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Dienstagszug in Köln-Zollstock. – Bild: Bronisz

 

Zollstock – Petrus muss ein Zollstocker sein. Diesen Eindruck hatte man jedenfalls beim heutigen Dienstagszug. Vergessen der Abbruch der Schull- un Veedelszöch 2020, vergessen das schlechte Wetter am Rosenmontag. Vergessen aber auch die Probleme des letztjährigens Dienstagszuges, der beinahe vor dem Aus stand. Nein, heute war ein guter Tag für den Zollstocker Dienstagszug, was tausende Besucher entlang der Zugstrecke mit ihrer Begeisterung zum Ausdruck brachten.

Ausgelassen feierten die Jecken bei leichter Bewölkung und heiteren Aufhellungen am Straßenrand und jubelten den einzelnen Gruppen zu, die in dem Zug mit liefen. Nicht zu vergessen, dass die Ausrichter des Dienstagszuges um Michael Siegenbruck den enttäuschten und traurigen Jecken, deren Züge am Sonntag wegen des Sturmes „Yulia“ nicht starten konnten, angeboten haben, in Zollstock mitlaufen zu können. Dies taten dann auch einige und vergessen war die Enttäuschung vom Sonntag.

Auch in Zollstock klare Kante. – Bild: Bronisz

 

Und auch in diesem Zug zeigte man gegen Rechts die klare Kante. Zum Ausdruck brachte dies, wie auch bei der Demo am Roncalliplatz, Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn, der heute im Zollstocker Zug mitgelaufen ist. Ein wichtiges Zeichen.

So schön der Dienstagszug in Zollstock auch war. Am Abend erreichten die Jecken eine traurige Nachricht. Marie-Luise Nikuta, Kölner „Motto-Queen“, starb im Alter von 81 Jahren in einer Seniorenresidenz. Seit 1977 komponierte sie jedes Jahr ein Mottolied für den Kölner Karneval. Zuletzt mit „De Schlofmütze“ das Lied „Et Hätz schleiht em Veedel“.

(Text und Fotos Berthold Bronisz)

Jetzt hängen Sie wieder über den Kneipen: Die bemitleidenswerten Nubbel. Das sind Strohpuppen, die in der Nacht zu Aschermittwoch verbrannt werden, um uns von allen (Karnevals-)Sünden zu befreien. Zugegeben: Das ist recht praktisch! Wir feiern heftig Karneval, schlagen über die Stränge und schuld ist immer nur dä Nubbel.

Die ersten Nubbel wurden im Rheinland ab etwa Anfang des 19. Jahrhunderts verbrannt. Allerdings ist der Begriff „Nubbel“ recht neu und stammt aus den 1950er Jahren. Bis dahin war der Begriff „Zachaies“ geläufig. Gleiches Prinzip, nur anderer Begriff: Eine Figur muss für die Verfehlungen einstehen. Dabei steht der Nubbel jedes Jahr wieder neu auf, er entsteht also aus seiner eigenen Asche.

Der Nubbel trägt die Schuld – an allem!

Der Ablauf der Nubbel-Verbrennung ist immer weitesgehend gleich: Die bereits vor Weiberfastnacht aufgehängte Puppe wird in der Nacht zu Aschermittwoch abgenommen. Ein als Geistlicher oder Bestatter kostümierter Jeck liest dann die Anklageschrift mit den Sünden des Nubbels vor. Mit jeder Verfehlung wird das anwesende Volk gefragt: „Un wer is dat schuld?“ Die Antwort ist – na klar – der Nubbel. Klassische Anklagen des Nubbels sind:

  • Wer is et schuld, dat mer noh Fastelovend all malad und blank sin?
    (Wer ist es schuld, dass wir nach Karneval alle krank und pleite sind?)
  • Wer is et schuld, dat dä Eff Zeh alt widder su schläch jespillt hät?
    (Wer ist es schuld, dass der ruhmreiche 1. FC Köln schon so bescheiden gespielt hat?)
  • Wer ist et schuld, dat die bedrissene Autobahnbröck immer noch kapott es?
    (Wer ist et schuld, dass die Autobahnbrücke der A1 über der Rhein immer noch defekt ist?)

Das anwesende Volk antwortet auf jede Anklage immer lauthals mit „Dä Nubbel“. Am Ende der Anklage wird der Nubbel angezündet und verbrannt. Durch das Feuer werden alle Jecken, die Stadt, der FC und wer auch immer von ihren Sünden befreit. So lässt sich anschließend hervorragend weiterfeien – bis zum Morgen des Aschermittwochs. Erst dann ist wirklich Schluss.

In der Südstadt wird der Nubbel zum Rebell

Kölns größte Nubbelverbrennung ist im Quartier Latin, im Studentenviertel an der Zülpicher Straße. Dort fährt eine alte Leichenwagen-Kutsche durch die Straßen und sammelt die Nubbel der verschiedenen Kneipen ein. Die eigentliche Verbrennung ist dann vor Hellers Brauhaus auf der Roonstraße. Mehrere Tausend Jecken beschuldigen den Nubbel aller Sünden und singen nach der Verbrennung gemeinsam „In unserem Veedel“ bevor es zurück in die vielen Kneipen des Viertels geht.

Auf der Merowinger Straße in der Südstadt wird der Nubbel vor der Kneipe/Restaurant Filos verbrannt. Der Pfarrer der nahegelegenen Lutherkirche, Hans Mörtter, leitet diese Verbrennung. Hier steht der Nubbel aber nicht für die begangenen Sünden, sondern für das letzte Stück Rebellion in uns allen: Rebellion gegen Intoleranz, Rassismus und Hass. Folgerichtig wird die Asche des verbrannten Nubbels in kleine, durchlöcherte Säcke gefüllt und an mit Helium gefüllte Ballons gebunden. Beim Aufstieg in den Himmel soll dann die Asche des Nubbels auf uns niederrieseln und den Geist der Rebellion anfachen. Daher hofft man auch, dass Südwind herrscht. So kann sich die Asche vorrangig über die Nobelviertel Marienburg und Hahnwald verteilen.

Sündenverbrennung in Raderberg

Einen ganz anderen Weg geht der Bürgerverein RADERBERG und -THAL im Kölner Süden: Bereits weit vor Karneval verteilt der Verein im ganzen Viertel „Sündenkarten“. Hier können die Jecken ihre individuellen Sünden eintragen und an die Pinnwand „Beichtstuhl“ im Brauhaus am Kloster hängen.

RADERBERG und -THAL, Sündenkarte 2020RADERBERG und -THAL, Sündenkarte 2020

An Karnevalsdienstag kommen dann mit Klaus Eberhard, dem evangelischen Pfarrer der Gemeinde, und Thomas Frings, einem katholischen Geistlichen, zwei echte Profis, die gemeinsam die „schönsten“ Sündenkarten zitieren, die Sünden einordnen und dann verbrennen. Auch hier ist der Sünder somit befreit von der Sündenlast und kann unbeschwert weiterfeiern. Dies ist Kölns schönster Karnevalsabschluss. Vorbeikommen lohnt sich unbedingt.
Übrigens: Ich werde auch dort sein.

Der Köln-Lotse – Stadtführung mit Spaß Uli Kievernagel informiert durch seinen Sonntags- Newsletter:

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Feuerwehr und Rettungsdienst sind vorbereitet

Die Karnevalstage sind für die Feuerwehr und den Rettungsdienst der Stadt Köln eine einsatzreiche Zeit. Der an Weiberfastnacht beginnende Straßenkarneval stellt die Feuerwehr Köln Jahr für Jahr vor eine Herausforderung. Während der tollen Tage gilt es insbesondere im Bereich des Rettungsdienstes ein enormes Einsatzaufkommen zu bewältigen.

Im Vorjahr wurden durch die Leitstelle der Feuerwehr Köln in der Karnevalswoche insgesamt 3690 Einsatzfahrzeuge zu medizinischen Notfällen alarmiert. Die Feuerwehr rückte 397 Mal aus, es wurden 9.168 Notrufe bearbeitet. Allein an Weiberfastnacht mussten die Disponenten in der Leitstelle 1.728 Notrufe bewältigen. Während der Karnevalstage gilt es darüber hinaus, weiterhin das reguläre Aufkommen des Rettungsdienstes in gewohnter Qualität sicherzustellen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wurde durch die Feuerwehr Köln ein vielschichtiger Einsatzplan entwickelt. Erfahrungen der Vorjahre fließen hier gezielt ein und Anpassungen werden vorgenommen, um den Kölnerinnen und Kölnern sowie unseren Gästen von nah und fern einen bedarfsgerechten und leistungsfähigen Rettungsdienst anzubieten. Daneben gilt es auch planerisch, die Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr auf das Einsatzhoch vorzubereiten und aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen.

Weiberfastnacht und Rosenmontag stellen die Höhepunkte, der an die Feuerwehr Köln gestellten Aufgaben dar. Alleine für diese Tage erfolgen umfangreichste Maßnahmen. In der Feuerwehrleitstelle werden fünf zusätzliche Disponenten eingesetzt, um der Masse an Notrufen und daraus resultierenden Einsätzen adäquat zu begegnen.

Angepasste Alarmstufen und zusätzliche Einsatzkräfte vor Ort

Da aufgrund der großen Menschenansammlungen im öffentlichen Raum verschiedene Bereiche durch Einsatzfahrzeuge nur schwer und mit Verzögerung erreicht werden können, erfolgt hier bereits im Vorfeld eine Anpassung der sogenannten Alarmstufen. Das bedeutet, dass zum Beispiel im „Kwartier Latäng“ wie auch in der Altstadt deutlich mehr Einsatzkräfte alarmiert werden als üblicherweise. Daneben werden in diesen Bereichen mobile Einsatzkräfte eingesetzt, um frühzeitig und fußläufig erste Erkundungsergebnisse zu sammeln und Fahrzeugen den schnellsten Weg zu weisen.

Zur Sicherstellung von Hilfsfristen erfolgt zudem die Stationierung einzelner Feuerwehrfahrzeuge im innerstädtischen Bereich, etwa auf dem Roncalliplatz. Um zusätzliche Rettungsfahrzeuge direkt in der Nähe von Einsatzschwerpunkten vorzuhalten, wird am Josef-Haubrich-Hof, Innenstadt, eine temporäre Rettungswache eingerichtet. Alleine hier warten fast 30 Fahrzeuge auf den Einsatz, darunter 20 Rettungswagen. Sämtliche Einsatzschwerpunkte lassen sich von hier in kurzer Zeit erreichen. Zur Führung dieser Rettungswache werden Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr mit einer mobilen Einsatzleitung eingesetzt.

Der übliche Rettungsdienst der Stadt Köln wird alleine an Weiberfastnacht um 46 Rettungswagen und fünf Notarztfahrzeuge verstärkt. Das stellt eine Verdoppelung der Kapazitäten des Rettungsdienstes zu einem normalen Wochentag dar. Rosenmontag werden zusätzliche 38 Rettungsfahrzeuge vorgehalten.

Da auch mit einer Zunahme des Einsatzaufkommens außerhalb der innerstädtischen Stadtteile zu rechnen ist, werden in allen Stadtbezirken Rettungsmittel verstärkt. Diese lassen sich im Bedarfsfall an Einsatzschwerpunkte verlegen.

Einrichtung von Unfallhilfsstellen in den Schwerpunktbereichen

Nicht jeder vermeintliche Notfall benötigt einen Rettungswagen. Um die wertvolle Ressource Rettungswagen zu schonen und bereits vor Ort eine schnelle sanitätsdienstliche Versorgung sicherzustellen, werden im „Kwartier Latäng“ und in der Altstadt an Weiberfastnacht insgesamt zwölf dieser Unfallhilfsstellen, teilweise arztbesetzt, betrieben. Diese verfügen über mobile Sanitätsteams, welche zur Erstversorgung in den Veranstaltungsflächen bereitstehen. Am Rosenmontag werden sogar 26 Unfallhilfsstellen vorgehalten, um entlang des Zugweges den Kölnerinnen und Kölnern schnelle Hilfe anbieten zu können. Auch die Schull- und Veedelszöch werden mit insgesamt 23 Hilfsstellen versorgt.

Werden aus diesen Hilfsstellen nach Erstversorgung Transporte in ein Krankenhaus notwendig, erfolgt vornehmlich der Einsatz von Krankentransportfahrzeugen. Elf Krankenwagen stehen hierfür an Weiberfastnacht zusätzlich bereit, am Rosenmontag unterstützen 14 Krankenwagen den Rettungsdienst. Bei kritischen Notfällen werden zum Transport unmittelbar Rettungswagen und Notarzt bereitgestellt.

Die Hilfsstellen werden durch die Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hilfsdienst und Arbeiter-Samariter-Bund betrieben. Auch unterstützen diese tatkräftig die zusätzlichen Maßnahmen im Rettungsdienst an den übrigen Tagen.

Maßnahmen im Hintergrund

Neben diesen nach außen hin sichtbaren Maßnahmen verstärkt sich die Feuerwehr Köln auch hinter den Kulissen. Im städtischen Koordinierungsstab stellen Verbindungsbeamte kurze Kommunikationswege zu weiteren städtischen Ämtern und anderen Behörden sicher. Die Fahrzeugwerkstatt der Feuerwehr Köln legt Extraschichten ein, um notwendige Reparaturen an den Einsatzfahrzeugen schnell durchführen zu können. Zudem sind im Rahmen des Qualitätsmanagements Fachplaner aus den Bereichen Rettungsdienst und Brandschutz im Stadtgebiet unterwegs, um im Bedarfsfall schnell und zielgerichtet Maßnahmenpakete anzupassen.

Doppelte Anzahl der Einsatzkräfte

Um dem erwarteten großen Einsatzaufkommen zu begegnen, verdoppeln Feuerwehr und Rettungsdienst ihre Kapazitäten. So stehen beispielsweise alleine an Weiberfastnacht zusätzlich rund 200 Einsatzkräfte mit 70 Fahrzeugen bereit. Mit dem üblichen Regeldienst sorgen somit mehr als 400 Einsatzkräfte an diesem Tag für die Sicherheit der feiernden Jecken. Viele weitere Hilfskräfte stehen darüber hinaus in den Unfallhilfsstellen im innerstädtischen Bereich bereit.

(Pressestelle der Stadt Köln Katja Reuter)

Amt für öffentliche Ordnung informiert über Angebote und Einschränkungen

Friedliches und respektvolles Feiern im Kölner Karneval – das ist das Ziel des Amtes für öffentliche Ordnung. Ein größeres Sicherheitsgefühl, Ahndung von Ordnungswidrigkeiten wie Wildpinkeln oder Alkoholkonsum bei unter 18-Jährigen, freie Zugwege und kein Glas in denHotspotsdes jecken Treibens: Zu Spitzenzeiten wird das Amt für öffentliche Ordnung mit mehr als 215 Personen pro Tag im Einsatz für sicheren und friedlichen Fasteleer sein.

Im Rahmen des Straßenkarnevals 2020 wird die Stadt Köln für die Bereiche außerhalb von Veranstaltungen wieder verschiedene Maßnahmen umsetzen, die dem Schutz der Feiernden und Anwohner insbesondere in denHotspotsAltstadt, Kwartier Latäng und Südstadt dienen werden. In diesem Zusammenhang wird die Stadt Köln in Spitzenzeiten von 470 Mitarbeitenden externer Bewachungsfirmen unterstützt.

Altstadt:

In der Altstadt wird es an Weiberfastnacht (von 8 Uhr bis Karnevalsfreitag 8 Uhr) und am Karnevalssamstag (von 18 Uhr bis Karnevalssonntag 8 Uhr) wieder das bewährte Glasverbot unter dem Motto „Mehr Spaß ohne Glas“ geben. An den Zugängen zur Glasverbotszone werden von den Altstadtwirten, derKGAlt Köln und dem Festkomitee Pfandbecher ausgegeben, in die die Feiernden den Inhalt ihrer in Glas mitgebrachten Getränke umschütten können. Diese Becher können an den Ausschankständen oder den Becherausgabestellen zurückgegeben werden. Um den Feiernden unnötige Wartezeiten bei der Kontrolle und Pfandbecherausgabe zu ersparen, appelliert die Stadt Köln an alle Jecken, von vornherein auf das Mitführen von Glasbehältnissen zu verzichten. Im Umfeld der Veranstaltungsflächen werden wieder zusätzlicheToiletten und Müllbehältnisse von der Stadt Köln bereitgestellt. Die Toilettenstandorte sind ausgeschildert.

Kwartier Latäng:

Auch im Kwartier Latäng wird das bewährte Glasverbot wieder umgesetzt. Hier gilt das Motto „Mehr Spaß ohne Glas“ zu folgenden Zeiten:

Während dieser Zeiten greift auch das weiterentwickelte Schutzkonzept, in dessen Rahmen der Zustrom in das Viertel überwacht wird. Dazu richtet die Stadt Köln an verschiedenen Zugangspunkten Bedarfssperren ein. Hier werden den Feiernden wieder Becher angeboten, um den Inhalt ihrer in Glas mitgebrachten Getränke umfüllen zu können. Auch hier gilt: Besser von vornherein auf Glasbehältnisse verzichten.

Im Falle einer Auslastung von einzelnen Bereichen oder des ganzen Viertels werden die Bedarfssperren geschlossen, um die Sicherheit der Feiernden auf der Straße und in den Kneipen sowie der Anwohner zu gewährleisten. Einige Zugänge sind von vornherein gesperrt, um den Zustrom besser steuern und eine Entfluchtung einzelner Bereiche sicherstellen zu können. Die Zugangsmöglichkeiten werden mit Überkopfbanner klar gekennzeichnet sein. Anwohnerinnen und Anwohner erhalten im Falle einer Sperrung bei Vorlage eines Ausweises Zutritt ins Kwartier Latäng.

Im Kwartier Latäng und dem direkten Umfeld werden ebenfalls zusätzlicheToiletten und Müllbehälter bereitgestellt.

Um unnötige Verdichtungen in einzelnen Bereichen zu vermeiden, wird auch das Mitführen von Musikanlagen insbesondere im Kwartier Latäng nach Bedarf untersagt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich im Umfeld dieser Musikanlagen innerhalb kürzester Zeit große Menschentrauben bilden, die zu einer starken Verdichtung in diesem Bereich und damit auch zu einer Gefährdung der Feiernden und der Anwohnerschaft erheblich beitragen. Daher appelliert die Stadt Köln, insbesondere im Zülpicher Viertel, auf das Mitführen von Musikanlagen zu verzichten. Gleiches gilt für die Beschallung aus umliegenden Gebäuden und Gastronomiebetrieben. Bei Gastronomiebetrieben wird gegebenenfalls das Schließen der Fenster und Türen per Ordnungsverfügung angeordnet und durchgesetzt. Im Wiederholungsfall kann es zur Sicherstellung der Musikanlage kommen.

Auch Handkarren, Bollerwagen und ähnliches, die bei einer notwendigen Entfluchtung Stolperfallen bilden können, sollten nicht mitgeführt werden. Auch hier kann es bei Bedarf dazu kommen, dass deren Mitnahme ins Zülpicher Viertel untersagt wird.

Südstadt:

In der Südstadt wird an Weiberfastnacht wie in den Vorjahren eine freiwillige Glasabgabe eingerichtet. Auch hier werden den Feiernden Becher zum Umfüllen ihrer in Glas mitgebrachten Getränke angeboten. Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre an Weiberfastnacht und dem 11.11. zeigen eine hohe Akzeptanz und eine deutliche Reduzierung von Glasflaschen und -scherben auf den Straßen und Plätzen.

Wie auch in den anderen beiden Hotspots wird die Stadt Köln auch in der Südstadt zusätzliche Toiletten und Müllbehältnisse über alle Tage bereitstellen.

Koordinierungsstab

Von Weiberfastnacht bis Rosenmontag werden alle Maßnahmen aus dem Koordinierungsstab im Spanischen Bau des Rathauses unter Leitung des Amtes für öffentliche Ordnung gesteuert und die Veranstaltungen überwacht.

Im Koordinierungsstab fließen alle relevanten Informationen zusammen, werden bewertet und es werden entsprechende Maßnahmen veranlasst. Die Zuständigkeiten der einzelnen Beteiligten bleiben davon unberührt. Der Koordinierungsstab wird jedoch über relevante Tätigkeiten informiert. Teilnehmer sind städtische Fachämter wie die Berufsfeuerwehr, das Presseamt, das Jugendamt, das Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern, stadtnahe Institutionen wieKVBundAWB, Polizei und Bundespolizei, sowie Veranstalter (für die Dauer der jeweiligen Veranstaltung) und die externen Dienstleister der Stadt Köln.

Schwerpunkt Ordnungswidrigkeiten

Die Einsatzteamsdes Ordnungsdienstes werden in Gruppen bis zu sechs Außendienstkräften in der Alt- und Südstadt, dem Zülpicher Viertel, rund um den Dom und im Rheingarten eingesetzt. Weitere Einsätze gibt es im Rahmen der Veedelszüge. Ordnungswidrigkeiten werden geahndet – insbesondere Verstöße wie Wildpinkeln oder beim Jugendschutz werden konsequent verfolgt.

Die Stadt Köln fordert dazu auf, zur Verrichtung der Notdurft eine der 700Toilettenanlagen in der Innenstadt zu nutzen. Die städtischen Toiletten werden wieder mit einheitlichen Hinweisen markiert. Wildpinkeln wird in allen Fällen mit einem Bußgeld geahndet. Der konkrete Betrag wird in einem schriftlichen Verfahren festgelegt. Wer erwischt wird, muss bis zu 200 Euro zahlen, in besonders schweren Fällen (etwa Pinkeln in einen Sandkasten/auf einem Spielplatz) kann der Betrag auch höher ausfallen.

Bereits im Vorfeld sind stark frequentierte Bereiche mit Hinweisen (Plakate undFlyer) versehen worden, dass dort zu den Feierlichkeiten keine Fahrräder abgestellt werden dürfen. Um Besucherinnen und Besucher vor Verletzungen zu bewahren, werden Fahrräder, die sich in diesen gekennzeichneten Bereichen befinden, an den Karnevalstagen sichergestellt.

Zugwege

Der Verkehrsdienst der Stadt Köln wird an allen jecken Tagen dafür sorgen, dass keine Flucht- oder Rettungswege, Veranstaltungsflächen und Zugwege oder Aufstellflächen für die vielen großen Züge durch Falschparkende blockiert werden. Entsprechende temporäre absolute Haltverbotszonen werden mit einer 96-stündigen Vorlaufzeit aufgestellt.

Der Verkehrsdienst wird vor allem in der Nacht von Samstag auf Sonntag den notwendigen Platz für die traditionellen Schull- und Veedelszöch schaffen und falschparkende Fahrzeuge am Zugweg abschleppen. In der Nacht von Sonntag auf Montag werden ebenfalls alle falschparkenden Fahrzeuge am Zugweg des Rosenmontagszuges sichergestellt. Auch die vielen Veedelszüge werden am Dienstag noch einmal zu einem Sondereinsatz des Verkehrsdienstes führen.

Service-Telefon des Ordnungsdienstes und Verkehrsdienstes

DasServicetelefon des Ordnungs- und Verkehrsdienstes ist während der Karnevalstage über die üblichen Zeiten hinaus erreichbar: An allen jecken Tagen bis mindestens Mitternacht zur Meldung von Ordnungswidrigkeiten und Rückfragen (freitags und samstags bis 1 Uhr). Meldungen für die Verkehrsüberwachungen sind nur eingeschränkt möglich. Weiberfastnacht können Falschparker bis 20 Uhr gemeldet werden, Karnevalsfreitag und -samstag bis Mitternacht. Karnevalssonntag und Rosenmontag ist eine Meldung bis 15 Uhr möglich, Dienstag bis 23 Uhr. Außerhalb derServicezeiten wenden sich Betroffene bitte an die Polizei Köln0221 / 229-0.

Verkehrseinschränkungen

Für Weiberfastnacht, Karnevalssonntag und Rosenmontag gilt in weiten Teilen der Innenstadt einLkw-Fahrverbot für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen zulässigen Gesamtgewichts.

Mehr Spaß ohne Glas

Seit 2010 ist „Mehr Spaß ohne Glas“ eine erfolgreiche Initiative zum sicheren Feiern von Jung und Alt an den Hotspots des Kölner Karnevals. Nach der erschreckenden Entwicklung im Kölner Straßenkarneval in früheren Jahren hat die Stadt Köln auf eine Vielzahl an schweren Schnittverletzungen und mit Glasscherben verübte Gewaltdelikte reagiert. Auch Rettungswagen konnten vor der „Mehr Spaß ohne Glas“-Initiative aufgrund der plattgefahrenen Reifen nicht mehr so schnell wie benötigt zu verletzten Personen vordringen. Nicht zuletzt bedeutete das Scherbenmeer auch einen erheblichen Mehraufwand für die Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Köln. Seit der Einführung von „Mehr Spaß ohne Glas“ ist die Zahl der Verletzungen und Beschädigungen stark gesunken.

In den Zonen der Altstadt und dem Kwartier Latäng gibt es folgende Möglichkeiten für die Feiernden:

Auch in der Südstadt können die vielen Jecken ihre Getränke in die Gratis-Plastikbecher umfüllen.

Die Erfahrung aus den Vorjahren zeigt auch: Viele Jecken bringen schon gar keine Glasflaschen mehr mit, sondern glasfreie Alternativen.

Auch Gaststätten und Kioske und weitere Gewerbebetriebe in den glasfreien Zonen werden an den jecken Tagen durch das Amt für öffentliche Ordnung aufgesucht und kontrolliert. Denn natürlich dürfen in den Glasverbotszeiten auch keine Glasflaschen und Gläser verkauft werden.

In diesem Jahr erhält dieKampagne„Mehr Spaß ohne Glas“ einen neuen Anstrich. Die junge KölnerBand„Lupo“ ist ab sofort Botschafter für ein fröhliches, friedliches Feiern ohne Glas. Das neue Plakatmotiv schließt an den neuen „Lupo“-Song „MyKölsch“ an, der die Leidenschaft für das Gebräu mit den Worten „I like myKölsch“ besingt. Im Rahmen von „Mehr Spaß ohne Glas“ sagen „Lupo“ nun auch: „I like myBecher“. Die Stadt Köln freut sich sehr über die Zusammenarbeit.

Neben der Plakatkampagnean Bahnhaltstellen und in denKVB-Bahnen ab Dienstag, 18. Februar 2020, gibt es ab sofort in vielen Kölner Gaststätten und Kneipen das Motiv als kultigeCitycard-Postkarte. Auch Informationsflyersind bei einer Vielzahl von Kooperationspartnern erhältlich.Onlinestartet das Motiv ebenfalls am Montag, 17. Februar 2020.

(Text Pressestelle Köln)

Streetwork erstmalig an zwei festen Standorten im Einsatz 

Bereits seit mehr als 20 Jahren engagieren sich die Stadt Köln, die Polizei und weitere Akteure mit der Kampagne Keine Kurzen für Kurze“ gegen Alkoholmissbrauch von Jugendlichen an Karneval. Gastronomie, Einzelhandel, Kioskbetreiber aber auch Eltern werden alljährlich aufgerufen, auf die Umsetzung des Jugendschutzes beim Verkauf und Verzehr von Alkohol zu achten. Die Ordnungskräfte der Stadt Köln sind mit Unterstützung von Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes bereits vor den Karnevalstagen in den Veedeln unterwegs, um Kioskbesitzer darauf hinzuweisen, keinen Alkohol an Minderjähre zu verkaufen. Ordnungskräfte, Streetworker, Polizei, Bundespolizei und die Rettungsdienste sind an Weiberfastnacht und den Karnevalstagen rund um den Alter Markt, in der Kölner Altstadt und am Rheinufer Einsatz. Wie in jedem Jahr unterstützt das Festkomitee Kölner Karneval die Ein sätze der Streetworker. Dank der umfangreichen Finanzhilfe kann das Team Streetwork an Weiberfastnacht erstmalig an zwei Standorten wirken: wie immer am Fischmarkt und zusätzlich im Bereich Zülpicher Platz (Roonstraße 16), 40 Einsatzkräfte vor Ort tätig.

Streetworkerinnen und Streetworkersprechen alkoholisierte Jugendliche an, insbesondere wenn sie augenscheinlich sofortige Hilfe benötigen. Häufige Folge des Rauschtrinkens ist der völlige Kontrollverlust, der sogenannte Filmriss. Je nach Situation werden die Eltern benachrichtigt oder Rettungsdienste angefordert.

Das Projekt „Hart am Limit“ (HaLT) wird von der Fachstelle Suchtprävention der Drogenhilfe Köln in Kooperation der Stadt mit den drei Kölner Kinderkrankenhäusern umgesetzt: dem Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße, der Uniklinik Köln und dem Kinderkrankenhaus Porz. Das Projekt sorgt dafür, dass Jugendliche im Vollrausch ausschließlich in die drei städtischen Kinderklinken gebracht werden. Neben der ärztlichen Versorgung wird den Jugendlichen und Eltern noch unter Eindruck des Schocks die umfassende Hilfe der Fachstelle Suchtprävention der Drogenhilfe Köln angeboten. Diese Vereinbarung gilt nicht nur an Karnevalstagen, Rauschtrinken ist ein ganzjähriges Problem.

Für alle Akteure der Kampagne gilt: Alkohol soll nicht verteufelt, sondern es soll auf die möglichen Gefahren beim Umgang mit Alkohol aufmerksam gemacht werden.

(Text: Pressestelle der Stadt Köln)

Zollstock – Nach dem in Zollstock mit „Dr Mess op Kölsch“ und der Sessionseröffnung, sowie dem Kostümfest der Adlerschützen großartige Karnevalsveranstaltungen stattgefunden haben, wartete Zollstock am Sonntag wieder mit einem karnevalistischen Highlight auf. Der „Karnevalistische Frühschoppen“, ausgerichtet von den „Freunden des Zollstocker Dienstagszuges e.V.“ hinterließ wieder einmal mehr ein begeistertes Publikum.

Schon zu Beginn rockten die „Funky Marys“ gleich nach dem „Kölschen Jokey“ die Bühne. Auch das Kölner Dreigestirn mit Prinz Christian II, Bauer Frank und Jungfrau Griet kamen auf einen etwas längeren Sprung vorbei. Neben den namhaften Künstlerinnen und Künstlern gab es aber auch einige Ehrungen von Zollstockern für Zollstocker. So hatte sich Patrick Mittler, einer der Mitbetreiber der noch jungen, aber jetzt schon sehr erfolgreichen Facebook-Gruppe „Köln-Zollstock“ in den letzten Monaten sehr um die Zollstocker Geschäfte und der Gastronomie bemüht. Seine Facebook-Serie „Zollstocker Einzelhandel stellt sich vor“ wurde sehr gut angenommen und brachte die Geschäftsleute und die Zollstockerinnen und Zollstocker einander näher. Gleiches gilt für die von ihm ins Leben gerufene „Kneipen-Tour“ durch Zollstock. So kamen er und einige Mitstreiter auf die Idee, den Zollstocker Gastronomen eine kleine, -mit heißer Nadel gestrickte-, Ehrung beim Frühschoppen zu verleihen. Einfach klasse! Aber auch Patrick Mittler wurde verdienter Maßen mit einem Karnevalsorden geeehrt. Hoffentlich eine Motivation um mit gleicher Kraft weiter zu machen. Auch Gäste aus der lokalen und der Landespolitik wie Oliver Kehrl, Christoph Schykowski, Rafael Struwe, Sabine Müller und meine Wenigkeit kamen nicht um einen Bühnenauftritt herum, um einen Orden für unseren Einsatz in und für Zollstock entgegen zu nehmen.
(Text und Foto Berthold Bronisz)

Die Eröffnung des Straßenkarnevals in Rodenkirchen durch das Festkomitee Karneval Alt-Gemeinde Rodenkirchen 1973 e.V. auf dem Maternusplatz ist neben dem Umzug am Karnevalssonntag eine besonders wichtige und beliebte Veranstaltung in Rodenkirchen.

Auf Einladung des Bezirksbürgermeisters Mike Homann trifft man sich vorher zum „Prinzenfrühstück“ im großen Speisesaal vom Maternus Seniorencentrum Köln-Rodenkirchen, um ein erstes Wiedersehen mit vielen Karnevalsvereinen aus dem Kölner Süden und besonderen Freunden zu feiern. Traditionell ist Rodenkirchens Partnerstadt Kerkrade mit seiner Bürgergarde und der Bürgermeisterin Petra Dassen vertreten. Dieses Jahr hatte Mike Homann auch den Bürgermeister Alain Pluss aus Wattignies mit einer Gruppe eingeladen. Das Dreigestirn mit Prinz Stephan I an der Spitze verteilte fleißig Orden an die Gäste.

Nach der sehr gelungenen Bewirtung in dem schön geschmückten Saal zogen alle geladenen Gäste mit Musik durch Rodenkirchen zum Maternusplatz, auf dem dann Georg Wohlgram als Präsident des Festkomitees die Gäste begrüßte und um 11.11 Uhr den Straßenkarneval eröffnete. Wie traditionell üblich gab es ein abwechslungsreiches Programm, bei dem das Tanzcorps der KG Kapelle Jonge Köln-Weiss von 1990 wieder mit seinen schwungvollen Tänzen das Publikum von Jung und Alt begeisterte. Die „GRKG“, die Große Rodenkirchener Karnevalsgesellschaft von 1935 e.V. sorgte großartig für das leibliche Wohl der Besucher auf dem vollen Platz.

Im Anschluss wurden die Freunde aus Kerkrade und Wattignies noch im Brauhaus Steeps bewirtet. Herr Bürgermeister Alain Pluss bedankte sich herzlich für die so freundschaftliche und herzliche Aufnahme bei Bürgermeister Mike Homann, dem die Pflege dieser Partnerschaft sehr wichtig ist. Auch wenn er nicht mehr Bürgermeister im Stadtbezirk ab September sein werde, würde er sehr gerne als Mitglied der Bürgervereinigung Rodenkirchen zukünftig den Austausch und die Freundschaft mit Wattignies pflegen.

Ein Tag mit dem schönsten Wetter brachte viele Eindrücke und wird vielen Gästen lange in Erinnerung bleiben.

Herzlich bedanke ich mich bei Florence, die sich nach meinem Aufruf um Unterstützung über Facebook sofort meldete und wunderbar mit ihren Französischkenntnissen die Kommunikation miteinander erleichterte.

(Bericht und Bilder Dieter Maretzky)