Nein, das ist gar nicht bei den Inkas, das ist hier bei uns auf Kölner Stadtgebiet. Das Fort VIII des äußeren Festigungsringes in Zollstock hat mich neugierig gemacht. Vielleicht, weil man suchen muss, um es zu finden, selbst wenn man eigentlich direkt vorbeifährt. Es ist ein verlassener Ort.
Es liegt im kleinen Stück zwischen Militärringstraße, der Straße „Am Eifeltor“, der Autobahn A4 und letztendlich den Eisenbahnschienen, die ursprünglich für die Verbindung nach Trier gebaut wurden. Und ich denke, es ist der eigentliche Grund, weswegen dieses Fort hier gebaut wurde: der Schutz der Bahnverbindung und die Nähe zu den Schienen, um Truppen schnell hierhin befördern zu können. 
Als es von 1874 bis 1877 erbaut wird, ist es hier karg. Weite offene Flächen umgeben das Fort. Klar, man möchte den Feind, der damals französisch war, anrücken sehen können und braucht freies Schussfeld. Das Kölner Bollwerk ist damals ein feines Stück Militärtechnologie, eine Vorzeigeobjekt. Unter anderem sogar der chinesische Vizekönig Lihungtschang besucht es im Rahmen eines Staatbesuches im Jahr 1896. Nicht bestätigt ist das Gerücht, dass er es vermessen lässt und ein Kopie in China steht.
Wie wir wissen, müssen die Kölner diesen Festungsgürtel nach dem Ersten Weltkrieg schleifen und die Umgebung des Forts wird grüner. Das ist das mit Konrad Adenauer, der die Chance erkennt und Fritz Encke, sein Gartenbaumeister, der gute Ideen zur Umsetzung hat, die unseren herrlichen Grüngürtel aus dem Befestigungsring erschaffen.
 
Warum jetzt ausgerechnet dieses Fort VII so verfällt, nicht recht in den Grüngürtel integriert und sowieso schwer zu finden ist? Das mag daran liegen, dass das Gelände der Bahn gehört. Die Reichsbahn will hier einen großen Güterbahnhof bauen und dann hätte es selbst dieses verfallende Gebäude nicht mehr gegeben. Nur ein paar renitenten Zollstockern, die wichtige Schlüsselgrundstücke nicht hergeben und den Rechtstreit um den Besitz gewinnen, ist es zu verdanken, dass ich die Bilder machen kann. Den Güterbahnhof gibt es trotzdem. Ein paar Meter weiter steht der große Güterbahnhof „Eifeltor“. Alles gut.
Fritz Encke sah hier übrigens Schrebergärten und eine Sportanlage vor. – Wir haben ja manchmal das Thema hier in Köln, dass es Menschen gibt, die der Meinung sind, dass Sportanlagen im Grüngürtel nicht dem ursprünglichen Nutzungsgedanken entsprechen und zu verdammen sind. – Die geplanten Gärten findet man rasch, wenn man durch das Tor geht. Sie werden noch genutzt. Die Sportanlage hingegen, finde ich nicht mehr. Vermutlich ist sie von anderen Bauten vereinnahmt oder überwuchert. Die Kaserne selbst, wird in dieser Zeit nach dem Krieg von den Spielern des Fußballclubs Borussia genutzt. Vermutlich als Vereinsheim. Es ist viel Vergessenheit geraten.
 
Was sicher ist: Im zweiten Weltkrieg hilft das alte Fort als Luftschutzbunker aus, um danach bis in die 1990’er Jahre als Gewerbefläche zu dienen.
Und jetzt? Nichts? Die Pläne der Jahrtausendwende, ein Wellnesshotel zur errichten, sind gescheitert.
Und wisst ihr was? Ich fahre bei praller Sonne und 35 Grad im Schatten dorthin und tauche da in kühle, frische Luft ein. „Jetzt setzen und ein Kölsch trinken.“, kommt mir spontan in den Sinn. Ich glaube, der Platz vor dem Tor, nach Nordosten ausgerichtet, ist der kühlste in Köln. Schade, dass wir nichts daraus machen.

Michael

Nä, dat es gar nit bei de Inkas, dat es hee bei uns op kölschen Terrain. Et Fort VII vum üssere Befestigungsring en Zollstock hät mich neugierig gemaht. Villleich, weil mer söke mus, för et ze finge, selvs wann mer eigentlich tirek vörbeifäht.
Et litt em kleine Stöck zwesche Militäringstroß, der Stroß „Am Eifeltor“, der Autonahn A4 un am Engk an de Ieserbahnschinn, die zoallereesch gebaut woodt, öm Trier an Kölle aanzebinge. Un ich denke, et es der eigentliche Grund, weswäge dat Fort hee gebaut woodt: der Schutz vun der Bahnverbindung un de Nöhde zo de Schinne, för Truppe flöck heehin befördere ze künne.
Wie et vun 1874 bes 1877 gebaut weed, es et hee plaat. Wigge offene Fläche ömgevve dat Fort. Klor, mer mööch jo der Feind, dä zo dä Zigg französisch wor, aanröcke sinn künne un bruch frei Schossfeld. Dat kölsche Bollwerk es domols e fing Stöck Militärtechnik, e Vürzeigeobjek. Unger anderem esugar der Vizekünnig Lihungtschang us China besök et em Rahme vun enem Staatsbesök em Johr 1896. Nit bestätig es dat Geröch, dat hä et vermesse lööt un en Kopie en China steiht.
Wie mer wesse, müsse die Kölsche dä Festungsgürtel nohm Eeschte Weltkreeg schliefe un die Ömgebung weed gröner. Dat es dat mem Konrad Adenauer, dä die Chance erkennt un dem Fritz Encke, singe Gaadebaumeister, dä goode Idee hät, öm et ömzesetze, die unse herrliche Gröngürtel usem Befestigungsring schaffe.
Woröm jetz usgerechent et Fort VII esu verfällt, nit rääch en der Gröngürtel integreet un suwiesu schwer zo finge es? Dat mag dran lige, dat dat Gelände der Bahn gehürt. Die Reichsbahn well hee ene große Güterbahnhoff baue un dann hätt et selvs dä Bau, dä am Verfalle es, nit mih gegovve. Nor ener Rötsch renitente Zollstocker, die wichtige Schlösselgrundstöcke nit hergevve un der Räächsstrigg gewenne, es et zo verdanke, dat ich die Beldere maache kann. Der Güterbahnhoff gitt et trotzdäm. E paar Meter wigger steiht der große Güterbahnhoff „Eifeltor“. Alles god.
Der Fritz Encke soh hee üvvrigens Schrebergääde un en Sportaanlag vür. – Mer han jo mänchmol dat Thema hee en Kölle, dat et Minsche gitt, die meine, dat Sportaanlage em Gröngürtel nit dem ursprüngliche Notzungsgedanke entspreche un zo verdamme sin. – Die geplante Gääde fingk mer flöck, wann mer durch de Pooz geiht. Se weede noch genötz. Die Sportaanlag hingäge, finge ich nit mih. Schings es se vun ander Baute engenomme ov üvverwuchert. De Kasään selvs, weed zo dä Zigg nohm Kreeg vun de Spiller vum Foßballclub Borussia genötz. Et es vill en Vergess gerode.
Wat secher es: Em Zweite Weltkreeg hilf dat aale Fort als Luffschutzbunker us, för donoh bes en de 1990’er Johre als Gewerbefläch ze deene.
Un jetz? Nix? Die Plän vun der Johrtausendwend, e Wellnesshotel ze baue, sin gescheitert. 
Un wesst ehr wat? Ich fahre bei praller Sonn un 35 Grad em Schatte dohen un tauche do en köhle, fresche Luff en. „Jetz setze un e Kölsch drinke.“, kütt mer tirek en der Senn. Ich gläuve, der Plaatz vür der Pooz, noh Nordoste usgereech, es der köhlste en Kölle. Schad, dat mer nit mih drus maache.

Mechel

Sommer, Sonne, gute Laune, Fahrradtour!

Wetten, man schafft es, innerhalb der Kölner Stadtgrenzen eine Radtour von weit über 30 Kilometern Länge zu machen, ohne eine Strecke doppelt zu fahren und ohne an einer Ampel warten zu müssen? Ich weiß ja, der ein oder andere schafft sogar die doppelte Strecke, wenn da Ampeln knallrot leuchten. Das ist aber nicht mein Thema hier.

Wie das geht? Also, man fährt zum Beispiel in Rodenkirchen am Rheinufer in Richtung Altstadt los, über diese hinweg bis zur Mülheimer Brücke und hier auf der anderen Seite zurück zur Groov. Gut, die Mülheimer Brücke gerade… – aber wenn sie in Schuss ist, geht das. Und wenn man dann in der Groov angekommen ist, hat man sich aber ein Radler sowas von redlich verdient…

Und danach wieder zurück bis Rodenkirchen? Wir sind doch hier nicht bei der Tour de France! Nein, wir machen uns das ganz gemütlich. Seit über drei Jahrzehnten kommen wir von der Groov aus ohne Brücke über den Rhein nach Weiß. Von dort ist der Weg zurück kurz.

Heiko Dietrich ermöglicht uns das. Darf ich sagen, dass ich diesen Mann für ein kölsches Original halte? Warum? Ich habe den Mann letztes Jahr im WDR im Interview gesehen, das zu seinem Ruhestand am 1. Juli 2018 gesendet wurde. Er erzählte von seinem Lebensweg. Wie er in jungen Jahren von Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Mutter hierhin kommt, eine Maschinenbau- und auch eine Schreinerlehre macht, Industriedesign studiert, technischer Assistent am Radioteleskop in Effelsberg ist und am Ende eine kleine Werkstatt in einem Hausboot in Paris hat. Jahre später liest er, dass in Köln, genauer in Porz, ein Fährmann gesucht wird…

Schon dieser Lebensweg sagt doch aus, dass er ein Charakterkopf ist, oder? Seine Boote, das kleine „Krokodil“ für bis zu 18 Personen mit Fahrrad und das etwas größere „Krokolino“, dass über 30 Personen fasst, mit denen er uns sicher über den Rhein bringt, und die große „Frika“, ein Hausboot, hat er sich gebaut. Er tüftelt und bastelt, hat Ideen und auch Meinungen. Kritische Meinungen dazu, wie wir mit unserem Rhein und Köln umgehen. Solche Menschen finde ich spannend.

Warum ich oben „Ruhestand“ schreibe und jetzt, dass er die Fähre noch betreibt? Weil er sie tatsächlich mit weit über 70 Lebensjahren immer noch betreibt. Jahrelang weist er bereits auf die Lage hin. Es ist schwer, einen Nachfolger zu finden. Man muss die Arbeit mögen und auch qualifiziert sein, braucht verschiedene Berechtigungen, um eine Fähre auf dem stark strömenden Rhein überhaupt fahren zu dürfen und Lizenzen für den Funkverkehr, der notwendig ist. Stephan Berressen bringt das alles letztes Jahr mit. Die Absprachen zur Ablöse laufen 2018 und der WDR verabschiedet Heiko Dietrich im Juni mit dem erwähnten Interview, das ich leider in der Mediathek nicht mehr finde.

Die Übergabe scheitert dann aber an den unterschiedlichen Ideen der Männer, wie so ein Fährbetrieb zu führen ist, höre ich im Nachhinein. Heiko Dietrich macht lieber selbst weiter.

Gut, ich habe da auch meine eigene Idee, dass mit ein paar Veränderungen die Fähre vielleicht mehr sein kann, als ein tolles Erlebnis für unsere Ausflüge. Eine feste, kurze Verbindung zwischen den Ufern, als zuverlässig planbarer Verkehrsweg für Menschen, die immer da die Rheinseiten wechseln möchten. Stehen da Kosten und Nutzen im schlechten Verhältnis? Ich kann es nicht sicher beurteilen.

Ich traue mir aber zu, zu beurteilen, dass Heiko Dietrich ein Charakterkopf ist, der Köln und seine Arbeit liebt und sich nicht verbiegen lässt. Was fehlt ihm jetzt noch zum „Original“? Ich glaube, nichts.

Michael

Sommer, Sonn, gode Senn, Räddchestour!

Wedde, mer schaff et, luuter en Kölle ze blieve un mih wie 30 Killometer mem Radd ze fahre, ohne dat mer nor eine Deil dubbelt fäht un ohne dat mer an ener Ampel waade muss?

Ich weiß jo, dä ein ov andere schaff sugar de dubbelte Streck, wann do Ampele knallrud leuchte. Dat es ävver nit mi Thema hee.

Wie dat geiht? Alsu, mer fäht för e Beispill en Rudekirche am Rhingofer en Richtung vun der Aldstadt loss, üvver die fott bes mer bei der Müllemer Bröck es un hee op der Schäl Sick zoröck noh der Groov. God, de Müllemer Bröck grad… – ävver wann die en Schoss es, geiht dat. Un wann mer dann en der Groov aangekumme es, hät mer sich ävver e Radler sujet vun ech verdeent…

Un donoh widder öm bes Rudekirche? Mer sin doch hee nit bei der Tour de France! Enä, mer maache uns dat ganz gemödlich. Zick üvver drei Johrzehnte kumme mer vun der Groov us ohne Bröcke üvver der Rhing noh Wieß. Vun do es der Wäg zoröck koot.

Der Heiko Dietrich mäht uns dat möglich. Darf ich sage, dat ich dä Kääl för e Kölsch Orgenal halde? Woröm? Ich han dä Mann letz Johr em WDR em Interview gesinn, dat zo singem Ruhestand am 1. Juli 2018 gesendt woodt. Hä verzallt us singem Levve. Wie hä, wie hä noch jung wor, met singer Mamm us Mecklenburg-Vorpommern heehin kütt, en Maschinebau- un och en Schringerlihr mäht, Industriedesign studeet, technische Assistent am Radioteleskop en Effelsberg es un am Eng en klein Werkstatt en enem Huusboot en Pariss hät. Johre späder liss hä, dat en Kölle, genauer Pooz, ene Fährmann gesök weed…

Ald dä Levvenswäg säht doch us, dat hä singe eige Kopp hät, oder? Sing Boote, et klei „Krokodil“ för bes zo 18 Lück met Drohtesel un et jet größere „Krokolino“, dat üvver 30 Lück fass, met denne hä uns secher üvver der Rhing brängk, un de große „Frika“, e Huusboot, hät hä sich gebaut. Hä tüftelt un bastelt, hät Enfäll un och Meinunge. Kritische Meinunge dozo, wie mer met unsem Rhing un Kölle ömgonn. Su Minsche finge ich spannend.

Woröm ich bovve „Ruhestand“ schrieve un jetz, dat hä die Fähr noch bedriev? Weil hä se wirklich met wigg üvver 70 Levvensjohre luuter noch bedriev. Johrelang wies hä op die Lage hin. Et es schwer, ene Nohfolger zo finge. Mer muss die Arbeid möge un och qualifizeet sin, bruch ungerscheedliche Berechtigunge, öm en Fähr om Rhing, dä jo stark strömp, üvverhaup fahre ze dürfe un Lizenze för der Funkverkehr, dä nüdig es. Der Stepahn Berressen brängk dat all em letzte Johr met. De Avsproche för de Avlöse laufe 2018 un der WDR mööch met däm Inteview, dat ich bovven erwähnt han un leider en en der Mediathek nit mih finge, em Juni tschüss sage. De Üvvergabe klapp nor nit, weil die zwei Kääls ungerscheedliche Idee han, wie mer su ene Fährbetrieb föht, hüre ich hingerher. Der Heiko Dietrich mäht leever selver wigger.

God, ich han do och minge eige Idee, dat met en paar Veränderunge, die Fähr villleich mih sin kann wie e doll Erlebnis för uns Usflög. En faste Verbindung, die de Ofer om koote Wäg verbingk, als zoverlässige Verkehrswäg, dä planbar es för Minsche, die immer do de Rhingsigg wähßele mööchte. Stonn do Koste un Notze nit em Verhäldnis? Ich kann dat nit secher beurdeile.

Ich traue mer ävver zo, zo beurdeile, dat der Heiko Dietrich ene Charakterkopp es, dä Kölle un sing Arbeid leev hät un sich nit verbeege lööt. Wat fählt im jetz noch zom „Orgenal“? Ich gläuve, nix.

Mechel

Alle unsere Beiträge findet Ihr auf unserer Internetseite und auf www.koelschgaenger.net

Ein schöner Panther bleibt ein schöner Panther.
Kennt Ihr das? Ihr entdeckt ein Bild, findet es spannend und wollt die Stelle finden, wo es entstanden ist? Ihr habt einen Hinweis, fahrt hin, sucht falsch, findet nichts und kehrt wieder um? Es lässt Euch keine Ruhe, Ehr lest weiter nach, sucht genauer in Karten, geht die Wege in Gedanken ab und fahrt nochmal hin? Dann findet ihr den Ort, macht ein Bild, findet dann aber keine Information, um etwas darüber zu erzählen? Albtraum für Kölschgänger.
So ging es mir mit diesem Panther. Ich hatte ein Bild gesehen und wurde neugierig. Das war 2016. 2017 machte ich dann mein erstes Bild. Darüber erzählen konnte ich wenig, „Fritz Behn um 1920“. Daraus mach selbst ich keinen Beitrag.
 
2019… …suche ich für ein anderes Thema und schmökere in einem Buch und da ist er wieder, der Panther.
 
Das Buch habe ich schon oft in der Hand gehabt, um griffige Anhaltspunkte zu verschiedenen Themen zu finden. Zum Panther weiß es zu berichten, dass er aus Bronze ist und nun fast ein Jahrhundert an seinem Platz steht, etwas versteckt. Wer weiß, wo er sich befindet, muss darüber lächeln, wer ihn sucht, wie ich, weiß was ich meine.
Fritz Behn, der Künstler, ist am 16. Juni 1878 in Lübeck geboren und am 26. Januar 1970 in München gestorben. Er gilt als einer wichtigsten Tierbildhauer des 20. Jahrhunderts.
Der Panther wirkt so lebensecht, dass ich denke, dass ich ihn mir einfach selbst angucken wollte. Nur, wie hat Behn das gemacht? Seine Vorgehensweise deckt sich da nicht mehr mit der dem heutigen Selbstverständnis im Umgang mit unsere Natur: er war Großwildjäger und hat die Tiere schlicht erschossen und Gipsabdrücke gefertigt. Schwer zu verdauen, oder?
Man muss auch festhalten, dass er hinter der deutschen Kolonialpolitik stand, demokratische Strukturen ablehnte und früh, in den 1920’er Jahren, Mitglied der NSDAP war. 1945 hat ihn genau das sein Amt als Direktor der „Akademie bildender Künste“ in Wien gekostet und er konnte seitdem nur noch als freischaffender Künstler arbeiten.
 
Das Buch merkt an, dass in Köln noch mehr Kunstwerke von ihm stehen, sich aber offensichtlich hier noch niemand damit auseinandergesetzt hat, ob das für uns auch in Ordnung ist.
Ich denke, viele werden jetzt hier sagen, „Nein, natürlich nicht!“. Aus unserer heutigen Sicht stimme ich dem zu. Es ist auch meine Meinung. Nur, das Tier ist tot, in Gips gegossen und als Skulptur ewig für uns da. Ich bin beim Autoren des Buches, der anmerkt, eine Tafel, die über Herkunft des Panthers informiert, sei wichtig. Er hat uns etwas zu sagen und diese Chance sollten wir nutzen, wenn er schon sterben musste.
 
Von welchem Buch ich hier immer rede? „Rodenkirchen und mehr…“ von Ralf Reglin, erschienen im Ralf Reglin-Verlag, ISBN 978-3-930620-73-9. Ein Kölschgänger, schon bevor es den Kölschgänger gab.
Und wo der Panther überhaupt steht? Das verrate ich hier nicht. Gebt Euch gern Tipps oder stöbert auf unserer Seite im Netz. Dort, auf der Übersichtskarte werdet Ihr ihn finden.
 
Ich finde, es lohnt sich, denn: ein schöner Panther bleibt ein schöner Panther.
 

Michael

Ene schöne Panther bliev ene schöne Panther.
Kennt Ehr dat? Ehr endeckt e Beld, fingt et spannend un wollt die Stell finge, wo et entstande es? Ehr hat ene Hinwies, faht hin, sökt falsch, fingt nix un kehrt widder öm? Et lööt Üch kein Rauh, Ehr lest wigger noh, sökt genauer, goht die Wäge en Gedanke av un faht noch ens hin? Dann fingt ehr dä Oot, maht e Beld, fingt dann ävver kein Information, öm jet drüvver zo verzälle? Albdraum för Kölschgänger.
Su ging et mir met däm Panther. Ich hatt e Beld gesinn un woodt neugierig. Dat wor 2016. 2017 maht ich dann mi eesch Beld. Drüvver verzälle kunnt ich winnig, „Fritz Behn um 1920“. Dodrus maache selvs ich keine Beidrag.
2019… …söke ich för e ander Thema un schmökere en enem Boch un do es hä widder, dä Panther.
Dat Boch han ich ald öfters en der Hand gehatt,

öm greffige Aanhaldspunkte för ungerschiedliche Theme ze finge. Zom Panther weiß et zo bereechte, dat hä us Bronze es un no fass ei Johrhundert an singem Plaatz steiht, jet verstoche. Wä weiß, wo hä sich befingk, muss drüvver griemele, wä in sök, wie ich, weiß wat ich meine.
Der Fritz Behn, der Künsler, es am 16. Juni 1878 en Lübeck gebore un am 26. Januar 1970 en Münche gestorve. Hä gild als eine vun de wichtigste Dierbeldhauer vum 20. Johrhundert.
Dä Panther wirk su levvensech, dat ich denke, dat ich en mer einfach selvs beluure wollt. Nor, wie hät der Behn dat gemaht? Wie hä vürgegange es, deck sich do nit mih met dä Aat un Wies, wie mer hügg met unser Natur ömgeiht: hä wor Großweldjäger un hät die Diercher einfach erschosse un Gipsavdröck gemaht. Schwer zo verdaue, oder?
Mer muss och fasshalde, dat hä hinger der deutsche Kolonialpolitik stundt, demokratische Strukture avlähne dät un fröh, en de 1920’er Johre, Metgleed vun der NSDAP wor. 1945 hät in genau dat si Amp als Direktor vun der „Akademie bildender Künste“ en Wien gekoss un hä kunnt zickdäm nor noch als freischaffende Künsler arbeide.
Dat Boch merk aan, dat en Kölle noch mih Kunswerke vun im stonn, sich ävver offensechtlich hee noch keiner domet usenandergesatz hät, ov dat och en Oodnung es.
Ich denke, vill weede jetz hee sage „Nä, natörlich nit!“. Us uns hüggiger Seech stemme ich däm zo. Et es och ming Meinung. Nor, dat Dier es dud, en Gips gegosse un als Skulptur iwig för uns do. Ich ben däm Autor vun däm Boch singer Aansich, dä aanmerk, en Tafel, die üvver de Herkunf vun däm Panther informeet, wör wichtig. Hä hät uns jet ze sage un die Chance sollte mer nötze, wann hä ald sterve moot.
Vun wat för enem Boch ich hee luuter schwaaqde? „Rodenkirchen und mehr…“ vum Ralf Reglin, erschiene em Ralf Reglin-Verlag, ISBN 978-3-930620-73-9. Ene Kölschgänger, ald bevür et der Kölschgänger gov.
Un wo dä Panther üvverhaup steiht? Dat verrode ich hee nit. Gevvt Üch gään Tipps ov stöbert op unser Sigg em Netz. Do, op der Üvversichskaat wäädt Ehr en finge.
Ich finge, et lohnt sich, dann: ene schöne Panther bliev ene schöne Panther. 

Mechel

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Rodenkirchen mag ich ja sehr. Immer wenn ich das Kapellchen sehe, muss ich schmunzeln. Weit über 1000 Jahre Geschichte stecken allein in diesem Kirchlein. Die Gegend um es herum lädt zum Spaziergang und noch mehr zum Verweilen ein. 
Wie passt da ein Prozess hin, der mehr als drei Menschenleben andauert?
Rodenkirchen gehört ja nun erst seit 1975 zur Stadt Köln, politisch gesehen. Ich weiß, nicht jeder ist da so glücklich drüber. Aber sei es drum, ich finde es besser als die Verhältnisse bis 1798, in denen man Rodenkirchen als „Ausland“ betrachtet.
Die meisten wissen ja, im Mittelalter ist die stolze Stadt Köln frei. Umgeben ist sie aber von Kurkölner Gebiet. Das unmittelbar angrenzende Land gehört der Kurie, sprich den Erzbischöfen von Köln. Das allein ist ja schon nicht leicht, weil das Verhältnis der Kölner Bürger zu den eigenen Erzbischöfen ja meistens, sagen wir, angespannt ist. Tatsächlich setzt Rodenkirchen da noch eins drauf.
Im Jahr 1432 wird Johann von Heinsberg Lehnsherr von Rodenkirchen. Das ist jetzt nicht schlimm. Aber in der Erbfolge fällt Rodenkirchen an Gräfin Elisabeth von Nassau – Saarbrücken. Das wiederum ist schlimm. Die gute Dame ist so weit Weg von Kölner Gefühlen, wie ihr Name sagt. Sie macht genau das, was für eine richtige Kölner Dame nicht denkbar ist: sie heiratet 1472 Herzog Wilhelm III. von Berg und bringt selbstverständlich Ihre Güter als Mitgift in die Ehe mit ein.
Was für ein Gift diese Mitgift. Rodenkirchen ist ja damit Bergisches Land. Ist das zu fassen? Rodenkirchen ist eine Bergische Enklave, die nicht mal mehr der Rhein von Köln trennt. Köln weiß ja gern den Rhein zwischen sich und unangenehmen Zeitgenossen. Richtig giftig ist dies für die lange gewachsenen Strukturen:
Das Maternus-Kapellchen gehört seit dem Jahr 1233 ganz offiziell dem Kölner Severinstift. Dieser darf bestimmen, wer hier an Alt St. Maternus Pfarrer ist und darf auch die Menge der Abgaben festlegen. Die Abgaben benötige der Pfarrer von den paar Dutzend Einwohnern des Dorfes als Unterhalt für sich selbst. Zudem besitzen die Kartäuser und die Benediktiner von Groß St. Martin nicht unerheblich viel Land in Rodenkirchen, dass sie bewirtschaften und den Ertrag fleißig nach Köln bringen.
 
Was nützt so ein Besitz einem Herzog von der anderen Rheinseite überhaupt? Ihn und seinem erbenden Schwiegersohn Johann III. von Berg, genannt „der Friedfertige“, stört das erstmal nicht. Die nächste Generation, Herzog Wilhelm V. von Berg, genannt der Reiche, stört das dafür umso mehr. Ihm gehört das Land und allen anderen der Ertrag davon? So wird man nicht reich! Dann diese faktische Entmachtung durch den Severinstift. Das darf nicht sein! Er klagt im Jahr 1550 sein Recht ein.
Wie will man jetzt so eine verzwickte Lage entscheiden? Wie wägt man sowas gerecht ab. Man überlegt, berät sich und streitet und überlegt, berät sich und streite – ganze 170 Jahre lang. Im Jahr 1720 hat man einen Geistesblitz! Man kommt zu dem Schluss „War doch immer schon so? Warum sollten wir das ändern? Es bleibt einfach wie es ist.“ Warum auch anders, funktioniert doch? Die Kurie gewinnt! Der Pfarrer wird vom Severinstift bestimmt, die Abgaben darf er behalte und die Erträge der fleißigen Kartäuser und Benediktiner werden schön weiter nach Köln gebracht.
 
Naja, im Jahr 1798 ordnet gewaltige neue Macht alles neu, die sich nicht um alte Regeln schert. Die Franzosen nehmen allen einfach alles ab. Die Säkularisation übergibt kirchlichen Besitz an den Fiskus und Rodenkirchen wird von der Bürgermeisterei Rondorf verwaltet. Ätsch….

Michael

En Rudekirche ben ich jo gään. Luuter wann ich et Kapellche sinn, muss ich griemele. Wigg üvver 1000 Johr Historie steche allein en däm Kirchche. De Gägend öm et eröm läd op en Promenad un noch mih op en Rass en.
Wie pass do ene Prozess hin, dä mih wie drei Minschelevve duurt?
Rudekirche es jo no eesch zick 1975 e Stöck vun der Stadt Kölle, politisch gesinn. Ich weiß, nit jeder es do esu glöcklich drüvver. Ävver god, ich finge et besser wie die Verhäldnisse bes 1798. En dä Zigg häld mer Rudekirche för „Usland“.
De mihste wesse jo, em Meddelalder es de stolze Stadt Kölle frei. Ömgevve es se ävver vun Kurkölner Gebiet. Dat Land, dat tirek an Kölle dran litt, gehürt der Kurie, mer kann einfach de Ääzbischöff vun Kölle sage. Dat allein es ja ald nit leicht, weil et Verhäldnis vun de kölsche Bürger zo de eige Ääzbischöff jo miestens, sage mer, jet diffisil es. Ungeloge setz Rudekirche do noch eine drop.
Em Johr 1432 weed der Johann von Heinsberg der Lehnshäär vun Rudekirche. Dat es jetz nit schlemm. Ävver en singer Ervfolg kritt de Gräfin Elisabeth vun Nassau – Saarbrücke dat Dörp. Dat widderöm es schlemm. Dat Frauminsch es esu wigg fott vun kölsche Geföhle, wie singe Name et säht. Et mäht genau dat, wat för e richtig kölsch Mädche nit uszedenke es: et hierod 1472 der Herzog Wellem III. vun Berg und brängk selvsverständlich sing Güter als Metgeff en de Ih met en.
Wat för en Geff die Metgeff es! Rudekirche es jo domet Bergisch Land. Häs de doför Tön? Rudekirche es en Bergische Enklav, die nit ens der Rhing vun Kölle trennt. Kölle weiß jo gään der Rhing zwesche sich un fiese Zigggenosse. Richtig geftig es dat ävver för de lang gewahsene Verhäldnisse:
Et Maternus-Kapellche gehürt zick dem Johr 1233 ganz offiziell bei der Kölsche Vringssteff. Dä darf bestemme, wä hee an Ald Zinter Mätern Pastur es und darf och fassläge wie huh de Avgabe sin. Die Avgabe bruch der Pastur vun dä paar Dotzend Buure un Fescher vum Dörp, öm selv üvver de Runde zo kumme. Zodäm besetze de Kartäuser un de Benediktiner vun Groß Zinter Määtes e god Stöckelche Land en Rudekirche. Dat bestelle se und drage der Ertrag fließig noh Kölle.
Wat nötz esu ene Besetz enem Herzog vun der andere Rhingsigg üvverhaup? In un singe Schwiegersonn, dä erv, der Johann III. vun Berg, genannt „der Friddfäädige“, stürt dat eesch ens nit. De nächste Generation, der Herzog Wellem V. vun Berg, genannt „der Riche“, stürt dat doför ömsu mih. Im gehürt dat Land un der Notze dovun all däe andere? Su weed mer nit rich! Dann die faktische Entmachtung durch der Vringssteff. Dat darf nit sin! Hä klag em Johr 1550 si Rääch en. 
Wie well mer jetz esu en vertrackte Lag entscheide? Wie deit mer sujet gerääch avwäge? Mer üvverläg, deit sich berode un strigg un üvverläg, deit sich berode un strigg – ganze 170 Johr lang. Em Johr 1720 hät mer ene Geistesbletz! Mer kütt zom Schluss „Wor doch luuter ald esu? Woröm sollte mer dat ändere? Et bliev einfach wie et es.“ Woröm och anders, et flupp doch? De Kurie gewennt! Der Pastur weed vum Vringssteff bestemmp, de Avgabe darf hä behalde un der Erdrag vun de fließige Kartäuser un Benediktiner weed schön wigger noh Kölle gebraht.
Nojo, em Johr 1798 oodent en gewaltige neu Maach alles neu, die sich nit öm aal Regele kömmert. De Franzuse nemme inne all einfach alles av. De Säkularisation üvvergitt der Besetz vun der Kirch an der Fiskus un die för Rudekirche zoständgie Mairie weed die vun Rondorf. Am Aasch e Trötche…

Mechel

Hey, Bottmühle, ich finde, Du gibst Rätsel auf. Ein wenig verwunschen wirkst Du schon. Du stehst da, bedrängt von vierstöckigen Häusern der verschiedenen Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts, umringt von mächtigen Bäumen, nahe dem Verlauf unserer alten Stadtmauer. Du gehörst nicht zu Mauer und nicht zu der Stadt, die Dich jetzt umringt. Wer bist Du, der Du den Cafés heute Schatten spendet und mit Deinen Bäumen ein gemütliches Flair verleihst? Psst… Ich habe von Leuten gehört, die Dich für die Weckschnapp halten.
Neugierig bin ich und schlage nach. Alessandro Pasqualini schafft Dein Fundament 1552. Eine Plattform für Geschützanlagen sollst Du sein, wenn wir angegriffen werden, auf der Position zwischen Bayenturm und Severinstor. Aha!
 
Gut, das Schießpulver ist längst etabliert. Städte werden in dieser Zeit mit Kanonen angegriffen, nicht mehr mit Triboken und Wandeltürmen. Aber so weit hinter der Mauer? Haben wir nicht ein Reichweitenproblem?
Alsbald beschließt man, dass es im Belagerungsfall sinnvoll ist, Korn mahlen zu können, um Brot essen zu können. Peter von Gleuel errichtet 1588 eine hölzerne Bockwindmühle auf Deiner Plattform. So eine, die man komplett in Windrichtung drehen kann. Diese wird 90 Jahre später, also 1678, durch eine steinerne ersetzt. Seitdem siehst Du also so oder ähnlich aus.
Gut, Korn wird heute anders gemahlen. Auch Deine Aufgaben verändern sich mit der Zeit. Du beherbergst zurzeit eine Jugendgruppe. Ich weiß, dass Kurse in Dir gehalten werden. War selbst schon da.
Mit der Gastronomie hast Du nie geliebäugelt? Deine Kollegen machen es Dir doch vor und ich sehe nicht, dass Du es nicht auch könntest. Wie gesagt, ich finde, Du spendest ein gemütliches Flair.
Aber eines weiß ich noch nicht. Wo kommt die Silbe „Bott“ her? Im kölschen oder rheinischen haben wir das Adjektiv „bott“ für „plump“ und „ungeschickt“. Das passt nicht. Kann es sein, dass da etwas verloren gegangen ist?
Wer weiß , wo das Wort oder die Silbe herkommt?

Michael

Hey, Bottmüll, ich finge, Do giss Rödsele op. E bessche verwunsche wirkst Do ald. Do steihs do, bedrängk vun veerstöckige Hüüscher us de verschiede Johrzehnte vum letzte Johrhundert, ömringk vun staatse Bäum, noh an der aal Stadtmuur. Do gehöös nit bei der Muur un nit bei der Stadt, die Dich jetz ömringk. Wä bes Do, dä Do de Cafés hügg Schatte spends un met Dinge Bäum e gemödlich Flair verleihs? Pss… Ich han vun Lück gehürt, die Dich für de Weckschnapp halde.
Neugeerig ben ich un schlonn noh. Alessandro Pasqualini schaff Ding Fundament 1552. En Plattform för Geschötze solls Do sin, wann mer aangegreffe weede, op der Position zwesche Bayetoon un Vringspooz. Aha! 
God, et Scheeßpolver es längs etabliert. Städt weede zo dä Zigg met Kanone aangegreffe, nit mih met Triboke und Wandeltürm. Ävver su wigg hinger der Murr? Recke die dann esu wigg?
Baal beschleeß mer, dat et em Belagerungsfall jet wäät es, Koon mohle zo künne, för Brud esse zu künne. Der Peter vun Gleuel trick 1588 en hölze Bockwindmüll op Dinger Plattform huh. Esu ein, die mer komplett en Windrichtung drihe kann. Die weed 90 Johr späder, dämnoh 1678, durch ein us Stein ersetz. Zickdäm sühs Do alsu esu oder su ähnlich us.
God, Koon weed hück anders gemohle. Och Ding Aufgab verändert sich met der Zigg. Do beherbergs zorzigg e Jugendschmölzche. Ich weiß, dat Lihrgäng en Dir gehalde weede. Wor selvs ald do.
An en Weetschaff häs Do nie gedaach? Dinge Kollege maache et Dir doch vör un ich sinn nit, dat Do dat nit künns. Wie gesaht, ich finge, do schaffs e gemödlich Flair.
Ävver dat eine weiß ich noch nit. Wo kütt die Silv „Bott“ her? Em kölsche ov rheinische han mer dat Adjektiv „bott“ för „plump“ un „ungescheck“. Dat pass nit. Kann et sin, dat da jet verlore gegange es?
Wä weiß, wo dat Wood ov die Silv herkütt?
 

Mechel

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Nein, das ist gar nicht bei den Inkas, das ist hier bei uns auf Kölner Stadtgebiet. Das Fort VIII des äußeren Festigungsringes in Zollstock hat mich neugierig gemacht. Vielleicht, weil man suchen muss, um es zu finden, selbst wenn man eigentlich direkt vorbeifährt. Es ist ein verlassener Ort.
Es liegt im kleinen Stück zwischen Militärringstraße, der Straße „Am Eifeltor“, der Autobahn A4 und letztendlich den Eisenbahnschienen, die ursprünglich für die Verbindung nach Trier gebaut wurden. Und ich denke, es ist der eigentliche Grund, weswegen dieses Fort hier gebaut wurde: der Schutz der Bahnverbindung und die Nähe zu den Schienen, um Truppen schnell hierhin befördern zu können. 
Als es von 1874 bis 1877 erbaut wird, ist es hier karg. Weite offene Flächen umgeben das Fort. Klar, man möchte den Feind, der damals französisch war, anrücken sehen können und braucht freies Schussfeld. Das Kölner Bollwerk ist damals ein feines Stück Militärtechnologie, eine Vorzeigeobjekt. Unter anderem sogar der chinesische Vizekönig Lihungtschang besucht es im Rahmen eines Staatbesuches im Jahr 1896. Nicht bestätigt ist das Gerücht, dass er es vermessen lässt und ein Kopie in China steht.
Wie wir wissen, müssen die Kölner diesen Festungsgürtel nach dem Ersten Weltkrieg schleifen und die Umgebung des Forts wird grüner. Das ist das mit Konrad Adenauer, der die Chance erkennt und Fritz Encke, sein Gartenbaumeister, der gute Ideen zur Umsetzung hat, die unseren herrlichen Grüngürtel aus dem Befestigungsring erschaffen.
 
Warum jetzt ausgerechnet dieses Fort VII so verfällt, nicht recht in den Grüngürtel integriert und sowieso schwer zu finden ist? Das mag daran liegen, dass das Gelände der Bahn gehört. Die Reichsbahn will hier einen großen Güterbahnhof bauen und dann hätte es selbst dieses verfallende Gebäude nicht mehr gegeben. Nur ein paar renitenten Zollstockern, die wichtige Schlüsselgrundstücke nicht hergeben und den Rechtstreit um den Besitz gewinnen, ist es zu verdanken, dass ich die Bilder machen kann. Den Güterbahnhof gibt es trotzdem. Ein paar Meter weiter steht der große Güterbahnhof „Eifeltor“. Alles gut.
Fritz Encke sah hier übrigens Schrebergärten und eine Sportanlage vor. – Wir haben ja manchmal das Thema hier in Köln, dass es Menschen gibt, die der Meinung sind, dass Sportanlagen im Grüngürtel nicht dem ursprünglichen Nutzungsgedanken entsprechen und zu verdammen sind. – Die geplanten Gärten findet man rasch, wenn man durch das Tor geht. Sie werden noch genutzt. Die Sportanlage hingegen, finde ich nicht mehr. Vermutlich ist sie von anderen Bauten vereinnahmt oder überwuchert. Die Kaserne selbst, wird in dieser Zeit nach dem Krieg von den Spielern des Fußballclubs Borussia genutzt. Vermutlich als Vereinsheim. Es ist viel Vergessenheit geraten.
 
Was sicher ist: Im zweiten Weltkrieg hilft das alte Fort als Luftschutzbunker aus, um danach bis in die 1990’er Jahre als Gewerbefläche zu dienen.
Und jetzt? Nichts? Die Pläne der Jahrtausendwende, ein Wellnesshotel zur errichten, sind gescheitert.
Und wisst ihr was? Ich fahre bei praller Sonne und 35 Grad im Schatten dorthin und tauche da in kühle, frische Luft ein. „Jetzt setzen und ein Kölsch trinken.“, kommt mir spontan in den Sinn. Ich glaube, der Platz vor dem Tor, nach Nordosten ausgerichtet, ist der kühlste in Köln. Schade, dass wir nichts daraus machen.

Michael

Nä, dat es gar nit bei de Inkas, dat es hee bei uns op kölschen Terrain. Et Fort VII vum üssere Befestigungsring en Zollstock hät mich neugierig gemaht. Villleich, weil mer söke mus, för et ze finge, selvs wann mer eigentlich tirek vörbeifäht.
Et litt em kleine Stöck zwesche Militäringstroß, der Stroß „Am Eifeltor“, der Autonahn A4 un am Engk an de Ieserbahnschinn, die zoallereesch gebaut woodt, öm Trier an Kölle aanzebinge. Un ich denke, et es der eigentliche Grund, weswäge dat Fort hee gebaut woodt: der Schutz vun der Bahnverbindung un de Nöhde zo de Schinne, för Truppe flöck heehin befördere ze künne.
Wie et vun 1874 bes 1877 gebaut weed, es et hee plaat. Wigge offene Fläche ömgevve dat Fort. Klor, mer mööch jo der Feind, dä zo dä Zigg französisch wor, aanröcke sinn künne un bruch frei Schossfeld. Dat kölsche Bollwerk es domols e fing Stöck Militärtechnik, e Vürzeigeobjek. Unger anderem esugar der Vizekünnig Lihungtschang us China besök et em Rahme vun enem Staatsbesök em Johr 1896. Nit bestätig es dat Geröch, dat hä et vermesse lööt un en Kopie en China steiht.
Wie mer wesse, müsse die Kölsche dä Festungsgürtel nohm Eeschte Weltkreeg schliefe un die Ömgebung weed gröner. Dat es dat mem Konrad Adenauer, dä die Chance erkennt un dem Fritz Encke, singe Gaadebaumeister, dä goode Idee hät, öm et ömzesetze, die unse herrliche Gröngürtel usem Befestigungsring schaffe.
Woröm jetz usgerechent et Fort VII esu verfällt, nit rääch en der Gröngürtel integreet un suwiesu schwer zo finge es? Dat mag dran lige, dat dat Gelände der Bahn gehürt. Die Reichsbahn well hee ene große Güterbahnhoff baue un dann hätt et selvs dä Bau, dä am Verfalle es, nit mih gegovve. Nor ener Rötsch renitente Zollstocker, die wichtige Schlösselgrundstöcke nit hergevve un der Räächsstrigg gewenne, es et zo verdanke, dat ich die Beldere maache kann. Der Güterbahnhoff gitt et trotzdäm. E paar Meter wigger steiht der große Güterbahnhoff „Eifeltor“. Alles god.
Der Fritz Encke soh hee üvvrigens Schrebergääde un en Sportaanlag vür. – Mer han jo mänchmol dat Thema hee en Kölle, dat et Minsche gitt, die meine, dat Sportaanlage em Gröngürtel nit dem ursprüngliche Notzungsgedanke entspreche un zo verdamme sin. – Die geplante Gääde fingk mer flöck, wann mer durch de Pooz geiht. Se weede noch genötz. Die Sportaanlag hingäge, finge ich nit mih. Schings es se vun ander Baute engenomme ov üvverwuchert. De Kasään selvs, weed zo dä Zigg nohm Kreeg vun de Spiller vum Foßballclub Borussia genötz. Et es vill en Vergess gerode.
Wat secher es: Em Zweite Weltkreeg hilf dat aale Fort als Luffschutzbunker us, för donoh bes en de 1990’er Johre als Gewerbefläch ze deene.
Un jetz? Nix? Die Plän vun der Johrtausendwend, e Wellnesshotel ze baue, sin gescheitert. 
Un wesst ehr wat? Ich fahre bei praller Sonn un 35 Grad em Schatte dohen un tauche do en köhle, fresche Luff en. „Jetz setze un e Kölsch drinke.“, kütt mer tirek en der Senn. Ich gläuve, der Plaatz vür der Pooz, noh Nordoste usgereech, es der köhlste en Kölle. Schad, dat mer nit mih drus maache.

Mechel

Ein schöner Panther bleibt ein schöner Panther.
Kennt Ihr das? Ihr entdeckt ein Bild, findet es spannend und wollt die Stelle finden, wo es entstanden ist? Ihr habt einen Hinweis, fahrt hin, sucht falsch, findet nichts und kehrt wieder um? Es lässt Euch keine Ruhe, Ehr lest weiter nach, sucht genauer in Karten, geht die Wege in Gedanken ab und fahrt nochmal hin? Dann findet ihr den Ort, macht ein Bild, findet dann aber keine Information, um etwas darüber zu erzählen? Albtraum für Kölschgänger.
So ging es mir mit diesem Panther. Ich hatte ein Bild gesehen und wurde neugierig. Das war 2016. 2017 machte ich dann mein erstes Bild. Darüber erzählen konnte ich wenig, „Fritz Behn um 1920“. Daraus mach selbst ich keinen Beitrag.
 
2019… …suche ich für ein anderes Thema und schmökere in einem Buch und da ist er wieder, der Panther.
 
Das Buch habe ich schon oft in der Hand gehabt, um griffige Anhaltspunkte zu verschiedenen Themen zu finden. Zum Panther weiß es zu berichten, dass er aus Bronze ist und nun fast ein Jahrhundert an seinem Platz steht, etwas versteckt. Wer weiß, wo er sich befindet, muss darüber lächeln, wer ihn sucht, wie ich, weiß was ich meine.
Fritz Behn, der Künstler, ist am 16. Juni 1878 in Lübeck geboren und am 26. Januar 1970 in München gestorben. Er gilt als einer wichtigsten Tierbildhauer des 20. Jahrhunderts.
Der Panther wirkt so lebensecht, dass ich denke, dass ich ihn mir einfach selbst angucken wollte. Nur, wie hat Behn das gemacht? Seine Vorgehensweise deckt sich da nicht mehr mit der dem heutigen Selbstverständnis im Umgang mit unsere Natur: er war Großwildjäger und hat die Tiere schlicht erschossen und Gipsabdrücke gefertigt. Schwer zu verdauen, oder?
Man muss auch festhalten, dass er hinter der deutschen Kolonialpolitik stand, demokratische Strukturen ablehnte und früh, in den 1920’er Jahren, Mitglied der NSDAP war. 1945 hat ihn genau das sein Amt als Direktor der „Akademie bildender Künste“ in Wien gekostet und er konnte seitdem nur noch als freischaffender Künstler arbeiten.
 
Das Buch merkt an, dass in Köln noch mehr Kunstwerke von ihm stehen, sich aber offensichtlich hier noch niemand damit auseinandergesetzt hat, ob das für uns auch in Ordnung ist.
Ich denke, viele werden jetzt hier sagen, „Nein, natürlich nicht!“. Aus unserer heutigen Sicht stimme ich dem zu. Es ist auch meine Meinung. Nur, das Tier ist tot, in Gips gegossen und als Skulptur ewig für uns da. Ich bin beim Autoren des Buches, der anmerkt, eine Tafel, die über Herkunft des Panthers informiert, sei wichtig. Er hat uns etwas zu sagen und diese Chance sollten wir nutzen, wenn er schon sterben musste.
 
Von welchem Buch ich hier immer rede? „Rodenkirchen und mehr…“ von Ralf Reglin, erschienen im Ralf Reglin-Verlag, ISBN 978-3-930620-73-9. Ein Kölschgänger, schon bevor es den Kölschgänger gab.
Und wo der Panther überhaupt steht? Das verrate ich hier nicht. Gebt Euch gern Tipps oder stöbert auf unserer Seite im Netz. Dort, auf der Übersichtskarte werdet Ihr ihn finden.
 
Ich finde, es lohnt sich, denn: ein schöner Panther bleibt ein schöner Panther.
 

Michael

Ene schöne Panther bliev ene schöne Panther.
Kennt Ehr dat? Ehr endeckt e Beld, fingt et spannend un wollt die Stell finge, wo et entstande es? Ehr hat ene Hinwies, faht hin, sökt falsch, fingt nix un kehrt widder öm? Et lööt Üch kein Rauh, Ehr lest wigger noh, sökt genauer, goht die Wäge en Gedanke av un faht noch ens hin? Dann fingt ehr dä Oot, maht e Beld, fingt dann ävver kein Information, öm jet drüvver zo verzälle? Albdraum för Kölschgänger.
Su ging et mir met däm Panther. Ich hatt e Beld gesinn un woodt neugierig. Dat wor 2016. 2017 maht ich dann mi eesch Beld. Drüvver verzälle kunnt ich winnig, „Fritz Behn um 1920“. Dodrus maache selvs ich keine Beidrag.
2019… …söke ich för e ander Thema un schmökere en enem Boch un do es hä widder, dä Panther.
Dat Boch han ich ald öfters en der Hand gehatt,

öm greffige Aanhaldspunkte för ungerschiedliche Theme ze finge. Zom Panther weiß et zo bereechte, dat hä us Bronze es un no fass ei Johrhundert an singem Plaatz steiht, jet verstoche. Wä weiß, wo hä sich befingk, muss drüvver griemele, wä in sök, wie ich, weiß wat ich meine.
Der Fritz Behn, der Künsler, es am 16. Juni 1878 en Lübeck gebore un am 26. Januar 1970 en Münche gestorve. Hä gild als eine vun de wichtigste Dierbeldhauer vum 20. Johrhundert.
Dä Panther wirk su levvensech, dat ich denke, dat ich en mer einfach selvs beluure wollt. Nor, wie hät der Behn dat gemaht? Wie hä vürgegange es, deck sich do nit mih met dä Aat un Wies, wie mer hügg met unser Natur ömgeiht: hä wor Großweldjäger un hät die Diercher einfach erschosse un Gipsavdröck gemaht. Schwer zo verdaue, oder?
Mer muss och fasshalde, dat hä hinger der deutsche Kolonialpolitik stundt, demokratische Strukture avlähne dät un fröh, en de 1920’er Johre, Metgleed vun der NSDAP wor. 1945 hät in genau dat si Amp als Direktor vun der „Akademie bildender Künste“ en Wien gekoss un hä kunnt zickdäm nor noch als freischaffende Künsler arbeide.
Dat Boch merk aan, dat en Kölle noch mih Kunswerke vun im stonn, sich ävver offensechtlich hee noch keiner domet usenandergesatz hät, ov dat och en Oodnung es.
Ich denke, vill weede jetz hee sage „Nä, natörlich nit!“. Us uns hüggiger Seech stemme ich däm zo. Et es och ming Meinung. Nor, dat Dier es dud, en Gips gegosse un als Skulptur iwig för uns do. Ich ben däm Autor vun däm Boch singer Aansich, dä aanmerk, en Tafel, die üvver de Herkunf vun däm Panther informeet, wör wichtig. Hä hät uns jet ze sage un die Chance sollte mer nötze, wann hä ald sterve moot.
Vun wat för enem Boch ich hee luuter schwaaqde? „Rodenkirchen und mehr…“ vum Ralf Reglin, erschiene em Ralf Reglin-Verlag, ISBN 978-3-930620-73-9. Ene Kölschgänger, ald bevür et der Kölschgänger gov.
Un wo dä Panther üvverhaup steiht? Dat verrode ich hee nit. Gevvt Üch gään Tipps ov stöbert op unser Sigg em Netz. Do, op der Üvversichskaat wäädt Ehr en finge.
Ich finge, et lohnt sich, dann: ene schöne Panther bliev ene schöne Panther. 

Mechel

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Ich weiß, was Ihr dieses Wochenende macht! Wenn Ihr frei habt und keine festen Termine, geht Ihr spazieren. Das Wetter wird ja gut. Dann werdet ihr ein Päuschen brauchen oder einfach nur haben wollen, weil ein Lokal mit einer tollen Aussicht lockt.
Gewitzt, diese Geschäftsleute. Sie bauen dieLokale immer dahin, wo es schön ist. – Aber noch gewitzter ist man da in Rodenkirchen… 
Ich habe vor Monaten ja die Geschichte erzählt, wie der Leichnam des Heiligen Maternus in einem Nachen den Rhein entgegen der Strömung hinauf trieb, um in Rodenkirchen, eben an der Stelle, an der heute das Kapellchen steht, wieder an Land zu stoßen. Was wir heute liebevoll „Kapellchen“ nennen, ist die kleine romanische Kirche „Alt Sankt Maternus“ aus dem frühen zehnten Jahrhundert.
Und die Wahl dieses Standorts kann man nur gewitzt nennen. Wenn man nämlich den Weg am Rheinufer entlangläuft, stellt man schnell fest, dass man schnurstracks auf das Kapellchen zuläuft und erst im letzten Moment schwenkt der Weg auf einen aufgeschütteten Damm. Dieser umrundet in einer Kurve den Chor und führt direkt dahinter wieder zurück auf das Ufer. Und genau diese Umgehung gibt es erst seit 1785. Davor stand das Kappelchen direkt am Wasser. Und man nahm auch in Kauf, dass es des Öfteren eben auch unter Wasser stand.
Warum das jetzt gewitzt sein soll? Nun, seit mindestens dem achten Jahrhundert treidelte man, meist mit Hilfe kräftiger Pferde und langen Leinen, Lastkähne genau diesen Pfad, der am Rheinufer auf das Kapellchen zuläuft, den Rhein herauf. Darum heißt er „Leinpfad“. Und weil unser Kapellchen so feist im Weg stand, wurden Mensch und Tier zur Pause gezwungen. Die Pferde wurden ausgeschirrt und zur Rast oder gar Übernachtung in Stallungen geführt. Die Menschen gingen natürlich für ein Päuschen in die Schankwirtschaft.
 
Das „Treppchen“ und das „Fährhaus“ sind Zeugen dieser Zeit. Gut, das heutige „Treppchen“ ist ein Bau des frühen 19. Jahrhunderts, aber es ist ja nicht die erste Wirtschaft an der Stelle. Die Gastronomie an dieser Stelle blickt als auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück.
Das riecht nach einem Geschäft, oder? Und das war es auch und ist es noch heute, auch wenn man heute dieser Tricks nicht mehr bedarf, weil wir uns freiwillig verführen lassen.
 
Als es dann aber weitergehen musste, wurde die Pferde aus den Stallungen, die sich unter anderem an der heutigen Straße „Auf dem Brand“ befunden haben, geholt und über die Friedensstraße zum Leinpfad zurückgeführt. Warum die Straße heute „Auf dem Brand“ heißt, dass muss mir ein netter Rodenkirchener nachher noch in die Kommentare schreiben. Dieser wird mir aber sicher auch bestätigen, dass die Geschichte stimmt, wenn ich Euch erzähle, warum die „Friedensstraße“ so heißt:
Durch diese Gasse wurden die Pferde früher wieder zum Rheinufer zurückgeführt und schließlich angeschirrt, um die Lastkähne weiter zu ziehen. Natürlich nannten die Leute die Gasse „Päädchensgass“ oder „Päädsgass“. Und genau das sagten die Rodenkirchener auch dem Menschen von dem die Bläck Fööss in dem Lied „Unser Stammbaum“ singen: dem Franzosen, der 1794 mit Napoleon hierhin kam und sie fragte, wie denn die Straße heiße. Dieser, des kölschen nicht mächtig, verstand anstatt „et Pääd“ eben nunmal eher „la paix“. Zack, hatten wir ein wunderschönes Missverständnis und ein zusammenhangloses Friedensdenkmal mehr, die „Friedensstraße“.

Seht Ihr? Ich weiß, was Ihr dieses Wochenende macht: Ihr geht den Rhein bei Rodenkirchen entlang, setzt Euch auf ein Kölsch oder zwei an das Rheinufer und guckt dabei nicht nur auf den Fluss… 

Michael

Ich weiß, wat Ehr dis Wochenengk maht. Wann Ehr frei hat un kein faste Termine, goht ehr gängele. Et Wedder weed jo god. Dann butt Ehr e Päusche ov wollt er einfach nor ein han, weil e Lokal met ener doll Ussich lock.
Gau, die Geschäfslück. Se baue de Weetschafte luuter dohin, wo et schön es. – Ävver noch gauer es mer do en Rudekirche…
Ich han vür Monate jo dat Kreppche verzallt, wie de Lich vum Hellige Matern en enem Naache der Rhing erop gäge der Strom gedrevve es, för en Rudekirche, evvens an dä Stell, an der hügg dat Kapellche steiht, widder an Land ze stüsse. Wat mer hügg leev „Kapellche“ nenne, es die klein romanische Kirch „Ald Zinter Matern“ usem fröhe zehnte Johrhundert.
Un de Wahl vun däm Standoot kann mer nor gau nenne. Wann mer nämlich dä Wäg am Rhingofer elans läuf, stellt mer flöck fass, dat mer direktemang op et Kapellche zoläuf un eescht em letzte Augebleck schwenk der Wäg op ene Damm, dä opgeschodt es. Dä geiht en ener Kurv öm der Chor un föht tirek dohinger widder zoröck op et Ofer. Un genau dä Ömgang gitt et eesch zick 1785. Dovör stundt et Kapellche tirek am Wasser. Un mer nohm och en Kauf, dat et alle naslang evvens och unger Wasser stundt.
Woröm dat jetz gau sin soll? No, zick mindestens dem aachte Johrhundet dät mer, miets met Hölp vun staatse Pääd un lang Linge, Lasskähn genau dä Padd, der am Rhingofer op et Kapellche zoläuf, der Rhing erop treidele. Doröm heiß hä „Leinpfad“. Un weil uns Kapellche esu feis em Wäg stundt, woodt Minsch und Dier en Paus opgezwunge. De Pääd woodt et Gescherr avgenomme un för en Rass ov gar Üvvernaachtung en Ställ gefoht. De Minsche gingke natörlich för e Päusche en de Weetschaff.
Et „Treppche“ un et „Fährhuus“ sin Zeuge vun dä Zigg. God, dat hüggige „Treppche“ es ene Bau usem fröhe 19. Johrhundert, ävver et es jo nit de eeschte Weetschaff an der Stell. De Gastronomie hät do en Johrhunderteaale Geschichte.
Dat rüch noh enem Geschäff, oder? Un dat wor et och un es et bes hügg, och wann mer hügg die Schlich nit mih esu nüdig hät, weil mer uns freiwellg verföhre looße.
Wie et dann ävver wiggergonn moot, woodte de Pääd us de Ställ, die unger anderem an der hüggige Stroß „Om Brand“ stundte, gehollt un üvver de „Friedensstroß“ nohm Leinfad zoröckgefoht. Woröm die Stroß hügg „Om Brand“ heiß, dat muss mer ene aadige Rudekirchener nohher noch en de Kommentare schrieve. Dä weed mer ävver bestemmp och bestätige, dat et stemmp, wann ich Üch verzälle, woröm de „Friedenstroß“ esu heiß:
Durch die Gass woodte de Pääd fröher widder nohm Rhingofer zeröckgefoht un krähte schleeßlich et Geschirr widder aan, för de Lasskähn wigger ze trecke. Natörlich nannte de Lück die Gass „Päädchensgass“ ov „Päädsgass“. Un genau dat sahte de Rudekirchener och däm Minsch vun däm de Bläck Fööss em Leed „Unse Stammbaum“ singe: däm Franzus, dä 1794 mem Napoleon heehin kom un se frogte, wie dann die Stroß heeß. Dä, dä jo dat Kölsche nit esu god kunnt, verstundt statt „et Pääd“ evvens ihter „la paix“. Zack, hatte mer et schönste Messverständnis un e Friddensdenkmol ohne Zesammehang mih, de „Friedensstroß“.
Seht ehr? Ich weiß, wat Ehr dis Wochenengk maht: Ehr goht lans der Rhing bei Rudekirche, setzt Üch op e Kölsch ov zwei an et Rhingofer un luurt dobei nit nor op der Fluss…

Mechel

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Ein schöner Panther bleibt ein schöner Panther.
Kennt Ihr das? Ihr entdeckt ein Bild, findet es spannend und wollt die Stelle finden, wo es entstanden ist? Ihr habt einen Hinweis, fahrt hin, sucht falsch, findet nichts und kehrt wieder um? Es lässt Euch keine Ruhe, Ehr lest weiter nach, sucht genauer in Karten, geht die Wege in Gedanken ab und fahrt nochmal hin? Dann findet ihr den Ort, macht ein Bild, findet dann aber keine Information, um etwas darüber zu erzählen? Albtraum für Kölschgänger.
So ging es mir mit diesem Panther. Ich hatte ein Bild gesehen und wurde neugierig. Das war 2016. 2017 machte ich dann mein erstes Bild. Darüber erzählen konnte ich wenig, „Fritz Behn um 1920“. Daraus mach selbst ich keinen Beitrag.
 
2019… …suche ich für ein anderes Thema und schmökere in einem Buch und da ist er wieder, der Panther.
 
Das Buch habe ich schon oft in der Hand gehabt, um griffige Anhaltspunkte zu verschiedenen Themen zu finden. Zum Panther weiß es zu berichten, dass er aus Bronze ist und nun fast ein Jahrhundert an seinem Platz steht, etwas versteckt. Wer weiß, wo er sich befindet, muss darüber lächeln, wer ihn sucht, wie ich, weiß was ich meine.
Fritz Behn, der Künstler, ist am 16. Juni 1878 in Lübeck geboren und am 26. Januar 1970 in München gestorben. Er gilt als einer wichtigsten Tierbildhauer des 20. Jahrhunderts.
Der Panther wirkt so lebensecht, dass ich denke, dass ich ihn mir einfach selbst angucken wollte. Nur, wie hat Behn das gemacht? Seine Vorgehensweise deckt sich da nicht mehr mit der dem heutigen Selbstverständnis im Umgang mit unsere Natur: er war Großwildjäger und hat die Tiere schlicht erschossen und Gipsabdrücke gefertigt. Schwer zu verdauen, oder?
Man muss auch festhalten, dass er hinter der deutschen Kolonialpolitik stand, demokratische Strukturen ablehnte und früh, in den 1920’er Jahren, Mitglied der NSDAP war. 1945 hat ihn genau das sein Amt als Direktor der „Akademie bildender Künste“ in Wien gekostet und er konnte seitdem nur noch als freischaffender Künstler arbeiten.
 
Das Buch merkt an, dass in Köln noch mehr Kunstwerke von ihm stehen, sich aber offensichtlich hier noch niemand damit auseinandergesetzt hat, ob das für uns auch in Ordnung ist.
Ich denke, viele werden jetzt hier sagen, „Nein, natürlich nicht!“. Aus unserer heutigen Sicht stimme ich dem zu. Es ist auch meine Meinung. Nur, das Tier ist tot, in Gips gegossen und als Skulptur ewig für uns da. Ich bin beim Autoren des Buches, der anmerkt, eine Tafel, die über Herkunft des Panthers informiert, sei wichtig. Er hat uns etwas zu sagen und diese Chance sollten wir nutzen, wenn er schon sterben musste.
 
Von welchem Buch ich hier immer rede? „Rodenkirchen und mehr…“ von Ralf Reglin, erschienen im Ralf Reglin-Verlag, ISBN 978-3-930620-73-9. Ein Kölschgänger, schon bevor es den Kölschgänger gab.
Und wo der Panther überhaupt steht? Das verrate ich hier nicht. Gebt Euch gern Tipps oder stöbert auf unserer Seite im Netz. Dort, auf der Übersichtskarte werdet Ihr ihn finden.
 
Ich finde, es lohnt sich, denn: ein schöner Panther bleibt ein schöner Panther.
 

Michael

Ene schöne Panther bliev ene schöne Panther.
Kennt Ehr dat? Ehr endeckt e Beld, fingt et spannend un wollt die Stell finge, wo et entstande es? Ehr hat ene Hinwies, faht hin, sökt falsch, fingt nix un kehrt widder öm? Et lööt Üch kein Rauh, Ehr lest wigger noh, sökt genauer, goht die Wäge en Gedanke av un faht noch ens hin? Dann fingt ehr dä Oot, maht e Beld, fingt dann ävver kein Information, öm jet drüvver zo verzälle? Albdraum för Kölschgänger.
Su ging et mir met däm Panther. Ich hatt e Beld gesinn un woodt neugierig. Dat wor 2016. 2017 maht ich dann mi eesch Beld. Drüvver verzälle kunnt ich winnig, „Fritz Behn um 1920“. Dodrus maache selvs ich keine Beidrag.
2019… …söke ich för e ander Thema un schmökere en enem Boch un do es hä widder, dä Panther.
Dat Boch han ich ald öfters en der Hand gehatt,

öm greffige Aanhaldspunkte för ungerschiedliche Theme ze finge. Zom Panther weiß et zo bereechte, dat hä us Bronze es un no fass ei Johrhundert an singem Plaatz steiht, jet verstoche. Wä weiß, wo hä sich befingk, muss drüvver griemele, wä in sök, wie ich, weiß wat ich meine.
Der Fritz Behn, der Künsler, es am 16. Juni 1878 en Lübeck gebore un am 26. Januar 1970 en Münche gestorve. Hä gild als eine vun de wichtigste Dierbeldhauer vum 20. Johrhundert.
Dä Panther wirk su levvensech, dat ich denke, dat ich en mer einfach selvs beluure wollt. Nor, wie hät der Behn dat gemaht? Wie hä vürgegange es, deck sich do nit mih met dä Aat un Wies, wie mer hügg met unser Natur ömgeiht: hä wor Großweldjäger un hät die Diercher einfach erschosse un Gipsavdröck gemaht. Schwer zo verdaue, oder?
Mer muss och fasshalde, dat hä hinger der deutsche Kolonialpolitik stundt, demokratische Strukture avlähne dät un fröh, en de 1920’er Johre, Metgleed vun der NSDAP wor. 1945 hät in genau dat si Amp als Direktor vun der „Akademie bildender Künste“ en Wien gekoss un hä kunnt zickdäm nor noch als freischaffende Künsler arbeide.
Dat Boch merk aan, dat en Kölle noch mih Kunswerke vun im stonn, sich ävver offensechtlich hee noch keiner domet usenandergesatz hät, ov dat och en Oodnung es.
Ich denke, vill weede jetz hee sage „Nä, natörlich nit!“. Us uns hüggiger Seech stemme ich däm zo. Et es och ming Meinung. Nor, dat Dier es dud, en Gips gegosse un als Skulptur iwig för uns do. Ich ben däm Autor vun däm Boch singer Aansich, dä aanmerk, en Tafel, die üvver de Herkunf vun däm Panther informeet, wör wichtig. Hä hät uns jet ze sage un die Chance sollte mer nötze, wann hä ald sterve moot.
Vun wat för enem Boch ich hee luuter schwaaqde? „Rodenkirchen und mehr…“ vum Ralf Reglin, erschiene em Ralf Reglin-Verlag, ISBN 978-3-930620-73-9. Ene Kölschgänger, ald bevür et der Kölschgänger gov.
Un wo dä Panther üvverhaup steiht? Dat verrode ich hee nit. Gevvt Üch gään Tipps ov stöbert op unser Sigg em Netz. Do, op der Üvversichskaat wäädt Ehr en finge.
Ich finge, et lohnt sich, dann: ene schöne Panther bliev ene schöne Panther. 

Mechel

Möchten Sie noch mehr von den Kölschgängern lesen ? Bei uns gibt es noch viele andere schöne Berichte …. einfach Kölschgänger in die Suchmaschine eingeben oder gleich die Seite der Kölschgänger gehen.