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Ihr Lieben, heute habe ich mal keinen „normalen“ Beitrag für euch, sondern möchte euch einladen auf einen Spaziergang, diesmal durch die Südstadt, den ihr natürlich am besten einfach mal an einem schönen Tag „nachgeht“. Ich wünsche euch ganz viel Spaß dabei,

Südstadtour

„Et Hätz vun Kölle schläät en d´r Südstadt“, sagen eingefleischte Kölsche. Also dachte ich mir, „Wahnsinn, do jommer och hin“, wie Wolfgang Niedecken, der übrigens auch aus der Südstadt kommt, schon vor langer Zeit sang. So schauen wir an der Severinstorburg vorbei und checken ins Früh im Veedel auf ein Kölsch ein. Frisch gestärkt machen wir uns dann auf zur Ulrepforte und danach zum Karl- Berbuer-Platz, wo diesem großen Sänger und Komponisten ein Brunnen gewidmet wurde.

Nun schauen wir uns zwei Kirchen an. Erst St. Gregorius im Elend und danach St. Severin. Ein Stückchen weiter die Severinstraße hinunter machen wir nochmal eine kleine Kölsch– Pause, diesmal im alten B

rauhaus. Das war die Südstadttour im Überblick und ich finde, schön ist sie, wirklich schön.

Wir starten unsere Tour an der Severinstorburg. Die am Chlodwigplatz gelegene Torburg hat ihren Namen von der Pfarrei St. Severinus. Das Severinstor oder „Vringspooz”, wie sie auf Kölsch genannt wird, ist eine der Stadttorburgen der mittelalterlichen Stadtmauer.

Im 13. Jahrhundert errichtet, diente sie der Verteidigung des Toreingangs, und war gleichzeitig ein wichtiger Standpunkt zur Sicherung einiger Klöster und der Straße in Richtung Bonn. Nachdem 1881 die Stadtmauer eingerissen wurde, verlor die Torburg ihre Funktion und beherbergte lange Zeit verschiedene Museen. Heute kann man sich in der Torburg trauen lassen und verschiedene Räumlichkeiten können für private Feiern gemietet werden. Traditionell wird hier jedes Jahr die Geschichte von Jan und Jriet aufgeführt.

Das „Früh im Veedel“ ist direkt daneben, mitten im Herzen der Südstadt und eine der ältesten Gaststätten Kölns. Früher war hier eine Brennerei beheimatet, wie man an der Fassade immer noch erkennen kann. Seit 1979 wird hier Früh-Kölsch gezapft. Im „Invalidendom“, wie er bei Insidern heißt, kann man immer noch die historische Destille bewundern, die hier früher im Einsatz war. Das Essen ist typisch Kölsch und das urige Flair lädt zum Verweilen ein.

Von hier aus sind es gerade einmal 500 Meter bis zur Ulrepforte. Also los geht es. Wir gehen noch einmal an der Severinstorburg vorbei und kommen automatisch auf den Karthäuserwall. Nun geht es nur noch geradeaus und wir laufen direkt auf unser Ziel zu. Die „Ülepooz“, wie der Kölner sagt, hatte keine große Bedeutung für den Verkehr und war deshalb das kleinste der Stadttore. Auch dieses Tor wurde im 13. Jahrhundert während des Baus der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. Mit einer Breite von vier Metern war es der schmalste Durchgang der Kölner Stadttore. Den Namen hat es von den „Ulnern“ (Töpfer), die ihr Handwerk hier ausübten. Wegen der Brandgefahr mussten sie in unbewohnte, eher bäuerliche Bereiche ausweichen.

In der Nacht zum 15. Oktober 1268 war die Ulrepforte Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung. Der zuvor aus Köln geflohene Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg hatte vor, gegen die Overstolzen seine Macht zurückzuerobern. Hilfe hatte er dabei von der, ebenfalls aus der Stadt vertriebenen, Familie der „Weisen“.

Einer Sage nach wurde ein Schuster mit Namen Havenit, der direkt an der Mauer wohnte, mit 25 Mark bestochen, um einen Tunnel zu graben, durch den ein unbemerktes Eindringen in die Stadt möglich war.

Allerdings flog der Plan auf und die Eindringlinge konnten getötet, in die Flucht geschlagen oder gefangen genommen werden.

Tatsächlich wurde bei Bauarbeiten, welche die Prinzengarde in Auftrag gegeben hatte, ein nachträglich zugeschütteter Durchgang entdeckt. Ob dieser etwas mit der Schlacht an der Ulrepforte zu tun hatte, ist allerdings nicht bestätigt.

Ab 1450 wurde dieses eher unwichtige Stadttor zugemauert und der Turm zur Windmühle umgebaut… Im Gegensatz zu Wassermühlen, die im Falle einer Belagerung anfällig waren, da die Belagerer den Kölnern das Wasser abgraben konnten, waren Windmühlen sicher. Und so konnte hier die wichtige Versorgung durch Mahlen des Korns aufrechterhalten werden. Im 19. Jahrhundert wurde an der Ulrepforte immer wieder angebaut und diese verstärkt. So gab es 1900 hier sogar eine Gastwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die roten Funken die Ulrepforte gepachtet.

Von hier bis zum Karl Berbuer Platz sind es ebenfalls wieder rund 500 Meter. Dazu biegen wir ab auf die Ulrichgasse und folgen dieser. Die Ulrichgasse hat ihren Namen eigentlich von den „Ulnern“, den Töpfern. Durch Fehldeutungen wurde daraus Ulrich. An dieser Gasse wurde auch die berühmte Schlacht an der Ulrepforte ausgetragen. Wir folgen der Straße weiter, bis es leicht nach rechts zum Karl-Berbuer-Platz abgeht und wir praktisch bereits vor dem Denkmal stehen.

Der sogenannte Narrenschiffbrunnen. Der Kölner Sänger und Komponist Karl Berbuer schrieb im Laufe der Jahre über 120 Lieder, von denen einige auf etwas kuriose Art Verwendung fanden. So reiste Konrad Adenauer 1950 als Bundeskanzler zu einem Besuch nach Chicago. Da es zu dieser Zeit noch keine offizielle Hymne gab, wurde er mit dem Berbuer Lied „Heidewitzka, Herr Kapitän“ empfangen. Bei anderen offiziellen Gelegenheiten wurde auch gerne „Wir sind die Eingeborenen von Tritzonesien“ gespielt, eine kleine Anspielung auf die drei Zonen der Westmächte. Auch bei Sportlehrehrungen war es sicher ein besonderes Gefühl mit dem Tritzonesien Lied geehrt zu werden. Weitere sehr bekannte Lieder waren „Un et Arnöldche fleut“ oder das „Camping Leed“. Der Brunnen wurde 1987 errichtet und stellt Figuren seiner Lieder dar, sowie Karl Berbuer selbst.

Wir verlassen den Platz wieder und gehen auf die Severinstraße zu. Diese überqueren wir und spazieren nun automatisch auf die Kirche St. Gregorius im Elend zu.

Der Name im Elend entstand aus dem früheren Namen des Katharinengäßchens. Dieses hieß früher „Om Elend“. Die Kirche hatte eine besondere Stellung, denn auf dem Elendskirchhof wurden die heimatlosen und nicht-katholischen Leute begraben. Diese durften damals noch nicht auf einem Pfarrkirchhof beerdigt werden. Es war also der Friedhof der „akatholischen Toten“. Protestanten wurden später dann auf dem Geusenfriedhof beerdigt, wohin uns ein anderer Spaziergang führt. Die Kirche wird bis heute für katholische Gottesdienste nationaler Minderheiten genutzt, womit sie ihrer Tradition treu geblieben ist. Das Eingangsgitter stand übrigens früher am Kölner Rathaus. Außerdem ist sie die einzige private Kirche Kölns, da sie der Familie de Groote gehört. Und das schon seit 1678.

Wenn wir aus dem Haupttor treten, liegt links die Achternstraße. Der große Kölner Liedermacher Willi Ostermann hat einen sehr bekannten Song geschrieben, dessen Inhalt sich hier abgespielt haben soll. Denn hier war die Wohnung seiner Schwiegereltern und diese hießen „Palm“. Ich denke jeder Kölner kennt dieses Lied. „Kut erop! Kut erop! Kut erop! Bei Palms do es de Pief verstopp….“ und so weiter. Auf der Rückseite der Kirche liegt die Arnold-von-Siegen-Straße. Dieser Arnold von Siegen (1484 – 1569) war von 1529 – 1562 Bürgermeister von Köln und hatte damit satte 12 Amtszeiten. Als hochrangiger Ritter bescherte er der Kirche St. Johann Baptist einiges an Reichtum. Er liegt auch im südlichen Seitenschiff der Kirche begraben. Die Stadt widmete ihm auch einen Brunnen, der an ihn erinnert. Dieser hat die Form des Familienwappens.

Aber das nur am Rande. Wir haben uns nun eine Erfrischung verdient und gehen zurück auf die Severinstraße und biegen links ab. Nach wenigen Metern erreichen wir auf der rechten Straßenseite liegend “Das Alte Brauhaus”.

An diesem Ort entstand 1894 die Brauerei Reissdorf, von Heinrich Reissdorf gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg befand sich hier die Flaschenfüllanlage. Nachdem der Platz aber zu eng wurde und in Rodenkirchen ein neues Werk entstand, wurde 2010 an alter Stelle wieder ein Brauhaus errichtet. Diese Tradition setzt das Brauhaus fort, da hier natürlich Reissdorf gezapft wird. Hier, mitten in der Südstadt und im Schatten der Severinstorburg, lässt es sich gut aushalten. Bei schönem Wetter können die Glastüren geöffnet werden. So sitzt man dann direkt an der Straße und bekommt auch noch etwas vom Leben im Veedel mit.

Nachdem wir uns gestärkt haben, wollen wir nun die letzte Station dieser Tour anlaufen. Dazu gehen wir die Severinstraße weiter hinunter und kommen nach kurzer Zeit zur Kirche St. Severin.

Sie ist die zweithöchste der romanischen Kirchen in Köln, nur Groß St. Martin ist knapp drei Meter höher. Der Name dieser Kirche prägte das ganze Veedel. Auch die Hauptstraße des Veedels, die Severinstraße ist nach ihr benannt. Zur Zeit der Römer war sie ein wichtiger Teil der Nord-Süd-Verbindung. Hier befand sie ein großes Gräberfeld. Am Rande des Feldes gab es eine kleine Kapelle, aus der im Laufe der Jahrhunderte dann St. Severin wurde. Den Namen bekam die Kirche durch den Heiligen Bischof Severin, der laut Legende durch Engelsgesang vom Tode des hl. Martin erfahren hatte. Selbst Papst Leo III. hat diese Kirche besucht.

Nach dem Besuch der Hauptkirche hier im Severinsviertel schauen wir noch beim Schokoladenmädchen vorbei. Dieses Denkmal befindet sich direkt an der Kirche.

Das Schokoladenmädchen, wie es genannt wird, hat seinen Platz in der Südstadt und in den Herzen der Menschen im Veedel. Vor dem Denkmal steht ein Blumenkübel, der regelmäßig von den Bewohnern des Veedels bepflanzt wird. Viele nennen es auch „Gerda“. So wurde das Mädchen von der Uschi Huber genannt, die ein ganzes Buch mit Fotografien herausgegeben hat. Ihr war aufgefallen, dass sich dieses Denkmal immer wieder verändert und das Schokoladenmädchen zum öffentlichen Leben auf diesem Platz dazugehört. So entstand dieses sehr schöne Buch. Wir brauchen jetzt nur ein paar Schritte weiter zu gehen und kommen wieder zum Ausgangspunkt der Tour, der Severinstorburg.

Ich hoffe, die Tour hat euch ein wenig Spaß gemacht. Natürlich gäbe es noch viel mehr zu berichten, aber das würde hier jetzt den Rahmen sprengen. Deshalb, lasst euch jetzt ein leckeres Kölsch schmecken,

euer Ronald

Was macht eigentlich ein Coach?
Eine Frage, die nicht nur mir oft gestellt wird. Daher will ich dieses Thema heute in meinem Blog
einmal näher unter die Lupe nehmen um Ihnen über meine Erfahrungen und Erkenntnisse berichten.
Und nicht zuletzt kann ich Ihnen meine Interpretation dieses Begriffs auf diesem Weg erklären.
Wikipedia sagt zu dem Begriff „Coach“ folgendes:

Coach steht für:
Trainer, Begleiter, Mentor im Management; vgl. Coaching
Trainer im Sport
eine Kutschenbauform; vgl. Kutsche
eine Automobilbauform; vgl. Coach (Automobilbauform)
englische Bezeichnung eines Überland- und Reisebusses
amerikanische Bezeichnung für Eisenbahn-Großraumwagen

Die letzten drei dieser Definition bringen es meiner Meinung nach ziemlich gut auf den Punkt.
„Coach“ ist etwas, was mich von A nach B bringt. Und das mehr oder weniger schnell und mehr oder
weniger bequem.

Der Begriff Trainer dagegen sagt etwas anderes. Ein Trainer trainiert Wissen bzw. Fähigkeiten an. Das
ist nicht die Aufgabe eines Coaches. Denn die Cochees, die zu uns kommen, bringen in der Regel
schon alles mit, was sie für ihr nächstes Vorhaben benötigen. Ihnen ist nur der Blick auf ihr Wissen
und Können nicht ganz klar und da ist es die Aufgabe eines (guten) Coaches, durch geschicktes
Fragen und Lenken Kundinnen und Kunden dieses eigene Wissen zugänglich zu machen.

Ein Coach sollte weder zu etwas überreden noch ein bestimmtes Verhalten antrainieren. Er ist auch
kein Berater. Das macht den Unterschied. Es gibt für fast alle Lebensbereiche heutzutage „Coaches“.
spontan fällt mir der Ernährungscoach, der Fitness Coach, der Mentalcoach, der Life Coach, der Job
Coach ein. Aber auch andere Lebens und Lifstyle Bereiche haben ihre Coachs.

Als Coach sehe ich mich als Wegbegleiter, als jemand, der dem jeweils Anderen Sicherheit gibt, ihn
unterstützt, auf Gefahren aufmerksam macht. Ich sehe mich als diejenige, die die (Karriere-) Leiter
hält. Ich kann die Leiter steil oder flacher halten, das kommt auf das Tempo an, das mein jeweiliger
Coachee vorgibt. Ich habe sie/ihn aber im Blick. Kann auch sehen, ob die nächste Stufe sicher ist oder
wackelt. Wenn ich merke, dass sich der Mensch auf der Leiter nicht sicher fühlt (Körpersprache),
dann kann ich auch vorschlagen, einen Schritt zurück zu gehen und auszuprobieren, wie sich das für
den Menschen und zu diesem Zeitpunkt anfühlt. Oder aber die Stufe der Leiter wirkt noch nicht
sicher und dann kann die Frage helfen, ob eine Fortbildung die Stufe sicherer machen würde. Und
manchmal ist auch ein Schritt zurück genau richtig und passend. Aber ich als Coach halte die Leiter
nur, den ersten Schritt muss jeder selbst machen und auch in seinem eigenen Tempo.

Sicher gibt es unter den Kolleginnen und Kollegen auch andere Arbeits- bzw. Herangehensweisen. Ich
will Ihnen hier nur meine Art der Unterstützung und Begleitung aufzeigen. Jeder Mensch hat ein
Recht darauf, da abgeholt zu werden, wo er zu diesem Zeitpunkt in seinem Leben steht. Was mir in
meiner Arbeit ganz besonders am Herzen liegt ist, dass ich dabei helfe, den Blickwinkel zu verändern.
Vieles, was als vermeintliche Schwäche angesehen wird, lässt sich „von außen“ ganz anders
wahrnehmen. Die bestmögliche Unterstützung ist nach meiner Auffassung die, dass ich mich in der
jeweiligen Arbeit mit den Menschen auf deren Stärken fokussiere und nicht versuche, an Schwächen
zu arbeiten.

Konnte ich Ihnen mit meinem kleinen Beitrag über meine Arbeit als Coach eine Antwort auf die
Frage, was ein Coach eigentlich macht, geben?
Ich liebe meine Aufgabe, man kann sagen ich brenne dafür. Und das seit nunmehr fast 10 Jahren. Die Menschen, die sich für eine Arbeit mit mir entscheiden, können sicher sein, dass ich ihnen auf Augenhöhe und mit Wertschätzung begegne, dass sie auf meine volle Unterstützung bei ihrem Vorhaben vertrauen können. Aber: ich werde auch nicht schweigen wenn ich erkennen kann, dass der Plan, den sie verfolgen wollen, hohe Risiken in sich birgt.
Sie haben jetzt ganz spezielle Fragen an mich? Dann schreiben Sie mir einfach eine E-Mail an
info@beratung-feltges.de

So kommen wir schnell und einfach ins Gespräch.

Henrike Feltges
Ihr Coach für den konsequenten Aufstieg, weitere Informationen hier unter:
Beratung Feltges

Ist der Hl. Severin eigentlich ein Regengott? Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Immer, wenn es regnet ohne Ende und ich ihn bitte,ein Einsehen zu haben, oder wenn es mal wieder so heiß ist, so wie diesen Sommer, und ich ihn schon wieder anrufe. Und kann ich ihn von überall bitten, oder muss ich in die Südstadt? Bin ich ihm da näher und es funktioniert besser? Jede Menge Fragen, und ihr fragt euch vermutlich, wovon schwätzt der Ronald eigentlich? War der wieder zu lange im Brauhaus? Schon wieder ne Frage. Ahhhhhhh…….

Damit ihr mich besser versteht, sollte ich euch wahrscheinlich eine Legende über den hl. Severin erzählen.

Wir schreiben das Jahr 397, es ist November, arschkalt, Sonntag. Und wie immer begibt sich Bischof Severin von seinem selbst gegründeten Kloster aus auf einen Sonntagsspaziergang. Nicht alleine, er ist beliebt und wird geachtet, so einer wird gerne begleitet. Kennt ihr vom Frühschoppen. Junge Praktikanten und Anhänger Severins begleiten ihn also auf seinem Weg, dieser führt ihn aufs Martinsfeld, das heutige Gebiet am Kartäuserhof. Auf einmal bleibt Severin stehen, lauscht, fragt die anderen, ob sie auch die singenden Stimmen vernommen haben. Haben sie nicht, das sagen ihm die ratlosen Blicke. So hört doch genauer hin, bittet er, aber nichts, er schaut nur in ratlos dreinblickende Gesichter.

Severin jedoch hat himmlische Psalmen vernommen, so klar und deutlich, das er völlig hin und weg ist. Dies erzählt er seinen Begleitern, aber niemand außer ihm hatte etwas gehört. Nun ist Severin aber nicht als Spinner verschrien und fest im Glauben, deshalb lässt er sich nicht beirren. Einzig, was hatte das zu bedeuten, fragte er sich. Einige Tage später, als die Nachricht vom Tode Bischof Martins Köln erreicht, ist Severin sich sicher. Er hat die Engelschöre gehört, die den heiligen Bischof Martin im fernen Tours in den Himmel begleitet haben.

Einige Zeit später beschließt der noch rüstige Severin, sich seinen Traum zu erfüllen und in seine Heimatstadt Bordeaux zurückzukehren. Er verlässt also Köln und kehrt in seine Heimatstadt zurück, wo er schon bald verstirbt. Hier wird er nach seinem Tod um etwa 403 heilig gesprochen. Kurze Zeit später wird Bordeaux von Feinden eingekesselt und belagert. Und was unternehmen die Bürger? Sie legen die Reliquien des heiligen Severin auf die Mauer und siehe da, die Feinde fliehen. Absurd? Legende halt.

Aber zurück nach Köln. Denn hier herrscht Not. Severin ist vor drei Jahren aus Köln weggegangen, und seitdem hat es hier in Köln kaum geregnet. Überall verdorrte Felder, das Vieh verdurstet, die Not ist groß und kein Regen in Sicht.

Doch eines Nachts träumt ein Domvikar, es müsse mit Severin zusammenhängen. Deshalb solle man die Reliquien des heiligen Severin nach Köln holen. Ihr könnt euch vorstellen wie begeistert man den Vorschlag in Bordeaux aufnahm. Doch da in Köln die Not so groß ist und die Kölner Abgesandten nicht aufhören zu bitten und betteln, hat man endlich ein Einsehen und willigt ein. Die Kölner dürfen die Hälfte der Knochen mitnehmen. 
Nach zügiger Rückreise an den Rhein, der Geleitzug ist gerade auf Höhe von Melaten, passiert was? Riiichtiiig, es fängt an zu regnen. Dä.

Heute liegen die Reliquien des heiligen Severin in einem Hoch-Schrein hinter dem Altar von St. Severin. Jeden Montag können Gläubige in einer kleinen Prozession unter ihm hindurchziehen.

Mich aber zieht es an die Ecke Kartäuserhof, Ecke Kartäusergasse, denn hier in einer Häusernische steht ein Denkmal des heiligen Severin. Und hier sage ich ihn auf, den heilsbringenden Spruch:

„Heiliger Severinus, der Du an diesem Orte die Seele des heiligen Bischofs Martinus von den Engeln in den Himmel hast tragen sehen, bitt für uns“.

So lautet die Inschrift hier an diesem Denkmal. Besucht ihn doch mal, hier in der Südstadt.

Meiner heißt Hubert

Meiner heißt Hubert. Er war eines Tages einfach da. Ich hatte das überhaupt nicht bemerkt. Tja, und da ist er jetzt, machte es sich gemütlich in meinem Leben. Zuerst dachte ich „einfach nicht bemerken, dann verschwindet er schon wieder“. Sein unverschämtes Lachen habe ich einfach ignoriert.

Gut, ich bemerke ihn nicht täglich. Manchmal komme ich wochenlang sehr gut ohne ihn klar und habe ihn fast schon vergessen. Und dann zack! Da ist er wieder – Hubert – in voller Größe. Mit seinem Grinsen bringt er mich kurz vor den Siedepunkt der Gefühle. Einfach nur unverschämt. Ich werde ihn einfach nicht los. Zumindest nicht für immer, wie man so schön sagt. Und nein, wir wollen ganz bestimmt keine Freunde werden! Da wüsste ich was von.

Kürzlich bin mal wieder einfach über ihn weg gelaufen. Ja, kostet Anstrengung und ich weiß schon im Vorfeld, dieser Sieg wird nicht von Dauer sein. Aber diese Etappe habe ich für mich entschieden!!!!!

Er wird wieder kommen, in irgendeinem Augenblick, in dem ich wirklich nicht mit ihm rechnen werde, wird er da stehen und mich unverschämt angrinsen. Wie um alles in der Welt wird man so einen Typen auf Dauer los? Haben Sie eine Ahnung – gute Tipps können Sie mir gerne zusenden (coaching-feltges@online.de)

Ich bin sicher, Sie haben auch einen. Wie heißt Ihrer? Wie – haben Sie nicht. Mit so einem Typen würden Sie sich gar nicht erst einlassen? Sind Sie sicher? Ganz sicher? Oder bemerken Sie ihn einfach nicht? Dann herzlichen Glückwunsch! Aber die meisten von uns haben einen – mal größer, mal kleiner.

Nein, ich rede nicht von irgendeinem EX,

Ich rede vom inneren Schweinehund.

Und meiner heißt Hubert

Schönen Tag noch und Erfolg beim Ignorieren

Henrike Feltges

www.beratung-feltges.de

 

Blue:notes

Live Jazz im Kölner Süden 

SOULFUL OF BLUES

keeping the blues alive

30. August 2019 | 20:00 Uhr | 15 

bistro verde in der alten Schmiede

Maternusstraße 6 | 50996 Köln | Tel.: 93550417

 

Die Bonner Seele des Blues.

Die neunköpfige Band zählt schon lange zum Besten, was die Bonner Musikszene hervor gebracht hat. Moderner, zeitgenössischer Blues, engagiert vorgetragen mit ausgefeilten Bläsersätzen und dem unverwechselbaren Hammondorgel-Sound als Klangteppich.

Sänger und Gitarrist Hans Rehse gibt den Ton vor, aber Soulful of Blues ist trotzdem eine Mannschaft, präsentiert sich als kompakte Sound-Einheit.

Die aktuelle Besetzung mit

Hans-Georg Rehse (guitar,vocal)

Mario Hattemer (keyboards)

Lothar Diehl (bass)

Jochen Studer (drums)

Dave Doerr (trumpet)

Andy Krämer (trumpet)

Manfred Isenberg (tenorsax)

Jürgen Dietz (tenorsax)

Michael Zschiesche (trombone)

 

präsentiert sich, wie man sie kennt:

Wie aus einem Guss, fetzig und abgeklärt, souverän und authentisch.

 

Foto:Hans-Georg Rehse

 

Man will Dich, man will Dich nicht. Also, Bismarckturm, am südlichen Ende des Gürtels, direkt am Rheinufer, ich weiß auch nicht. Mag ich Dich? Mag ich Dich nicht? Ich finde Dich schwierig. Ja doch, Otto von Bismarck ist unser erster Reichskanzler und bringt Deutschland seinerzeit voran – oder auch nicht. Auf jeden Fall hat er […]

Heute möchte ich Euch von einem recht unbekannten Kölner erzählen, der aber mit einer kleinen Tat etwas Wichtiges für uns heute hier getan hat.

Ich habe letzte Woche ja geschrieben, dass die Stadt Probleme hatte, um den Rathenauplatz Grundstücke zu erwerben. Der Grund war, dass die Besitzer merkten, dass die Grundstücke, die in einem sumpfigen Gebiet vor der Stadtmauer lagen, durch die Schleifung der Mauer im Wert steigen würden. Von diesem Kuchen wollten sie ein Stück abhaben und trieben die Preise in die Höhe. Damit war es um den Volksgarten, der am Rathenauplatz geplant war, geschehen.

Einen Volksgarten haben wir aber ja nun in der Stadt. Etwas weiter südlich direkt vor der „Neustadt Süd“ liegt er.

Einen großen Anteil daran hat Wilhelm Kaesen. Wilhelm Kaesen ist 1816 in Köln geboren und verdient sein Geld als Kaufmann. Aus heutiger Sicht kann man ihn wohl als „Juniorpartner“ von keinem Geringeren als Johann Heinrich Richartz bezeichnen. Johann Heinrich Richartz hat ja so viel Erfolg mit seinem Handel von Leder und Wildhäuten, dass er uns eher als Kunstmäzen bekannt ist. Immerhin kann er damit das wohlbekannte Wallraf-Richartz-Museum finanzieren.

Nun kann ich schlecht über das Motiv von Herrn Richartz philosophieren. Ich meine aber, dass etwas Selbstlosigkeit dazu gehört, wenn man sein Vermögen für die Kunst hergibt.

Wilhelm Kaesen muss die Art seines Senior-Partners beeindruckt haben. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann, ist Wilhelm Kaesen Mitglied des Rates der Stadt Köln. In dieser Funktion setzt er sich stets für den Abriss der mittelalterlichen Mauer ein, weil Köln Platz braucht. Vor den Toren der südlichen Stadt liegt das Fort IV des inneren Festungsringes, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dieses Fort, als eines der ersten im Jahr 1825 von den Preußen fertiggestellt, ist schon vor dem Abriss der Mauer militärisch nutzlos, weil in den 1870’er bis 1880’er Jahren vorgezogene Forts und ein großer Schutzwall gebaut wurden – der äußere Festungsring. Das Areal um das Fort ist längst an viele kleine Landbesitzer verkauft – auch recht nutzlos. Das weiß er. Ab 1886 kauft er daher mehr als 60 kleine Landparzellen den Eigentümern ab, ohne großes Aufsehen darum zu machen. Das kostet ihn 582.000 Mark.

Diese zehn Hektar, die zusammenhängen, sind jetzt natürlich viel mehr wert. Und was macht Wilhelm Kaesen? Er ist ein kölscher Junge, er strebt hier nicht nach dem großen Gewinn. Er überlässt das Grundstück der Stadt Köln, zu dem Preis, den er selbst bezahlt hat. Er macht aber zur Auflage, dass sie um das Fort einen „Garten für jedermann“ anlegen soll.

Die Stadt hält sich daran, fügt sogar noch 5 Hektar bei und legt zwischen 1887 und 1890 den Volksgarten an. Und dieser ist bis heute ein wichtiges Stück Kölner Naherholung. Ein kleiner See, der mit Kähnen befahren werden kann, eine Wasserfontäne, die, wenn sie mal läuft, es auf stattliche 28 Meter Höhe schafft, ein Biergarten, ein kleiner Wasserfall und Steingarten und ein kleines Theater in der ehemaligen Orangerie, die für die kälteempfindlichen Pflanzen im Volksgarten gedacht war, findet man hier neben alten Bäumen, die herrlich anzusehen sind und großen Wiesen zum Sonnen und Picknicken. Ach! Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben uns die Schweden das „Haus Gotland“ spendiert, damit hier auch ein Kindergarten stehen kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Wir alle haben etwas von ihm – alle, bis auf einen. Wilhelm Kaesen stirbt 1877 und erlebt die Fertigstellung 1890 nicht mehr. Doch, einen Nutzen hat er davon. Er wollte etwas bleibendes für Köln schaffen, vielleicht, damit wir ab und an über ihn reden. Das ist ihm gelungen.

Michael

Hügg mööch ich Üch vun enem Kölsche verzälle, dä nit vill Lück kenne, dä ävver met ener kleine Tat, jet Wichtiges för uns hügg hee gedon hät.

Ich han letzte Woch jo geschrevve, dat de Stadt en Brasel kom, wie se öm der Rathenauplatz Grundstöck kaufe wollt. Der Grund wor, dat de Besetzer merkte, dat die Grundstöck, die en enem sumfige Gebeet vür der Stadtmuur loge, durch et Schleife vun der Muur em Wäät steige däte. Vun däm Koche wollte se e Stöckelche avkrige un drevve de Priese en de Hüh. Domet wor et öm der Volksgaade, dä am Rathenauplatz geplant wor, passeet.

Ene Volksgaade han mer ävver jo no en der Stadt. Jet wigger südlich tirek vür der „Neustadt Süd“ litt hä.

Ene große Aandeil dodran hät der Wellem Kaesen. Der Wellem Kaesen es 1816 en Kölle gebore un verdeent sing Moppe als Kaufmann. Hüggzedags dät mer en wall als „Juniorpartner“ vun keinem Geringer wie dem Jan Drickes Richartz bezeichne. Der Jan Drickes Richartz hät jo esu vill Erfolg met singem Handel met Ledder un Weldhügg, dat mer en ihter als Kunsmäzen kenne. Immerhin kann hä domet et Wallraf-Richartz-Museum finanzeere, dat mer hügg noch kenne.

No kann ich schlääch üvver et Motiv vum Herr Richartz philosophiere. Ich meine ävver, dat mer jet selvsloss sin muss, öm si Vermöge för de Kuns herzegevve.

Der Wellem Kaesen muss die Aat vun singem Senior-Partner beendrock han. Nevven singem Berof als Kaufmann, es der Wellem Kaesen Metgleed em Rod vun der Stadt Kölle. En dä Funktion es hä luuter för der Avress vun der Muur usem Meddelalder, weil Kölle Platz bruch. Vür de Pooze vun der südliche Stadt litt et Fort IV vum innere Festungsgöödel, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dat Fort, als eins vun de eeschte em Johr 1825 vun de Preuße fäädiggestallt, es ald vürm Avress vun der Muur militärisch unnötz, weil en de 1870’er un 1880’er Johre vürgetrocke Forts un ene große Schotzwall gebaut woodte – der üssere Festungsring. Et Gebiet öm dat Fort es längs an vill kleine Landbesetzer verkauf – och rääch unnötz. Dat weiß hä. Av 1886 käuf hä doher die mih wie 60 kleine Landparzelle de Eigedümer av, ohne groß Opsinn dröm ze maache. Dat koss in 582.000 Reichsmark.

Die zehn Hektar, die zesammehänge, sin jetz natürlich vill mih wäät. Un wat mäht der Wellem Kaesen? Hä es ene kölsche Jung, hä well hee keine Raibach maache. Hä üvverlööt dat Grundstöck der Stadt Kölle, för der Pries, dä hä selvs berapp hät. Hä mäht ävver zur Oplag, dat se öm et Fort ene „Gaade för jeder“ aanläge soll.

De Stadt häld sich draan, deit noch fünf Hektar dobei un läg zwesche 1887 un 1890 der Volksgaade aan. Und dä es bes hügg e wichtig Stöck kölsche Noherholung. Ene kleine Sie, dä met Naache befahre wääde kann, en Wasserfontän, die, wann se ens läuf, et op staatse 28 Meter Hühde brängk, ene Biergaade, ene kleine Wasserfall un Steingaade un e klei Theater en der fröhere Orangerie, die för de Flanze em Gaade gedaach wor, die Käld nit god avkünne, fingk mer hee nevve aal Bäum, die herrlich aanzesinn sin un große Wiese för et Sonne un Picknicke. Ach! Un nohm Zweite Weltkreeg han uns de Schwede et „Haus Gotland“ spendeet, domet hee och ene Kindergaade stonn kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Mir all han jet vun im – all, bes op einer. Der Wellem Kaesen stirv 1877 un erläv nit, wie der Gaade em Johr 1890 fäädig weed. Doch, eine Notze hät hä dovun. Hä wolllt jet en Kölle schaffe, dat bliev, villleich, domet mer av un an üvver in schwaade. Dat es im gelunge.

Mechel

Alle unsere Beiträge findet Ihr unter www.koelschgaenger.net

Digitalisierung im Handel, Handwerk und Dienstleistungen – „Ich kaufe alles im Internet, ich bin doch nicht blöd“ und Beispiele 5-8

Bei einem Beratungstermin mit einem Kunden drehte sich letzte Woche alles um das Thema Digitalisierung und wie sich die Kaufgewohnheiten der Konsumenten in den letzten Jahren verändert haben. Auf der Rückfahrt diskutierte ich mit meinem Beraterkollegen das Thema weiter und er sang ein Loblied auf den Internethandel. „Ich kaufe alles im Internet, ich bin doch nicht blöd“ erklärte er mir. Und er führte eine Reihe von Vorteilen auf, die für Ihn entscheidend sind, alles im Internet zu kaufen:

  • Die Preise sind niedriger als in lokalen Geschäften
  • Es gibt eine viel größere Auswahl und die Möglichkeit, bei Nichtgefallen die Ware kostenfrei zurück zu schicken
  • Der Einkauf ist viel bequemer, ohne Verkehrsstress und Parkplatzsuche
  • Über die Produktqualität informiert er sich mittels Bewertungen

Alles in allem erspare er sich sehr viel Zeit und Geld. Hinzu kommt, dass er sich in letzter Zeit sehr über das lokale Einkaufen geärgert hatte. Die Straßen zum nahegelegenen Ortskern waren verstopft mit Kleintransportern von Paketzustellern und einige Straßenbaustellen sorgten für weiteren Stau. Das Parkhaus verlangte hohe Parkgebühren und der Service in den Geschäften ließ auch zu wünschen übrig. Die Angestellten waren unmotiviert und vor allem gab es keinen Lieferservice. „Ich muss immer alles selbst abholen, warum organisieren die denn keinen gemeinsamen Lieferservice?“ monierte er.  Und es würden ja auch immer mehr Geschäfte schließen. So vermisste er zum Beispiel ein nettes Café, wo er am Wochenende mal mit seiner Familie ein Eis essen wollte.

Ich lies ihn ausreden und konfrontierte ihn dann mit den Konsequenzen seiner Handlungen. „Leute wie Du sind mit Schuld daran, dass das lokale Einkaufen heute kaum noch Spaß macht“ sagte ich ihm. „Gerade weil immer mehr im Internet gekauft, wird die Situation im Einzelhandel und den Geschäftsvierteln immer schlechter. Der Umsatz wandert zu den großen Anbietern mit Webshops, die die bestellte Ware dann durch viele kleine Transporter ausliefern lassen. Weil den Städten und Gemeinden die Steuereinnahmen fehlen (denn Amazon zahlt hier keine Steuern) fehlen die Gelder für die Instandhaltung der Straßen. Durch die fehlenden Umsätze können die Händler ihrem Personal keine guten Löhne zahlen und weil immer weniger Menschen lokal einkaufen müssen Geschäfte und Cafès schließen: das ist doch ein Teufelskreis.“

Das wollte mein Kollege so nicht auf sich sitzen lassen: „Moment einmal“ antwortete er. „Wenn der Service im Einzelhandel besser wäre, dann würde ich doch auch da kaufen. Aber es fehlt denen einfach an Ideen. Die Webseiten von kleinen Geschäften sind oft mangelhaft, sie werden auf meinem Smartphone nicht richtig dargestellt. Dann kann ich mir das Sortiment auf der Webseite nicht vollständig ansehen und ich finde auch keine Bewertungen anderer Kunden. Kaufen kann ich auf den meisten Webseiten auch nichts und nach einen Lieferservice suche ich vergebens. Man zwingt mich also, persönlich vorbeizukommen. Und wenn ich dann mit Kreditkarte oder PayPal bezahlen will, schaut man mich mit großen Augen an.“

Leider musste ich meinem Kollegen in vielen seiner Argumente recht geben. Der Handel hat es in den fetten Jahren versäumt, sich weiter zu entwickeln. Wo sind die kreativen Ideen? Wo sind die digitalen Tools wie zum Beispiel Webseite mit Webshop, mit denen es den Kunden möglich gemacht wird, sich abends oder am Wochenende das Sortiment in Ruhe anzusehen und eine Auswahl zu treffen. Wo sind die Ideen für einen gemeinsamen Lieferservice von Geschäften eines Stadtviertels? Vielleicht Klimaneutral mit einem Lastenbike? Und was die Zahlungsmöglichkeiten angeht, da gibt es doch mehr Möglichkeiten als nur Bargeld und EC-Karte.

Hier weitere Beispiele für digitale Tools (Beispiele 5-8):

  1. Webseiten von WordPress mit responsiven Design für Smartphones und Tablets

Das Content-Management-System (CMS) WordPress ist weltweit am meisten verbreitet und damit kann man Webseiten erstellen, die sich der jeweiligen Bildschirmgröße anpassen. So werden die Inhalte wie Texte und Bilder je nach Bildschirm unterschiedlich dargestellt. Aber immer so, dass sie gut zu lesen sind. Die Bedienung von WordPress ist sehr einfach und intuitiv, so dass man nicht Abhängig vom Expertenwissen von Marketingagenturen oder Programmierern ist. Und selbst wenn man sich nicht selbst um die Webseite kümmern kann oder will: Es gibt Dienstleister, die eine Webseitenbetreuung für geringe monatliche Beträge anbieten. Und für das notwendige Know-how, dass ein Unternehmer oder Unternehmerin für die Erstellung einer responsiven Webseite braucht, gibt es staatliche Fördermittel von 50% bzw. 1.500 €. (Weitere Informationen stehen  hier.)

  1. Webshop-PlugIn Woocommerce

Mit der Erweiterung (PlugIn) WooCommerce lässt sich leicht ein Webshop in WordPress integrieren. Unterschiedliche Zahlungs- und Versandmethoden sind kein Problem. Das Plugin lässt sich leicht installieren und auf die Anforderungen des Unternehmens anpassen. Die Produkte lassen sich leicht mit Preisen und Bildern versehen und so kann man sein gesamtes Sortiment online zum Verkauf anbieten.

  1. Kundenbewertungen mit Proven Expert oder Google My Business

Es gibt im Internet diverse Möglichkeiten, über Unternehmen Bewertungen abzugeben. Die zwei bekanntesten sind Google My Business und Proven Expert. Fast jedes Unternehmen ist bei Google Maps (dem Kartendienst von Google) gelistet. Dort haben Google Nutzer die Möglichkeit, Unternehmen mit 1-5 Sternen zu bewerten und auch eine schriftliche Bemerkung zu hinterlassen. Klickt jetzt ein anderer Nutzer bei Google Maps auf dieses Unternehmen, werden ihm diese Bewertungen angezeigt. Als Firmeninhaber ist es ratsam, seinen Google My Business Eintrag selbst zu übernehmen (kostenfrei). Denn dann hat man die Möglichkeit, auf Bewertungen zu reagieren. Bei Proven Expert handelt es sich um einen Service, um Bewertungen auf der eigenen Webseite dazustellen. Über eine Erweiterung (PlugIn) werden diese Bewertungen zum Beispiel im unteren Bereich der Webseite angezeigt.

  1. Zusätzliche Bezahlmöglichkeiten SumUp und PayPal

Zum Glück bietet heute fast jedes Unternehmen die Möglichkeit an, dass Kunden nicht nur Bar bezahlen können, sondern auch mit Ihrer EC-Karte. Eine Kreditkartenzahlung akzeptieren aber nur wenige Händler mit Verweis auf die hohen Gebühren. Abhilfe schafft hier das Kartenlesegerät von SumUp. Außer dem Kaufpreis (39€) fallen nur geringe Gebühren pro Transaktion an: 0,95% bei EC-Kartenzahlung und 2,75% bei Kreditkartenzahlung (Visa, Master und American Express). Um Zahlungen per PayPal entgegen nehmen zu können, braucht man ein entsprechendes PayPal Konto. Die Gebühren liegen bei 2,9% pro Transaktion plus 0,35€ (bei Transaktionen unter 5.000 €).

Weitere Tipps und Beispiele gibt es nächsten Monat.

Staatliche Fördermittel für Unternehmer/innen

Für Unternehmer und Unternehmerinnen, die sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen gibt es gute Neuigkeiten. Der Staat unterstützt kleine Unternehmen bei der Digitalisierung und stellt Fördermittel für Beratungsleistungen zur Verfügung. Mit einer umfassenden Analyse aller Geschäfts-bereiche erhält der Unternehmer eine Handlungsempfehlung, wo es sich in seinem Unternehmen lohnt, die Digitalisierung zu beginnen. In einer monatlichen Kolumne werden wir regelmäßig Ideen und Ansätze für Unternehmen veröffentlichen, die den digitalen Wandel gestalten wollen. Für Fragen und Anregungen sind wir jederzeit offen und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

 

Michael Quack                                                             Ute Schmidt

QUACK Unternehmensberatung                              Kölner Stadtteilliebe

Die Kölschgänger waren unterwegs und Ronald Füllbrandt berichtet:

Der John Lennon – Circle im Friedenspark

Hallo ihr Lieben. Weihnachten steht unmittelbar vor der Tür. Zeit zur Ruhe zu kommen nach der Hektik der Vorweihnachtszeit. Vielleicht mit ein paar Spaziergängen?

Der Friedenspark in der Südstadt bietet sich an, und genau hier am Fort gibt es einen kleinen Platz der schön zum Thema Frieden passt.

Das „John Lennon“-Denkmal. Wer kennt nicht seine Friedenshymne „Imagine“. Jeder, oder? Aber nur die wenigsten außerhalb der Südstadt kennen dieses runde Mosaik mit der „Imagine“ Aufschrift. Deshalb möchte ich es heute einmal kurz vorstellen.

 

Leicht versteckt am Fort ist es zu finden. Ein rundes Mosaik, nachempfunden dem Original im Central Park in New York. Unscheinbar und leicht zu übersehen. Leider auch nicht sonderlich gut gepflegt, so haben die Schilder schon arg gelitten und die ganze Ecke wirkt auch nicht sehr einladend. Zu manchen Zeiten ist es eher ein Müllplatz, traurig aber wahr.Und dennoch lohnt sich ein kleiner Schwenk dorthin, beispielsweise bei einem Spaziergang durch den Rheinauhafen, der ja nicht weit entfernt ist. Denn hier geht es eher um die Geste, das nicht vergessen, einen Moment innehalten und darüber nachdenken. Und das mit einem schönen Spaziergang verbunden, ist in diesen Tagen nicht die schlechteste Idee.

Aber nun noch einige Fakten zum „Imagine Circle“. Im Dezember 2012 wurde im Kölner Friedenspark am Oberländer Wall der als Mosaik gepflasterte „Imagine Circle“ eingeweiht. Der Circle besteht aus einer Steinplatte von vier Metern Durchmesser, mit Basaltsteinen gepflastert, in der Mitte ist der Schriftzug „Imagine“ zu lesen. Für den Schriftzug wurde italienischer Carrara-Marmor verwendet. Außerdem waren die Pflastersteine „Reste“ von anderen Projekten und damit kostete diese Aktion fast kein Geld.

 

Später dann wurden zwei Gedenktafeln am „Imagine Circle“ angebracht. Die eine ist allein John Lennon gewidmet, die andere ist mit der Inschrift des Songtextes „Imagine“ versehen.

Übrigens konnte dieses Projekt innerhalb eines Jahres realisiert werden. In Köln!!!!

 

Viel Spaß auf euen Spaziergängen wünscht euch Ronald

Wollen Sie mehr zu den Kölschgänger erfahren, lesen auf  Facebook oder auf der Internetseite unter gleichem Namen.

 

Hey, Bottmühle, ich finde, Du gibst Rätsel auf. Ein wenig verwunschen wirkst Du schon. Du stehst da, bedrängt von vierstöckigen Häusern der verschiedenen Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts, umringt von mächtigen Bäumen, nahe dem Verlauf unserer alten Stadtmauer. Du gehörst nicht zu Mauer und nicht zu der Stadt, die Dich jetzt umringt. Wer bist Du, der Du den Cafés heute Schatten spendet und mit Deinen Bäumen ein gemütliches Flair verleihst? Psst… Ich habe von Leuten gehört, die Dich für die Weckschnapp halten.
Neugierig bin ich und schlage nach. Alessandro Pasqualini schafft Dein Fundament 1552. Eine Plattform für Geschützanlagen sollst Du sein, wenn wir angegriffen werden, auf der Position zwischen Bayenturm und Severinstor. Aha!
 
Gut, das Schießpulver ist längst etabliert. Städte werden in dieser Zeit mit Kanonen angegriffen, nicht mehr mit Triboken und Wandeltürmen. Aber so weit hinter der Mauer? Haben wir nicht ein Reichweitenproblem?
Alsbald beschließt man, dass es im Belagerungsfall sinnvoll ist, Korn mahlen zu können, um Brot essen zu können. Peter von Gleuel errichtet 1588 eine hölzerne Bockwindmühle auf Deiner Plattform. So eine, die man komplett in Windrichtung drehen kann. Diese wird 90 Jahre später, also 1678, durch eine steinerne ersetzt. Seitdem siehst Du also so oder ähnlich aus.
Gut, Korn wird heute anders gemahlen. Auch Deine Aufgaben verändern sich mit der Zeit. Du beherbergst zurzeit eine Jugendgruppe. Ich weiß, dass Kurse in Dir gehalten werden. War selbst schon da.
Mit der Gastronomie hast Du nie geliebäugelt? Deine Kollegen machen es Dir doch vor und ich sehe nicht, dass Du es nicht auch könntest. Wie gesagt, ich finde, Du spendest ein gemütliches Flair.
Aber eines weiß ich noch nicht. Wo kommt die Silbe „Bott“ her? Im kölschen oder rheinischen haben wir das Adjektiv „bott“ für „plump“ und „ungeschickt“. Das passt nicht. Kann es sein, dass da etwas verloren gegangen ist?
Wer weiß , wo das Wort oder die Silbe herkommt?

Michael

Hey, Bottmüll, ich finge, Do giss Rödsele op. E bessche verwunsche wirkst Do ald. Do steihs do, bedrängk vun veerstöckige Hüüscher us de verschiede Johrzehnte vum letzte Johrhundert, ömringk vun staatse Bäum, noh an der aal Stadtmuur. Do gehöös nit bei der Muur un nit bei der Stadt, die Dich jetz ömringk. Wä bes Do, dä Do de Cafés hügg Schatte spends un met Dinge Bäum e gemödlich Flair verleihs? Pss… Ich han vun Lück gehürt, die Dich für de Weckschnapp halde.
Neugeerig ben ich un schlonn noh. Alessandro Pasqualini schaff Ding Fundament 1552. En Plattform för Geschötze solls Do sin, wann mer aangegreffe weede, op der Position zwesche Bayetoon un Vringspooz. Aha! 
God, et Scheeßpolver es längs etabliert. Städt weede zo dä Zigg met Kanone aangegreffe, nit mih met Triboke und Wandeltürm. Ävver su wigg hinger der Murr? Recke die dann esu wigg?
Baal beschleeß mer, dat et em Belagerungsfall jet wäät es, Koon mohle zo künne, för Brud esse zu künne. Der Peter vun Gleuel trick 1588 en hölze Bockwindmüll op Dinger Plattform huh. Esu ein, die mer komplett en Windrichtung drihe kann. Die weed 90 Johr späder, dämnoh 1678, durch ein us Stein ersetz. Zickdäm sühs Do alsu esu oder su ähnlich us.
God, Koon weed hück anders gemohle. Och Ding Aufgab verändert sich met der Zigg. Do beherbergs zorzigg e Jugendschmölzche. Ich weiß, dat Lihrgäng en Dir gehalde weede. Wor selvs ald do.
An en Weetschaff häs Do nie gedaach? Dinge Kollege maache et Dir doch vör un ich sinn nit, dat Do dat nit künns. Wie gesaht, ich finge, do schaffs e gemödlich Flair.
Ävver dat eine weiß ich noch nit. Wo kütt die Silv „Bott“ her? Em kölsche ov rheinische han mer dat Adjektiv „bott“ för „plump“ un „ungescheck“. Dat pass nit. Kann et sin, dat da jet verlore gegange es?
Wä weiß, wo dat Wood ov die Silv herkütt?
 

Mechel

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