Die „Ülepooz“, wie der Kölner sagt, hatte keine große Bedeutung für den Verkehr und war deshalb das kleinste der Stadttore. Auch dieses Tor wurde im 13. Jahrhundert während des Baus der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. Mit einer Breite von vier Metern war es der schmalste Durchgang der Kölner Stadttore. Den Namen hat es von den „Ulnern“ (Töpfer), die ihr Handwerk hier ausübten. Wegen der Brandgefahr mussten sie in unbewohnte, eher bäuerliche Bereiche ausweichen.

In der Nacht zum 15. Oktober 1268 war die Ulrepforte Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung. Der zuvor aus Köln geflohene Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg hatte vor, gegen die Overstolzen seine Macht zurückzuerobern. Hilfe hatte er dabei von der, ebenfalls aus der Stadt vertriebenen, Familie der „Weisen“.

Einer Sage nach wurde ein Schuster mit Namen Havenit, der direkt an der Mauer wohnte, mit 25 Mark bestochen, um einen Tunnel zu graben, durch den ein unbemerktes Eindringen in die Stadt möglich war.
Allerdings flog der Plan auf und die Eindringlinge konnten getötet, in die Flucht geschlagen oder gefangen genommen werden. Tatsächlich wurde bei Bauarbeiten, welche die Prinzengarde in Auftrag gegeben haben, ein nachträglich zugeschütteter Durchgang entdeckt. Ob dieser etwas mit der Schlacht an der Ulrepforte zu tun hatte, ist allerdings nicht bestätigt.

Ab 1450 wurde dieses eher unwichtige Stadttor zugemauert und der Turm zur Windmühle umgebaut. Im Gegensatz zu Wassermühlen, die im Falle einer Belagerung anfällig waren, da die Belagerer den Kölnern das Wasser abgraben konnten, waren Windmühlen sicher. Und so konnte hier die wichtige Versorgung durch Mahlen des Korns aufrechterhalten werden. Im 19. Jahrhundert wurde an der Ulrepforte immer wieder angebaut und diese verstärkt. So gab es 1900 hier sogar eine Gastwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die roten Funken die Ulrepforte gepachtet. Im östlichen der beiden Wehrtürme sind heute die Vereinsräume der blauen Funken zu finden.

Ronald

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Gastbeitrag für Stadtteilliebe geschrieben von MARKUS SCHÖNEBERGER- 

Modell Rondorf: Vorfahrt für die Veedel

„Wie leben wir in Köln im Jahre 2030?“ Mit dieser Fragestellung hat die Kölner Oberbürgermeisterin

Henriette Reker  einen bemerkenswerten Strategieprozess angestoßen zum  Zukunftsbild der Stadtgesellschaft. Titel des ehrgeizigen Projektes „ Kölner Perspektiven 2030“. Sie hat alle  Kölnerinnen und Kölner, Politik, Verwaltung, Expertinnen und Experten ausdrücklich eingeladen, mit Ideen daran mitzuarbeiten, wie sich die wachsende Millionenstadt im Blick auf das kommende Jahrzehnt  weiterentwickeln soll. Ihr ambitionierter Anspruch dazu lautet: So nutzen wir das Wissen von heute für die Stadt von morgen!

Ob diese Aufgabe gelingt, hängt allerdings nach meiner festen Überzeugung von einem entscheidenden Umdenken ab:  Die Kölner Kommunalpolitik, die ich seit  20 Jahren aufmerksam beobachte,  ist traditionell zu sehr auf die Innenstadt zentriert – und dort wiederum auf „Großprojekte“. Aber für die soziale Entwicklung einer Millionenstadt sind lebendige Veedel die Grundlage. Köln ist einerseits stolz auf seine vielen „Veedel“ – aber andererseits: Wird es den dortigen Ansprüchen auch gerecht?“

Nehmen wir als konkretes Beispiel Rondorf.

Die 10.000 Bürgerinnen und Bürger in diesem südlichsten Kölner Stadtteil konnten bisher nicht

gerade behaupten, mit einem Übermaß an Aufmerksamkeit bedacht worden zu sein. Die

Vereinskultur ist bedroht, weil es keinen geeigneten Raum für Veranstaltungen gibt; selbst die

Bürgeranhörung zu dem umstrittenen Neubaugebiet Rondorf Nordwest musste im Sommer 2018

nach Sürth ausweichen; trotzdem kamen mehr als 500 neugierige Bürger, was zeigt, wie

ausgeprägt  das Interesse an lokalen Entwicklungsfragen ist. Der Fußballclub SC Rondorf, 1912

gegründet ( und somit älter als der FC Köln, gegründet erst 1948) und vor allem dank seiner

engagierten Jugendarbeit  ein stadtweit anerkanntes Vorbild, wartet bereits seit mehr als zehn

Jahren  auf die versprochene neue Anlage, weil das derzeitige Gelände teilweise nicht mehr nutzbar

ist. Bereits 2001 wurde der Schulausschuss der Stadt beauftragt, die Einrichtung eines Gymnasiums

in Rondorf vorzubereiten. Von den seit Jahrzehnten ungelösten Verkehrsproblemen gar nicht erst zu

reden.

Noch mehr Beispiele?

Nein, reden wir lieber nicht über die Versäumnisse der Vergangenheit. Reden wir über die Chancen der  Zukunft. Denn die Zeichen stehen auf Veränderung. Alles wird gut, vielleicht. Der entscheidende Faktor: Die Bürger von Rondorf und Hochkirchen haben  ihre lokalen Angelegenheiten in den letzten Jahren selbst aktiv in die Hand genommen. In einer „Bürgerwerkstatt“ wurden in mehreren Fachrunden die zentralen Probleme analysiert und Lösungsmodelle entwickelt. Die konzeptionelle Vorgehensweise der Dorfgemeinschaft ist inzwischen als „Rondorfer Modell“ bei Stadtplanern bundesweit bekannt. Kernpunkt: Städtebauliche Veränderungen gelingen nur, wenn die Bürger dabei mitgenommen werden und sich mit ihren Anliegen in der Stadtplanung wiederfinden. Rondorf soll weiter wachsen, einerseits. Allein mit Rondorf Nordwest kommen mehr als 4000 Neubürger in den kommenden Jahren hinzu. Andererseits besteht die Absicht, mit diesem neuen Bauboom zugleich das in der Vergangenheit versäumte nachzuholen, die gesamte Infrastruktur zu einer neuen Qualität zu führen:  Das Gymnasium  kommtendlich, auch wenn lange dafür gekämpft  werden musste. Dazu zwei neue Grundschulen, Kindergärten. Für den Sport in dem Veedel hat die Stadt sogar ein eigenes Modellprojekt aufgesetzt –  nicht nur der SC Rondorf kann dann aufatmen.  Ein Marktplatz soll dem Ort zudem einen neuen belebenden Mittelpunkt schaffen. Für die Verkehrsprobleme sind Lösungen, teils noch vage, in Sicht. Aber die Stadtbahn soll kommen, die Ausschreibung läuft demnächst. Dies alles sind gute Nachrichten. Aber sie sind nicht zufällig. Sie sind vielmehr begründet durch die entschiedene Botschaft der Dorfgemeinschaft: Keine neuen Bauprojekte ohne gleichzeitige Verbesserung der Infrastruktur und der örtlichen Attraktivität.  Die Botschaft scheint angekommen zu sein.

Kürzlich konnte ich mich mit Kölns oberstem Bauherrn, Markus Greitemann über Rondorfs Zukunft unterhalten. Ich traf auf einen Fachmann, der aufmerksam zuhörte, sich sensibel zeigte für die kritischen Punkte und klar auf Dialog setzt.

Das sind schon mal gute Voraussetzungen für die Entwicklung einer lebendigen Stadtgesellschaft. Anderes bleibt offen.

Etwa ein innovatives Mobilitätskonzept.  Als Rondorfer im Rahmen einer Aktion des newsletters SÜDBLICK kostenlos E-Autos testen konnten, war die Resonanz erfreulich hoch. Aber auf eine „E-Tankstelle“ muss der Stadtteil bis auf Weiteres warten. Zu viele Projekte in Köln beschränken sich zudem auf eine städtische Kernzone und lassen die Veedel wie Rondorf  außerhalb außen vor. Ein schwerer Fehler.

Rondorf könnte  im Zuge des Großbauprojektes „Rondorf Nordwest“ ein Vorzeigeprojekt für das Köln von morgen werden – wenn man mit dem Ernst machen möchte, was Henriette Reker vorschwebt. Dafür muss nicht alles neu erfunden werden. In München steht zum Beispiel  nicht nur ein Hofbräuhaus; sondern auch eine neue Wohnsiedlung, die mit 4000 Einwohnern etwa vergleichbar ist mit den viel diskutierten Bauplänen für Rondorf. Jener „Domagkpark“ im Münchner Norden gilt als europaweites Modell, wie moderne Mobilität in Großstädten der Zukunft aussehen könnte. Unterschied zu Köln: Das Viertel in der Bayernmetropole wurde bereits 2012 gebaut, in einem Jahr wird der Erfahrungsbericht vorgelegt. Da geht es  um das Zusammenspiel der verschiedenen Verkehrspartner wie Carsharing, park and ride, Leihroller, E-Lastenräder,-PKWs, Ladesäulen für E-Autos, besseren Nahverkehr, Raum für Fußgänger  usw.

Es würde sich nach meiner Meinung sehr lohnen, vom Rhein mal an die Isar zu schauen, bevor in Rondorf Nordwest die Bagger anrollen. Dann könnte das geplante neue Wohnquartier im Kölner Süden sogar  eine Blaupause werden   für  die nächste Generation moderner Stadtplanung, die Wohnen, Verkehr, Umwelt intelligent  miteinander verbindet. Für dieses Ziel arbeitet die Dorfgemeinschaft jedenfalls  sehr nachdrücklich.

Daraus könnte eine mutige Vision werden:  Ein lebendiges Veeedel, das seine gewachsene Struktur mit neuen Zukunftsideen verbindet. So gesehen ist die Entwicklung in Rondorf in den kommenden Jahren ein Testfall. Soll das Reker-Projekt 2030 gelingen, muss Köln „von unten“ wachsen. Aus der Kraft seiner Veedel. Erst ihre Summe ergibt die „Stadtgesellschaft“. Frau Reker sagt: „Lassen Sie uns gemeinsam unser Alltagswissen zusammentragen und aus diesen Puzzleteilen ein Bild zusammensetzen, das unsere wachsende Metropole mit all ihren Besonderheiten zeigt und mit den passenden Zielen weiterentwickelt“.

Wenn sie Anschauungsmaterial sucht, sollte sie beim nächsten Frühjahrsempfang in Rondorf mal vorbeischauen! Denn wie sagte sie so zutreffend: „ Ich bin sicher, dass wir noch  viele Potenziale für die künftige Entwicklung unserer Stadt im Rahmen der „Kölner Perspektiven 2030“ sichtbar machen werden“.

 

Die Geschichte des Rheinauhafens präsentiert vom KÖLNER
Schokoladen Museum

Quellennachweis Schokoladenmuseum Köln

Die Anfänge

Seit dem 11. Jahrhundert wurde das gesamte linksseitige Rheinufer Kölns als Anker- und Ladeplatz genutzt. Die Stadt Köln lebte in dieser Zeit von der Binnenschifffahrt und verdankte ihren Reichtum vor allem dem Stapelrecht. Im Zuge des erhöhten Warenaufkommens dehnten sich die Hafenanlagen in den nächsten Jahrhunderten immer weiter aus.

Nachdem es Ende des 18. Jahrhunderts zu großen Überschwemmungen aufgrund einer Eisflut kam, begann eine Diskussion über den Bau eines sicheren Hafenbeckens. Im Blickfeld stand die Rheinauhalbinsel. 1850 begann man hier mit den ersten baulichen Maßnahmen. Es entstand eine Verbindung zum festen Ufer im Süden und das Hafenbecken wurde angelegt. Der Malakoffturm an der nördlichen Inselspitze wurde im Zuge der militärischen Uferbefestigung erbaut, eine Drehbrücke verband nun den Uferbereich mit der Halbinsel im Norden. Im Jahre 1898 wurden die „neuen Hafen- und Werftanlagen zu Köln“ eingeweiht. Der Norden des neuen Hafens beherbergte den Zollhafen mit dem Hauptzollamtsgebäude.

Im Zuge des Ausbaus der großen Hafenanlagen in Niehl, Deutz, Mülheim und Godorf verlor der Rheinauhafen im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung. Im Jahre 1976 erließ der Rat der Stadt Köln einen Beschluss, wonach eine Umgestaltung des Hafens in eine Freizeit- und Erholungsanlage festgelegt wurde.

Erster Neubau im Kölner Rheinauhafen – das Schokoladenmuseum

Im Jahr 2002 liefen die letzten Nutzungsverträge im Rheinauhafen aus. Nun sollte auf dem gesamten Gelände eine urbane Mischbebauung mit Flächen für Kultur und Erholung sowie Büros und Wohnungen entstehen. So findet man heute beispielsweise in den denkmalgeschützten Lagerhallen neben Wohneinheiten, Geschäften und Ateliers auch das Sport- und Olympiamuseum.
Eine weitere Besonderheit des Hafens stellen die schon von Weitem sichtbaren Kranhäuser dar. Sie prägen heute das Stadtbild Kölns und wurden in Anlehnung an historische Lastenkräne entwickelt.
Der erste Neubau im Rheinauhafen war aber das Schokoladenmuseum. 1991 erwarb Hans Imhoff das Gebäude des ehemaligen Hauptzollamtes, die Spitze der Rheinauhafeninsel, den Malakoffturm, die Drehbrücke und das am Rheinufer gelegene Denkmal „Der Tauzieher“.

Diesen Ort hatte Gerburg Klara Imhoff für das Schokoladenmuseum gefunden. Für den Bau des Museums gewann Hans Imhoff den renommierten Düsseldorfer Architekten Prof. Dr. Fritz Eller. Dieser schlug eine Verknüpfung des historischen Gebäudes mit einem modernen Bau vor. Das historische Hauptzollamt sollte im Mittelpunkt stehen. Im Hinblick auf die Lage am Rhein wurde dem gesamten Museumskomplex das Aussehen eines Schiffes verliehen

Susanne Triebwerks berichtet…

Welch schöner Tag am Rhein

Durch Ihre Seite wurde ich inspiriert und habe mich bei wunderschönem Wetter mit dem Rad nach Rodenkirchen aufgemacht und einen traumhaften Tag erlebt. Die Rodenkirchner Riviera welch ein Genuss. Enten, Schwäne und Gänse tummeln sich gleich zu Beginn am Flussufer und werden von einer Vielzahl von Besuchern gefüttert. Kinder, Omas, Hunde alle haben hier ihre Freude. Eine gute Stunde habe ich auf der Bank verbracht und dem regen Treiben zugeschaut. Ich war fasziniert wie viele ältere Menschen den Weg zum Rhein suchen und mit ihren Rollatoren die Promenade entlang flanieren. Ruhe trotz Lebendigkeit habe ich empfunden. Ein kurzes Gang durch die Innenstadt von Rodenkichen. Geschäft an Geschäft, so hatte ich Rodenkirchen garnicht in Erinnerung? Mode, viele Cafés und überall nette Menschen auf den Straßen. Meinen Abschluss machte ich an diesem Tag im Rodenkirchner Fährhaus, ich dachte man könne dort auch nur auf ein Getränk einkehren, natürlich wurde es geduldet- doch es ist für mich im Nachhinein ersichtlich: Das Fährhaus ist ein Speiselokal.

Fein, edel und gehoben und nichts für Radfahrkleidung und salopp. Demnach komme ich bald in Begleitung wieder und werde schauen wie die angebotenen Speisen schmecken. Für mich war es ein toller Tag

Der Karl Berbuer Brunnen/Narrenbrunnen

Vielen Leuten, gerade der jüngeren Generation mag der Name Karl Berbuer nichts sagen, aber es wird kaum jemanden geben, der nicht irgendwann ein Lied von ihm gesungen hat.

Der Kölner Sänger und Komponist Karl Berbuer schrieb im Laufe der Jahre über 120 Lieder, von denen einige auf etwas kuriose Art Verwendung fanden. So reiste Konrad Adenauer 1950 als Bundeskanzler zu einem Staatsbesuch nach Chicago. Da es zu dieser Zeit noch keine offizielle Hymne gab, wurde er mit dem Berbuer Lied „Heidewitzka Herr Kapitän“ empfangen.

Bei anderen offiziellen Gelegenheiten wurde auch gerne „Wir sind die Eingeborenen von Tritzonesien“ gespielt, eine kleine Anspielung auf die drei Zonen der Westmächte zu der Zeit. Auch bei Sportlerehrungen war es sicher ein besonderes Gefühl, mit dem Trizonesien Lied geehrt zu werden.

Weitere sehr bekannte Lieder waren „Un et Arnöldche fleut“, oder das „Camping Leed“. Bis heute werden seine Lieder in Köln in Ehren gehalten und regelmäßig gespielt. Egal ob zu Karneval oder anderen Gelegenheiten, Karl Berbuer und seine Lieder sind unvergessen. Er wurde auf dem Südfriedhof beerdigt.

Der Brunnen wurde 1987 errichtet. Die Figuren stellen Personen aus seinen Liedern dar und er selbst steht mitten unter Ihnen. Manche Figuren lassen sich sogar bewegen.

Einen kleinen Extra-Tipp habe ich natürlich auch noch für euch. Gönnt euch einen gemütlichen Bummel über die Severinstraße und lasst euch ein wenig vom ganz eigenen Flair des Veedels verzaubern. Und wunderbare Läden zum Einkehren lassen sich hier auch finden.

Viel Spaß beim Entdecken wünscht euch euer Ronald

Adresse: Karl Berbuer Platz, 50678 Köln

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Ich weiß, was Ihr dieses Wochenende macht! Wenn Ihr frei habt und keine festen Termine, geht Ihr spazieren. Das Wetter wird ja gut. Dann werdet ihr ein Päuschen brauchen oder einfach nur haben wollen, weil ein Lokal mit einer tollen Aussicht lockt.
Gewitzt, diese Geschäftsleute. Sie bauen dieLokale immer dahin, wo es schön ist. – Aber noch gewitzter ist man da in Rodenkirchen… 
Ich habe vor Monaten ja die Geschichte erzählt, wie der Leichnam des Heiligen Maternus in einem Nachen den Rhein entgegen der Strömung hinauf trieb, um in Rodenkirchen, eben an der Stelle, an der heute das Kapellchen steht, wieder an Land zu stoßen. Was wir heute liebevoll „Kapellchen“ nennen, ist die kleine romanische Kirche „Alt Sankt Maternus“ aus dem frühen zehnten Jahrhundert.
Und die Wahl dieses Standorts kann man nur gewitzt nennen. Wenn man nämlich den Weg am Rheinufer entlangläuft, stellt man schnell fest, dass man schnurstracks auf das Kapellchen zuläuft und erst im letzten Moment schwenkt der Weg auf einen aufgeschütteten Damm. Dieser umrundet in einer Kurve den Chor und führt direkt dahinter wieder zurück auf das Ufer. Und genau diese Umgehung gibt es erst seit 1785. Davor stand das Kappelchen direkt am Wasser. Und man nahm auch in Kauf, dass es des Öfteren eben auch unter Wasser stand.
Warum das jetzt gewitzt sein soll? Nun, seit mindestens dem achten Jahrhundert treidelte man, meist mit Hilfe kräftiger Pferde und langen Leinen, Lastkähne genau diesen Pfad, der am Rheinufer auf das Kapellchen zuläuft, den Rhein herauf. Darum heißt er „Leinpfad“. Und weil unser Kapellchen so feist im Weg stand, wurden Mensch und Tier zur Pause gezwungen. Die Pferde wurden ausgeschirrt und zur Rast oder gar Übernachtung in Stallungen geführt. Die Menschen gingen natürlich für ein Päuschen in die Schankwirtschaft.
 
Das „Treppchen“ und das „Fährhaus“ sind Zeugen dieser Zeit. Gut, das heutige „Treppchen“ ist ein Bau des frühen 19. Jahrhunderts, aber es ist ja nicht die erste Wirtschaft an der Stelle. Die Gastronomie an dieser Stelle blickt als auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück.
Das riecht nach einem Geschäft, oder? Und das war es auch und ist es noch heute, auch wenn man heute dieser Tricks nicht mehr bedarf, weil wir uns freiwillig verführen lassen.
 
Als es dann aber weitergehen musste, wurde die Pferde aus den Stallungen, die sich unter anderem an der heutigen Straße „Auf dem Brand“ befunden haben, geholt und über die Friedensstraße zum Leinpfad zurückgeführt. Warum die Straße heute „Auf dem Brand“ heißt, dass muss mir ein netter Rodenkirchener nachher noch in die Kommentare schreiben. Dieser wird mir aber sicher auch bestätigen, dass die Geschichte stimmt, wenn ich Euch erzähle, warum die „Friedensstraße“ so heißt:
Durch diese Gasse wurden die Pferde früher wieder zum Rheinufer zurückgeführt und schließlich angeschirrt, um die Lastkähne weiter zu ziehen. Natürlich nannten die Leute die Gasse „Päädchensgass“ oder „Päädsgass“. Und genau das sagten die Rodenkirchener auch dem Menschen von dem die Bläck Fööss in dem Lied „Unser Stammbaum“ singen: dem Franzosen, der 1794 mit Napoleon hierhin kam und sie fragte, wie denn die Straße heiße. Dieser, des kölschen nicht mächtig, verstand anstatt „et Pääd“ eben nunmal eher „la paix“. Zack, hatten wir ein wunderschönes Missverständnis und ein zusammenhangloses Friedensdenkmal mehr, die „Friedensstraße“.

Seht Ihr? Ich weiß, was Ihr dieses Wochenende macht: Ihr geht den Rhein bei Rodenkirchen entlang, setzt Euch auf ein Kölsch oder zwei an das Rheinufer und guckt dabei nicht nur auf den Fluss… 

Michael

Ich weiß, wat Ehr dis Wochenengk maht. Wann Ehr frei hat un kein faste Termine, goht ehr gängele. Et Wedder weed jo god. Dann butt Ehr e Päusche ov wollt er einfach nor ein han, weil e Lokal met ener doll Ussich lock.
Gau, die Geschäfslück. Se baue de Weetschafte luuter dohin, wo et schön es. – Ävver noch gauer es mer do en Rudekirche…
Ich han vür Monate jo dat Kreppche verzallt, wie de Lich vum Hellige Matern en enem Naache der Rhing erop gäge der Strom gedrevve es, för en Rudekirche, evvens an dä Stell, an der hügg dat Kapellche steiht, widder an Land ze stüsse. Wat mer hügg leev „Kapellche“ nenne, es die klein romanische Kirch „Ald Zinter Matern“ usem fröhe zehnte Johrhundert.
Un de Wahl vun däm Standoot kann mer nor gau nenne. Wann mer nämlich dä Wäg am Rhingofer elans läuf, stellt mer flöck fass, dat mer direktemang op et Kapellche zoläuf un eescht em letzte Augebleck schwenk der Wäg op ene Damm, dä opgeschodt es. Dä geiht en ener Kurv öm der Chor un föht tirek dohinger widder zoröck op et Ofer. Un genau dä Ömgang gitt et eesch zick 1785. Dovör stundt et Kapellche tirek am Wasser. Un mer nohm och en Kauf, dat et alle naslang evvens och unger Wasser stundt.
Woröm dat jetz gau sin soll? No, zick mindestens dem aachte Johrhundet dät mer, miets met Hölp vun staatse Pääd un lang Linge, Lasskähn genau dä Padd, der am Rhingofer op et Kapellche zoläuf, der Rhing erop treidele. Doröm heiß hä „Leinpfad“. Un weil uns Kapellche esu feis em Wäg stundt, woodt Minsch und Dier en Paus opgezwunge. De Pääd woodt et Gescherr avgenomme un för en Rass ov gar Üvvernaachtung en Ställ gefoht. De Minsche gingke natörlich för e Päusche en de Weetschaff.
Et „Treppche“ un et „Fährhuus“ sin Zeuge vun dä Zigg. God, dat hüggige „Treppche“ es ene Bau usem fröhe 19. Johrhundert, ävver et es jo nit de eeschte Weetschaff an der Stell. De Gastronomie hät do en Johrhunderteaale Geschichte.
Dat rüch noh enem Geschäff, oder? Un dat wor et och un es et bes hügg, och wann mer hügg die Schlich nit mih esu nüdig hät, weil mer uns freiwellg verföhre looße.
Wie et dann ävver wiggergonn moot, woodte de Pääd us de Ställ, die unger anderem an der hüggige Stroß „Om Brand“ stundte, gehollt un üvver de „Friedensstroß“ nohm Leinfad zoröckgefoht. Woröm die Stroß hügg „Om Brand“ heiß, dat muss mer ene aadige Rudekirchener nohher noch en de Kommentare schrieve. Dä weed mer ävver bestemmp och bestätige, dat et stemmp, wann ich Üch verzälle, woröm de „Friedenstroß“ esu heiß:
Durch die Gass woodte de Pääd fröher widder nohm Rhingofer zeröckgefoht un krähte schleeßlich et Geschirr widder aan, för de Lasskähn wigger ze trecke. Natörlich nannte de Lück die Gass „Päädchensgass“ ov „Päädsgass“. Un genau dat sahte de Rudekirchener och däm Minsch vun däm de Bläck Fööss em Leed „Unse Stammbaum“ singe: däm Franzus, dä 1794 mem Napoleon heehin kom un se frogte, wie dann die Stroß heeß. Dä, dä jo dat Kölsche nit esu god kunnt, verstundt statt „et Pääd“ evvens ihter „la paix“. Zack, hatte mer et schönste Messverständnis un e Friddensdenkmol ohne Zesammehang mih, de „Friedensstroß“.
Seht ehr? Ich weiß, wat Ehr dis Wochenengk maht: Ehr goht lans der Rhing bei Rudekirche, setzt Üch op e Kölsch ov zwei an et Rhingofer un luurt dobei nit nor op der Fluss…

Mechel

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Erinnert ihr euch auch ab und zu an Abenteuer eurer Kindheit? Es sind ebenso schöne wie auch wertvolle Erinnerungen. Ich durfte früher auf einem alten Aalkutter mitfahren. Nur ein paar hundert Meter den Rhein rauf und runter. Es ist ewig her und die Aalkutter sind längst Geschichte. Aber an guten Tagen, wenn ich am Rhein spazieren gehe, kommen die Erinnerungen zurück. Sie zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht und für ein paar kostbare Augenblicke bin ich wieder Kind und sehe den Rhein wieder mit Kinderaugen. Das ist schön.

Nun, auch Ihr habt die Möglichkeit euren Kleinen eine Freude zu Bereiten. In Zündorf an der Groov könnt ihr mit einem kleinen Boot, dem Krokodil auf die andere Rheinseite nach Weiß übersetzen. Kinder im Alter bis 6 Jahren fahren für 1 Euro. Das ist ein wirklich bezahlbarer Spaß.

Ihr könnt sogar ein kleines Abenteuer daraus machen. Es gibt eine kleine weiße Tafel die man herunterklappen muss, und einen extra Sitzplatz damit der Kapitän auf dem Schiff auch sieht das da jemand wartet. Was glaubt ihr welche Gefühle bei einem Kind aufkommen wenn es alle Vorbereitungen getroffen hat und sich das Boot drüben auf der anderen Seite dann in Bewegung setzt. Zappelig wird es sein. Aufgeregt.

Für Kinder ist der Strom noch viel größer und wenn ein Schiff vorbei kommt, das Krokodil ein wenig in den Wellen liegt und das kleine Schiff anfängt leicht zu schaukeln ist die Aufregung bei euren Liebsten groß.

Gönnt euren Lieben und auch euch selbst dieses Erlebnis.

Kleiner Tipp. Am Abend vorher schon mal sagen was ihr machen wollt und dann eine kleine Geschichte erzählen. Die vom Wal, der sich mal in den Rhein verirrt hat bietet sich da an.

Viel Spaß wünscht euch 

Ronald

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Ein Dinner in Blau-Weiß

 

Kartenvorverkauf ab 1. Juni 2019
Buchhandlung Falderstraße und SAFRAN Gewürzbazar.
Tisch max. 8 Personen – 50 Euro

Es werden weiß eingedeckte Tische und Sitzbänke vom Veranstalter vermietet, Livemusik und/oder DJ Programm garantiert ein fröhliches Miteinander und motiviert zum Tanz.
Die Teilnehmer entwickeln, realisieren und mobilisieren ihre eigenen Ideen und Phantasie für ihre Tischdekoration und beleben die Kommunikations- und Integrations-Kultur in ihrem Stadtteil.

Bedingung ist nur eine blau-weiße Kleidung, um das Bild der Veranstaltung als eine Gemeinschaft zu symbolisieren und zu unterstreichen.

Die über 100 Tische sind von Anfang an sehr begehrt. Eventuelle finanzielle Überschüsse werden einem wohltätigem Zweck zugeführt.

 

 

Die „Ülepooz“, wie der Kölner sagt, hatte keine große Bedeutung für den Verkehr und war deshalb das kleinste der Stadttore. Auch dieses Tor wurde im 13. Jahrhundert während des Baus der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. Mit einer Breite von vier Metern war es der schmalste Durchgang der Kölner Stadttore. Den Namen hat es von den „Ulnern“ (Töpfer), die ihr Handwerk hier ausübten. Wegen der Brandgefahr mussten sie in unbewohnte, eher bäuerliche Bereiche ausweichen.

In der Nacht zum 15. Oktober 1268 war die Ulrepforte Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung. Der zuvor aus Köln geflohene Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg hatte vor, gegen die Overstolzen seine Macht zurückzuerobern. Hilfe hatte er dabei von der, ebenfalls aus der Stadt vertriebenen, Familie der „Weisen“.

Einer Sage nach wurde ein Schuster mit Namen Havenit, der direkt an der Mauer wohnte, mit 25 Mark bestochen, um einen Tunnel zu graben, durch den ein unbemerktes Eindringen in die Stadt möglich war.
Allerdings flog der Plan auf und die Eindringlinge konnten getötet, in die Flucht geschlagen oder gefangen genommen werden. Tatsächlich wurde bei Bauarbeiten, welche die Prinzengarde in Auftrag gegeben haben, ein nachträglich zugeschütteter Durchgang entdeckt. Ob dieser etwas mit der Schlacht an der Ulrepforte zu tun hatte, ist allerdings nicht bestätigt.

Ab 1450 wurde dieses eher unwichtige Stadttor zugemauert und der Turm zur Windmühle umgebaut. Im Gegensatz zu Wassermühlen, die im Falle einer Belagerung anfällig waren, da die Belagerer den Kölnern das Wasser abgraben konnten, waren Windmühlen sicher. Und so konnte hier die wichtige Versorgung durch Mahlen des Korns aufrechterhalten werden. Im 19. Jahrhundert wurde an der Ulrepforte immer wieder angebaut und diese verstärkt. So gab es 1900 hier sogar eine Gastwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die roten Funken die Ulrepforte gepachtet. Im östlichen der beiden Wehrtürme sind heute die Vereinsräume der blauen Funken zu finden.

Ronald

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Ihr sucht nach einer Übermittagsbetreuung ???

Dann kommt doch zu uns!

Wir bieten Mo-Fr zwischen 13-17 Uhr eine Betreuung für Kinder und Jugendliche.

Du kannst nicht an jedem Wochentag, oder willst auch mal einen Tag frei haben? Kein Problem!

Wir passen unsere Verträge nach gemeinsamer Rücksprache euren Wünschen an.

Bei uns bekommst du:

– täglich frisch gekochtes Essen

– eine individuelle Hausaufgabenbetreuung

– täglich wechselnde Angebote und AGs

– einen Bauplatz und riesige Räume, in denen du frei spielen kannst

– Platz zum chillen

– Teenieabende uvm.

Du bist interessiert? Dann setz dich mit uns in Verbindung!

Es ist möglich nach Rücksprache für einen oder zwei Schnuppertage vorbeizukommen.

Für alle, die aktuell keine Übermittagsbetreuung suchen, ist der Baui Mo-Fr ebenfalls zwischen 12-18Uhr geöffnet. Kinder und Jugendliche, die nicht in der Übermittagsbetreuung angemeldet sind, können unangemeldet und kostenfrei an unserem offenen Angebot und AGs teilnehmen.

Wir freuen uns auf Euch!

Euer Baui-Team