Am vergangenen Samstag, dem 25. Januar 2020, trafen sich nun zum bereits fünften Mal 600 Zweibeiner und ca. 1400 Vierbeiner zum fünften „Kölner Galgo-Marsch“, der wie auch bereits in den Vorjahren am Bürgerhaus Stollwerck startete, um von dort durch die Kölner City zu marschieren. Der Marsch findet statt, um auf die teils katastrophalen Haltungsbedingungen der spanischen Windhunde (Galgos) und ihrer Leidensgenossen, Podencos, Setter, Bodegueros, Bretonen u.v.a., aufmerksam zu machen, die in Spanien traditionell zur Jagd benutzt werden.

An diesem nasskalten Januar-Wintertag verlief der Marsch durch die Kölner Innenstadt. Kritiker werden dabei nicht müde, anzumerken, man solle doch den Marsch in den Sommer verlegen, die kälteempfindlichen Windhunde mit ihrer fehlenden Unterwolle und mangels Fettgewebe wären sicherlich dankbar…

Nur ist der Sommer keine Option und der Termin des Marsches wurde ja extra auf Ende Januar in den Winter gelegt, weil dann genau auch das Ende der Jagdsaison in Spanien ansteht. Deshalb wurde auch seinerzeit in Spanien der „Welt-Galgo-Tag“ ins Leben gerufen: um besonders an diesem Datum verstärkt auf das Schicksal der oftmals zum reinen Jagd- Werkzeug degradierten Windhunde aufmerksam zu machen. Denn spätestens am „Dia del Galgo“ am 1. Februar ereilt viele der sanften Jagdhunde ein Schicksal, das weitaus schlimmer ist als das oftmals nicht sehr schöne Leben, das sie bis dahin führen mussten: Ihre Jäger entledigt sich ihrer, auf teils üble Art und Weise.

Offiziell sind es etwas 50.000 Galgos (plus weiterer Jagdhunde), die JÄHRLICH von ihren Jägern als nicht mehr jagdtauglich erachtet und damit „überflüssig“ werden. Diese Hunde werden dann oftmals traditionell wie zerlumpte Schuhe „entsorgt“ – auf teils schlimme Art und Weise. Sie werden ausgesetzt, in Schluchten oder Brunnen geworfen, ihnen werden die Beine gebrochen, sie werden in den Bergen ausgesetzt, in entlegenen Gegenden einfach zum Verhungern irgendwo angebunden oder zum „Klavierspielen“ an einem Baum aufgehängt – dem Hund wird dabei ein Strick um den Hals gelegt, dessen anderes Ende so an einen Baum gebunden wird, dass er gerade noch mit den Hinterpfoten den Boden erreicht und um nicht stranguliert zu werden, dann ausbalanciert und auf seinen Hinterbeinen regelrecht tanzt,bis ihn die Kraft verlässt und er sich selbst erdrosselt. Jüngst machte das Schicksal einer Hündin namens Libera (Libby) die Runde in den Windhundkreisen, das einfach nur fassungslos macht. Die Hündin wurde streunenden auf den Feldern entdeckt: klapperdünn und mit einem regelrecht in ihren Hals hineingefrästen Strick um den Hals, der zu einer Handbreiten tiefen Wunde geführt hat. Sie hat augenscheinlich den Strick durchgebissen, mit dem sie ihr ehemaliger Besitzer aufgeknüpft hat. Es war nicht einfach sie zu sichern (per Lebenfalle), die Tierschützer vor Ort kämpfen nun um das Leben der tapferen Kämpferin. Alle hoffen, dass sie es schafft, denn die Halswirbel sind schwer geschädigt, die Blutzirkulation und Atmung funktionieren aktuell nicht wirklich richtig, Libby musste operiert werden. Und einige OPs hat Libera noch vor sich laut jüngsten Einschätzungen der Tierärzte vor Ort. Ein Fall der einfach fassungslos macht.

ABER: In diesem Jahr berichten die spanischen Tierschützer auch, dass es vermehrt zu Abgaben kommt, d.h. dass die Jäger verstärkt ihre Hunde direkt zu den Refugios bringen, anstatt ihnen etwas anzutun. Bei der Auffangstation FBM, der Fundacion Benjamin Mehnert, bei Madrid gelegen, wurden so jüngst 61 Hunde innerhalb von drei Tagen abgegeben. Das bringt nun zwar natürlich auch die Refugios schnell an die Grenzen des Machbaren, aber die Entwicklung darf man schon als guten Fortschritt für die Hunde sehen, derer man sich eben nicht durch die althergebrachten Arten entledigt, sondern sie direkt in die Hände von Tierfreunden übergibt.

Was verbirgt sich hinter der Hunderasse Galgo? Der Galgo ist ein auffälliger Hund von schlanker Statur, mit tiefen Brustkorb und langen dünnen Beinen ausgestattet, dazu einer sehr langen, dünnen Rute. Er wird hauptsächlich für die Jagd von Hasen verwendet, hinter denen er in Zweierformation zu streng aufgestellten Regeln „hinterher geschickt“ wird. Die spanische Jagdsaison läuft dabei von Oktober bis Ende Januar. Leider folgen noch immer zu viele Jäger den alten Traditionen, vermehren ihre Hunde fast wie am Fließband – immer hoffend, den besten, schnellsten Jäger herauszubekommen, der ihm Ruhm und Ehre einbringen soll und dessen Nachkommen sich teuer verkaufen lassen.

Das EU-Land Spanien – immer noch das Lieblings-Urlaubsland der Deutschen – in dem Traditionen hochgehalten, in dem bei vielen Festivitäten Tiere gequält werden: sei es nun beim „klassischen“ Stierkampf, dem „Toro de Fuego“ (Feuerstier) oder dem Ziegenbock, der von einem Kirchturm geworfen wird, um der Gemeinde Glück zu bringen. Und so gibt es auch die durch EU-Subventionen unterstützte Jagd mit dem Galgo. Es geht um viel Geld und dieses wird – wie so oft – auf dem Rücken der Tiere ausgetragen und durch diese verdient.Beim Kölner Galgo-Marsch äußerte die spanische Tierschützerin Maria Teresa Garcia Rodriguez, die extra jährlich zu diesem Demonstrationszug für die Windhunde anreist, und sich im „No a La Caza“ gegen die Jagd und für alle Tiere einsetzt, dass jeder einzelne Tierfreund, der nach Spanien reist, gefordert sei. Es mach Sinn, beim nächsten Spanienurlaub am Urlaubsort Dinge zur Anzeige zu bringen und einfach die Polizei anzurufen, so man von einer tierquälerischen Belustigung auf Kosten eines Tieres erfahren oder diese sehen würde. Sei dies nun ein Stierkampf oder ein Rennen mit Windhunden. Wählen Sie die 112, so sie auf ein Tier in schlechten Zustand stoßen oder eine Tiermisshandlung mitbekommen. Dann nur würde sich eventuell auch in der jeweiligen Gemeinde etwas tun, aus Angst, die Touristen könnten sich an diesen Praktiken stören und würden eventuell ganz wegbleiben!

Die Teilnehmerzahlen des Kölner Galgo-Marsches stiegen seit dem ersten Mal unaufhörlich: aus 150 Teilnehmer auf zwei Beinen im ersten Jahr wurden nun jüngst 600 Zweibeiner (mit ca. 1400 Hunden). Und so werden es immer mehr Tierfreunde – nicht nur in Köln, denen das Schicksal der sanftmütige Jagdhunde nicht egal ist und die den Hunden eine Stimme geben und gegen die unerträglichen Haltungsbedingungen und die massenhafte Entsorgung kämpfen. Denn nur zusammen sind wir stark und dürfen hoffe, etwas zu bewirken für die Situation der spanischen Jagdhunde Galgo, Podenco und Co!

Und so darf sich jeder bereits den Termin für den dann 6. Kölner Galgo-Marsch notieren: Samstag, der 30. Januar 2021 – 12 Uhr – Treffpunkt wie gehabt am Bürgerhaus Stollwerck in Köln!

Last but not least: Ganz wichtig ist uns zu erwähnen, dass auch der 5.te „Kölner Galgo- Marsch“ – wie in den Vorjahren bereits – die tollste Unterstützung überhaupt erfuhr durch das Team der Kölner Polizei, die mit ihrem einfach herzlichen, immer gut gelaunten Einsatz den Marsch sicher und wohlbehütet durch die Kölner Innenstadt geführt hat!

 

Ein dickes Dankeschön an unsere „Freunde und Helfer“ – was wären wir ohne Euch!!!

(Text und Fotos Julia Reinhardt & Maria Teresa Garcia Rodriguez)

 

Eine bunte Adventszeit liegt hinter uns.

Im Rahmen unseres „Lebendigen Adventskalenders“ haben sich fast jeden Abend Nachbarn bei unterschiedlichsten Gastgebern getroffen. Eine bunte Mischung aus Weihnachtsliedern, Andacht, Geschichten und Musik hat uns auf Weihnachten eingestimmt und bei Plätzchen und Glühwein haben wir in der hektischen Adventszeit abends in netter Runde innegehalten.

Unsere Aktion „Weihnachten miteinander“ hat Menschen zusammen gebracht, die bereits vor Weihnachten Zeit miteinander verbracht haben und in Kontakt bleiben werden. Wie schön!

Und am 3. Advent haben wir unseren Weihnachtsmarkt vor dem Kloster gefeiert. Ein Veedels-Weihnachtsmarkt wie er sein soll! Wer nicht dabei sein konnte, findet hier ein paar Fotos.

In den Arbeitsgemeinschaften laufen die Projekte weiter. Insbesondere die Vorbereitungen für Karneval sind in vollem Gange. Und auch zu den Themen Integration und Kunst tut sich etwas.
Aber auch das Orgateam des nächsten Straßenfestes geht jetzt mit neuer Kraft an die Arbeit. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, für alle, die dabei sein wollen – mit Stand oder Programm – eine Mail an info@raderbergundthal.de zu senden.

Schon am 25. Januar empfangen wir die Dreigestirne aus Kierdorf und Rodenkirchen – in diesem Jahr eine ganz besondere Veranstaltung, da unser 1. Vorsitzender Uli als Prinz die Session in Kierdorf begeht!
Der Februar steht dann natürlich voll im Zeichen von Karneval. Geplant sind Karneval mit Pänz an Wieverfastelovend, unsere berühmte Mitsing-Party an Karnevalssamstag und natürlich wieder die legendäre Sündenverbrennung am Veilchendienstag!

Am 12. März findet unser zweiter Abend der Ideen statt. Wir sammeln Ideen und schauen, was sich schon tut – im neuen Format! Um 19 Uhr geht´s los im Pfarrsaal der Philippus-Gemeinde in Raderthal. Auch Nicht-Mitglieder sind herzlich eingeladen, mit uns gemeinsam unser Veedel zu gestalten!

Viele Grüße und einen guten Start ins Jahr 2020 wünscht
das Team von RADERBERG und -THAL e. V.

Möchten auch Sie regelmäßig Informationen per Newsletter bekommen -hier geht es zur Anmeldung https://raderbergundthal.de/newsletteranmeldung-2/

Erinnert ihr euch auch ab und zu an Abenteuer eurer Kindheit? Es sind ebenso schöne wie auch wertvolle Erinnerungen. Ich durfte früher auf einem alten Aalkutter mitfahren. Nur ein paar hundert Meter den Rhein rauf und runter. Es ist ewig her und die Aalkutter sind längst Geschichte. Aber an guten Tagen, wenn ich am Rhein spazieren gehe, kommen die Erinnerungen zurück. Sie zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht und für ein paar kostbare Augenblicke bin ich wieder Kind und sehe den Rhein wieder mit Kinderaugen. Das ist schön.

Nun, auch Ihr habt die Möglichkeit euren Kleinen eine Freude zu Bereiten. In Zündorf an der Groov könnt ihr mit einem kleinen Boot, dem Krokodil auf die andere Rheinseite nach Weiß übersetzen. Kinder im Alter bis 6 Jahren fahren für 1 Euro. Das ist ein wirklich bezahlbarer Spaß.

Ihr könnt sogar ein kleines Abenteuer daraus machen. Es gibt eine kleine weiße Tafel die man herunterklappen muss, und einen extra Sitzplatz damit der Kapitän auf dem Schiff auch sieht das da jemand wartet. Was glaubt ihr welche Gefühle bei einem Kind aufkommen wenn es alle Vorbereitungen getroffen hat und sich das Boot drüben auf der anderen Seite dann in Bewegung setzt. Zappelig wird es sein. Aufgeregt.

Für Kinder ist der Strom noch viel größer und wenn ein Schiff vorbei kommt, das Krokodil ein wenig in den Wellen liegt und das kleine Schiff anfängt leicht zu schaukeln ist die Aufregung bei euren Liebsten groß.

Gönnt euren Lieben und auch euch selbst dieses Erlebnis.

Kleiner Tipp. Am Abend vorher schon mal sagen was ihr machen wollt und dann eine kleine Geschichte erzählen. Die vom Wal, der sich mal in den Rhein verirrt hat bietet sich da an.

Viel Spaß wünscht euch 

Ronald

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Altes und Neues aus dem historischen Archiv des Bürgervereins Zollstock ….

gibt es am 16. Januar 2020, ab 19.00 Uhr zu sehen. Viele Exponate aus unserem Archiv werden wir u.a. auf Großleinwand im Pfarrsaal von St. Pius der Öffentlichkeit vorstellen. Neben der zu ZollstocKultur präsentierten Postkartensammlung werden auch Teile präsentiert, die anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Vereins im Jahre 1983 ausgestellt wurden.

Für alte und neu hinzugezogene ZollstockerInnen versprechen wir einen interessanten Abend zu gestalten, bei dem auch Gelegenheit zu einem Glas Kölsch und Co. gegeben wird.

Ihr seid herzlich willkommen

Der Eintritt ist frei.

(Text: Ute Heinemann/Bürgerverein Zollstock)

Ich weiß, was Ihr dieses Wochenende macht! Wenn Ihr frei habt und keine festen Termine, geht Ihr spazieren. Das Wetter wird ja gut. Dann werdet ihr ein Päuschen brauchen oder einfach nur haben wollen, weil ein Lokal mit einer tollen Aussicht lockt.
Gewitzt, diese Geschäftsleute. Sie bauen dieLokale immer dahin, wo es schön ist. – Aber noch gewitzter ist man da in Rodenkirchen… 
Ich habe vor Monaten ja die Geschichte erzählt, wie der Leichnam des Heiligen Maternus in einem Nachen den Rhein entgegen der Strömung hinauf trieb, um in Rodenkirchen, eben an der Stelle, an der heute das Kapellchen steht, wieder an Land zu stoßen. Was wir heute liebevoll „Kapellchen“ nennen, ist die kleine romanische Kirche „Alt Sankt Maternus“ aus dem frühen zehnten Jahrhundert.
Und die Wahl dieses Standorts kann man nur gewitzt nennen. Wenn man nämlich den Weg am Rheinufer entlangläuft, stellt man schnell fest, dass man schnurstracks auf das Kapellchen zuläuft und erst im letzten Moment schwenkt der Weg auf einen aufgeschütteten Damm. Dieser umrundet in einer Kurve den Chor und führt direkt dahinter wieder zurück auf das Ufer. Und genau diese Umgehung gibt es erst seit 1785. Davor stand das Kappelchen direkt am Wasser. Und man nahm auch in Kauf, dass es des Öfteren eben auch unter Wasser stand.
Warum das jetzt gewitzt sein soll? Nun, seit mindestens dem achten Jahrhundert treidelte man, meist mit Hilfe kräftiger Pferde und langen Leinen, Lastkähne genau diesen Pfad, der am Rheinufer auf das Kapellchen zuläuft, den Rhein herauf. Darum heißt er „Leinpfad“. Und weil unser Kapellchen so feist im Weg stand, wurden Mensch und Tier zur Pause gezwungen. Die Pferde wurden ausgeschirrt und zur Rast oder gar Übernachtung in Stallungen geführt. Die Menschen gingen natürlich für ein Päuschen in die Schankwirtschaft.
 
Das „Treppchen“ und das „Fährhaus“ sind Zeugen dieser Zeit. Gut, das heutige „Treppchen“ ist ein Bau des frühen 19. Jahrhunderts, aber es ist ja nicht die erste Wirtschaft an der Stelle. Die Gastronomie an dieser Stelle blickt als auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück.
Das riecht nach einem Geschäft, oder? Und das war es auch und ist es noch heute, auch wenn man heute dieser Tricks nicht mehr bedarf, weil wir uns freiwillig verführen lassen.
 
Als es dann aber weitergehen musste, wurde die Pferde aus den Stallungen, die sich unter anderem an der heutigen Straße „Auf dem Brand“ befunden haben, geholt und über die Friedensstraße zum Leinpfad zurückgeführt. Warum die Straße heute „Auf dem Brand“ heißt, dass muss mir ein netter Rodenkirchener nachher noch in die Kommentare schreiben. Dieser wird mir aber sicher auch bestätigen, dass die Geschichte stimmt, wenn ich Euch erzähle, warum die „Friedensstraße“ so heißt:
Durch diese Gasse wurden die Pferde früher wieder zum Rheinufer zurückgeführt und schließlich angeschirrt, um die Lastkähne weiter zu ziehen. Natürlich nannten die Leute die Gasse „Päädchensgass“ oder „Päädsgass“. Und genau das sagten die Rodenkirchener auch dem Menschen von dem die Bläck Fööss in dem Lied „Unser Stammbaum“ singen: dem Franzosen, der 1794 mit Napoleon hierhin kam und sie fragte, wie denn die Straße heiße. Dieser, des kölschen nicht mächtig, verstand anstatt „et Pääd“ eben nunmal eher „la paix“. Zack, hatten wir ein wunderschönes Missverständnis und ein zusammenhangloses Friedensdenkmal mehr, die „Friedensstraße“.

Seht Ihr? Ich weiß, was Ihr dieses Wochenende macht: Ihr geht den Rhein bei Rodenkirchen entlang, setzt Euch auf ein Kölsch oder zwei an das Rheinufer und guckt dabei nicht nur auf den Fluss… 

Michael

Ich weiß, wat Ehr dis Wochenengk maht. Wann Ehr frei hat un kein faste Termine, goht ehr gängele. Et Wedder weed jo god. Dann butt Ehr e Päusche ov wollt er einfach nor ein han, weil e Lokal met ener doll Ussich lock.
Gau, die Geschäfslück. Se baue de Weetschafte luuter dohin, wo et schön es. – Ävver noch gauer es mer do en Rudekirche…
Ich han vür Monate jo dat Kreppche verzallt, wie de Lich vum Hellige Matern en enem Naache der Rhing erop gäge der Strom gedrevve es, för en Rudekirche, evvens an dä Stell, an der hügg dat Kapellche steiht, widder an Land ze stüsse. Wat mer hügg leev „Kapellche“ nenne, es die klein romanische Kirch „Ald Zinter Matern“ usem fröhe zehnte Johrhundert.
Un de Wahl vun däm Standoot kann mer nor gau nenne. Wann mer nämlich dä Wäg am Rhingofer elans läuf, stellt mer flöck fass, dat mer direktemang op et Kapellche zoläuf un eescht em letzte Augebleck schwenk der Wäg op ene Damm, dä opgeschodt es. Dä geiht en ener Kurv öm der Chor un föht tirek dohinger widder zoröck op et Ofer. Un genau dä Ömgang gitt et eesch zick 1785. Dovör stundt et Kapellche tirek am Wasser. Un mer nohm och en Kauf, dat et alle naslang evvens och unger Wasser stundt.
Woröm dat jetz gau sin soll? No, zick mindestens dem aachte Johrhundet dät mer, miets met Hölp vun staatse Pääd un lang Linge, Lasskähn genau dä Padd, der am Rhingofer op et Kapellche zoläuf, der Rhing erop treidele. Doröm heiß hä „Leinpfad“. Un weil uns Kapellche esu feis em Wäg stundt, woodt Minsch und Dier en Paus opgezwunge. De Pääd woodt et Gescherr avgenomme un för en Rass ov gar Üvvernaachtung en Ställ gefoht. De Minsche gingke natörlich för e Päusche en de Weetschaff.
Et „Treppche“ un et „Fährhuus“ sin Zeuge vun dä Zigg. God, dat hüggige „Treppche“ es ene Bau usem fröhe 19. Johrhundert, ävver et es jo nit de eeschte Weetschaff an der Stell. De Gastronomie hät do en Johrhunderteaale Geschichte.
Dat rüch noh enem Geschäff, oder? Un dat wor et och un es et bes hügg, och wann mer hügg die Schlich nit mih esu nüdig hät, weil mer uns freiwellg verföhre looße.
Wie et dann ävver wiggergonn moot, woodte de Pääd us de Ställ, die unger anderem an der hüggige Stroß „Om Brand“ stundte, gehollt un üvver de „Friedensstroß“ nohm Leinfad zoröckgefoht. Woröm die Stroß hügg „Om Brand“ heiß, dat muss mer ene aadige Rudekirchener nohher noch en de Kommentare schrieve. Dä weed mer ävver bestemmp och bestätige, dat et stemmp, wann ich Üch verzälle, woröm de „Friedenstroß“ esu heiß:
Durch die Gass woodte de Pääd fröher widder nohm Rhingofer zeröckgefoht un krähte schleeßlich et Geschirr widder aan, för de Lasskähn wigger ze trecke. Natörlich nannte de Lück die Gass „Päädchensgass“ ov „Päädsgass“. Un genau dat sahte de Rudekirchener och däm Minsch vun däm de Bläck Fööss em Leed „Unse Stammbaum“ singe: däm Franzus, dä 1794 mem Napoleon heehin kom un se frogte, wie dann die Stroß heeß. Dä, dä jo dat Kölsche nit esu god kunnt, verstundt statt „et Pääd“ evvens ihter „la paix“. Zack, hatte mer et schönste Messverständnis un e Friddensdenkmol ohne Zesammehang mih, de „Friedensstroß“.
Seht ehr? Ich weiß, wat Ehr dis Wochenengk maht: Ehr goht lans der Rhing bei Rudekirche, setzt Üch op e Kölsch ov zwei an et Rhingofer un luurt dobei nit nor op der Fluss…

Mechel

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Die „Ülepooz“, wie der Kölner sagt, hatte keine große Bedeutung für den Verkehr und war deshalb das kleinste der Stadttore. Auch dieses Tor wurde im 13. Jahrhundert während des Baus der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. Mit einer Breite von vier Metern war es der schmalste Durchgang der Kölner Stadttore. Den Namen hat es von den „Ulnern“ (Töpfer), die ihr Handwerk hier ausübten. Wegen der Brandgefahr mussten sie in unbewohnte, eher bäuerliche Bereiche ausweichen.

In der Nacht zum 15. Oktober 1268 war die Ulrepforte Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung. Der zuvor aus Köln geflohene Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg hatte vor, gegen die Overstolzen seine Macht zurückzuerobern. Hilfe hatte er dabei von der, ebenfalls aus der Stadt vertriebenen, Familie der „Weisen“.

Einer Sage nach wurde ein Schuster mit Namen Havenit, der direkt an der Mauer wohnte, mit 25 Mark bestochen, um einen Tunnel zu graben, durch den ein unbemerktes Eindringen in die Stadt möglich war.
Allerdings flog der Plan auf und die Eindringlinge konnten getötet, in die Flucht geschlagen oder gefangen genommen werden. Tatsächlich wurde bei Bauarbeiten, welche die Prinzengarde in Auftrag gegeben haben, ein nachträglich zugeschütteter Durchgang entdeckt. Ob dieser etwas mit der Schlacht an der Ulrepforte zu tun hatte, ist allerdings nicht bestätigt.

Ab 1450 wurde dieses eher unwichtige Stadttor zugemauert und der Turm zur Windmühle umgebaut. Im Gegensatz zu Wassermühlen, die im Falle einer Belagerung anfällig waren, da die Belagerer den Kölnern das Wasser abgraben konnten, waren Windmühlen sicher. Und so konnte hier die wichtige Versorgung durch Mahlen des Korns aufrechterhalten werden. Im 19. Jahrhundert wurde an der Ulrepforte immer wieder angebaut und diese verstärkt. So gab es 1900 hier sogar eine Gastwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die roten Funken die Ulrepforte gepachtet. Im östlichen der beiden Wehrtürme sind heute die Vereinsräume der blauen Funken zu finden.

Ronald

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Es lebt sich ruhig in Sürth. Man trifft immer nette entspannte Leute, es gibt (meistens) problemlos Parkplätze, die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist gut. Was aber die wirklich besondere Lebensqualität ausmacht hier im Süden ist die Sürther Aue. Besonders wenn man leidenschaftliche Joggerin ist, so wie ich. Die Aue teilt man sich in der Regel mit Spaziergängern, Radfahrern und Hundebesitzern, aber ganz früh morgens, da hat man sie ganz für sich alleine. Der Frühnebel verzieht sich so langsam, die ersten Sonnenstrahlen kämpfen sich durch. Wunderbares Morgenlicht fällt durch die noch belaubten Baumkronen. Jetzt im späten Herbst friert es nachts schon manchmal und die Nähe zum Rhein, die feuchte Luft, spinnt feinste Netze auf Wiesen und Blätter. In der kalten Luft sieht sogar die Skyline des Godorfer Hafens und Wesselinger Industriegebiets irgendwie romantisch aus.
Und dann einfach lostraben in die vorwinterliche Farbenvielfalt, nichts mehr denken und einfach nur seine Runden drehen. Das ist Leben in Sürth, Leben am (im) Fluss.

Der Karl Berbuer Brunnen/Narrenbrunnen

Vielen Leuten, gerade der jüngeren Generation mag der Name Karl Berbuer nichts sagen, aber es wird kaum jemanden geben, der nicht irgendwann ein Lied von ihm gesungen hat.

Der Kölner Sänger und Komponist Karl Berbuer schrieb im Laufe der Jahre über 120 Lieder, von denen einige auf etwas kuriose Art Verwendung fanden. So reiste Konrad Adenauer 1950 als Bundeskanzler zu einem Staatsbesuch nach Chicago. Da es zu dieser Zeit noch keine offizielle Hymne gab, wurde er mit dem Berbuer Lied „Heidewitzka Herr Kapitän“ empfangen.

Bei anderen offiziellen Gelegenheiten wurde auch gerne „Wir sind die Eingeborenen von Tritzonesien“ gespielt, eine kleine Anspielung auf die drei Zonen der Westmächte zu der Zeit. Auch bei Sportlerehrungen war es sicher ein besonderes Gefühl, mit dem Trizonesien Lied geehrt zu werden.

Weitere sehr bekannte Lieder waren „Un et Arnöldche fleut“, oder das „Camping Leed“. Bis heute werden seine Lieder in Köln in Ehren gehalten und regelmäßig gespielt. Egal ob zu Karneval oder anderen Gelegenheiten, Karl Berbuer und seine Lieder sind unvergessen. Er wurde auf dem Südfriedhof beerdigt.

Der Brunnen wurde 1987 errichtet. Die Figuren stellen Personen aus seinen Liedern dar und er selbst steht mitten unter Ihnen. Manche Figuren lassen sich sogar bewegen.

Einen kleinen Extra-Tipp habe ich natürlich auch noch für euch. Gönnt euch einen gemütlichen Bummel über die Severinstraße und lasst euch ein wenig vom ganz eigenen Flair des Veedels verzaubern. Und wunderbare Läden zum Einkehren lassen sich hier auch finden.

Viel Spaß beim Entdecken wünscht euch euer Ronald

Adresse: Karl Berbuer Platz, 50678 Köln

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