Nein, das ist gar nicht bei den Inkas, das ist hier bei uns auf Kölner Stadtgebiet. Das Fort VIII des äußeren Festigungsringes in Zollstock hat mich neugierig gemacht. Vielleicht, weil man suchen muss, um es zu finden, selbst wenn man eigentlich direkt vorbeifährt. Es ist ein verlassener Ort.
Es liegt im kleinen Stück zwischen Militärringstraße, der Straße „Am Eifeltor“, der Autobahn A4 und letztendlich den Eisenbahnschienen, die ursprünglich für die Verbindung nach Trier gebaut wurden. Und ich denke, es ist der eigentliche Grund, weswegen dieses Fort hier gebaut wurde: der Schutz der Bahnverbindung und die Nähe zu den Schienen, um Truppen schnell hierhin befördern zu können. 
Als es von 1874 bis 1877 erbaut wird, ist es hier karg. Weite offene Flächen umgeben das Fort. Klar, man möchte den Feind, der damals französisch war, anrücken sehen können und braucht freies Schussfeld. Das Kölner Bollwerk ist damals ein feines Stück Militärtechnologie, eine Vorzeigeobjekt. Unter anderem sogar der chinesische Vizekönig Lihungtschang besucht es im Rahmen eines Staatbesuches im Jahr 1896. Nicht bestätigt ist das Gerücht, dass er es vermessen lässt und ein Kopie in China steht.
Wie wir wissen, müssen die Kölner diesen Festungsgürtel nach dem Ersten Weltkrieg schleifen und die Umgebung des Forts wird grüner. Das ist das mit Konrad Adenauer, der die Chance erkennt und Fritz Encke, sein Gartenbaumeister, der gute Ideen zur Umsetzung hat, die unseren herrlichen Grüngürtel aus dem Befestigungsring erschaffen.
 
Warum jetzt ausgerechnet dieses Fort VII so verfällt, nicht recht in den Grüngürtel integriert und sowieso schwer zu finden ist? Das mag daran liegen, dass das Gelände der Bahn gehört. Die Reichsbahn will hier einen großen Güterbahnhof bauen und dann hätte es selbst dieses verfallende Gebäude nicht mehr gegeben. Nur ein paar renitenten Zollstockern, die wichtige Schlüsselgrundstücke nicht hergeben und den Rechtstreit um den Besitz gewinnen, ist es zu verdanken, dass ich die Bilder machen kann. Den Güterbahnhof gibt es trotzdem. Ein paar Meter weiter steht der große Güterbahnhof „Eifeltor“. Alles gut.
Fritz Encke sah hier übrigens Schrebergärten und eine Sportanlage vor. – Wir haben ja manchmal das Thema hier in Köln, dass es Menschen gibt, die der Meinung sind, dass Sportanlagen im Grüngürtel nicht dem ursprünglichen Nutzungsgedanken entsprechen und zu verdammen sind. – Die geplanten Gärten findet man rasch, wenn man durch das Tor geht. Sie werden noch genutzt. Die Sportanlage hingegen, finde ich nicht mehr. Vermutlich ist sie von anderen Bauten vereinnahmt oder überwuchert. Die Kaserne selbst, wird in dieser Zeit nach dem Krieg von den Spielern des Fußballclubs Borussia genutzt. Vermutlich als Vereinsheim. Es ist viel Vergessenheit geraten.
 
Was sicher ist: Im zweiten Weltkrieg hilft das alte Fort als Luftschutzbunker aus, um danach bis in die 1990’er Jahre als Gewerbefläche zu dienen.
Und jetzt? Nichts? Die Pläne der Jahrtausendwende, ein Wellnesshotel zur errichten, sind gescheitert.
Und wisst ihr was? Ich fahre bei praller Sonne und 35 Grad im Schatten dorthin und tauche da in kühle, frische Luft ein. „Jetzt setzen und ein Kölsch trinken.“, kommt mir spontan in den Sinn. Ich glaube, der Platz vor dem Tor, nach Nordosten ausgerichtet, ist der kühlste in Köln. Schade, dass wir nichts daraus machen.

Michael

Nä, dat es gar nit bei de Inkas, dat es hee bei uns op kölschen Terrain. Et Fort VII vum üssere Befestigungsring en Zollstock hät mich neugierig gemaht. Villleich, weil mer söke mus, för et ze finge, selvs wann mer eigentlich tirek vörbeifäht.
Et litt em kleine Stöck zwesche Militäringstroß, der Stroß „Am Eifeltor“, der Autonahn A4 un am Engk an de Ieserbahnschinn, die zoallereesch gebaut woodt, öm Trier an Kölle aanzebinge. Un ich denke, et es der eigentliche Grund, weswäge dat Fort hee gebaut woodt: der Schutz vun der Bahnverbindung un de Nöhde zo de Schinne, för Truppe flöck heehin befördere ze künne.
Wie et vun 1874 bes 1877 gebaut weed, es et hee plaat. Wigge offene Fläche ömgevve dat Fort. Klor, mer mööch jo der Feind, dä zo dä Zigg französisch wor, aanröcke sinn künne un bruch frei Schossfeld. Dat kölsche Bollwerk es domols e fing Stöck Militärtechnik, e Vürzeigeobjek. Unger anderem esugar der Vizekünnig Lihungtschang us China besök et em Rahme vun enem Staatsbesök em Johr 1896. Nit bestätig es dat Geröch, dat hä et vermesse lööt un en Kopie en China steiht.
Wie mer wesse, müsse die Kölsche dä Festungsgürtel nohm Eeschte Weltkreeg schliefe un die Ömgebung weed gröner. Dat es dat mem Konrad Adenauer, dä die Chance erkennt un dem Fritz Encke, singe Gaadebaumeister, dä goode Idee hät, öm et ömzesetze, die unse herrliche Gröngürtel usem Befestigungsring schaffe.
Woröm jetz usgerechent et Fort VII esu verfällt, nit rääch en der Gröngürtel integreet un suwiesu schwer zo finge es? Dat mag dran lige, dat dat Gelände der Bahn gehürt. Die Reichsbahn well hee ene große Güterbahnhoff baue un dann hätt et selvs dä Bau, dä am Verfalle es, nit mih gegovve. Nor ener Rötsch renitente Zollstocker, die wichtige Schlösselgrundstöcke nit hergevve un der Räächsstrigg gewenne, es et zo verdanke, dat ich die Beldere maache kann. Der Güterbahnhoff gitt et trotzdäm. E paar Meter wigger steiht der große Güterbahnhoff „Eifeltor“. Alles god.
Der Fritz Encke soh hee üvvrigens Schrebergääde un en Sportaanlag vür. – Mer han jo mänchmol dat Thema hee en Kölle, dat et Minsche gitt, die meine, dat Sportaanlage em Gröngürtel nit dem ursprüngliche Notzungsgedanke entspreche un zo verdamme sin. – Die geplante Gääde fingk mer flöck, wann mer durch de Pooz geiht. Se weede noch genötz. Die Sportaanlag hingäge, finge ich nit mih. Schings es se vun ander Baute engenomme ov üvverwuchert. De Kasään selvs, weed zo dä Zigg nohm Kreeg vun de Spiller vum Foßballclub Borussia genötz. Et es vill en Vergess gerode.
Wat secher es: Em Zweite Weltkreeg hilf dat aale Fort als Luffschutzbunker us, för donoh bes en de 1990’er Johre als Gewerbefläch ze deene.
Un jetz? Nix? Die Plän vun der Johrtausendwend, e Wellnesshotel ze baue, sin gescheitert. 
Un wesst ehr wat? Ich fahre bei praller Sonn un 35 Grad em Schatte dohen un tauche do en köhle, fresche Luff en. „Jetz setze un e Kölsch drinke.“, kütt mer tirek en der Senn. Ich gläuve, der Plaatz vür der Pooz, noh Nordoste usgereech, es der köhlste en Kölle. Schad, dat mer nit mih drus maache.

Mechel

Sommer, Sonne, gute Laune, Fahrradtour!

Wetten, man schafft es, innerhalb der Kölner Stadtgrenzen eine Radtour von weit über 30 Kilometern Länge zu machen, ohne eine Strecke doppelt zu fahren und ohne an einer Ampel warten zu müssen? Ich weiß ja, der ein oder andere schafft sogar die doppelte Strecke, wenn da Ampeln knallrot leuchten. Das ist aber nicht mein Thema hier.

Wie das geht? Also, man fährt zum Beispiel in Rodenkirchen am Rheinufer in Richtung Altstadt los, über diese hinweg bis zur Mülheimer Brücke und hier auf der anderen Seite zurück zur Groov. Gut, die Mülheimer Brücke gerade… – aber wenn sie in Schuss ist, geht das. Und wenn man dann in der Groov angekommen ist, hat man sich aber ein Radler sowas von redlich verdient…

Und danach wieder zurück bis Rodenkirchen? Wir sind doch hier nicht bei der Tour de France! Nein, wir machen uns das ganz gemütlich. Seit über drei Jahrzehnten kommen wir von der Groov aus ohne Brücke über den Rhein nach Weiß. Von dort ist der Weg zurück kurz.

Heiko Dietrich ermöglicht uns das. Darf ich sagen, dass ich diesen Mann für ein kölsches Original halte? Warum? Ich habe den Mann letztes Jahr im WDR im Interview gesehen, das zu seinem Ruhestand am 1. Juli 2018 gesendet wurde. Er erzählte von seinem Lebensweg. Wie er in jungen Jahren von Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Mutter hierhin kommt, eine Maschinenbau- und auch eine Schreinerlehre macht, Industriedesign studiert, technischer Assistent am Radioteleskop in Effelsberg ist und am Ende eine kleine Werkstatt in einem Hausboot in Paris hat. Jahre später liest er, dass in Köln, genauer in Porz, ein Fährmann gesucht wird…

Schon dieser Lebensweg sagt doch aus, dass er ein Charakterkopf ist, oder? Seine Boote, das kleine „Krokodil“ für bis zu 18 Personen mit Fahrrad und das etwas größere „Krokolino“, dass über 30 Personen fasst, mit denen er uns sicher über den Rhein bringt, und die große „Frika“, ein Hausboot, hat er sich gebaut. Er tüftelt und bastelt, hat Ideen und auch Meinungen. Kritische Meinungen dazu, wie wir mit unserem Rhein und Köln umgehen. Solche Menschen finde ich spannend.

Warum ich oben „Ruhestand“ schreibe und jetzt, dass er die Fähre noch betreibt? Weil er sie tatsächlich mit weit über 70 Lebensjahren immer noch betreibt. Jahrelang weist er bereits auf die Lage hin. Es ist schwer, einen Nachfolger zu finden. Man muss die Arbeit mögen und auch qualifiziert sein, braucht verschiedene Berechtigungen, um eine Fähre auf dem stark strömenden Rhein überhaupt fahren zu dürfen und Lizenzen für den Funkverkehr, der notwendig ist. Stephan Berressen bringt das alles letztes Jahr mit. Die Absprachen zur Ablöse laufen 2018 und der WDR verabschiedet Heiko Dietrich im Juni mit dem erwähnten Interview, das ich leider in der Mediathek nicht mehr finde.

Die Übergabe scheitert dann aber an den unterschiedlichen Ideen der Männer, wie so ein Fährbetrieb zu führen ist, höre ich im Nachhinein. Heiko Dietrich macht lieber selbst weiter.

Gut, ich habe da auch meine eigene Idee, dass mit ein paar Veränderungen die Fähre vielleicht mehr sein kann, als ein tolles Erlebnis für unsere Ausflüge. Eine feste, kurze Verbindung zwischen den Ufern, als zuverlässig planbarer Verkehrsweg für Menschen, die immer da die Rheinseiten wechseln möchten. Stehen da Kosten und Nutzen im schlechten Verhältnis? Ich kann es nicht sicher beurteilen.

Ich traue mir aber zu, zu beurteilen, dass Heiko Dietrich ein Charakterkopf ist, der Köln und seine Arbeit liebt und sich nicht verbiegen lässt. Was fehlt ihm jetzt noch zum „Original“? Ich glaube, nichts.

Michael

Sommer, Sonn, gode Senn, Räddchestour!

Wedde, mer schaff et, luuter en Kölle ze blieve un mih wie 30 Killometer mem Radd ze fahre, ohne dat mer nor eine Deil dubbelt fäht un ohne dat mer an ener Ampel waade muss?

Ich weiß jo, dä ein ov andere schaff sugar de dubbelte Streck, wann do Ampele knallrud leuchte. Dat es ävver nit mi Thema hee.

Wie dat geiht? Alsu, mer fäht för e Beispill en Rudekirche am Rhingofer en Richtung vun der Aldstadt loss, üvver die fott bes mer bei der Müllemer Bröck es un hee op der Schäl Sick zoröck noh der Groov. God, de Müllemer Bröck grad… – ävver wann die en Schoss es, geiht dat. Un wann mer dann en der Groov aangekumme es, hät mer sich ävver e Radler sujet vun ech verdeent…

Un donoh widder öm bes Rudekirche? Mer sin doch hee nit bei der Tour de France! Enä, mer maache uns dat ganz gemödlich. Zick üvver drei Johrzehnte kumme mer vun der Groov us ohne Bröcke üvver der Rhing noh Wieß. Vun do es der Wäg zoröck koot.

Der Heiko Dietrich mäht uns dat möglich. Darf ich sage, dat ich dä Kääl för e Kölsch Orgenal halde? Woröm? Ich han dä Mann letz Johr em WDR em Interview gesinn, dat zo singem Ruhestand am 1. Juli 2018 gesendt woodt. Hä verzallt us singem Levve. Wie hä, wie hä noch jung wor, met singer Mamm us Mecklenburg-Vorpommern heehin kütt, en Maschinebau- un och en Schringerlihr mäht, Industriedesign studeet, technische Assistent am Radioteleskop en Effelsberg es un am Eng en klein Werkstatt en enem Huusboot en Pariss hät. Johre späder liss hä, dat en Kölle, genauer Pooz, ene Fährmann gesök weed…

Ald dä Levvenswäg säht doch us, dat hä singe eige Kopp hät, oder? Sing Boote, et klei „Krokodil“ för bes zo 18 Lück met Drohtesel un et jet größere „Krokolino“, dat üvver 30 Lück fass, met denne hä uns secher üvver der Rhing brängk, un de große „Frika“, e Huusboot, hät hä sich gebaut. Hä tüftelt un bastelt, hät Enfäll un och Meinunge. Kritische Meinunge dozo, wie mer met unsem Rhing un Kölle ömgonn. Su Minsche finge ich spannend.

Woröm ich bovve „Ruhestand“ schrieve un jetz, dat hä die Fähr noch bedriev? Weil hä se wirklich met wigg üvver 70 Levvensjohre luuter noch bedriev. Johrelang wies hä op die Lage hin. Et es schwer, ene Nohfolger zo finge. Mer muss die Arbeid möge un och qualifizeet sin, bruch ungerscheedliche Berechtigunge, öm en Fähr om Rhing, dä jo stark strömp, üvverhaup fahre ze dürfe un Lizenze för der Funkverkehr, dä nüdig es. Der Stepahn Berressen brängk dat all em letzte Johr met. De Avsproche för de Avlöse laufe 2018 un der WDR mööch met däm Inteview, dat ich bovven erwähnt han un leider en en der Mediathek nit mih finge, em Juni tschüss sage. De Üvvergabe klapp nor nit, weil die zwei Kääls ungerscheedliche Idee han, wie mer su ene Fährbetrieb föht, hüre ich hingerher. Der Heiko Dietrich mäht leever selver wigger.

God, ich han do och minge eige Idee, dat met en paar Veränderunge, die Fähr villleich mih sin kann wie e doll Erlebnis för uns Usflög. En faste Verbindung, die de Ofer om koote Wäg verbingk, als zoverlässige Verkehrswäg, dä planbar es för Minsche, die immer do de Rhingsigg wähßele mööchte. Stonn do Koste un Notze nit em Verhäldnis? Ich kann dat nit secher beurdeile.

Ich traue mer ävver zo, zo beurdeile, dat der Heiko Dietrich ene Charakterkopp es, dä Kölle un sing Arbeid leev hät un sich nit verbeege lööt. Wat fählt im jetz noch zom „Orgenal“? Ich gläuve, nix.

Mechel

Alle unsere Beiträge findet Ihr auf unserer Internetseite und auf www.koelschgaenger.net

Der Literat eine Vertragsverhandlung . . .
Fröher wooden Sitzungs-Projamme vun dä Literate noch selfs met dä Künstler per Telefon
avjesproche. Do wood die Uhrzick för dä Auftritt un och de Gage persönlich verhandelt.
Hück läuf dat miest üvver en Ajentur.
Jeschaff, die Sitzung es vorbei un et hätt alles jeflupp.
Die Künstler komen pünklich un woren en Bessform. Doröm hatt dat Publikum och singe
Spass un sorgte för en prächtije Stimmung. Die Jäss em Voyer laachten noch üvver der eine
ov andere jehürte Witz un deihten sich üvver die tollen Leistungen vun Redner,
Danz- un Musikgruppen ungerhalde. Dä Literat steiht medden en der Menge un merk,
dat die Aanspannung, die hä dä janze Dag spürte, su langsam avfällt. Jlöcklich nimmt hä die
Jratelatione för die tolle Sitzung entjäje. Dobei es hä schon in Jedanke bei der Zesammestellung
vun däm Projramm för et üvvernöchste Johr. Denn die för et kummende Johr, die
es jo ald fädich. Un koot noh Fastelovend deiht hä sich met däm Jerüss doför befasse. Dann
heißt et: welche Auftritt pass am beste noh dem andere. Un wenn manch einer an dat färve
vun Ostereiere denk, jlöht beim Literat dä Telefonhürer:
„Sach, kannst do öm 20.30 Uhr bei uns optredde?“
„Au . . . öm 20.30 Uhr? – dat es ävver janz schlääch. 17.25 Uhr künnt ich.“
„Wie, dat jeiht nit?”
„Ävver, ich kann nor noch dann.“
„Waad, do muss ich ens luure. – Alsu, dat künnt jonn. Do muss ich ävver eets die Danzjrupp
froge, op die och späder kumme künnte.“
„Dat wör mer janz räch, denn ich künnt dann tirek nevvenaan in däm Saal optredde.“
„Jetz müsse mer ävver noch üvver dat Honorar spreche. Do denks schon doran, dat mer ne
kleine Verein sin un och kein dausend Lück em Saal han?“
„Ja, ja, dat aale Leed. Die Literate… ha,ha,… immer am knapse wo et nur jeiht.“
„Kumm, do bes doch ene leeve Kääl.“
„Vum leeve Kääl, kann ich ävver nit levve.“
„Kumm . . . “
„Ha, ha! . . . weiß do eijentlich, dat ich dat Woot „Kumm“ am mieste hüre?“
„Ävver bestemp nit esu leev un nett wie vun mir jesaat.“
„Du bes ene Schlaumeier. Weiß do dat?“
„Deshalv ben ich jo och Literat jewoode.“
„Saach hür! Hat ihr Literate irjend e Seminar besöök, wo mer esu jet liert?“
„Wenn ich jetzt noch e Seminar doför besök hät, dann . . .“ –
„Jetz fang nit esu aan, dat will ich ävver jetz nit hüre.“
„Luur ens, do wills optredde un mer möchten dich jään han. Nevvenbei ens jesaaht: do weiß
doch, mer buchen dich doch esu of et jeiht. Weil mer dich klasse finge un uns Publikum dich
och jän hürt. Ich weeden ald immer jefrog op do och dobei bes.“
„Bevör do jetz noch mieh Süßholz raspele deihs, sollt mer doch ens bei dä Fakten blieve.“
„Dat sin doch de Fakten.“
„Jo eß et dann . . . ; do bes ävver ne janz avje . . .“
„Sage es bitte nicht.“
„Joot … e Stöck kummen ich üch entjäje. Schick mer dä Vertrag zo, bevör ich noch Jeld dozu
dun muss.“
„Dat wör och ens . . .“ –
„Jetz . . . !“ –
„Enäh… joot…, ich schicke dat Breefje dann erus un bedanke mich janz hätzlich bei dir.
Mach et joot. Bes dann. Tschüss“
„Do och. – Tsst…alsu weißte.“

 

Wir bedanken uns bei Armin Kastleiner für diesen schönen Bericht

Hey, Bottmühle, ich finde, Du gibst Rätsel auf. Ein wenig verwunschen wirkst Du schon. Du stehst da, bedrängt von vierstöckigen Häusern der verschiedenen Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts, umringt von mächtigen Bäumen, nahe dem Verlauf unserer alten Stadtmauer. Du gehörst nicht zu Mauer und nicht zu der Stadt, die Dich jetzt umringt. Wer bist Du, der Du den Cafés heute Schatten spendet und mit Deinen Bäumen ein gemütliches Flair verleihst? Psst… Ich habe von Leuten gehört, die Dich für die Weckschnapp halten.
Neugierig bin ich und schlage nach. Alessandro Pasqualini schafft Dein Fundament 1552. Eine Plattform für Geschützanlagen sollst Du sein, wenn wir angegriffen werden, auf der Position zwischen Bayenturm und Severinstor. Aha!
 
Gut, das Schießpulver ist längst etabliert. Städte werden in dieser Zeit mit Kanonen angegriffen, nicht mehr mit Triboken und Wandeltürmen. Aber so weit hinter der Mauer? Haben wir nicht ein Reichweitenproblem?
Alsbald beschließt man, dass es im Belagerungsfall sinnvoll ist, Korn mahlen zu können, um Brot essen zu können. Peter von Gleuel errichtet 1588 eine hölzerne Bockwindmühle auf Deiner Plattform. So eine, die man komplett in Windrichtung drehen kann. Diese wird 90 Jahre später, also 1678, durch eine steinerne ersetzt. Seitdem siehst Du also so oder ähnlich aus.
Gut, Korn wird heute anders gemahlen. Auch Deine Aufgaben verändern sich mit der Zeit. Du beherbergst zurzeit eine Jugendgruppe. Ich weiß, dass Kurse in Dir gehalten werden. War selbst schon da.
Mit der Gastronomie hast Du nie geliebäugelt? Deine Kollegen machen es Dir doch vor und ich sehe nicht, dass Du es nicht auch könntest. Wie gesagt, ich finde, Du spendest ein gemütliches Flair.
Aber eines weiß ich noch nicht. Wo kommt die Silbe „Bott“ her? Im kölschen oder rheinischen haben wir das Adjektiv „bott“ für „plump“ und „ungeschickt“. Das passt nicht. Kann es sein, dass da etwas verloren gegangen ist?
Wer weiß , wo das Wort oder die Silbe herkommt?

Michael

Hey, Bottmüll, ich finge, Do giss Rödsele op. E bessche verwunsche wirkst Do ald. Do steihs do, bedrängk vun veerstöckige Hüüscher us de verschiede Johrzehnte vum letzte Johrhundert, ömringk vun staatse Bäum, noh an der aal Stadtmuur. Do gehöös nit bei der Muur un nit bei der Stadt, die Dich jetz ömringk. Wä bes Do, dä Do de Cafés hügg Schatte spends un met Dinge Bäum e gemödlich Flair verleihs? Pss… Ich han vun Lück gehürt, die Dich für de Weckschnapp halde.
Neugeerig ben ich un schlonn noh. Alessandro Pasqualini schaff Ding Fundament 1552. En Plattform för Geschötze solls Do sin, wann mer aangegreffe weede, op der Position zwesche Bayetoon un Vringspooz. Aha! 
God, et Scheeßpolver es längs etabliert. Städt weede zo dä Zigg met Kanone aangegreffe, nit mih met Triboke und Wandeltürm. Ävver su wigg hinger der Murr? Recke die dann esu wigg?
Baal beschleeß mer, dat et em Belagerungsfall jet wäät es, Koon mohle zo künne, för Brud esse zu künne. Der Peter vun Gleuel trick 1588 en hölze Bockwindmüll op Dinger Plattform huh. Esu ein, die mer komplett en Windrichtung drihe kann. Die weed 90 Johr späder, dämnoh 1678, durch ein us Stein ersetz. Zickdäm sühs Do alsu esu oder su ähnlich us.
God, Koon weed hück anders gemohle. Och Ding Aufgab verändert sich met der Zigg. Do beherbergs zorzigg e Jugendschmölzche. Ich weiß, dat Lihrgäng en Dir gehalde weede. Wor selvs ald do.
An en Weetschaff häs Do nie gedaach? Dinge Kollege maache et Dir doch vör un ich sinn nit, dat Do dat nit künns. Wie gesaht, ich finge, do schaffs e gemödlich Flair.
Ävver dat eine weiß ich noch nit. Wo kütt die Silv „Bott“ her? Em kölsche ov rheinische han mer dat Adjektiv „bott“ för „plump“ un „ungescheck“. Dat pass nit. Kann et sin, dat da jet verlore gegange es?
Wä weiß, wo dat Wood ov die Silv herkütt?
 

Mechel

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Nein, das ist gar nicht bei den Inkas, das ist hier bei uns auf Kölner Stadtgebiet. Das Fort VIII des äußeren Festigungsringes in Zollstock hat mich neugierig gemacht. Vielleicht, weil man suchen muss, um es zu finden, selbst wenn man eigentlich direkt vorbeifährt. Es ist ein verlassener Ort.
Es liegt im kleinen Stück zwischen Militärringstraße, der Straße „Am Eifeltor“, der Autobahn A4 und letztendlich den Eisenbahnschienen, die ursprünglich für die Verbindung nach Trier gebaut wurden. Und ich denke, es ist der eigentliche Grund, weswegen dieses Fort hier gebaut wurde: der Schutz der Bahnverbindung und die Nähe zu den Schienen, um Truppen schnell hierhin befördern zu können. 
Als es von 1874 bis 1877 erbaut wird, ist es hier karg. Weite offene Flächen umgeben das Fort. Klar, man möchte den Feind, der damals französisch war, anrücken sehen können und braucht freies Schussfeld. Das Kölner Bollwerk ist damals ein feines Stück Militärtechnologie, eine Vorzeigeobjekt. Unter anderem sogar der chinesische Vizekönig Lihungtschang besucht es im Rahmen eines Staatbesuches im Jahr 1896. Nicht bestätigt ist das Gerücht, dass er es vermessen lässt und ein Kopie in China steht.
Wie wir wissen, müssen die Kölner diesen Festungsgürtel nach dem Ersten Weltkrieg schleifen und die Umgebung des Forts wird grüner. Das ist das mit Konrad Adenauer, der die Chance erkennt und Fritz Encke, sein Gartenbaumeister, der gute Ideen zur Umsetzung hat, die unseren herrlichen Grüngürtel aus dem Befestigungsring erschaffen.
 
Warum jetzt ausgerechnet dieses Fort VII so verfällt, nicht recht in den Grüngürtel integriert und sowieso schwer zu finden ist? Das mag daran liegen, dass das Gelände der Bahn gehört. Die Reichsbahn will hier einen großen Güterbahnhof bauen und dann hätte es selbst dieses verfallende Gebäude nicht mehr gegeben. Nur ein paar renitenten Zollstockern, die wichtige Schlüsselgrundstücke nicht hergeben und den Rechtstreit um den Besitz gewinnen, ist es zu verdanken, dass ich die Bilder machen kann. Den Güterbahnhof gibt es trotzdem. Ein paar Meter weiter steht der große Güterbahnhof „Eifeltor“. Alles gut.
Fritz Encke sah hier übrigens Schrebergärten und eine Sportanlage vor. – Wir haben ja manchmal das Thema hier in Köln, dass es Menschen gibt, die der Meinung sind, dass Sportanlagen im Grüngürtel nicht dem ursprünglichen Nutzungsgedanken entsprechen und zu verdammen sind. – Die geplanten Gärten findet man rasch, wenn man durch das Tor geht. Sie werden noch genutzt. Die Sportanlage hingegen, finde ich nicht mehr. Vermutlich ist sie von anderen Bauten vereinnahmt oder überwuchert. Die Kaserne selbst, wird in dieser Zeit nach dem Krieg von den Spielern des Fußballclubs Borussia genutzt. Vermutlich als Vereinsheim. Es ist viel Vergessenheit geraten.
 
Was sicher ist: Im zweiten Weltkrieg hilft das alte Fort als Luftschutzbunker aus, um danach bis in die 1990’er Jahre als Gewerbefläche zu dienen.
Und jetzt? Nichts? Die Pläne der Jahrtausendwende, ein Wellnesshotel zur errichten, sind gescheitert.
Und wisst ihr was? Ich fahre bei praller Sonne und 35 Grad im Schatten dorthin und tauche da in kühle, frische Luft ein. „Jetzt setzen und ein Kölsch trinken.“, kommt mir spontan in den Sinn. Ich glaube, der Platz vor dem Tor, nach Nordosten ausgerichtet, ist der kühlste in Köln. Schade, dass wir nichts daraus machen.

Michael

Nä, dat es gar nit bei de Inkas, dat es hee bei uns op kölschen Terrain. Et Fort VII vum üssere Befestigungsring en Zollstock hät mich neugierig gemaht. Villleich, weil mer söke mus, för et ze finge, selvs wann mer eigentlich tirek vörbeifäht.
Et litt em kleine Stöck zwesche Militäringstroß, der Stroß „Am Eifeltor“, der Autonahn A4 un am Engk an de Ieserbahnschinn, die zoallereesch gebaut woodt, öm Trier an Kölle aanzebinge. Un ich denke, et es der eigentliche Grund, weswäge dat Fort hee gebaut woodt: der Schutz vun der Bahnverbindung un de Nöhde zo de Schinne, för Truppe flöck heehin befördere ze künne.
Wie et vun 1874 bes 1877 gebaut weed, es et hee plaat. Wigge offene Fläche ömgevve dat Fort. Klor, mer mööch jo der Feind, dä zo dä Zigg französisch wor, aanröcke sinn künne un bruch frei Schossfeld. Dat kölsche Bollwerk es domols e fing Stöck Militärtechnik, e Vürzeigeobjek. Unger anderem esugar der Vizekünnig Lihungtschang us China besök et em Rahme vun enem Staatsbesök em Johr 1896. Nit bestätig es dat Geröch, dat hä et vermesse lööt un en Kopie en China steiht.
Wie mer wesse, müsse die Kölsche dä Festungsgürtel nohm Eeschte Weltkreeg schliefe un die Ömgebung weed gröner. Dat es dat mem Konrad Adenauer, dä die Chance erkennt un dem Fritz Encke, singe Gaadebaumeister, dä goode Idee hät, öm et ömzesetze, die unse herrliche Gröngürtel usem Befestigungsring schaffe.
Woröm jetz usgerechent et Fort VII esu verfällt, nit rääch en der Gröngürtel integreet un suwiesu schwer zo finge es? Dat mag dran lige, dat dat Gelände der Bahn gehürt. Die Reichsbahn well hee ene große Güterbahnhoff baue un dann hätt et selvs dä Bau, dä am Verfalle es, nit mih gegovve. Nor ener Rötsch renitente Zollstocker, die wichtige Schlösselgrundstöcke nit hergevve un der Räächsstrigg gewenne, es et zo verdanke, dat ich die Beldere maache kann. Der Güterbahnhoff gitt et trotzdäm. E paar Meter wigger steiht der große Güterbahnhoff „Eifeltor“. Alles god.
Der Fritz Encke soh hee üvvrigens Schrebergääde un en Sportaanlag vür. – Mer han jo mänchmol dat Thema hee en Kölle, dat et Minsche gitt, die meine, dat Sportaanlage em Gröngürtel nit dem ursprüngliche Notzungsgedanke entspreche un zo verdamme sin. – Die geplante Gääde fingk mer flöck, wann mer durch de Pooz geiht. Se weede noch genötz. Die Sportaanlag hingäge, finge ich nit mih. Schings es se vun ander Baute engenomme ov üvverwuchert. De Kasään selvs, weed zo dä Zigg nohm Kreeg vun de Spiller vum Foßballclub Borussia genötz. Et es vill en Vergess gerode.
Wat secher es: Em Zweite Weltkreeg hilf dat aale Fort als Luffschutzbunker us, för donoh bes en de 1990’er Johre als Gewerbefläch ze deene.
Un jetz? Nix? Die Plän vun der Johrtausendwend, e Wellnesshotel ze baue, sin gescheitert. 
Un wesst ehr wat? Ich fahre bei praller Sonn un 35 Grad em Schatte dohen un tauche do en köhle, fresche Luff en. „Jetz setze un e Kölsch drinke.“, kütt mer tirek en der Senn. Ich gläuve, der Plaatz vür der Pooz, noh Nordoste usgereech, es der köhlste en Kölle. Schad, dat mer nit mih drus maache.

Mechel