Schnell, aktuell und lokal – so kennt Ihr die Kölner Stadtteilliebe. Auf facebook laufen die Informationen noch ein wenig schneller, da dort ein großes Netzwerk aktiv ist. Gerade in der jetzigen Situation ist es wichtig für alle, sich auszutauschen und zu wissen, was geht. Wer liefert was? Wo bekomme ich was? Wie komme ich an das Menü aus meinem Lieblingsrestaurant? Wie sind die Öffnungszeiten? Bei uns auf facebook natürlich unter gleichem Namen „Kölner Stadtteilliebe“ sind Unmengen an Informationen zu finden. Was eben noch ganz oben stand, kann in wenigen Minuten nach unten wandern, weil sich die Nachrichten oft überschlagen. Hier werden die unterschiedlichsten Dinge ausgetauscht und viele Bildnachrichten und News als Kurzfilm sind zu finden. Auf facebook kann sich jeder beteiligen. Gleich ob er schweigend etwas lesen möchte oder aktiv kommunizieren und diskutieren will. “Unter uns“ sind wir auf facebook , überall sichtbar und dort einer der beliebtesten Gruppen bzw. Seiten, denn beides haben wir. Kurze, knackige Informationen – ständig aktualisiert. Wenn Ihr mehr wissen wollt, besucht uns einmal dort, Ihr werdet begeistert sein, was in unserem Stadtgebiet so alles passiert. Hier findet Ihr alle Infos, die Ihr braucht. Ob Termine, Adressen, Tipps, Aktuelles, Klatsch- und Tratsch, Männer, Frauen, Familien und vieles mehr in aller Ausführlichkeit. Wir freuen uns auf Euch – wo auch immer wir uns treffen! 

Steigende Temperaturen, mehr Sonnenschein und Freude am pflanzen lockte bereits im Frühjahr viele in den Garten. Der Ausgleich von Büro, PC und Homeoffice sorgt für eine wohltuende Abwechslung mit den eigenen Händen. Wie Studien belegen, hat Gartenarbeit zahlreiche positive Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit. Wer regelmäßig gärtnert, baut zum Beispiel Stress ab und zeigt bessere koordinative Fähigkeiten, stärkt unbewusst die Muskeln und steigert die Ausschüttung des Glückshormons. Um Gartenarbeit, die häufig gebückte Haltung – etwa beim Unkrautzupfen angenehm zu machen, bieten sich so genannte Hochbeete an. Die angenehme Arbeitshöhe macht auch eingeschränkten Menschen Freunde und sorgt für eine schöne Ansicht. Säen, Umgraben und Gärtnern im Stehen minimiert dazu das Risiko für Rückenbeschwerden. Bei Arbeiten am Boden sollte auf eine gerade Haltung geachtet werden, auch eine Unterlage für die Knie oder ein kleiner Hocker sind sinnvolle Ergänzungen. Beim Tragen von schwerer Blumenerde oder vollen Gießkannen sollte die Beinmuskulatur eingesetzt werden. Zum Anheben geht man in die Knie und drücken Sie sich nur aus der Kraft der Beine nach oben. Geht dieses Verhalten in die Normalität über, ist es ein unbewusstes Training. Der Einsatz von ergonomischen Werkzeugen bietet ebenso Vorteile bei der Gartenarbeit. Die Verlängerung der Hand, Teleskopstangen und die richtige Wahl des Gartengeräts bieten langfristig abwechslungsreich Freude bei der Arbeit.

 

Ziel des Foto-Projektes ist es den Corona bedingten Honorarausfall bei Tänzer*innen durch den Verkauf von qualitativ und künstlerisch hochwertigen Fotos zu kompensieren.

Doreen Naß, © Martin Miseré

Die Grundidee zu dem Projekt ist entstanden, als die Stadt durch den Shutdown menschenleer war und die Tänzer alleine zuhause trainieren mussten, ohne zu wissen wann sie das nächste Mal wieder auf einer Bühne stehen können um damit ihren Lebensunterhalt verdienen zu  können.

Für den Fotografen Martin Miseré war es nahliegend, die Tänzer in die leere Stadt zu holen und deren künstlerischen Darbietungen in den urbanen Raum zu transponieren.

Für die Tänzer*innen wird somit ihre Stadt zu ihrer Bühne.

Über die seit dem 22.05. online geschaltete Webseite https://deinestadtdeinebuehne.de/ sind bereits über 500,- Euro an Honorar für die Tänzer*innen eingenommen worden.

Nach Abzug der Druckkosten gehen ca. 85% der Nettoeinnahmen an den auf dem gekauften Foto abgebildeten Tänzer*in. Die restlichen 15% werden zur Kostendeckung des Projektes und für den ebenso vom Shutdown betroffenen Fotografen verwendet.

Auf jeder Fotografie ist nur ein Künstler/in* zu sehen, genau die Person, die den Hauptteil des Verkaufs-Gewinnes der Fotos erhalten wird.

Eine grafische Bühne, entworfen von der Art-Direktorin Mira Falkenberg, reduziert die Form der Bühne auf eine Fläche, die räumlich halbtransparent ins Motiv ragt. Sie symbolisiert die Bühne innerhalb der städtischen Szenerie und bildet eine grafische Verbindung innerhalb der Fotoserien

Bei dem Projekt haben bereits 23 Tänzer*innen teilgenommen, über 100 Motive können erworben werden. Das Projekt, wächst weiter und soll zusätzlich auch über den Shutdown hinaus Öffentlichkeit für Kulturschaffende bieten.

Kunst und Kultur zählen zu wichtigen Grundwerten unserer Gesellschaft. Sie und ihre ausführenden Personen sind schützenswert und – konsequent weitergedacht – auch systemrelevant.

Teilnehmende Künstler/innen* erfüllen folgende Voraussetzungen:

‣  verdienen ihren Lebensunterhalt als Tänzer/in*

‣  haben erhebliche Auftritts-Absagen durch die Corona-Pandemie

Die Resonanz bei den angefragten Tänzer*innen war enorm. Viele Tänzer*innen haben nach dem Shooting berichtet, dass es für sie richtig toll war wieder mit Sinn getanzt zu haben, auch wenn der Fotograf meist der einzige Zuschauer in dem Moment des Shootings für sie war, von ein paar interessierten Beobachtern abgesehen.

Kontakt:    Martin Miseré

mail: mm@m-misere.de | web: www.deinestadtdeinebuehne.de

(Text:Mechtild Tellmann)

Der Rheinauhafen. Seltsam, wie oft ich doch hier spaziere oder mit dem Rad vorbeikomme.

Viel ist da gewichen und hat Neuem Platz gemacht. Für die Kranhäuser zum Beispiel, viel fotografiert und in Szene gesetzt – aber ein Fan bin ich persönlich jetzt nicht. Für mich fühlen sie sich fremd an und verbauen die Sicht auf den Dom.

Die Halbinsel, auf der sie stehen, heißt übrigens „Werthchen“. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war hier tatsächlich eine kleine Insel, die eben seit Jahrhunderten „Werthchen“ genannt wurde. Sie ist der Ursprung des Hafens.

Hier lagen hier die Oberländer-Schiffe, die die Waren der Niederländer-Schiffe aufnahmen und umgekehrt. Die Niederländer-Schiffe waren fette, große Lastkähne, geeignet, viele Waren auf einmal aufnehmen zu können. Sie haben den Rhein bis an die Mündung bedient. Sie hatten aber kurz hinter Köln das Problem, dass sie zu groß waren, um den Fluss Richtung Süden zu befahren. Dies übernahmen in Köln als Umschlagsplatz eben die Oberländer-Schiffe, die kleiner waren und wesentlich weniger Tiefgang hatten. Ein Teil dieses Umladens geschah eben hier auf dieser Insel. Viel Arbeit für kräftige Männer, die mit dem ständigen Be- und Entladen ihr Auskommen hatten.

Erst mit der Industrialisierung, recht spät sogar, in den 1890’er Jahren, entstand der Rheinauhafen in seiner heutigen Form. Das Werthchen wurde aufgeschüttet und mit dem Festland verbunden. Mit dem Ruhrgebiet und seinem aufstrebenden Hafen in Duisburg wollte man mithalten, indem man die Häfen Kölns vergrößerte. Der Rheinauhafen wurde zu einem der modernsten Häfen Deutschlands mit einem 18 km Schienennetz. Diesen Wettbewerb wollte man unbedingt gewinnen. Gut, wie es ausgegangen ist, wissen wir. Duisburg ist die absolute Nummer eins der Binnenhäfen. Man muss auch gönnen können.

Mein Lieblingsgebäude, das Siebengebirge, offiziell „Danziger Lagerhaus“ tituliert, entstand kurz danach, 1909. Ein 177 Meter langes, sechsgeschossiges Lager für Stückgut und Korn. Es soll eines der ersten Stahlskelettbetonbauten – was ein Wort – gewesen sein, die je gebaut wurden. Das mag für Architekten bemerkenswert sein. Ich bin froh, dass es so fein verputzt und getüncht ist.

Vielleicht mag ich es, weil der Name so passend ist.

„Siebengebirge“ – jeder weiß sofort warum – es sieht wie ein Gebirge aus, mit seinen neun Giebeln. Neun? Das lässt sich ganz einfach von Deutz aus zählen. Neun Giebel hat es, drei hohe und sechs niedrige. Der Architekt hat getrickst. Auf der „richtigen“ Seite wurden zwei Giebel durch Türmchen ersetzt. Das habe ich aber erst spät verstanden. Das Problem ist, dass die westliche Seite ein wenig schwer einsehbar ist. Man kann nur sehr nah am Gebäude stehen, dass man kaum die Front überblickt oder man geht weiter weg, um festzustellen, dass die Sicht durch große Bäume verstellt ist. Man muss sich schon etwas Zeit nehmen.

1946, nach dem Krieg entschied der Rat, diesen Teil des Güterhafens aufzugeben und größere Becken in Niehl anzulegen. Das hat übrigens zur Folge, dass wir uns ständig mit Hamburg um Platz zwei unter den wichtigsten Binnenhäfen in Deutschland rangeln. Hättet Ihr das gedacht? Duisburg ist unumstritten Nummer eins und danach direkt wir und in manchen Jahren Hamburg? Ich nicht.

Unser Siebengebirge wurde aber gerettet. Ein Wohn- und Gewerbegebäude ist es seit 2006. Und das wiederum finde ich prima. Mit den Kranhäusern, meine ich, haben wir ein altes Stück Köln aufgegeben. Wofür überhaupt? Um mit dem Medienhafen in Düsseldorf zu konkurrieren? Ich weiß es nicht. Mit dem Siebengebirge aber, haben wir einem schönem Stück Köln einen neuen Sinn gegeben und können unseren Enkeln noch zeigen, wie das in Köln so war. Damals.

Michael

Der Rheinauhafe. Komisch, wie off ich doch hee e Gängelche maache ov mem Rädche lans kumme.

Vill es do fott un hät Plaatz för Neues gemaht. För de Kranhüüser för e Beispill, vill fotografeet un in Szen gesatz – ävver ene Fan bin ich selver jetz nit. För mich föhle se sich fremb aan und verbaue de Seech op unse Dom.

Die Halvinsel, op dä se stonn, heiß üvvrigens „Werthchen“. Bes en et 19. Johrhundert wor hee wirklich en klein Insel, die evvens zick Johrhunderte „Werthche“ genannt woodt. Se es der Grundstein vum Hafe.

Hee loge de Oberländer-Scheffe, die de Ware vun de Niederländer-Scheffe opnohme un ömgedriht. De Niederländer-Scheffe wore fette, große Lasskähn, die vill Ware op eimol opnemme kunnte. Noh Süde, koot hinger Kölle, kome se ävver en de Bräng weil se zo groß wore öm wiggerzefahre. Dat üvvernohme evvens de Oberländer-Scheffe, die kleiner wore un vill winniger Deefgang hatte. Ene Deil vun däm Ömlade passeete evvens hee op dä Insel. Vill Arbeid för kräftige Kääls, die mem laufende Be- un Entlode ehr Uskumme hatte.

Eescht met der Industrialisierung, rääch späd esugar, en der 1890’er Johre, woodt der Rheiauhafe en singer Form vun hügg gebaut. Et Werthche woodt opgeschodt un mem Festland verbunge. Mem Ruhrgebiet un singe neu Häfe wollte mer methalde, wie mer die Häfe vun Kölle größer gemaht hät. Der Rheinauhafe woodt zo einem vun de modernste Häfe vun Deutschland met singem 18 km Schinnenetz. Dä Wettbewerb wollte mer unbedingk gewenne. God, wie et usgegange es, wesse mer. Duisburg es de – dat weed keiner avstrigge – Nummer eins vun de Bennehäfe. Mer muss och gönne künne.

Minge Lieblingsbau, et Sibbegebirg, offiziell „Danziger Lagerhuus“ tituleet, entstundt koot donoh, 1909. E 177 Meter lang Lager met sechs Etage för Stöckgod un Koon. Et soll eine vun de eeschte Stahlskelettbetonbaute – wat e Wood – gewäs sin, die je gebaut woodte sin. Dat mag för Architekte gelunge sin. Ich ben fruh, dat et esu fing verputz un getünch es.

Villeich mag ich et, weil der Name su passend es. „Sibbegebirg“ – jeder weiß tirek woröm – et süht us wie e Gebirg, met singe nüng Givvele. Nüng? Dat löös sich ganz einfach vun der Schäl Sick us zälle. Nüng Givvele sin et, drei huhe un sechs niddrige. Der Architek hät getricks. Op der „räächte“ Sigg woodte zwei Givvele durch Türmcher ersatz. Dat han ich ävver eesch späd verstande. Dat Problem es, dat mer met Hänge un Würge de Front üvverbleck ov mer geiht e wigger fott, öm fasszestelle, dat de Seech durch huhe Bäum verstallt es. Mer muss sich ald jet Zigg nemme.

1946, nohm Kreeg, entscheed der Rod, dä Deil vum Göderhafe opzegevve un größere Becke en Niehl aanzeläge. Dat hät üvvrigens zur Folg, dat mer uns luuter met Hamburg öm der Patz zwei vun de wichtigste Bennehäfe en Deutschland rangele. Hätt ehr dat gedaach? Duisburg es unbestredde de Nummer eins und donoh tirek mir un en mänche Johr Hamburg? Ich nit.

Uns Sibbegebirg woodt ävver gerett. E Wonn- un Gewerbegebiet es et zick 2006. Un dat widderöm fing ich prima. Met de Kranhüüser, mein ich, han mer e aal Stöck Kölle opgegovve. Woför üvverhaup? Öm mem Medienhafe en Düsseldorf zo konkuriere? Ich weiß et nit. Mem Sibbegebirg ävver, han mer e schön Stöckelche Kölle ene neue Senn gegovve und künne unse Enkelcher noch zeige, wie et en Kölle esu wor. Dozomol.

Mechel

Weitere Informationen auf www.koelschgaenger.net

Ihr wisst nicht, wo das Siebengebirger liegt? Dann schaut mal schnell heimlich hier nach: https://findpenguins.com/koelschgaenger

Immer mehr Vögel und Insekten ziehen in den urbanen Raum. Nicht ganz freiwillig, denn die Lebensräume in der Natur werden knapp.

Vögel in der Stadt

Die Stadt ist voller Vögel. Die verschiedensten Arten leben hier: vom frechen Sperling, dessen Tschilpen uns das ganze Jahr begleitet, über flinke Meisen, bis hin zu den schlauen Staren, die neuerdings auch im Winter bei uns bleiben. Manche von ihnen sind anspruchslos und haben sich bereits an die städtischen Bedingungen angepasst. ……..Hier können wir unterstützen, indem wir die passenden Nistkästen anbringen. Das funktioniert auch am Balkon oder am Baum im Hinterhof…..

Insekten in der Stadt

Heute wollen wir eine Tour vom Rhein aus quer durch einige Parks machen, bevor wir dann später in Richtung City abbiegen. Wir besuchen am Rhein die berühmte „Tatort-Wurstbude“, spazieren durch den Friedenspark und haben die Gelegenheit, uns die Südstadt ein wenig anzusehen.Der Volksgarten spielt im Freizeitbereich eine große Rolle und nachdem wir ihn besucht haben und vielleicht sogar eine kleine Pause im sehr gelungenen Biergarten eingelegt haben (leider ist dieser momentan natürlich geschlossen, aber der nächste Sommer kommt bestimmt) verstehen wir auch, warum dieser Park so beliebt ist.

Danach wird es Zeit für die Kultur. Beginnen wir mit der Kirche St. Panthaleon, einer früheren Benediktinerabtei.
Von hier aus geht es ein Stückchen weiter in Richtung Innenstadt zur Kirche St. Maria im Kapitol. Wir schauen uns diese sehr schöne Basilika und das Dreikönigenpförtchen an.

Nach dem Besuch dieser beiden wunderbaren Kirchen wird es Zeit, sich noch einmal einem anderen Kölner Kulturgut zu widmen, dem Kölsch. Also spazieren wir ein kleines Stückchen in Richtung Rhein und Altstadt und besuchen die Malzmühle, ein altes traditionelles Brauhaus. Hier lassen wir unseren Spaziergang gemütlich ausklingen.

Unsere Tour beginnt heute an der Südbrücke, oder wegen der besseren Aussicht, auf der Südbrücke.
Seit 1910 rollen Züge über die 536 Meter lange und etwa 10 Meter breite Südbrücke. Im 2. Weltkrieg wurde sie zerstört und 1950 wieder aufgebaut. Leider nicht original, denn die beiden Westtürme waren etwa doppelt so hoch. Wenn wir uns umschauen, sehen wir auf der anderen Rheinseite die Poller Wiesen.
Durch die unmittelbare Nähe des Rheins war das Fischerdorf Poll früher natürlich vom Fischfang geprägt, besonders der Maifisch war hier im Frühjahr eine wichtige Einnahmequelle. Desweiteren waren die Wiesen für die Viehhaltung ebenfalls ein Segen. Heute wird dieses Areal eher für die Freizeitgestaltung genutzt. Von joggen, Hundeauslauf, grillen, Drachensteigen und vielen anderen Sachen ist für jeden etwas dabei.
Auf unserer Rheinseite schauen wir auf den Rheinauhafen mit seinen Kranhäusern und dem „Siebengebirge“. Direkt neben der Brücke sehen wir den Skaterpark und die „Tatort- Wurstbude“ (saisonabhängig). Sie ist jetzt unser Ziel und in wenigen Schritten erreicht.

Bereits seit 1997 wird in Köln ermittelt und seit vielen Folgen ist auch die Wurstbraterei dabei. Aber wie so häufig im Fernsehen ist nicht alles so, wie es scheint. Im Tatort steht die Bude immer auf der „Schäl Sick“, damit der Dom mit im Bild ist. Ansonsten finden wir sie am Ende des Rheinauhafens. Die alte Wurstbude hat übrigens schon mehr als sechzig Jahre auf dem Buckel. Eine Zeitlang stand sie am Malakoffturm, musste dort aber aus Denkmalschutzgründen weichen. Wenn ich mir dann die jetzige Bude am Malakoffturm ansehe, frage ich mich wirklich, was die Herren im Rathaus sich da eigentlich gedacht haben. Geöffnet hat die Wurstbude von Ostern bis Oktober.

Wir wollen aber nun in den Friedenspark, den wir von hier schon sehen können, denn das Fort I. mit dem Adler auf dem Dach ist gut sichtbar. Also überqueren wir die Straße und laufen direkt auf den Friedenspark zu.
Der Friedenspark hieß früher Hindenburgpark, hat eine Größe von knapp 5 Hektar und gehört für mich zu den interessantesten Parks in Köln. Was natürlich zu einem großen Teil am wunderschön integrierten Fort liegt. Neben einem Bauspielplatz für die Kinder gibt es hier einen kleinen Rosen-, einen Stauden-, sowie den Schattengarten. Leider wurde die Pflege in den letzten Jahren ein wenig vernachlässigt. Zu sehen ist außerdem eine Wandskulptur und eine kleine John Lennon „Gedenkstätte“.

Wir verlassen den Friedenspark und gehen die Titusstraße entlang. Rechts sehen wir den Römerpark, eine kleine Parkanlage von ca. 2 Hektar mit einem schönen Spielplatz als Mittelpunkt. Angelegt wurde er um 1895, denn zu dieser Zeit wurde das Werthchen auf der Rheinauinsel versandet und der Römerpark sollte als Ersatz dienen. Da ihm ein aufgeschütteter dreieckiger Baublock zugrunde liegt, ist der Park in Form eines Dreiecks angelegt. Nun laufen wir auf einen kleinen Kreisverkehr zu. Die Kölner haben diesen „Eierplätzchen“ getauft. Wir biegen auf die Rolandstraße ab und folgen ihr. Nach einer Weile geht sie in die Volksgartenstraße über und wir erreichen den selbigen.

Bereits seit 1890 existiert der etwa 15 Hektar große Volksgarten und ist damit einer der ältesten Parkanlagen Kölns, entstanden auf dem Gelände des ehemaligen Fort IV. Dieses Fort wurde in der Zeit von 1816-1825 erbaut. Am Rand des Volksgartens und direkt in Nachbarschaft zu den letzten Resten dieses Forts liegt ein kleiner, aber wunderschöner Rosengarten. Dazu gibt es im Park einen Weiher mit Tretbootverleih. Mitten in diesem Weiher schießt eine Wasserfontäne rund 15 Meter in die Höhe. Seit den 1980er Jahren wird der Park als Liegewiese und Grillplatz genutzt. Bei schönem Wetter besuchen täglich bis zu 10.000 Menschen den Volksgarten.
Mitten im Garten, wunderschön neben dem kleinen See gelegen, befindet sich der Heller‘s Biergarten mit rund 600 Sitzplätzen. Kein Straßenlärm stört, herrlich. Ausgeschenkt wird süffiges Heller‘s. Nebenan kann man Böötchen fahren. Am Südende des Parks fällt ein kleines rotes Holzhaus ins Auge. Hier handelt es sich um „Haus Gotland“, ein Geschenk des schwedischen Staates an die Stadt Köln nach dem Krieg, um hier einen Kindergarten einzurichten.

Wir verlassen nun den Volksgarten und gehen nach rechts in Richtung Eifelplatz und überqueren ihn. Folgen dann weiter der Eifelstraße, die nach einer Weile in die Waisenhausgasse übergeht. Dieser folgen wir, bis es links in die Straße am Panthaleonsberg geht. Wir biegen hier ab und erreichen St. Panthaleon.

St. Panthaleon war früher eine Benediktinerabtei, die 972 von Erzbischof Bruno zum Andenken an Panthaleon eingerichtet wurde. Der Legende nach war dieser der Leibarzt des römischen Kaisers Maximilian. Panthaleon war Christ und wurde dabei belauscht, wie er versuchte, seine Frau zum Christentum zu bekehren. Er wurde verraten und als Märtyrer hingerichtet. In der Krypta befindet sich sein Grab.

St. Panthaleon galt als sehr wohlhabend und hatte zahlreiche Güter im ganzen Rheinland. Dadurch war sie eine der reichsten Kirchen in Köln. Der wichtigste Produktionszweig war der Weinanbau. Da er sehr sauer war, bekam er schon mal Namen wie „Kirchweg Schattenseite“.

Wir gehen nun wieder ein Stück zurück bis zur Waisenhausgasse, der wir jetzt weiter folgen. Im Jahre 1800 wurde in dieser Straße ein Waisenhaus errichtet, deshalb der Name. Nach dem Überqueren der B 55 folgen wir der Straße Blaubach, biegen später links in die Straße Hohe Pforte ein und kurz danach rechts zum Marienplatz. Links sehen wir bereits die Kirche St. Maria im Kapitol, unser nächstes Ziel.

Etwa um 1065 wurde diese dreischiffige Basilika erbaut. Auffällig ist das dominante Mittelschiff, welches von eher schmalen Seitenschiffen unterstützt wird. Am auffälligsten aber ist zweifellos das kleeblattförmige Chorhaupt. Man kann sicher behaupten, dass die Bauherren von St. Aposteln und auch von Groß St. Martin hier inspiriert wurden. Aber lasst uns noch in den Hinterhof der Kirche gehen, denn hier sehen wir dann das Dreikönigenpförtchen und die Skulptur „Die Trauernde“.

Durch das Dreikönigenpförtchen sind der Legende nach die Gebeine der Heiligen Drei Könige gebracht worden. Am Torbogen sehen wir eine Darstellung der Heiligen aus dem Morgenland. Gehen wir nun durch das Tor und betreten den Lichhof, was soviel wie Leichhof, also Friedhof bedeutet. Hier im Lichhof steht eine Statue. Sie stellt „die Trauernde“ dar und erinnert an die Toten des zweiten Weltkrieges.

Spazieren wir nun wenige Meter den Lichhof entlang, biegen links in die Straße im Malzbüchel ein und erreichen unser letztes Ziel für heute, das Brauhaus zur Malzmühle.

Es gibt in Köln ja leider nur noch zwei traditionelle Hausbrauereien, das Päffgen in der Friesenstraße und eben die Malzmühle. Früher stand an der Kreuzung Malzbüchel und Mühlenbach eine Malzmühle. Daher der Name des Brauhauses. Wie dieser es ja bereits erahnen lässt, schmeckt das hauseigene Mühlen- Kölsch etwas malziger und kommt farblich ein wenig dunkler daher. Aber es ist ein Genuss, keine Frage. Mittlerweile gibt es dieses schöne Brauhaus bereits über 150 Jahre und es ist eine der letzten Brauereien, die wirklich noch an ihrem Ursprungsort produziert. Im Brauhaus selbst wird Tradition großgeschrieben. So ist der „Beichtstuhl“, oder auch „Thekenschaf“ genannt, immer noch in Betrieb, was leider selbst in einer Stadt wie Köln sehr selten geworden ist. Die Köbesse sind freundlich und haben immer einen Spruch auf den Lippen. Auf die Frage: „Was habt ihr denn für Knödel ?“ bekommt man schon mal die Antwort „runde“. So sind sie, die kölschen Köbesse. Hier wollen wir unsere Tour für heute auch beenden. Wir bleiben lieber noch ein wenig sitzen und genießen das eine oder andere süffige Mühlen-Kölsch.

Wir bedanken uns bei den https://koelschgaenger.net/koelschgaenger-spaziergaenge/

Seniorenberatung und Seniorenvertretung im Stadtbezirk Rodenkirchen

Auch während der Kontaktsperre in der Corona-Krise stehen die Seniorenberater*innen allen Bürger*innen ab 60 Jahren telefonisch beratend für persönliche Anliegen zur Verfügung und selbstverständlich werden alle Themen vertraulich behandelt. Die Seniorenvertretung vertritt die Interessen der älteren Generation gegenüber politischen Gremien und Einrichtungen, die für Seniorinnen und Senioren wichtig sind. Die Beratung erfolgt trägerneutral, überparteilich, unabhängig, überkonfessionell und kostenlos. Auf unserer Internetseite sind verschiedene Ansprechpartner zu finden, wenn Sie in die Suchmaschine „Senioren“ eingeben.

Kinder mit einem Köln-Pass, die zum Schuljahr 2020/2021 eingeschult werden, können einen einmaligen Zuschuss von bis zu 100 Euro für die Anschaffung von Schulmaterialien beim Amt für Soziales und Senioren der Stadt Köln beantragen.

Der Antrag kann im Internet heruntergeladen werden.

Anträge können bis zum 31. Dezember 2020 schriftlich beim Amt für Soziales und Senioren der Stadt Köln gestellt werden. Der Antrag ist an folgende Adresse zu senden:

Stadt Köln, Amt für Soziales, Arbeit und Senioren

504/Bildung und Teilhabe, Köln-Pass

Wiener Platz 2a, 51065 Köln.

Anerkennungsfähige Schulmaterialien können beispielsweise sein:

Ranzen, Turnbeutel, Sportbeutel, Sporthose, T-Shirt, Sportschuhe, Mäppchen, Bleistifte, Buntstifte, Radiergummi, Spitzer, Folienstift, Wachsmalstifte, Schere, Klebestift, Knete, Deckfarbkasten, Pinsel, Zeichenblock, Schnellhefter, diverse Hefte, Briefblock, Ringbucheinlagen, Sammelmappen (für Zeichnungen, Hefte und ähnliches), Lineal. Als Zuschuss bewilligt das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren den verausgabten Betrag, maximal jedoch 100 Euro. Die Geldsumme zahlt die zuständige Dienststelle auf das auf dem Antrag angegebene Konto.

Die Einschulungshilfe ist eine freiwillige kommunale Leistung ohne gesetzlichen Anspruch. In Köln gibt es sie seit Juni 2009. In diesem Jahr werden rund 2.500 mögliche anspruchsberechtigte Familien angeschrieben und über die Einschulungshilfe informiert.

Weitere Informationen gibt es im Internet oder telefonisch unter 115 und 0221 / 221-0. Einschulungshilfe zum Schulanfang

(Text:Stadt Köln – Amt für Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitSabine Wotzlaw)

Stadt stellt Versorgung mit Lebensmittelpaketen und Gutscheinen sicher

Die Caterer und Träger, die in den Kölner Kindertageseinrichtungen und Schulen die Versorgung mit Mittagessen sicherstellen, dürfen dieses für Kinder und Jugendliche, die Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) haben, nun doch mit Lebensmittelgutscheinen oder zusammengestellten Lebensmitteln erbringen.

Das hat das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW(MAGS) in einem Schreiben Ende vergangener Woche mitgeteilt und diese zusätzlichen Formen der Leistungs-Erbringung aufgezeigt. Während der Zeit, in denen die Schulen wegen des Corona-Virus ihren regulären Betrieb noch nicht wieder aufgenommen haben, Schulküchen geschlossen sind und zum Teil immer noch Betretungsverbote gelten, ist die Mittagessens-Versorgung für Träger und Caterer zu einer großen Herausforderung geworden und kaum zu realisieren.

Zunächst hatte das MAGS in einem früheren Schreiben Ende Mai bestimmte Anforderungen an eine Mittagsverpflegung gestellt. So sollte es sich insbesondere um „vollwertige und zubereitete Mahlzeiten“ handeln. Mit diesen Kriterien wäre eine flächendeckende Versorgung unter Beachtung der Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen kurzfristig nicht umsetzbar gewesen. Dies hatte die Stadt Köln dem MAGS in einem Schreiben mitgeteilt.

Nun darf es doch Lebensmittelpakete geben, wenn die Zusammenstellung der Lebensmittel für eine angemessene Mittagsverpflegung geeignet ist und es die Möglichkeit gibt, mit den Lebensmitteln eine Mittagsverpflegung zuzubereiten.

Wenn sichergestellt ist, dass Leistungsberechtigte mit entsprechendem Gutschein nur eine Mittagsverpflegung erwerben können, sind nun auch Gutscheine zulässig. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 31. Juli 2020.

In den Kölner Kindertagespflegen und Kindertagesstätten ist ab sofort die ursprüngliche Versorgung der BuT-berechtigten Kinder mit einem Mittagessen gesichert, da seit heute wieder die reguläre Betreuung beginnt. Im offenen Ganztag in Grundschulen können Schülerinnen und Schüler am Mittagessen ab dem 15. Juni 2020 wieder teilnehmen, da an diesem Tag die Grundschulen wieder ihren Regelbetrieb aufnehmen.

Wie die Versorgung nach den Ferien, die in NRW am 29. Juni beginnen, aussieht, hängt davon ab, ob die Schulen geöffnet haben und inwieweit regulärer Präsenzunterricht wieder möglich ist.

Text: Stadt Köln – Amt für Presse- und ÖffentlichkeitsarbeitSabine Wotzlaw)

„Et Hätz vun Kölle schläät en d´r Südstadt“, sagen eingefleischte Kölsche. Also dachte ich mir, „Wahnsinn, do jommer och hin“, wie Wolfgang Niedecken, der übrigens auch aus der Südstadt kommt, schon vor langer Zeit sang. So schauen wir an der Severinstorburg vorbei und checken ins Früh im Veedel auf ein Kölsch ein. Frisch gestärkt machen wir uns dann auf zur Ulrepforte und danach zum Karl- Berbuer-Platz, wo diesem großen Sänger und Komponisten ein Brunnen gewidmet wurde.

Nun schauen wir uns zwei Kirchen an. Erst St. Gregorius im Elend und danach St. Severin. Ein Stückchen weiter die Severinstraße hinunter machen wir nochmal eine kleine Kölsch– Pause, diesmal im alten Brauhaus. Das war die Südstadttour im Überblick und ich finde, schön ist sie, wirklich schön.

Wir starten unsere Tour an der Severinstorburg. Die am Chlodwigplatz gelegene Torburg hat ihren Namen von der Pfarrei St. Severinus. Das Severinstor oder „Vringspooz”, wie sie auf Kölsch genannt wird, ist eine der Stadttorburgen der mittelalterlichen Stadtmauer.
Im 13. Jahrhundert errichtet, diente sie der Verteidigung des Toreingangs, und war gleichzeitig ein wichtiger Standpunkt zur Sicherung einiger Klöster und der Straße in Richtung Bonn. Nachdem 1881 die Stadtmauer eingerissen wurde, verlor die Torburg ihre Funktion und beherbergte lange Zeit verschiedene Museen. Heute kann man sich in der Torburg trauen lassen und verschiedene Räumlichkeiten können für private Feiern gemietet werden. Traditionell wird hier jedes Jahr die Geschichte von Jan und Jriet aufgeführt.

Das „Früh im Veedel“ ist direkt daneben, mitten im Herzen der Südstadt und eine der ältesten Gaststätten Kölns. Früher war hier eine Brennerei beheimatet, wie man an der Fassade immer noch erkennen kann. Seit 1979 wird hier Früh-Kölsch gezapft. Im „Invalidendom“, wie er bei Insidern heißt, kann man immer noch die historische Destille bewundern, die hier früher im Einsatz war. Das Essen ist typisch Kölsch und das urige Flair lädt zum Verweilen ein.

Von hier aus sind es gerade einmal 500 Meter bis zur Ulrepforte. Also los geht es. Wir gehen noch einmal an der Severinstorburg vorbei und kommen automatisch auf den Karthäuserwall. Nun geht es nur noch geradeaus und wir laufen direkt auf unser Ziel zu. Die „Ülepooz“, wie der Kölner sagt, hatte keine große Bedeutung für den Verkehr und war deshalb das kleinste der Stadttore. Auch dieses Tor wurde im 13. Jahrhundert während des Baus der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. Mit einer Breite von vier Metern war es der schmalste Durchgang der Kölner Stadttore. Den Namen hat es von den „Ulnern“ (Töpfer), die ihr Handwerk hier ausübten. Wegen der Brandgefahr mussten sie in unbewohnte, eher bäuerliche Bereiche ausweichen.

In der Nacht zum 15. Oktober 1268 war die Ulrepforte Schauplatz einer blutigen Auseinandersetzung. Der zuvor aus Köln geflohene Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg hatte vor, gegen die Overstolzen seine Macht zurückzuerobern. Hilfe hatte er dabei von der, ebenfalls aus der Stadt vertriebenen, Familie der „Weisen“.
Einer Sage nach wurde ein Schuster mit Namen Havenit, der direkt an der Mauer wohnte, mit 25 Mark bestochen, um einen Tunnel zu graben, durch den ein unbemerktes Eindringen in die Stadt möglich war.
Allerdings flog der Plan auf und die Eindringlinge konnten getötet, in die Flucht geschlagen oder gefangen genommen werden.
Tatsächlich wurde bei Bauarbeiten, welche die Prinzengarde in Auftrag gegeben hatte, ein nachträglich zugeschütteter Durchgang entdeckt. Ob dieser etwas mit der Schlacht an der Ulrepforte zu tun hatte, ist allerdings nicht bestätigt.

Ab 1450 wurde dieses eher unwichtige Stadttor zugemauert und der Turm zur Windmühle umgebaut… Im Gegensatz zu Wassermühlen, die im Falle einer Belagerung anfällig waren, da die Belagerer den Kölnern das Wasser abgraben konnten, waren Windmühlen sicher. Und so konnte hier die wichtige Versorgung durch Mahlen des Korns aufrechterhalten werden. Im 19. Jahrhundert wurde an der Ulrepforte immer wieder angebaut und diese verstärkt. So gab es 1900 hier sogar eine Gastwirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die roten Funken die Ulrepforte gepachtet.

Von hier bis zum Karl Berbuer Platz sind es ebenfalls wieder rund 500 Meter. Dazu biegen wir ab auf die Ulrichgasse und folgen dieser. Die Ulrichgasse hat ihren Namen eigentlich von den „Ulnern“, den Töpfern. Durch Fehldeutungen wurde daraus Ulrich. An dieser Gasse wurde auch die berühmte Schlacht an der Ulrepforte ausgetragen. Wir folgen der Straße weiter, bis es leicht nach rechts zum Karl-Berbuer-Platz abgeht und wir praktisch bereits vor dem Denkmal stehen.

Der sogenannte Narrenschiffbrunnen. Der Kölner Sänger und Komponist Karl Berbuer schrieb im Laufe der Jahre über 120 Lieder, von denen einige auf etwas kuriose Art Verwendung fanden. So reiste Konrad Adenauer 1950 als Bundeskanzler zu einem Besuch nach Chicago. Da es zu dieser Zeit noch keine offizielle Hymne gab, wurde er mit dem Berbuer Lied „Heidewitzka, Herr Kapitän“ empfangen. Bei anderen offiziellen Gelegenheiten wurde auch gerne „Wir sind die Eingeborenen von Tritzonesien“ gespielt, eine kleine Anspielung auf die drei Zonen der Westmächte. Auch bei Sportlehrehrungen war es sicher ein besonderes Gefühl mit dem Tritzonesien Lied geehrt zu werden. Weitere sehr bekannte Lieder waren „Un et Arnöldche fleut“ oder das „Camping Leed“. Der Brunnen wurde 1987 errichtet und stellt Figuren seiner Lieder dar, sowie Karl Berbuer selbst.

Wir verlassen den Platz wieder und gehen auf die Severinstraße zu. Diese überqueren wir und spazieren nun automatisch auf die Kirche St. Gregorius im Elend zu.
Der Name im Elend entstand aus dem früheren Namen des Katharinengäßchens. Dieses hieß früher „Om Elend“. Die Kirche hatte eine besondere Stellung, denn auf dem Elendskirchhof wurden die heimatlosen und nicht-katholischen Leute begraben. Diese durften damals noch nicht auf einem Pfarrkirchhof beerdigt werden. Es war also der Friedhof der „akatholischen Toten“. Protestanten wurden später dann auf dem Geusenfriedhof beerdigt, wohin uns ein anderer Spaziergang führt. Die Kirche wird bis heute für katholische Gottesdienste nationaler Minderheiten genutzt, womit sie ihrer Tradition treu geblieben ist. Das Eingangsgitter stand übrigens früher am Kölner Rathaus. Außerdem ist sie die einzige private Kirche Kölns, da sie der Familie de Groote gehört. Und das schon seit 1678.

Wenn wir aus dem Haupttor treten, liegt links die Achternstraße. Der große Kölner Liedermacher Willi Ostermann hat einen sehr bekannten Song geschrieben, dessen Inhalt sich hier abgespielt haben soll. Denn hier war die Wohnung seiner Schwiegereltern und diese hießen „Palm“. Ich denke jeder Kölner kennt dieses Lied. „Kut erop! Kut erop! Kut erop! Bei Palms do es de Pief verstopp….“ und so weiter. Auf der Rückseite der Kirche liegt die Arnold-von-Siegen-Straße. Dieser Arnold von Siegen (1484 – 1569) war von 1529 – 1562 Bürgermeister von Köln und hatte damit satte 12 Amtszeiten. Als hochrangiger Ritter bescherte er der Kirche St. Johann Baptist einiges an Reichtum. Er liegt auch im südlichen Seitenschiff der Kirche begraben. Die Stadt widmete ihm auch einen Brunnen, der an ihn erinnert. Dieser hat die Form des Familienwappens.

Aber das nur am Rande. Wir haben uns nun eine Erfrischung verdient und gehen zurück auf die Severinstraße und biegen links ab. Nach wenigen Metern erreichen wir auf der rechten Straßenseite liegend “Das Alte Brauhaus”.
An diesem Ort entstand 1894 die Brauerei Reissdorf, von Heinrich Reissdorf gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg befand sich hier die Flaschenfüllanlage. Nachdem der Platz aber zu eng wurde und in Rodenkirchen ein neues Werk entstand, wurde 2010 an alter Stelle wieder ein Brauhaus errichtet. Diese Tradition setzt das Brauhaus fort, da hier natürlich Reissdorf gezapft wird. Hier, mitten in der Südstadt und im Schatten der Severinstorburg, lässt es sich gut aushalten. Bei schönem Wetter können die Glastüren geöffnet werden. So sitzt man dann direkt an der Straße und bekommt auch noch etwas vom Leben im Veedel mit.

Nachdem wir uns gestärkt haben, wollen wir nun die letzte Station dieser Tour anlaufen. Dazu gehen wir die Severinstraße weiter hinunter und kommen nach kurzer Zeit zur Kirche St. Severin.
Sie ist die zweithöchste der romanischen Kirchen in Köln, nur Groß St. Martin ist knapp drei Meter höher. Der Name dieser Kirche prägte das ganze Veedel. Auch die Hauptstraße des Veedels, die Severinstraße ist nach ihr benannt. Zur Zeit der Römer war sie ein wichtiger Teil der Nord-Süd-Verbindung. Hier befand sie ein großes Gräberfeld. Am Rande des Feldes gab es eine kleine Kapelle, aus der im Laufe der Jahrhunderte dann St. Severin wurde. Den Namen bekam die Kirche durch den Heiligen Bischof Severin, der laut Legende durch Engelsgesang vom Tode des hl. Martin erfahren hatte. Selbst Papst Leo III. hat diese Kirche besucht.

Nach dem Besuch der Hauptkirche hier im Severinsviertel schauen wir noch beim Schokoladenmädchen vorbei. Dieses Denkmal befindet sich direkt an der Kirche.
Das Schokoladenmädchen, wie es genannt wird, hat seinen Platz in der Südstadt und in den Herzen der Menschen im Veedel. Vor dem Denkmal steht ein Blumenkübel, der regelmäßig von den Bewohnern des Veedels bepflanzt wird. Viele nennen es auch „Gerda“. So wurde das Mädchen von der Uschi Huber genannt, die ein ganzes Buch mit Fotografien herausgegeben hat. Ihr war aufgefallen, dass sich dieses Denkmal immer wieder verändert und das Schokoladenmädchen zum öffentlichen Leben auf diesem Platz dazugehört. So entstand dieses sehr schöne Buch. Wir brauchen jetzt nur ein paar Schritte weiter zu gehen und kommen wieder zum Ausgangspunkt der Tour, der Severinstorburg.

(Text: https://koelschgaenger.net/koelschgaenger-spaziergaenge/)