Arbeiten zur Verlängerung des Inneren Grüngürtels beginnen

Am Montag, 3. August 2020, geht das Großprojekt Parkstadt Süd in die Umsetzung. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Bonntor im Bereich der Bonner Straße 126 beginnen die vorbereitenden Arbeiten für die Niederlegung von drei großen Hallenkomplexen, um Platz für die Verlängerung des Inneren Grüngürtels zu schaffen.

Der am 26. März 2020 vom Rat beschlossene Abbruch der drei bis zu 400 Meter langen Hallen mit einem umbauten Raum von rund 147.100 Kubikmetern wird voraussichtlich vier Monate in Anspruch nehmen. Dabei werden alle Bauschadstoffe wie z.B. Asbest, PCB, KMF und Teer separat ausgebaut und ordnungsgemäß entsorgt. Neben Fachgutachtern und Sachverständigen, die z.B. die Entsorgung planen und überprüfen, wird es zudem eine Ansprechstelle für die Nachbarschaft geben. Zu dem Areal gehört auch ein Bürogebäude, das Ende März 2020 von einer Gruppe obdachloser Menschen besetzt wurde. Der Rat hat in seiner Sitzung am 29. Juni 2020 eine Resolution verabschiedet mit folgendem Inhalt:

1. Der Rat der Stadt Köln spricht sich dafür aus, auf eine Räumung des besetzten Abbruchhauses an der Markstraße 10 (Bonner Straße 120) bis zum Beginn der Abbrucharbeiten zu verzichten. Zwischenzeitlich soll das im Eigentum der Stadt befindliche Haus den Hausbesetzer*innen für ihr Selbsthilfeprojekt „Obdachlose mit Zukunft“ zur Verfügung gestellt werden.

2. Die Begleitung des Projekts durch die Verwaltung wird fortgesetzt.

3. Die Verwaltung wird beauftragt, den derzeit dort lebenden Menschen bis zum endgültigen Abbruchtermin des Gebäudes Marktstraße 10 (Bonner Straße 120) Alternativen, gegebenenfalls auch als Interim, zeitnah zur Verfügung zu stellen. Die angebotenen Alternativen müssen geeignet dafür sein, dass die Bewohner*innen ihr selbstverwaltetes Wohnprojekt fortführen und weiter zusammenleben können.

Die Verwaltung ist im ständigen Dialog mit den sich in diesem Bürogebäude befindenden Personen, mit dem Ziel – unter Berücksichtigung der oben genannten vom Rat beschlossenen Vorgaben – eine alternative Unterbringung zu organisieren. Bis dahin wird das Gebäude nicht niedergelegt.

Mit dem Startschuss zur Umsetzung der Parkstadt Süd beginnt – nach rund zehn Jahren vorbereitender Planung – nun der letzte Schritt zur Vollendung eines Jahrhundertprojekts, dem Inneren Grüngürtel. Die Parkstadt Süd überplant 115 Hektar innerstädtisches Gebiet, schafft rund 3.400 Wohneinheiten für 7.700 neue Einwohnende und rund 4.300 Arbeitsplätze. Im Bereich zwischen Vorgebirgsstraße und Bonner Straße wird auf einer Fläche von rund 13 Hektar (entspricht 18 Fußballfeldern) eine öffentliche Grünanlage angelegt, die als zentraler Baustein der Verlängerung des Inneren Grüngürtels bis zum Rhein dient. Von diesen rund 13 Hektar befinden sich etwa 12,5 Hektar (96 Prozent) im Eigentum der Stadt Köln. Nach Abschluss der anstehenden Niederlegungen wird der überwiegende Teil des späteren Parks im Jahr 2021 frei von Gebäuden sein.

Auf diesen Flächen beginnen dann die vorbereitenden Arbeiten des Bodenmanagements, das eine effiziente und nachhaltige Aufbereitung der Flächen verfolgt. Des Weiteren ist die Errichtung eines Pionierpfads und im Bereich der ehemaligen Gleisflächen ein Pionierpark geplant. In einem nächsten Verfahrensschritt wird der Park dann auf der Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs gestaltet. Schlussendlich wird so der Innere Grüngürtel in hoher gestalterischer und funktionaler Qualität weiter in Richtung Rhein verlängert.

Das Areal grenzt unmittelbar an das städtische Großmarktgelände. Es gehört selbst aber nicht zum Großmarkt. Vielmehr wurde es über 100 Jahre durch den Güterbahnhof Bonntor und seit dessen Stilllegung als Gewerbegebiet genutzt. Damit war es für die Allgemeinheit nicht zugänglich. Jetzt wird es so entwickelt, dass es der Öffentlichkeit als Grünfläche zur Verfügung gestellt und somit für alle erlebbar gemacht wird. Gleichzeitig wird ein wichtiger Beitrag für das Kölner Klima geleistet. Einen umfassenden Überblick über das Großprojekt Parkstadt-Süd bietet die am 7. Februar 2019 durch den Stadtentwicklungsausschuss beschlossene Integrierte Planung.

(Text: Stadt Köln – Amt für Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitInge Schürmann)

Stadt Köln erweitert das digitale Fördermittelmanagement um weitere Programme

Für Bürgerinnen und Bürger gewinnen digitale Angebote zunehmend an Bedeutung. Auch angesichts der Corona-Pandemie können digitalisierte Prozesse einen wichtigen Beitrag leisten. Die Chancen und Vorteile von digitalen Angeboten stehen jedoch nicht erst seit Ausbruch der Corona-Pandemie im Fokus der Stadtverwaltung. Auf Initiative von Oberbürgermeisterin Henriette Reker treibt die Verwaltung bereits seit einiger Zeit intensiv die Digitalisierung in unterschiedlichen Verwaltungsbereichen voran. Im Zuge der Optimierung der städtischen Fördermittelvergabe wurde nun ein wichtiger Meilenstein erreicht:

Das bereits im März pilotierte Online-Verfahren wird im Juli auf weitere Dienststellen und Förderprogramme ausgedehnt, sodass ein deutlich größerer Kreis von Antragstellenden Fördermittel zukünftig im Online-Verfahren beantragen kann. Die Stadt vergibt jährlich ein großes Fördervolumen an private und institutionelle Zuschussempfänger. Über die Vergabe von städtischen Fördermitteln können viele verschiedene Angebote für die unterschiedlichsten Zielgruppen realisiert werden, angefangen bei Förderungen im Kinder-, Jugend- oder im sozialen Bereich, Sportförderung bis hin zu Förderungen im kulturellen Bereich. Bisher wurde die Vergabe von Fördermitteln in den verschiedenen Dienststellen jedoch sehr unterschiedlich gehandhabt.

Vor diesem Hintergrund hat sich Oberbürgermeisterin Henriette Reker dafür eingesetzt, die städtische Förderpraxis zu standardisieren, zu professionalisieren und zu digitalisieren.

Damit soll die städtische Fördermittelvergabe künftig noch ziel- und wirkungsorientierter, transparenter und auch nachhaltiger erfolgen

sagt die Oberbürgermeisterin. Ein besonderer Fokus dieses zukunftsweisenden Projektes liegt daher auf der Digitalisierung der Prozesse und damit auf der Entwicklung einer integrierten IT-Lösung sowohl für die Antragstellenden als auch für die Mitarbeitenden der Verwaltung.

Ich freue mich, dass wir hier in Köln als eine der ersten Städte das neue digitale Fördermittelmanagement so intensiv vorantreiben so die Oberbürgermeisterin.

Nach der erfolgreichen Pilotierung der Kulturförderung im Frühjahr wird die digitale Antragstellung nun auf weitere Ämter und Förderprogramme ausgeweitet. Im Laufe des August werden neben der kommunalen Arbeitsmarktförderung auch die Förderprogramme der Bezirksvertretung Ehrenfeld, das erfolgreiche Programm „Grün hoch 3“ sowie die im vergangenen Jahr stark nachgefragte Förderung von Lastenrädern an das digitale Verfahren angebunden. Im Herbst werden weitere Förderprogramme folgen. Die Weiterentwicklung des Verfahrens erfolgt dabei sowohl in die Breite als auch in die Tiefe.

In regelmäßigen Erweiterungsrunden werden zusätzliche Förderprogramme an das SAP-basierte Fördermittelmanagement angebunden, gleichzeitig werden kontinuierlich weitere Funktionen integriert, die Umfang und Nutzungsfreundlichkeit des Angebots verbessern. Nach erfolgter Anbindung der „neuen“ Ämter und Dienststellen können die an sie gerichteten Förderanträge inklusive der erforderlicher Unterlagen online eingereicht und vollständig digital weiter bearbeitet werden. Perspektivisch werden Antragstellende sämtliche Vorgänge des Fördergeschäfts im Rahmen der IT-Lösung abwickeln können. Um sich von den Vorzügen des digitalen Fördermanagements zu überzeugen, ist für die Antragstellenden lediglich die einmalige Einrichtung eines kostenlosen persönlichen Nutzerkontos erforderlich.

Zur Registrierung gelangt man über die Internetseiten der jeweiligen Förderprogramme. Nach der Registrierung können Anträge eingereicht werden. Darüber hinaus können Nutzer dort auch den Bearbeitungsstatus ihrer Anträge einsehen oder Kontakt mit der zuständigen Sachbearbeitung aufnehmen – unabhängig von Ort und Zeit. Auf dem Weg zur „digitalen Förderakte“ entfällt dadurch die Notwendigkeit, Unterlagen auszudrucken und postalisch zu versenden. Durch die in der IT-Lösung eingebettete Kommunikationsmöglichkeit sind für alle Beteiligten immer die wesentlichen Informationen an einer Stelle einsehbar. Die Suche nach früheren E-Mails entfällt. Neben den Bürgerinnen und Bürgern profitieren auch die übrigen Beteiligten von dem neuen Verfahren.

So können auf Seiten der städtischen Sachbearbeitungen die digitalisierten Prozesse helfen, den Arbeitsaufwand zu verringern und dadurch die mitunter angespannte personelle Ausstattung zu entlasten. Auch die politischen Gremien profitieren. Durch die erhöhte Transparenz der Fördermittelvergabe können Ratsmitglieder, die durch ihre Entscheidungen die Richtung der städtischen Förderpolitik vorgeben, in Zukunft besser, schneller und einfacher über wesentliche Kennzahlen der städtischen Zuschüsse informiert werden.

Die Möglichkeit der digitalen Fördermittelbeantragung ist grundsätzlich als ein zusätzliches Angebot für die Bürgerinnen und Bürger zu verstehen, bisherige Formen der Antragstellung sind weiterhin möglich.KulturförderungKommunales Programm für Arbeit und Beschäftigungsfähigkeit (KomProArBeit)Förderprogramm für Dach- und Fassadenbegrünungen (GRÜN hoch 3)Zuschüsse aus bezirksorientierten Mitteln der Bezirksvertretung EhrenfeldFörderung von Lastenrädern

(Text: Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Katja Reuter)

  • den vergangenen Jahren wurden immer mehr geschädigte Bäume gefällt
  • Anteil von Bäumen mit deutlichen Kronenverlichtungen steigt an

Die heimischen Wälder litten in den vergangenen Jahren unter Trockenheit und Hitzeperioden. Schädlinge wie der Borkenkäfer können sich in bereits geschwächten Bäumen besonders schnell vermehren und dann zu einer Population anwachsen, die gefährlich für den Waldbestand werden kann. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurde 2019 mit 32 Millionen Kubikmetern fast dreimal so viel Schadholz aufgrund von Insektenschäden eingeschlagen wie im Vorjahr mit 11 Millionen Kubikmetern. Im Jahr 2017 waren es noch 6 Millionen Kubikmeter.

Niederschlagsarm, sonnenreich und heiß – in den vergangenen Jahren verzeichnete der Deutsche Wetterdienst außergewöhnlich warmes und trockenes Wetter. Waldschäden entstanden aber nicht nur durch Dürre, sondern unter anderem auch durch Stürme, Brände, Schneebruch, sowie Krankheits- und Pilzbefall. Mit knapp 68 % war der Anteil des Schadholzeinschlags am gesamten Holzeinschlag im Jahr 2019 mehr als dreimal so hoch wie im Jahr 2010 mit 19,7 %. Im Jahr 2019 wurden 46 Millionen Kubikmeter Schadholz geschlagen. Der Holzeinschlag insgesamt betrug im vergangenen Jahr 68 Millionen Kubikmeter, im Jahr 2010 waren es 54 Millionen Kubikmeter.

Durch Schäden bedingter Holzeinschlag nachUrsache in Millionen Kubikmeter

©Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020

Etwa 83 % des gesamten Holzeinschlags 2019 entfielen auf Nadelhölzer wie Fichten, Tannen, Douglasien, Kiefern und Lärchen (insgesamt 56 Millionen Kubikmeter). Von den geschlagenen Beständen der Nadelhölzer wurden 43 Millionen Kubikmeter und somit 77 % aufgrund von geschädigten Bäumen gefällt. Häufigste Ursache für die Schäden bei Nadelgehölzen war auch hier der Insektenbefall: Er war für 31 Millionen Kubikmeter (73 %) des Schadholzeinschlags verantwortlich.

Immer mehr Bäume zeigen Anzeichen von Trockenstress

Werden Bäume mit zu wenig Wasser versorgt, fällt der Druck ab, mit dem das Wasser von den Wurzeln in die Kronen transportiert wird. Hängende Blätter sind ein erstes Anzeichen dafür. Kritisch wird es, wenn die Bäume ihre Blätter, Früchte oder sogar Äste abwerfen und ihre Kronen dadurch lichter werden. Der Anteil von Bäumen mit deutlichen Kronenverlichtungen stieg laut der Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Jahr 2019 auf 36 % (2018: 29 %). Für einen Großteil der Bäume (42 %) wurde eine schwache Verlichtung der Baumkrone festgestellt. Nur rund ein Fünftel der Bäume (22 %) zeigte demnach im vergangenen Jahr keine Kronenverlichtung.

Entwicklung Holzeinschlag in Millionen Kubikmeter

©Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020Entwicklung Holzeinschlagin Millionen KubikmeterHolzeinschlag insgesamtSchadholzeinschlag201020122014201620180255075

(Text PN Destatis)

Das durch die Corona-Pandemie bedingte geringe Verkehrsaufkommen hat sich im Mai 2020 auch auf die Zahl der Unfälle im Straßenverkehr ausgewirkt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sank die Zahl der Verkehrsunfälle gegenüber Mai 2019 um 23 % auf 181 000. Auch die Zahl der Verkehrstoten ging zurück: Im Mai 2020 kamen in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen 237 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben. Das waren 6,3 % weniger als im Mai 2019 (253 Getötete). Noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 wurden in einem Mai weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet als im Mai 2020. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle und die Zahl der Verletzten waren seitdem in einem Mai noch nie so niedrig wie im Mai 2020. Die Zahl der Verletzten sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16 % auf rund 27 600.

Bei Straßenverkehrsunfällen Getötete

Anzahl

©
Statistisches Bundesamt (Destatis), 2020

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2020 erfasste die Polizei insgesamt rund 887 000 Straßenverkehrsunfälle. Das entspricht einem Rückgang von 18,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Darunter waren rund 93 800 Unfälle mit Personenschaden (-15,0 %), bei denen 1 017 Menschen getötet wurden. Damit ist die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 um 10,2 % beziehungsweise 116 Personen zurückgegangen. Die Zahl der Verletzten sank um 18,0 % auf knapp 117 000.

(Text PN Destatis)

Ob Tierwohl, Hygiene oder zuletzt die Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Die Skandale rund um das Nahrungsmittel Fleisch reißen nicht ab. Fleischersatzprodukte wie vegetarische Brotaufstriche, Sojabratlinge oder Tofu werden vielleicht auch deshalb vermehrt nachgefragt und verstärkt produziert: Im 1. Quartal 2020 erhöhte sich die Menge der zum Absatz bestimmten Fleischersatzprodukte von knapp 14,7 Tausend Tonnen auf gut 20 Tausend Tonnen um 37 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der Produktionswert für Fleischersatzprodukte stieg im gleichen Zeitraum um 36 % von knapp 62,4 Millionen Euro auf gut 85,1 Millionen Euro. Im gesamten Jahr 2019 erzielte die Produktion von Fleischersatzprodukten einen Wert von 272,8 Millionen Euro. Diese Summe ist im Vergleich zur Fleischproduktion verhältnismäßig gering. Der Produktionswert der Kategorien Fleisch, Geflügelfleisch sowie verarbeitetem Fleisch lag 2019 zusammengerechnet bei gut 40,1 Milliarden Euro.

Methodischer Hinweis: Der Wert der zum Absatz bestimmten Produktion wird unter Zugrundelegung des im Berichtszeitraum erzielten oder zum Zeitpunkt des Absatzes erzielbaren Verkaufspreises ab Werk berechnet (Verkaufswert). Der Verkaufswert enthält auch die Kosten der Verpackung, auch wenn sie gesondert in Rechnung gestellt wird. Nicht einbezogen sind dagegen die in Rechnung gestellte Umsatz- und Verbrauchssteuer und gesondert in Rechnung gestellte Frachtkosten und Rabatte.

In der Produktionsstatistik werden Fleischersatzprodukte unter der Kategorie „Vegetarische und vegane Lebensmittelzubereitungen, zum Beispiel vegetarischer Brotaufstrich, Tofuprodukte, vegetarische oder vegane Lebensmittel, die dem äußeren Anschein nach Wurst ähneln“ erfasst. Dazu zählen neben vegetarischen Brotaufstrichen, Sojabratlinge oder Tofu zum Beispiel auch vegetarische Wurst.

(Text PN Destatis)

Die Diskussionen rund um das Thema Geschwindigkeit im Straßenverkehr ebben nicht ab. Fest steht: 32 % der Menschen, die bei einem Verkehrsunfall 2019 ums Leben kamen, waren in einen Unfall verwickelt, bei dem die Polizei mindestens einer Fahrzeug führenden Person nicht angepasste Geschwindigkeit vorwarf, sogenannte Geschwindigkeitsunfälle. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden insgesamt 963 Menschen im vergangenen Jahr bei Geschwindigkeitsunfällen getötet, 53 687 wurden verletzt und von diesen erlitten 13 769 Personen schwere Verletzungen.

Nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt eine Hauptursache bei Unfällen mit Todesfolge

Im vergangenen Jahr starben bei Geschwindigkeitsunfällen 24 Menschen je 1 000 Unfälle mit Personenschaden. Bei allen Unfällen mit Personenschaden waren es 10 Getötete je 1 000 Unfälle. Auch die Zahl der Schwerverletzten bei Geschwindigkeitsunfällen war mit 345 je 1 000 Unfälle mit Personenschaden überdurchschnittlich hoch. Bei allen Unfällen mit Personenschaden waren es durchschnittlich 217 Schwerverletzte je 1 000 Unfälle.

Zu schnelles Fahren bedeutet nicht zwangsläufig, dass dabei die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wird. Denn unter anderem bei besonderen Wetterbedingungen wie etwa Nässe oder Nebel kann die normal zulässige Geschwindigkeit schon zu hoch sein. So registrierte die Polizei 2019 in 41 173 Fällen nicht angepasste Geschwindigkeit als Ursache eines Unfalls mit Personenschaden. Lediglich 2 130 mal überschritten Fahrerin oder Fahrer dabei die zulässige Höchstgeschwindigkeit.

Insgesamt weniger Verkehrstote, nicht angepasste Geschwindigkeit spielt weiterhin wichtige Rolle bei tödlichen Verkehrsunfällen

Im Vergleich zu 2010 ist die Zahl der Verkehrstoten insgesamt im Jahr 2019 um 16,5 % auf 3 046 gesunken. Dies zeigt sich auch bei den bei Geschwindigkeitsunfällen: Während im Jahr 2010 noch 1 441 Menschen bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben kamen, waren es im vergangenen Jahr 33,2 % weniger als zehn Jahre zuvor. Aber dennoch starb 2019 alle 9 Stunden ein Mensch bei einem Geschwindigkeitsunfall in Deutschland.

Verkehrstote nach Unfallursachen

Je 1 000 Unfälle mit Personenschaden

Methodischer Hinweis:

In der Verkehrsunfallstatistik können für jeden Unfall bis zu zwei allgemeine Ursachen sowie pro Beteiligten bis zu drei personenbezogene Ursachen erfasst werden, die allesamt in verschiedenem Ausmaß zu einem Unfall beitragen können. Die Kategorie „Nicht angepasste Geschwindigkeit“ nimmt auf § 3 der Straßenverkehrsordnung Bezug: „Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.“

Weitere Informationen: Informationen zum Unfallgeschehen nach Tagen bietet der neu erschienene Unfallkalender.

(Text PN Destatis)

Ob es daran liegt, dass die Störche vor ihrem Flug gen Süden noch einmal richtig fleißig werden, oder am mangelnden Freizeitangebot im Spätherbst – wir wissen es nicht. Fest steht: Der Juli ist seit einigen Jahren der Monat mit den meisten Geburten in Deutschland. 2019 kamen in diesem Hochsommermonat 72 660 Babys auf die Welt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Das war ein Anteil von 9,3 % an den Geburten in diesem Jahr. Damit lag der Juli nicht nur in absoluten Zahlen an der Spitze, gefolgt von August (71 562) und September (70 057). Es war auch der Monat mit den meisten Babys pro Tag: 2 344. Das sind 212 Kinder pro Tag mehr als im Jahresdurchschnitt. Bei der unterschiedlichen Zahl von Tagen pro Monat ist dieser Wert ebenfalls von Bedeutung, wenn man den geburtenstärksten Monat ermitteln will.

In den Familien in Deutschland stehen dieser Tage wahrscheinlich besonders viele Geburtstagsfeiern an. Denn der Juli war auch im Durchschnitt der letzten fast dreißig Jahre von 1990 bis 2019 der Monat mit den insgesamt meisten Geburten (67 980). Hier bildet der kürzeste Monat Februar mit 57 266 Geburten das Schlusslicht. Ein etwas anderes Bild ergibt sich bei der Zahl der Geburten pro Tag: Der September mit seinen 30 Tagen schneidet im Vergleich zu den längeren Sommermonaten etwas besser ab. Von 1990 bis 2019 kamen beispielsweise im Juli durchschnittlich 2 193 Babys zur Welt, im September waren es 2 209. Die geringste Zahl an Geburten pro Tag weist in dieser Langzeitbetrachtung der Dezember auf (1 905).

Der Kinderreichtum in den Monaten Juli bis September ist im Übrigen zwar ein deutschlandweites Phänomen, aber noch kein sehr altes. Es bildete sich erst seit Anfang der 1980er Jahre heraus. Vor dem Zweiten Weltkrieg und auch noch Jahrzehnte später lag das Maximum der Geburten in den Monaten Februar und März.

(Text PN Destatis)

Im Jahr 2019 bestritten 74 % der Erwachsenen zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch ihre eigene Erwerbstätigkeit. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand von Ergebnissen des Mikrozensus weiter mitteilt, waren das 37,8 Millionen Personen. Unterschiedlich hoch waren die Anteile bei Männern und Frauen: 80 % der Männer und 68 % der Frauen zwischen 18 und 64 Jahren lebten überwiegend von ihrer Erwerbstätigkeit.

Bevölkerung am Hauptwohnsitz in Privathaushalten 2019

9 % aller 18- bis 64-Jährigen (4,4 Millionen) lebten 2019 hauptsächlich von öffentlichen Leistungen (ohne Renten und Pensionen). 12 % nannten als Haupteinkommensquelle Einkünfte von Angehörigen (zum Beispiel von Partnerin beziehungsweise Partner oder den Eltern). Das traf auf 6 % der Männer und 18 % der Frauen zu. Insgesamt waren das 6,1 Millionen Personen.

Für Personen im Alter ab 65 Jahren waren im Jahr 2019 Renten- und Pensionszahlungen die Haupteinkommensquelle (89 % oder 15,3 Millionen Personen). Bei den Männern waren es 92 %, bei den Frauen 87 %. Fast jede zehnte Frau (9 %) in diesem Alter bestritt ihren Lebensunterhalt vorwiegend durch Einkünfte von Angehörigen (Männer: 0,5 %).

Immer mehr Frauen leben überwiegend von eigener Erwerbstätigkeit

Der Anteil der 18- bis 64-Jährigen, die nach eigenen Angaben überwiegend von ihrer eigenen Erwerbstätigkeit leben, hatte im Jahr 2000 noch bei 63 % gelegen. Das waren rund elf Prozentpunkte weniger als 2019. In dieser Altersgruppe bezogen 52 % der Frauen und 74 % der Männer im Jahr 2000 die Mittel für ihren Lebensunterhalt aus eigener Erwerbstätigkeit. Zum Jahr 2019 stiegen diese Werte folglich um sechs Prozentpunkte bei den Männern und 16 Prozentpunkte bei den Frauen.

Im Vergleich der Jahre 2000 und 2019 ist der Anteil der 18- bis 64-jährigen Frauen, die ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Einkünfte von Angehörigen beziehen, von 29 % auf 18 % gesunken. Der Anteil der 18- bis 64-Jährigen, die überwiegend von öffentlichen Leistungen (ohne Rente und Pensionen) leben, hat sich seit dem Jahr 2000 nicht verändert; er lag zu beiden Zeitpunkten bei rund 9 %.

(Text: PR Destatis)