in sauerstoffreicher Umgebung. Draußen an der frischen Luft, mit einer regelmäßig ausgeführten, dynamischen Atmung und mit der Möglichkeit, auch noch Sonnenstrahlen auf den Körper zu lassen. Vitamin D tanken! Dazu, durch die Natur, Geist und Seele streicheln.

Ich bin schon immer ein Mensch gewesen, der gerne seine Füße spürt und geht. Wir sind so phantastisch ausgestattet, wir können aufrecht gehen, durch die Doppel-S-förmige Wirbelsäule mit ihren Bandscheiben als Dämpfer und wir stehen auf zwei Beinen, die bis zum Boden reichen.

Das sollten wir nutzen, wo immer es möglich ist. Walking, Joggen oder WANDERN

Ende der 90 er Jahre gab es eine unabhängige Initiative von Marburg ausgehend, die nannte sich Wanderforschung.de. Vorbereitend auf den 1. Gesundheitskongress Wandern 2007 haben die Mitglieder kleine empirische wissenschaftliche Studien zum Wandern erhoben.

Das ist länger als 10 Jahre her und die dort vorgetragenen Ergebnisse haben einen Hype ausgelöst. Immer mehr Wandersteige wurden geschaffen, durch die Alb, die bayrischen Alpen, durch die Eifel, an Rhein und Mosel.

Weil man weiß: Wandern ist gesund und sportwissenschaftlich bewiesen besser für die Gesundheit, als Marathon zu laufen!

Wandern ist mittlerweile ein anerkannter Gesundheitssport, den immer mehr Menschen ausüben und zunehmend auch Jüngere. Besonders beliebt in der Studentengeneration. Weg aus dem Hörsaal – raus in die Natur. Den Kopf frei bekommen. Der einst so verstaubte Seniorensport ist absolut gesellschaftsfähig.

Bezeichnet wird Wandern sportwissenschaftlich als Breitbandtherapeutikum für Körper-Geist-und Seele. Und das zu Recht. Regelmäßiges Wandern ist eine der besten Sportarten. Bis ins hohe Alter durchführbar durch Anpassung des Schwierigkeitsgrades. Regelmäßiges Wandern, so in Studien nachgewiesen, fördert die Gesundheit!!!

  • Training für das Herz,-Kreislauf System
  • Immunstärkung durch Zunahme der Natural Killer Cells
  • Verbesserung der Lungenvitalkapazität (das Volumen, was du einatmen kannst bei einem Atemzug)
  • Abbau von Stress
  • Abbau von Aggressionen
  • Verminderung von Alltagssorgen
  • Förderung der Kreativität des Denkens
  • Förderung der Gedächtnisleistung
  • Reduktion von Depressionen
  • Durchblutungsförderung der Haut
  • Kräftigung insbesondere der Beinmuskulatur und der Knochen
  • Verminderung von Angststörungen (Bergwanderung als Gruppentherapie)
  • Produktion von Glückshormonen in der Natur

und weitere positive Wirkungen, die Du vielleicht schon erfahren hast oder noch erfährst.

Einmal im Jahr- muss ich an die Ahr. Nah gelegen zu Köln, für mich ein ideales Ziel. Der dort gelegene Rotweinwanderweg, über mehrere Terrassen geführt, von Weinort zu Weinort, gibt mir ein großartiges Glücksgefühl. Leichte Anstiege, bei denen man ruhig und gleichmäßig atmen muss um nicht aus der Puste zu kommen, sind ideale Strecken für Stressabbau. Man ist ganz mit sich und der Atmung. Frei im Kopf – man denkt nicht – man tut. Probiere es mal aus. Oben angekommen, genieße ich den Blick ins Ahrtal, auf die Reben der roten Trauben, auf die Färbung der Wälder und bin happy. Weiter bis zum nächsten Weinort.

Für den Beifahrer gibt es dort einen leckeren Wein, der rote Traubensaft schmeckt aber auch sehr gut.

Und dann freue ich mich über die Produktion neuer Killerzellen. Norwegische Forscher haben nämlich herausgefunden, dass man beim Gehen durch die Natur die natürliche Körperpolizei stärkt.

Wann zieht es Dich nach draußen, zum regelmäßigen Wandern? Zum Stressabbau, um die Seele baumeln zu lassen und zur Stärkung des Immunsystems. Dann haben auch Erkältungsviren Probleme Dich zu befallen. Das sind doch tolle Aussichten!

Schöne Herbstzeit

wünscht
Die Großstadtärztin

Weitere Informationen und Berichte auf https://diegrossstadtaerztin.de

Hör doch mal die Ruhe

„Es klingeln die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren“

…singt Herbert Grönemeyer in einem Lied.

Ich sitze gerade im Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub. Es war ein riesiges Geräuschgewusel vor und beim Start. Fluggäste, die fröhlich ausgelassen ihre Plätze einnahmen, Durchsagen der Crew, und dann die Motoren der Boing… Kinder, die weinten als der Flieger abhob, wahrscheinlich auch weil der Druck auf den Ohren plötzlich da war und Schmerzen entstanden – Kinder schaffen das mit dem Druckausgleich nicht immer so leicht.

Gerade habe ich mir meine Kopfhörer aufgesetzt, mit spanischer Musik in Vorfreude auf den Urlaub und bin dankbar, dass ich mit meinen Ohren wunderbar hören kann.

Es gibt mehrere Millionen Schwerhörige in Deutschland, viele alte Menschen weil im Alter die Organfunktionen schlechter werden, aber auch viele Kinder, die taub auf die Welt kommen oder durch Infektionen im Ohr an Hörkraft früh verlieren.

Das Sinnesorgan Ohr ist ein phantastisches Gebilde, individuell – es gibt für jeden Menschen einen eigenen Ohrabdruck, wie der eigene Fingerabdruck – und ich bin froh, daß das Menschenohr seitlich am Kopf angebracht ist.

Wie sähen wir aus, wenn wir wie Heuschrecken die Ohren an den Beinen hätten oder wie bei Eidechsen der Hörapparat im Brustkorb säße? Ja, das passt schon alles wunderbar bei der Gattung Mensch und wenn man sich so den Aufbau eines Ohres anschaut, dann sieht man wie phänomenal unser Körper mit den Organen ausgestattet ist.

Anatomisch betrachtet besteht unser Ohr aus drei Teilen.

Das äußere Ohr besteht aus der sichtbaren Ohrmuschel, über die Schallwellen aufgenommen werden und dann durch den äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell geleitet werden. Diese dünne Haut trennt das äußere Ohr vom Mittelohr und wird in Schwingung versetzt, von den ankommenden Schallwellen.

Das Mittelohr muss man sich als Hohlraum vorstellen, der mit Luft gefüllt ist. Drei klitzekleine Knochen, die man wegen ihrer Form Hammer, Amboss und Steigbügel nennt, nehmen die Schwingungen vom Trommelfell auf und leiten sie dann in das Innenohr. Das Mittelohr ist durch einen Gang, den man Eustachische Röhre nennt, mit dem Nasenrachenraum verbunden. Also deshalb hilft es immer bei Druck auf den Ohren den Mund aufzumachen, wie z.B. auch im Flugzeug. Kleine Kinder machen das automatisch richtig, schreien und weinen um den Druck rauszulassen.

Im Innenohr, das gut geschützt ist, befindet sich das eigentliche Hörorgan: die Gehörschnecke. Drei lange eingerollte Kanäle, die an ein Schneckenhaus erinnern. In den Kanälen befindet sich Flüssigkeit. Die Schwingungen aus dem Mittelohr, gelangen also in die Gehörschnecke und erzeugen Wellen in der Flüssigkeit, die angepasst an Lautstärke und Tonlage stärker oder schwächer sind. Die Kanäle sind mit tausenden kleiner Härchen ausgekleidet. Ihre Funktion besteht darin Informationen über die ankommenden Wellen zu filtern und diese dann zum Hörnerv weiterzuleiten. Der Hörnerv gibt sie zum Gehirn, zum Beispiel auch in die Emotionsareale. Daher sind wir in der Lage, vertraute Stimmen wiederzuerkennen.

Auch das Gleichgewichtsorgan befindet sich im Ohr.

Der kleine Anatomieexkurs ist wichtig um zu verstehen, wie wir Ohrenerkrankungen vorbeugen können. Gerade im Sommer und in der Urlaubszeit häufen sich oft epidemieähnlich Infektionen der Ohren durch mögliche Keimbesiedlungen in den Pools. Vorbeugend ist es ganz wichtig:

  • Nicht den Fettfilm der sich im äußeren Gehörgang befindet ständig mit Wattestäbchen zu entfernen! Er schützt uns vor bakterieller Infektion.
  • Nach dem Schwimmen die Ohren nochmal mit Wasser unter der Dusche leicht zu spülen.
  • Wenn schon Ohrenprobleme oder häufige Infektionen bestanden kann eine Tropfenlösung aus Glycerin/ Wasser helfen das Ohr zu schützen.

Ist die Infektion einmal da muss meist schnell ein Arzt aufgesucht werden. Denn wenn das Trommelfell undicht ist, kommt es schnell zu Infektionen des Mittelohres, oft mit hohem Fieber und ausgeprägtem Krankheitsgefühl, aufgrund der bakteriellen Belastung. Der untersuchende Arzt entscheidet dann ob ein Antibiotikum gegeben werden muss.

Mal weg von der Krankheit jetzt wieder hin zu Tönen und Geräuschen, die wir hören. Eine Freundin sagte vor kurzem nach ihrem Umzug in eine ganz ruhige Wohngegend: „weißt du wie schön dass ist, dass ich jetzt auch mal Ruhe hören kann“.

Ich schaute sie an und musste zunächst lachen aber da ist ja was Wahres dran.

Gerade im Urlaub hat man fernab von den gewöhnlichen Geräuschbelastungen die Muße, bewusst zu hören und auf Stille zu achten. Das entspannt ungemein und ist für die Ohren eine Wohltat.

Probier es mal aus. In den Bergen, am Meer, im Wald… Es gibt viele Orte wo Du Ruhe hören kannst. Und dann mal einzelne Geräusche wahrnehmen, ganz bewußt: Vogelstimmen, Meeresrauschen… 
Tue was, um das Feintuning Ihrer Ohren zu trainieren.

Hör doch mal die Ruhe

Ich wünsche Dir eine erholsame Zeit, insbesondere auch für die Ohren.

Herzlichst

www.diegrossstadtaerztin.de