…..

Heute möchte ich Euch von einem recht unbekannten Kölner erzählen, der aber mit einer kleinen Tat etwas Wichtiges für uns heute hier getan hat.

Ich habe letzte Woche ja geschrieben, dass die Stadt Probleme hatte, um den Rathenauplatz Grundstücke zu erwerben. Der Grund war, dass die Besitzer merkten, dass die Grundstücke, die in einem sumpfigen Gebiet vor der Stadtmauer lagen, durch die Schleifung der Mauer im Wert steigen würden. Von diesem Kuchen wollten sie ein Stück abhaben und trieben die Preise in die Höhe. Damit war es um den Volksgarten, der am Rathenauplatz geplant war, geschehen.

Einen Volksgarten haben wir aber ja nun in der Stadt. Etwas weiter südlich direkt vor der „Neustadt Süd“ liegt er.

Einen großen Anteil daran hat Wilhelm Kaesen. Wilhelm Kaesen ist 1816 in Köln geboren und verdient sein Geld als Kaufmann. Aus heutiger Sicht kann man ihn wohl als „Juniorpartner“ von keinem Geringeren als Johann Heinrich Richartz bezeichnen. Johann Heinrich Richartz hat ja so viel Erfolg mit seinem Handel von Leder und Wildhäuten, dass er uns eher als Kunstmäzen bekannt ist. Immerhin kann er damit das wohlbekannte Wallraf-Richartz-Museum finanzieren.

Nun kann ich schlecht über das Motiv von Herrn Richartz philosophieren. Ich meine aber, dass etwas Selbstlosigkeit dazu gehört, wenn man sein Vermögen für die Kunst hergibt.

Wilhelm Kaesen muss die Art seines Senior-Partners beeindruckt haben. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann, ist Wilhelm Kaesen Mitglied des Rates der Stadt Köln. In dieser Funktion setzt er sich stets für den Abriss der mittelalterlichen Mauer ein, weil Köln Platz braucht. Vor den Toren der südlichen Stadt liegt das Fort IV des inneren Festungsringes, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dieses Fort, als eines der ersten im Jahr 1825 von den Preußen fertiggestellt, ist schon vor dem Abriss der Mauer militärisch nutzlos, weil in den 1870’er bis 1880’er Jahren vorgezogene Forts und ein großer Schutzwall gebaut wurden – der äußere Festungsring. Das Areal um das Fort ist längst an viele kleine Landbesitzer verkauft – auch recht nutzlos. Das weiß er. Ab 1886 kauft er daher mehr als 60 kleine Landparzellen den Eigentümern ab, ohne großes Aufsehen darum zu machen. Das kostet ihn 582.000 Mark.

Diese zehn Hektar, die zusammenhängen, sind jetzt natürlich viel mehr wert. Und was macht Wilhelm Kaesen? Er ist ein kölscher Junge, er strebt hier nicht nach dem großen Gewinn. Er überlässt das Grundstück der Stadt Köln, zu dem Preis, den er selbst bezahlt hat. Er macht aber zur Auflage, dass sie um das Fort einen „Garten für jedermann“ anlegen soll.

Die Stadt hält sich daran, fügt sogar noch 5 Hektar bei und legt zwischen 1887 und 1890 den Volksgarten an. Und dieser ist bis heute ein wichtiges Stück Kölner Naherholung. Ein kleiner See, der mit Kähnen befahren werden kann, eine Wasserfontäne, die, wenn sie mal läuft, es auf stattliche 28 Meter Höhe schafft, ein Biergarten, ein kleiner Wasserfall und Steingarten und ein kleines Theater in der ehemaligen Orangerie, die für die kälteempfindlichen Pflanzen im Volksgarten gedacht war, findet man hier neben alten Bäumen, die herrlich anzusehen sind und großen Wiesen zum Sonnen und Picknicken. Ach! Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben uns die Schweden das „Haus Gotland“ spendiert, damit hier auch ein Kindergarten stehen kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Wir alle haben etwas von ihm – alle, bis auf einen. Wilhelm Kaesen stirbt 1877 und erlebt die Fertigstellung 1890 nicht mehr. Doch, einen Nutzen hat er davon. Er wollte etwas bleibendes für Köln schaffen, vielleicht, damit wir ab und an über ihn reden. Das ist ihm gelungen.

Michael

Hügg mööch ich Üch vun enem Kölsche verzälle, dä nit vill Lück kenne, dä ävver met ener kleine Tat, jet Wichtiges för uns hügg hee gedon hät.

Ich han letzte Woch jo geschrevve, dat de Stadt en Brasel kom, wie se öm der Rathenauplatz Grundstöck kaufe wollt. Der Grund wor, dat de Besetzer merkte, dat die Grundstöck, die en enem sumfige Gebeet vür der Stadtmuur loge, durch et Schleife vun der Muur em Wäät steige däte. Vun däm Koche wollte se e Stöckelche avkrige un drevve de Priese en de Hüh. Domet wor et öm der Volksgaade, dä am Rathenauplatz geplant wor, passeet.

Ene Volksgaade han mer ävver jo no en der Stadt. Jet wigger südlich tirek vür der „Neustadt Süd“ litt hä.

Ene große Aandeil dodran hät der Wellem Kaesen. Der Wellem Kaesen es 1816 en Kölle gebore un verdeent sing Moppe als Kaufmann. Hüggzedags dät mer en wall als „Juniorpartner“ vun keinem Geringer wie dem Jan Drickes Richartz bezeichne. Der Jan Drickes Richartz hät jo esu vill Erfolg met singem Handel met Ledder un Weldhügg, dat mer en ihter als Kunsmäzen kenne. Immerhin kann hä domet et Wallraf-Richartz-Museum finanzeere, dat mer hügg noch kenne.

No kann ich schlääch üvver et Motiv vum Herr Richartz philosophiere. Ich meine ävver, dat mer jet selvsloss sin muss, öm si Vermöge för de Kuns herzegevve.

Der Wellem Kaesen muss die Aat vun singem Senior-Partner beendrock han. Nevven singem Berof als Kaufmann, es der Wellem Kaesen Metgleed em Rod vun der Stadt Kölle. En dä Funktion es hä luuter för der Avress vun der Muur usem Meddelalder, weil Kölle Platz bruch. Vür de Pooze vun der südliche Stadt litt et Fort IV vum innere Festungsgöödel, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dat Fort, als eins vun de eeschte em Johr 1825 vun de Preuße fäädiggestallt, es ald vürm Avress vun der Muur militärisch unnötz, weil en de 1870’er un 1880’er Johre vürgetrocke Forts un ene große Schotzwall gebaut woodte – der üssere Festungsring. Et Gebiet öm dat Fort es längs an vill kleine Landbesetzer verkauf – och rääch unnötz. Dat weiß hä. Av 1886 käuf hä doher die mih wie 60 kleine Landparzelle de Eigedümer av, ohne groß Opsinn dröm ze maache. Dat koss in 582.000 Reichsmark.

Die zehn Hektar, die zesammehänge, sin jetz natürlich vill mih wäät. Un wat mäht der Wellem Kaesen? Hä es ene kölsche Jung, hä well hee keine Raibach maache. Hä üvverlööt dat Grundstöck der Stadt Kölle, för der Pries, dä hä selvs berapp hät. Hä mäht ävver zur Oplag, dat se öm et Fort ene „Gaade för jeder“ aanläge soll.

De Stadt häld sich draan, deit noch fünf Hektar dobei un läg zwesche 1887 un 1890 der Volksgaade aan. Und dä es bes hügg e wichtig Stöck kölsche Noherholung. Ene kleine Sie, dä met Naache befahre wääde kann, en Wasserfontän, die, wann se ens läuf, et op staatse 28 Meter Hühde brängk, ene Biergaade, ene kleine Wasserfall un Steingaade un e klei Theater en der fröhere Orangerie, die för de Flanze em Gaade gedaach wor, die Käld nit god avkünne, fingk mer hee nevve aal Bäum, die herrlich aanzesinn sin un große Wiese för et Sonne un Picknicke. Ach! Un nohm Zweite Weltkreeg han uns de Schwede et „Haus Gotland“ spendeet, domet hee och ene Kindergaade stonn kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Mir all han jet vun im – all, bes op einer. Der Wellem Kaesen stirv 1877 un erläv nit, wie der Gaade em Johr 1890 fäädig weed. Doch, eine Notze hät hä dovun. Hä wolllt jet en Kölle schaffe, dat bliev, villleich, domet mer av un an üvver in schwaade. Dat es im gelunge.

Mechel

Alle unsere Beiträge findet Ihr unter www.koelschgaenger.net

1812 Von der Firma Henkel als chem. Fabrik zur Herstellung von Bleich- und Waschmittel gebaut.
1914
Pulver- und Munitionsfabrik
1918
Likör- und Schnapsfabrik
1930
Die Rheinische Wachsindustrie Otto Josef Menden und Peter Pazen GmbH erwirbt das Gelände.
1935
Munitionsfabrik
1945
Wachsfabrik
1977
Vergleich wird angemeldet, das Gelände wird an den heutigen Eigentümer verkauft,
ein Teil der Kerzenproduktion wird im vorderen Fabrikteil weitergeführt.

Heute ist die Wachsfabrik nach Auffassung des Kulturamtes der Stadt Köln
für die freie Kunstszene ein wichtiger Ort.

Chronologie des Kunstzentrums

Im März 1979 mietet der Maler und Kunsterzieher Michael teReh 
die ehemalige und teilweise leerstehende Kerzenfabrik an 
und sucht Künstler die Interesse haben, sich an diesem Projekt zu beteiligen.
Kurz darauf beginnen die ersten acht Bewohner ihre gemieteten Räume,
die sich in einem desolaten Zustand befinden, auf eigene Initiative aus- bzw umzubauen.

Im Oktober 79 wird die öffentliche Einweihungsfeier des „Kunstzentrum Wachsfabrik“
mit einer Ausstellung der Künstler gefeiert.
Auf Initiative von Klaus Jürgen Pfeiffer, Architekt und Mitbewohner und dem Arzt
Dr. Peter Steimel gibt es im Herbst des gleichen Jahres den ersten Folktreff in der Halle,
der dann an jedem ersten im Monat stattfindet . 

1980 Unter der organisatorischen Leitung von Günter Gritzner, Maler und Kunsterzieher,
der ebenfalls in der Wachsfabrik ein Atelier bewohnt, findet bis 1984 ein vielseitiges
Kulturprogramm mit Ausstellungen, Theateraufführungen und Konzerten statt.
Zur Unterstützung der Kulturarbeit wird der Förderverein “ Freunde des Kunstzentrum
Wachsfabrik e.V.“ gegründet. 

1981 wird die Kerzenproduktion im vorderen Teil des Fabrikgebäudes endgültig eingestellt.
Auf Grund der Kulturarbeit der schon bestehenden Ateliergemeinschaft, beschließt auch
das Kulturamt der Stadt Köln für Künstler dort Ateliers anzumieten, womit sieben weitere
Räumlichkeiten genutzt werden können.
Ein großer Teil der Fabrik und der Lagerräume sind für die darstellenden Künste vorge-
sehen. Dort zieht zunächst das „OffOff Theater“,“ und später das Jugendtheater
„Die Kugel“ein. Zwischenzeitlich wird hier auch eine TV Serie aufgezeichnet. 

1982 Als Kommunikationsraum entsteht für Künstler und Besucher des Kunstzentrums das
“ Cafe in der Wachsfabrik“. 

1985 übernnimmt der Metallbildhauer und Maler Hubert Fabian, der seit 1984 ein Atelier in der
Wachsfabrik bewohnt, die Organistion des Kulturprogramms mit einer neuen Konzeption,
die das Schwergewicht auf Rauminstallation legt. Hubert Fabian läd dazu Künstler
aus Deutschland und dem Ausland ein, um die große Ausstellungshalle mit ihrem eigenen
besonderen Reiz zu nutzen.

1993 Auf Grund drastischer Mieterhöhungen für die hintere Ateliergemeinschaft
durch den Eigentümer, muß die Ausstellungsaktivität eingestellt und die Halle
untervermietet werden, da diese ausschließlich durch eigene Mittel der Mietergemeinschaft
finanziert wird. Hubert Fabian legt sein Amt als Kurator der Ausstellungen nieder.
Die Wachsfabrik verschwindet aus dem Blick der Öffentlichkeit.

1994 wird das Jugendtheater „Die Kugel“ von der Kölner Tanzagentur abgelöst,
die den Zuschauerraum und etliche Nebenräume aufwendig ausbauten.

2002 wird die Perfomance „Abgebrannt“ in der ausgebrannten Ruine des Keramikateliers
aufgeführt. 

2006 nach 12 Jahren Kölner Tanzagentur werden die Räumlichkeiten im Januar von dem
Choreographie Netzwerk Köln/Bonn „Barnes Crossing“ übernommen.
Und in diesem Jahr entwickelte sich die Idee, erneut jährlich Arbeiten der hier jetzt
lebenden und arbeitenden Künstler in Gemeinschaftsausstellungen, Veranstaltungen
und Konzerten zu präsentieren.

2009 am 19. September feiert das „Kunstzentrum Wachfabrik“ sein 30 jähriges Jubiläum
mit einer Gemeinschaftsausstellung. Zugleich wird der neu entstandene Skulpturenpark eingeweiht.

2010 Die bildenden Künstler öffnen am sog. „Kunstsonntag“ ihre Ateliers.
Kunstsonntag ist jeweils der erste Sonntag im Monat. 

2012 In der ehemaligen Fabrikantenvilla entsteht eine Kita, MyDagis.
Das Kulturamt läßt die bestehenden Verträge über die Ateliers im vorderen Teil des Geländes auslaufen.
Es kommt zu unschönem Leerstand von Ateliers.

2013 – 2016 Im Atelier Wachendorf entsteht die Galerie Phoenix.
Die Kunstsonntage finden große Resonanz.

Kunstzentrum Wachsfabrik
Industriestr. 170
50999 Köln

www.kölner-wachsfabrik.de

(Text & Foto: EB Dierk Osterloh Quelle:www.kölner-wachsfabrik.de)

„Niemals geht man so ganz, ein kleines Stück von dir bleibt hier.“ Dieses Lied, 1987 von Trude Herr gesungen und nach ihrem Tod noch öfter in Gedenken an sie gesungen, geht mir ab und an durch den Kopf.

Selbstverständlich meint sie es nicht materiell. Trotzdem kam mir dieses Gefühl, als ich in jungen Jahren Aushilfsjobs angenommen habe. Eine Schreinerei war damals dabei. Zusammenbauen, aufhängen, reparieren, Messebau, Ausstellungen vorbereiten, Dachböden isolieren, all das waren die Aufgaben. Überall in Köln blickte ich auf Spuren meiner Arbeit. – Keine Angst, der Geselle hat gut auf mich aufgepasst. Auf ein Werk zurück zu blicken hat doch etwas Erfüllendes, oder? Man hinterlässt ein wenig von sich.

Sicher wissen mehr Leute auf dieser Welt, wer ich bin, als wissen, was ich alles geschaffen habe. Total klar. Aber manchmal ist es anders. Das weiß man genau, wer etwas gemacht hat, aber nicht wer er war. Zum Beispiel der Dreikönigen Schrein. Viele wissen, Nicolaus von Verdun war es. Und was wissen wir von ihm? Logisch, ein Goldschmied war er. Und jetzt findet mal bitte jemanden, der mehr weiß.

Nicht einmal sein Geburtsjahr ist klar. Zwischen 1130 und 1140 muss es gewesen sein. Eine Zeitspanne von zehn Jahren! Es ist auch gar nicht sicher, dass er „von Verdun“ ist. Er hat eben den Namen und das lässt eben auf die Stadt in Lothringen schließen. Sicher ist das nicht.

Einen Namen hat er sich mit seinen feinen Goldschmiedearbeiten an der Kanzelbrüstung der Stiftkirche von Klosterneuburg an der Donau gemacht. Vollendete Kunst. Auf Wunsch des Erzbischofs Philipp von Heinsberg ging er daraufhin vermutlich ab dem Jahr 1181 die Arbeit am Dreikönigen Schrein an. Und zumindest die vierzehn Propheten, Priester und Könige an den Längsseiten des Schreins sieht man als seine eigene an, höchstpersönliche Arbeit an. Der Rest des Schreins wurde in seiner Werkstatt vermutlich von seinen Angestellten gefertigt.

Die letzten Arbeiten am Schrein fanden um das Jahr 1230 statt. Nicolaus von Verdun war zu diesem Zeitpunkt längst tot. Er selbst muss nach 1191 nach Tournai gegangen sein und den dortigen Marienschrein um 1205 fertiggestellt haben. Auch diese Arbeit ist nachweislich von ihm. Dann verliert sich seine Spur. Sein Todestag wird mit „nach 1205“ beziffert.

Versteht ihr? Der Mensch kommt aus dem Dunkel des Nichts, erschafft ein Werk mit dem er sich auf eine Stufe mit Donatello, Michelangelo und Rodin stellt und verschwindet wieder – im Nichts. Jeder kennt seinen Namen, sein Werk. Er hinterlässt ein Stück Weltkultur, dass mehreren Millionen Menschen wohlbekannt ist und wahrscheinlich bleiben wird, aber keiner weiß etwas mehr über diese Person?

War er sich eigentlich bewusst, was er da geleistet hat? Wie hat er auf sein Werk zurückgeblickt? Hat er zurückgeblickt? Oder hat er nur nach vorn gesehen, um das nächste Werk anzugehen?

Unsterblich, ohne dass jemand weiß, wer du bist? Ein bisschen Gänsehaut macht mir das schon.

Michael

„Niemols geiht mer su ganz, e klein Stöck vun dir bliev hee.“ Dat Leed, 1987 vum Trude Herr gesunge un noh singem Dud noch öfter en Gedenke an et gesunge, geiht mer av un an durch der Kopp.

Selvsverständlich meint et et nit materiell. Trotzdäm kom mer dat Geföhl, wie ich en jung Johre Ushilfsjobs aangenomme han. En Schreinerei wor domols dobei. Zesammebaue, ophänge, repareere, Messebau, Usstellunge vürbereide, Daachböddem isoleere, all dat wore de Aufgabe. Üvverall en Kölle dät ich op Spore vun minger Arbeid luure. – Kein Angs, der Gesell hät god op mich opgepass. Op e Werk zoröckzeblecke hät doch jet Godes, oder? Mer hingerlööt e bessche vun sich.

Secher wesse mih Lück op der Welt, wä ich ben, wie wesse, wat ich all gedon han. Ganz klor. Ävver mänchmol es et anders. Do weiß mer genau, wä jet gemaht hät, ävver nit, wä hä wor. För e Beispill der Dreikünnige Schring. Vill wesse, der Nikelaus vun Verdun wor et. Un wat wesse mer vun im? Logisch ene Goldschmidd wor hä. Un jetz fing ens einer, dä mih weiß.

Nit ens si Gebootsjohr es klor. Zwesche 1130 un 1140 muss et gewäs sin. En Ziggspann vun zehn Johre! Et es och gar nit secher, dat hä „vun Verdun“ es. Hä hät no ens dä Name un dat lööt evvens op die Stadt en Lothringe schleeße. Secher es dat nit.

Ene Name hät hä sich met singe fing Goldschmiddarbeide an der Kanzelbröstung vun der Steffskirch en Klusterneuburg an der Donau gemaht. Echte Kuns. Op Wunsch vum Ääzbischoff Philipp vun Heinsberg ging hä drop wall av dem Johr 1181 die Arbeid am Dreikünnige Schring aan. Un zomindes de veezehn Prophete, Paafe un Künninge an de Längssigge vum Schring süht mer als sing eige, hüchspersönliche Arbeid aan. Dä Ress vum Schring woodt wahrscheinlich en singer Werkstatt vun singe Arbeidslück gemaht.
De letzte Arbeide am Schring funge öm et Johr 1230 statt. Der Nikelaus vun Verdun wor zo dä Zigg ald dud. Hä selvs muss noh 1191 noh Tournai gegange sin un der Marieschring do öm 1205 fäädiggestallt han. Och die Arbeid es nohweislich vun im. Dann verliert sich sing Spor. Singe Dudesdag weed met „noh 1205“ beziffert.

Verstoht ehr? Dä Minsch kütt usem düstere Nix, schaff e Werk, met däm hä sich op ein Stuf mem Donatello, mem Michelangelo un mem Rodin stellt un mäht sich widder durch de Kood – en et Nix. Jeder kennt singe Name, si Werk. Hä hingerlööt e Stöck Weltkultur, dat e paar Millione Minsche god bekannt es un wall blieve weed, ävver keiner weiß jet mih üvver die Person?

Wor hä sich eigentlich bewoss, wat hä do geleis hät? Wie hät hä op si Werk zoröckgebleck? Hät hä zoröckgebleck? Ov hät hä nor noh vürre geluurt, för et nächste Werk aanzegonn?

Unsterblich, ohne dat einer weiß, wä do bes? En bessche Gänsehugg krige ich do schon.

Mechel

Alle unsere Beiträge findet ihr im worldwide web auf unserer Seite „koelschgaenger“ unter „unsere Autoren“.

 

Hoppala, was hat Leonardo Bittencourt nach dem wunderschönen, sagenhaften, sensationellen Sieg gegen unseren Lieblingsgegner von der anderen Rheinseite gesagt? „Die Leiche hat am Sarg geklopft“.

Da schießt mir die Geschichte durch den Kopf, die viele bestimmt schon kennen, weil man als Kölner ja ständig erklären muss, weshalb hier Türme mit Pferdeköpfen mitten in der Stadt stehen:

Der Ritter von Aducht ist Oberhaupt einer hochgestellten Familie und Ratsmitglied. Seit dem Jahr 1334 wohnen sie im Haus „zum Papagayen“, welches nach dem Tier im Familienwappen benannt und in Köln bekannt ist. Das Haus steht in der Olivengasse, der heutigen Richmodstraße, an der Ecke zum Neumarkt, also in unmittelbarer Nähe zu Sankt Aposteln.

Im Jahr 1346 wird groß Hochzeit gefeiert: sein Sohn Mengis von Aducht ehelicht Richmodis aus dem hohen Haus derer von Lyskirchen. Es ist tatsächlich Liebe. Und Liebe prägt das Umfeld derer von Aducht. Richmodis, die keine eigenen Kinder bekommt, kümmert sich mit Hingabe um die Armen und Waisen. Als 1349 die Pest nach Köln kommt, opfert sie sich bis zur Erschöpfung auf. Mengis bittet sie, vorsichtiger zu sein und auf sich zu achten. Es kümmert sie nicht. Sie weiß um ihren Wohlstand und möchte teilen. – Und der Herr legt schützend ihre Hände über sie.

Als aber im Jahr 1357 die zweite Pestwelle über Köln kommt, erwischt es auch sie. Drei Tage wacht Mengis an ihrem Bett, als sie die Augen noch einmal öffnet und ihn mit letzter Kraft und einem letzten Hauch bittet, den Ehering zurückzunehmen und seine Liebe fortan mit einer anderen Frau zu teilen. Dann schließt sie die Augen und Mengis weint in bitterer Trauer um sie.

Die Hygiene-Vorschriften erlauben es nicht, dass die Pesttote im Haus aufgebahrt wird. Sie muss umgehend entfernt werden. Mengis streift ihr den Ring wieder über und willigt notgedrungen ein.Sie wird dem kurzen Weg nach Sankt Aposteln getragen. Hier bekommt sie einen flüchtigen Segen und wird rasch in einen Sarg gelegt, der mit vier schweren Nägeln fest verschlossen wird. Die Beisetzung in der Familiengruft ist für den nächsten Tag geplant.

Natürlich haben die Totengräber den wertvollen Ehering gesehen – niemand öffnet den Sarg einer Pesttoten wieder. Gegen Mitternacht wollen sie sich bereichern, öffnen den Sarg und namenloser Schrecken fährt in ihre Glieder: Richmodis öffnet die Augen und sagt „Mir ist so kalt.“. Die Grabräuber schreien vor Angst und laufen in heilloser Panik davon. Dieser Lärm aber belebt Richmodis. Sie wird sich ihrer Lage gewahr und schleppt sich zurück zum Haus der Familie…

Sie klingelt und ruft nach Mengis. Dieser, voller Trauer und Schmerz, erfasst die Lage nicht, meint einen Geist zu sehen und schreit „Kommst du nur um mich zu quälen?“. Leise wimmert Richmodis „Bitte. Ich bin es doch. Ich bin nicht tot, ich bin nicht tot“. Verzweifelt ruft Mengis „Bevor meine Frau zurückkehrt, werden eher meine beiden Schimmel oben auf dem Turmspeicher stehen“.

Und eben da stehen sie noch heute. Richmodis lacht Zeit ihres Lebens nicht mehr, wird aber mit ihrem Mengis und drei Jungen, die sie noch gebiert, glücklich.

Und jetzt, Leonardo, ich hoffe, Du verstehst, was Du da eigentlich gesagt hast: Raus aus dem Sarg. Auf geht’s FC, kämpfen und siegen! Euer Haus „zum Papagayen“ ist Platz 16.

Wir. Glauben. An. Euch.

Michael

Hoppela, wat hät der Leonardo Bittencourt noh däm wunderschöne, sagehafte, sensationelle Sieg gäge uns Lieblingsgegner vun der Schäle Sigg gesaht? „Dä Dude hät am Sarg geklopp“.

Do schüüß mer dat Kreppche durch der Kopp, dat vill bestemmp ald kenne, weil mer als Kölsche jo luuter verklöre muss, woröm hee Türm met Päädsköppe medden en der Stadt stonn:

Der Ritter vun Aducht es Baas vun ner huhgestallte Famillich un Rodsmetgleed. Zick dem Johr 1334 wonne se em Huus „zum Papagaye“, dat noh däm Dier em Familliewappe benannt un in Kölle bekannt es. Dat Huus steiht en der Olivegass, hügg de Richmodstroß, an der Eck nohm Nüümaat, alsu ganz noh bei Zint Apostele.

Em Johr 1346 weed groß Huhzigg gefiert: singe Sonn der Mengis vun Aducht hierod et Richmodis us dem huhe Huus vun Lyskirche. Et es wirklich Liebe. Un Liebe präg et Ömfeld vun de Aduchts. Et Richmodis, dat kein eige Puute kritt, deit sich met Passion öm de Ärme un Waise kümmere. Wie 1349 de Pess noh Kölle kütt, deit et sich opoffere bes et baal kapodd es. Der Mengis frög et dröm, vürsechtiger ze sin un op sich ze aachte. Et kömmert et nit. Et weiß, dat seh jet an der Föß han, un mööch deile. – Un der Häär läht schötzend sing Häng üvver et.

Wie ävver em Johr 1357 die zweite Pesswell üvver Kölle kütt, erwisch et och et Richmodis. Drei Dage häld der Mengis an singem Bedd Waach, do mäht et de Auge noch eimol op un frög en met letzter Kraff un enem letzte Hauch, der Ihring zeröckzunemme un von do an sing Liebe met enem ander Frauminsch ze deile.

Dann schlüüß et de Auge un der Mengis föhlt en bettere Truur un kriesch öm et.
De Hygiene-Vürschrifte erlaube et nit, dat de Pessdude em Huus opgebahrt weede. Et Richmodis muss op der Stell fott. Der Mengis strief im dä Ring widder üvver un wellig nutgedrunge en. Et weed dä koote Wäg noh Zint Apostele gedrage. Hee kritt et ene flüchtige Sähn un weed flöck en en Dudekess gelaht, die met veer schwere Nähl verschlosse weed. Et Begräbbnis en der Familliegruff es för de nächste Dag geplant.

Sicher han de Dudegräver dä kossbare Ihring gesinn – keiner mäht de Kess vun ener Pessdude widder op. Gäge Meddernaach wolle se sich bereichere, maache dä Sarg op un weede dudverschreck: et Richmodis mäht de Auge op und säht „Mer es et esu kald.“ Die Gravräuber schreie vör luuter Kadangs un gonn – de Panik em Bleck – tirre. Dä Radau ävver beläv et Richmodis widder. Et erkennt sing Lag un schleif sich zeröck nohm Huus vun der Famillich…

Et schellt un röf nohm Mengis. Dä, vull vun Truur un Leid, weiß nit, wat loss es. Hä mein ene Geis ze sinn un schreit „Küss do nor för mich ze quäle?“ Leis wimmert et Richmodis „Bes esu god. Ich ben et doch. Ich ben nit dud, ich ben nit dud“. Verzwiefelt röf der Mengis „Bevür mi Frau zeröckkütt, weede ihter ming zwei Schimmele bovven op der Turmläuv stonn“.

Un genau do stonn se noch hügg. Et Richmodis deit si Levve lang nit mih laache, weed ävver met singem Mengis un drei Junge, die et noch kritt, glöcklich.

Un jetz, Leonardo, ich hoffe, dat Do versteihs, wat Do do eigentlich gesaht häs: Erus us der Dudelad. Op geiht et, FC, de Maue huh un gewenne! Üür Huus „zum Papagaye“ es Platz 16.
Mer. Gläuve. An. Üch.

Mechel

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Heute möchte ich Euch von einem recht unbekannten Kölner erzählen, der aber mit einer kleinen Tat etwas Wichtiges für uns heute hier getan hat.

Ich habe letzte Woche ja geschrieben, dass die Stadt Probleme hatte, um den Rathenauplatz Grundstücke zu erwerben. Der Grund war, dass die Besitzer merkten, dass die Grundstücke, die in einem sumpfigen Gebiet vor der Stadtmauer lagen, durch die Schleifung der Mauer im Wert steigen würden. Von diesem Kuchen wollten sie ein Stück abhaben und trieben die Preise in die Höhe. Damit war es um den Volksgarten, der am Rathenauplatz geplant war, geschehen.

Einen Volksgarten haben wir aber ja nun in der Stadt. Etwas weiter südlich direkt vor der „Neustadt Süd“ liegt er.

Einen großen Anteil daran hat Wilhelm Kaesen. Wilhelm Kaesen ist 1816 in Köln geboren und verdient sein Geld als Kaufmann. Aus heutiger Sicht kann man ihn wohl als „Juniorpartner“ von keinem Geringeren als Johann Heinrich Richartz bezeichnen. Johann Heinrich Richartz hat ja so viel Erfolg mit seinem Handel von Leder und Wildhäuten, dass er uns eher als Kunstmäzen bekannt ist. Immerhin kann er damit das wohlbekannte Wallraf-Richartz-Museum finanzieren.

Nun kann ich schlecht über das Motiv von Herrn Richartz philosophieren. Ich meine aber, dass etwas Selbstlosigkeit dazu gehört, wenn man sein Vermögen für die Kunst hergibt.

Wilhelm Kaesen muss die Art seines Senior-Partners beeindruckt haben. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann, ist Wilhelm Kaesen Mitglied des Rates der Stadt Köln. In dieser Funktion setzt er sich stets für den Abriss der mittelalterlichen Mauer ein, weil Köln Platz braucht. Vor den Toren der südlichen Stadt liegt das Fort IV des inneren Festungsringes, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dieses Fort, als eines der ersten im Jahr 1825 von den Preußen fertiggestellt, ist schon vor dem Abriss der Mauer militärisch nutzlos, weil in den 1870’er bis 1880’er Jahren vorgezogene Forts und ein großer Schutzwall gebaut wurden – der äußere Festungsring. Das Areal um das Fort ist längst an viele kleine Landbesitzer verkauft – auch recht nutzlos. Das weiß er. Ab 1886 kauft er daher mehr als 60 kleine Landparzellen den Eigentümern ab, ohne großes Aufsehen darum zu machen. Das kostet ihn 582.000 Mark.

Diese zehn Hektar, die zusammenhängen, sind jetzt natürlich viel mehr wert. Und was macht Wilhelm Kaesen? Er ist ein kölscher Junge, er strebt hier nicht nach dem großen Gewinn. Er überlässt das Grundstück der Stadt Köln, zu dem Preis, den er selbst bezahlt hat. Er macht aber zur Auflage, dass sie um das Fort einen „Garten für jedermann“ anlegen soll.

Die Stadt hält sich daran, fügt sogar noch 5 Hektar bei und legt zwischen 1887 und 1890 den Volksgarten an. Und dieser ist bis heute ein wichtiges Stück Kölner Naherholung. Ein kleiner See, der mit Kähnen befahren werden kann, eine Wasserfontäne, die, wenn sie mal läuft, es auf stattliche 28 Meter Höhe schafft, ein Biergarten, ein kleiner Wasserfall und Steingarten und ein kleines Theater in der ehemaligen Orangerie, die für die kälteempfindlichen Pflanzen im Volksgarten gedacht war, findet man hier neben alten Bäumen, die herrlich anzusehen sind und großen Wiesen zum Sonnen und Picknicken. Ach! Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben uns die Schweden das „Haus Gotland“ spendiert, damit hier auch ein Kindergarten stehen kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Wir alle haben etwas von ihm – alle, bis auf einen. Wilhelm Kaesen stirbt 1877 und erlebt die Fertigstellung 1890 nicht mehr. Doch, einen Nutzen hat er davon. Er wollte etwas bleibendes für Köln schaffen, vielleicht, damit wir ab und an über ihn reden. Das ist ihm gelungen.

Michael

Hügg mööch ich Üch vun enem Kölsche verzälle, dä nit vill Lück kenne, dä ävver met ener kleine Tat, jet Wichtiges för uns hügg hee gedon hät.

Ich han letzte Woch jo geschrevve, dat de Stadt en Brasel kom, wie se öm der Rathenauplatz Grundstöck kaufe wollt. Der Grund wor, dat de Besetzer merkte, dat die Grundstöck, die en enem sumfige Gebeet vür der Stadtmuur loge, durch et Schleife vun der Muur em Wäät steige däte. Vun däm Koche wollte se e Stöckelche avkrige un drevve de Priese en de Hüh. Domet wor et öm der Volksgaade, dä am Rathenauplatz geplant wor, passeet.

Ene Volksgaade han mer ävver jo no en der Stadt. Jet wigger südlich tirek vür der „Neustadt Süd“ litt hä.

Ene große Aandeil dodran hät der Wellem Kaesen. Der Wellem Kaesen es 1816 en Kölle gebore un verdeent sing Moppe als Kaufmann. Hüggzedags dät mer en wall als „Juniorpartner“ vun keinem Geringer wie dem Jan Drickes Richartz bezeichne. Der Jan Drickes Richartz hät jo esu vill Erfolg met singem Handel met Ledder un Weldhügg, dat mer en ihter als Kunsmäzen kenne. Immerhin kann hä domet et Wallraf-Richartz-Museum finanzeere, dat mer hügg noch kenne.

No kann ich schlääch üvver et Motiv vum Herr Richartz philosophiere. Ich meine ävver, dat mer jet selvsloss sin muss, öm si Vermöge för de Kuns herzegevve.

Der Wellem Kaesen muss die Aat vun singem Senior-Partner beendrock han. Nevven singem Berof als Kaufmann, es der Wellem Kaesen Metgleed em Rod vun der Stadt Kölle. En dä Funktion es hä luuter för der Avress vun der Muur usem Meddelalder, weil Kölle Platz bruch. Vür de Pooze vun der südliche Stadt litt et Fort IV vum innere Festungsgöödel, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dat Fort, als eins vun de eeschte em Johr 1825 vun de Preuße fäädiggestallt, es ald vürm Avress vun der Muur militärisch unnötz, weil en de 1870’er un 1880’er Johre vürgetrocke Forts un ene große Schotzwall gebaut woodte – der üssere Festungsring. Et Gebiet öm dat Fort es längs an vill kleine Landbesetzer verkauf – och rääch unnötz. Dat weiß hä. Av 1886 käuf hä doher die mih wie 60 kleine Landparzelle de Eigedümer av, ohne groß Opsinn dröm ze maache. Dat koss in 582.000 Reichsmark.

Die zehn Hektar, die zesammehänge, sin jetz natürlich vill mih wäät. Un wat mäht der Wellem Kaesen? Hä es ene kölsche Jung, hä well hee keine Raibach maache. Hä üvverlööt dat Grundstöck der Stadt Kölle, för der Pries, dä hä selvs berapp hät. Hä mäht ävver zur Oplag, dat se öm et Fort ene „Gaade för jeder“ aanläge soll.

De Stadt häld sich draan, deit noch fünf Hektar dobei un läg zwesche 1887 un 1890 der Volksgaade aan. Und dä es bes hügg e wichtig Stöck kölsche Noherholung. Ene kleine Sie, dä met Naache befahre wääde kann, en Wasserfontän, die, wann se ens läuf, et op staatse 28 Meter Hühde brängk, ene Biergaade, ene kleine Wasserfall un Steingaade un e klei Theater en der fröhere Orangerie, die för de Flanze em Gaade gedaach wor, die Käld nit god avkünne, fingk mer hee nevve aal Bäum, die herrlich aanzesinn sin un große Wiese för et Sonne un Picknicke. Ach! Un nohm Zweite Weltkreeg han uns de Schwede et „Haus Gotland“ spendeet, domet hee och ene Kindergaade stonn kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Mir all han jet vun im – all, bes op einer. Der Wellem Kaesen stirv 1877 un erläv nit, wie der Gaade em Johr 1890 fäädig weed. Doch, eine Notze hät hä dovun. Hä wolllt jet en Kölle schaffe, dat bliev, villleich, domet mer av un an üvver in schwaade. Dat es im gelunge.

Mechel

Alle unsere Beiträge findet Ihr unter www.koelschgaenger.net

„Niemals geht man so ganz, ein kleines Stück von dir bleibt hier.“ Dieses Lied, 1987 von Trude Herr gesungen und nach ihrem Tod noch öfter in Gedenken an sie gesungen, geht mir ab und an durch den Kopf.

Selbstverständlich meint sie es nicht materiell. Trotzdem kam mir dieses Gefühl, als ich in jungen Jahren Aushilfsjobs angenommen habe. Eine Schreinerei war damals dabei. Zusammenbauen, aufhängen, reparieren, Messebau, Ausstellungen vorbereiten, Dachböden isolieren, all das waren die Aufgaben. Überall in Köln blickte ich auf Spuren meiner Arbeit. – Keine Angst, der Geselle hat gut auf mich aufgepasst. Auf ein Werk zurück zu blicken hat doch etwas Erfüllendes, oder? Man hinterlässt ein wenig von sich.

Sicher wissen mehr Leute auf dieser Welt, wer ich bin, als wissen, was ich alles geschaffen habe. Total klar. Aber manchmal ist es anders. Das weiß man genau, wer etwas gemacht hat, aber nicht wer er war. Zum Beispiel der Dreikönigen Schrein. Viele wissen, Nicolaus von Verdun war es. Und was wissen wir von ihm? Logisch, ein Goldschmied war er. Und jetzt findet mal bitte jemanden, der mehr weiß.

Nicht einmal sein Geburtsjahr ist klar. Zwischen 1130 und 1140 muss es gewesen sein. Eine Zeitspanne von zehn Jahren! Es ist auch gar nicht sicher, dass er „von Verdun“ ist. Er hat eben den Namen und das lässt eben auf die Stadt in Lothringen schließen. Sicher ist das nicht.

Einen Namen hat er sich mit seinen feinen Goldschmiedearbeiten an der Kanzelbrüstung der Stiftkirche von Klosterneuburg an der Donau gemacht. Vollendete Kunst. Auf Wunsch des Erzbischofs Philipp von Heinsberg ging er daraufhin vermutlich ab dem Jahr 1181 die Arbeit am Dreikönigen Schrein an. Und zumindest die vierzehn Propheten, Priester und Könige an den Längsseiten des Schreins sieht man als seine eigene an, höchstpersönliche Arbeit an. Der Rest des Schreins wurde in seiner Werkstatt vermutlich von seinen Angestellten gefertigt.

Die letzten Arbeiten am Schrein fanden um das Jahr 1230 statt. Nicolaus von Verdun war zu diesem Zeitpunkt längst tot. Er selbst muss nach 1191 nach Tournai gegangen sein und den dortigen Marienschrein um 1205 fertiggestellt haben. Auch diese Arbeit ist nachweislich von ihm. Dann verliert sich seine Spur. Sein Todestag wird mit „nach 1205“ beziffert.

Versteht ihr? Der Mensch kommt aus dem Dunkel des Nichts, erschafft ein Werk mit dem er sich auf eine Stufe mit Donatello, Michelangelo und Rodin stellt und verschwindet wieder – im Nichts. Jeder kennt seinen Namen, sein Werk. Er hinterlässt ein Stück Weltkultur, dass mehreren Millionen Menschen wohlbekannt ist und wahrscheinlich bleiben wird, aber keiner weiß etwas mehr über diese Person?

War er sich eigentlich bewusst, was er da geleistet hat? Wie hat er auf sein Werk zurückgeblickt? Hat er zurückgeblickt? Oder hat er nur nach vorn gesehen, um das nächste Werk anzugehen?

Unsterblich, ohne dass jemand weiß, wer du bist? Ein bisschen Gänsehaut macht mir das schon.

Michael

„Niemols geiht mer su ganz, e klein Stöck vun dir bliev hee.“ Dat Leed, 1987 vum Trude Herr gesunge un noh singem Dud noch öfter en Gedenke an et gesunge, geiht mer av un an durch der Kopp.

Selvsverständlich meint et et nit materiell. Trotzdäm kom mer dat Geföhl, wie ich en jung Johre Ushilfsjobs aangenomme han. En Schreinerei wor domols dobei. Zesammebaue, ophänge, repareere, Messebau, Usstellunge vürbereide, Daachböddem isoleere, all dat wore de Aufgabe. Üvverall en Kölle dät ich op Spore vun minger Arbeid luure. – Kein Angs, der Gesell hät god op mich opgepass. Op e Werk zoröckzeblecke hät doch jet Godes, oder? Mer hingerlööt e bessche vun sich.

Secher wesse mih Lück op der Welt, wä ich ben, wie wesse, wat ich all gedon han. Ganz klor. Ävver mänchmol es et anders. Do weiß mer genau, wä jet gemaht hät, ävver nit, wä hä wor. För e Beispill der Dreikünnige Schring. Vill wesse, der Nikelaus vun Verdun wor et. Un wat wesse mer vun im? Logisch ene Goldschmidd wor hä. Un jetz fing ens einer, dä mih weiß.

Nit ens si Gebootsjohr es klor. Zwesche 1130 un 1140 muss et gewäs sin. En Ziggspann vun zehn Johre! Et es och gar nit secher, dat hä „vun Verdun“ es. Hä hät no ens dä Name un dat lööt evvens op die Stadt en Lothringe schleeße. Secher es dat nit.

Ene Name hät hä sich met singe fing Goldschmiddarbeide an der Kanzelbröstung vun der Steffskirch en Klusterneuburg an der Donau gemaht. Echte Kuns. Op Wunsch vum Ääzbischoff Philipp vun Heinsberg ging hä drop wall av dem Johr 1181 die Arbeid am Dreikünnige Schring aan. Un zomindes de veezehn Prophete, Paafe un Künninge an de Längssigge vum Schring süht mer als sing eige, hüchspersönliche Arbeid aan. Dä Ress vum Schring woodt wahrscheinlich en singer Werkstatt vun singe Arbeidslück gemaht.
De letzte Arbeide am Schring funge öm et Johr 1230 statt. Der Nikelaus vun Verdun wor zo dä Zigg ald dud. Hä selvs muss noh 1191 noh Tournai gegange sin un der Marieschring do öm 1205 fäädiggestallt han. Och die Arbeid es nohweislich vun im. Dann verliert sich sing Spor. Singe Dudesdag weed met „noh 1205“ beziffert.

Verstoht ehr? Dä Minsch kütt usem düstere Nix, schaff e Werk, met däm hä sich op ein Stuf mem Donatello, mem Michelangelo un mem Rodin stellt un mäht sich widder durch de Kood – en et Nix. Jeder kennt singe Name, si Werk. Hä hingerlööt e Stöck Weltkultur, dat e paar Millione Minsche god bekannt es un wall blieve weed, ävver keiner weiß jet mih üvver die Person?

Wor hä sich eigentlich bewoss, wat hä do geleis hät? Wie hät hä op si Werk zoröckgebleck? Hät hä zoröckgebleck? Ov hät hä nor noh vürre geluurt, för et nächste Werk aanzegonn?

Unsterblich, ohne dat einer weiß, wä do bes? En bessche Gänsehugg krige ich do schon.

Mechel

Alle unsere Beiträge findet ihr im worldwide web auf unserer Seite „koelschgaenger“ unter „unsere Autoren“.

 

Hoppala, was hat Leonardo Bittencourt nach dem wunderschönen, sagenhaften, sensationellen Sieg gegen unseren Lieblingsgegner von der anderen Rheinseite gesagt? „Die Leiche hat am Sarg geklopft“.

Da schießt mir die Geschichte durch den Kopf, die viele bestimmt schon kennen, weil man als Kölner ja ständig erklären muss, weshalb hier Türme mit Pferdeköpfen mitten in der Stadt stehen:

Der Ritter von Aducht ist Oberhaupt einer hochgestellten Familie und Ratsmitglied. Seit dem Jahr 1334 wohnen sie im Haus „zum Papagayen“, welches nach dem Tier im Familienwappen benannt und in Köln bekannt ist. Das Haus steht in der Olivengasse, der heutigen Richmodstraße, an der Ecke zum Neumarkt, also in unmittelbarer Nähe zu Sankt Aposteln.

Im Jahr 1346 wird groß Hochzeit gefeiert: sein Sohn Mengis von Aducht ehelicht Richmodis aus dem hohen Haus derer von Lyskirchen. Es ist tatsächlich Liebe. Und Liebe prägt das Umfeld derer von Aducht. Richmodis, die keine eigenen Kinder bekommt, kümmert sich mit Hingabe um die Armen und Waisen. Als 1349 die Pest nach Köln kommt, opfert sie sich bis zur Erschöpfung auf. Mengis bittet sie, vorsichtiger zu sein und auf sich zu achten. Es kümmert sie nicht. Sie weiß um ihren Wohlstand und möchte teilen. – Und der Herr legt schützend ihre Hände über sie.

Als aber im Jahr 1357 die zweite Pestwelle über Köln kommt, erwischt es auch sie. Drei Tage wacht Mengis an ihrem Bett, als sie die Augen noch einmal öffnet und ihn mit letzter Kraft und einem letzten Hauch bittet, den Ehering zurückzunehmen und seine Liebe fortan mit einer anderen Frau zu teilen. Dann schließt sie die Augen und Mengis weint in bitterer Trauer um sie.

Die Hygiene-Vorschriften erlauben es nicht, dass die Pesttote im Haus aufgebahrt wird. Sie muss umgehend entfernt werden. Mengis streift ihr den Ring wieder über und willigt notgedrungen ein.Sie wird dem kurzen Weg nach Sankt Aposteln getragen. Hier bekommt sie einen flüchtigen Segen und wird rasch in einen Sarg gelegt, der mit vier schweren Nägeln fest verschlossen wird. Die Beisetzung in der Familiengruft ist für den nächsten Tag geplant.

Natürlich haben die Totengräber den wertvollen Ehering gesehen – niemand öffnet den Sarg einer Pesttoten wieder. Gegen Mitternacht wollen sie sich bereichern, öffnen den Sarg und namenloser Schrecken fährt in ihre Glieder: Richmodis öffnet die Augen und sagt „Mir ist so kalt.“. Die Grabräuber schreien vor Angst und laufen in heilloser Panik davon. Dieser Lärm aber belebt Richmodis. Sie wird sich ihrer Lage gewahr und schleppt sich zurück zum Haus der Familie…

Sie klingelt und ruft nach Mengis. Dieser, voller Trauer und Schmerz, erfasst die Lage nicht, meint einen Geist zu sehen und schreit „Kommst du nur um mich zu quälen?“. Leise wimmert Richmodis „Bitte. Ich bin es doch. Ich bin nicht tot, ich bin nicht tot“. Verzweifelt ruft Mengis „Bevor meine Frau zurückkehrt, werden eher meine beiden Schimmel oben auf dem Turmspeicher stehen“.

Und eben da stehen sie noch heute. Richmodis lacht Zeit ihres Lebens nicht mehr, wird aber mit ihrem Mengis und drei Jungen, die sie noch gebiert, glücklich.

Und jetzt, Leonardo, ich hoffe, Du verstehst, was Du da eigentlich gesagt hast: Raus aus dem Sarg. Auf geht’s FC, kämpfen und siegen! Euer Haus „zum Papagayen“ ist Platz 16.

Wir. Glauben. An. Euch.

Michael

Hoppela, wat hät der Leonardo Bittencourt noh däm wunderschöne, sagehafte, sensationelle Sieg gäge uns Lieblingsgegner vun der Schäle Sigg gesaht? „Dä Dude hät am Sarg geklopp“.

Do schüüß mer dat Kreppche durch der Kopp, dat vill bestemmp ald kenne, weil mer als Kölsche jo luuter verklöre muss, woröm hee Türm met Päädsköppe medden en der Stadt stonn:

Der Ritter vun Aducht es Baas vun ner huhgestallte Famillich un Rodsmetgleed. Zick dem Johr 1334 wonne se em Huus „zum Papagaye“, dat noh däm Dier em Familliewappe benannt un in Kölle bekannt es. Dat Huus steiht en der Olivegass, hügg de Richmodstroß, an der Eck nohm Nüümaat, alsu ganz noh bei Zint Apostele.

Em Johr 1346 weed groß Huhzigg gefiert: singe Sonn der Mengis vun Aducht hierod et Richmodis us dem huhe Huus vun Lyskirche. Et es wirklich Liebe. Un Liebe präg et Ömfeld vun de Aduchts. Et Richmodis, dat kein eige Puute kritt, deit sich met Passion öm de Ärme un Waise kümmere. Wie 1349 de Pess noh Kölle kütt, deit et sich opoffere bes et baal kapodd es. Der Mengis frög et dröm, vürsechtiger ze sin un op sich ze aachte. Et kömmert et nit. Et weiß, dat seh jet an der Föß han, un mööch deile. – Un der Häär läht schötzend sing Häng üvver et.

Wie ävver em Johr 1357 die zweite Pesswell üvver Kölle kütt, erwisch et och et Richmodis. Drei Dage häld der Mengis an singem Bedd Waach, do mäht et de Auge noch eimol op un frög en met letzter Kraff un enem letzte Hauch, der Ihring zeröckzunemme un von do an sing Liebe met enem ander Frauminsch ze deile.

Dann schlüüß et de Auge un der Mengis föhlt en bettere Truur un kriesch öm et.
De Hygiene-Vürschrifte erlaube et nit, dat de Pessdude em Huus opgebahrt weede. Et Richmodis muss op der Stell fott. Der Mengis strief im dä Ring widder üvver un wellig nutgedrunge en. Et weed dä koote Wäg noh Zint Apostele gedrage. Hee kritt et ene flüchtige Sähn un weed flöck en en Dudekess gelaht, die met veer schwere Nähl verschlosse weed. Et Begräbbnis en der Familliegruff es för de nächste Dag geplant.

Sicher han de Dudegräver dä kossbare Ihring gesinn – keiner mäht de Kess vun ener Pessdude widder op. Gäge Meddernaach wolle se sich bereichere, maache dä Sarg op un weede dudverschreck: et Richmodis mäht de Auge op und säht „Mer es et esu kald.“ Die Gravräuber schreie vör luuter Kadangs un gonn – de Panik em Bleck – tirre. Dä Radau ävver beläv et Richmodis widder. Et erkennt sing Lag un schleif sich zeröck nohm Huus vun der Famillich…

Et schellt un röf nohm Mengis. Dä, vull vun Truur un Leid, weiß nit, wat loss es. Hä mein ene Geis ze sinn un schreit „Küss do nor för mich ze quäle?“ Leis wimmert et Richmodis „Bes esu god. Ich ben et doch. Ich ben nit dud, ich ben nit dud“. Verzwiefelt röf der Mengis „Bevür mi Frau zeröckkütt, weede ihter ming zwei Schimmele bovven op der Turmläuv stonn“.

Un genau do stonn se noch hügg. Et Richmodis deit si Levve lang nit mih laache, weed ävver met singem Mengis un drei Junge, die et noch kritt, glöcklich.

Un jetz, Leonardo, ich hoffe, dat Do versteihs, wat Do do eigentlich gesaht häs: Erus us der Dudelad. Op geiht et, FC, de Maue huh un gewenne! Üür Huus „zum Papagaye“ es Platz 16.
Mer. Gläuve. An. Üch.

Mechel

Weitere Berichte und Informationen siehe www.koelschgaenger.de

Man will Dich, man will Dich nicht. Also, Bismarckturm, am südlichen Ende des Gürtels, direkt am Rheinufer, ich weiß auch nicht. Mag ich Dich? Mag ich Dich nicht? Ich finde Dich schwierig. Ja doch, Otto von Bismarck ist unser erster Reichskanzler und bringt Deutschland seinerzeit voran – oder auch nicht. Auf jeden Fall hat er […]

Heute möchte ich Euch von einem recht unbekannten Kölner erzählen, der aber mit einer kleinen Tat etwas Wichtiges für uns heute hier getan hat.

Ich habe letzte Woche ja geschrieben, dass die Stadt Probleme hatte, um den Rathenauplatz Grundstücke zu erwerben. Der Grund war, dass die Besitzer merkten, dass die Grundstücke, die in einem sumpfigen Gebiet vor der Stadtmauer lagen, durch die Schleifung der Mauer im Wert steigen würden. Von diesem Kuchen wollten sie ein Stück abhaben und trieben die Preise in die Höhe. Damit war es um den Volksgarten, der am Rathenauplatz geplant war, geschehen.

Einen Volksgarten haben wir aber ja nun in der Stadt. Etwas weiter südlich direkt vor der „Neustadt Süd“ liegt er.

Einen großen Anteil daran hat Wilhelm Kaesen. Wilhelm Kaesen ist 1816 in Köln geboren und verdient sein Geld als Kaufmann. Aus heutiger Sicht kann man ihn wohl als „Juniorpartner“ von keinem Geringeren als Johann Heinrich Richartz bezeichnen. Johann Heinrich Richartz hat ja so viel Erfolg mit seinem Handel von Leder und Wildhäuten, dass er uns eher als Kunstmäzen bekannt ist. Immerhin kann er damit das wohlbekannte Wallraf-Richartz-Museum finanzieren.

Nun kann ich schlecht über das Motiv von Herrn Richartz philosophieren. Ich meine aber, dass etwas Selbstlosigkeit dazu gehört, wenn man sein Vermögen für die Kunst hergibt.

Wilhelm Kaesen muss die Art seines Senior-Partners beeindruckt haben. Neben seiner Tätigkeit als Kaufmann, ist Wilhelm Kaesen Mitglied des Rates der Stadt Köln. In dieser Funktion setzt er sich stets für den Abriss der mittelalterlichen Mauer ein, weil Köln Platz braucht. Vor den Toren der südlichen Stadt liegt das Fort IV des inneren Festungsringes, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dieses Fort, als eines der ersten im Jahr 1825 von den Preußen fertiggestellt, ist schon vor dem Abriss der Mauer militärisch nutzlos, weil in den 1870’er bis 1880’er Jahren vorgezogene Forts und ein großer Schutzwall gebaut wurden – der äußere Festungsring. Das Areal um das Fort ist längst an viele kleine Landbesitzer verkauft – auch recht nutzlos. Das weiß er. Ab 1886 kauft er daher mehr als 60 kleine Landparzellen den Eigentümern ab, ohne großes Aufsehen darum zu machen. Das kostet ihn 582.000 Mark.

Diese zehn Hektar, die zusammenhängen, sind jetzt natürlich viel mehr wert. Und was macht Wilhelm Kaesen? Er ist ein kölscher Junge, er strebt hier nicht nach dem großen Gewinn. Er überlässt das Grundstück der Stadt Köln, zu dem Preis, den er selbst bezahlt hat. Er macht aber zur Auflage, dass sie um das Fort einen „Garten für jedermann“ anlegen soll.

Die Stadt hält sich daran, fügt sogar noch 5 Hektar bei und legt zwischen 1887 und 1890 den Volksgarten an. Und dieser ist bis heute ein wichtiges Stück Kölner Naherholung. Ein kleiner See, der mit Kähnen befahren werden kann, eine Wasserfontäne, die, wenn sie mal läuft, es auf stattliche 28 Meter Höhe schafft, ein Biergarten, ein kleiner Wasserfall und Steingarten und ein kleines Theater in der ehemaligen Orangerie, die für die kälteempfindlichen Pflanzen im Volksgarten gedacht war, findet man hier neben alten Bäumen, die herrlich anzusehen sind und großen Wiesen zum Sonnen und Picknicken. Ach! Und nach dem Zweiten Weltkrieg haben uns die Schweden das „Haus Gotland“ spendiert, damit hier auch ein Kindergarten stehen kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Wir alle haben etwas von ihm – alle, bis auf einen. Wilhelm Kaesen stirbt 1877 und erlebt die Fertigstellung 1890 nicht mehr. Doch, einen Nutzen hat er davon. Er wollte etwas bleibendes für Köln schaffen, vielleicht, damit wir ab und an über ihn reden. Das ist ihm gelungen.

Michael

Hügg mööch ich Üch vun enem Kölsche verzälle, dä nit vill Lück kenne, dä ävver met ener kleine Tat, jet Wichtiges för uns hügg hee gedon hät.

Ich han letzte Woch jo geschrevve, dat de Stadt en Brasel kom, wie se öm der Rathenauplatz Grundstöck kaufe wollt. Der Grund wor, dat de Besetzer merkte, dat die Grundstöck, die en enem sumfige Gebeet vür der Stadtmuur loge, durch et Schleife vun der Muur em Wäät steige däte. Vun däm Koche wollte se e Stöckelche avkrige un drevve de Priese en de Hüh. Domet wor et öm der Volksgaade, dä am Rathenauplatz geplant wor, passeet.

Ene Volksgaade han mer ävver jo no en der Stadt. Jet wigger südlich tirek vür der „Neustadt Süd“ litt hä.

Ene große Aandeil dodran hät der Wellem Kaesen. Der Wellem Kaesen es 1816 en Kölle gebore un verdeent sing Moppe als Kaufmann. Hüggzedags dät mer en wall als „Juniorpartner“ vun keinem Geringer wie dem Jan Drickes Richartz bezeichne. Der Jan Drickes Richartz hät jo esu vill Erfolg met singem Handel met Ledder un Weldhügg, dat mer en ihter als Kunsmäzen kenne. Immerhin kann hä domet et Wallraf-Richartz-Museum finanzeere, dat mer hügg noch kenne.

No kann ich schlääch üvver et Motiv vum Herr Richartz philosophiere. Ich meine ävver, dat mer jet selvsloss sin muss, öm si Vermöge för de Kuns herzegevve.

Der Wellem Kaesen muss die Aat vun singem Senior-Partner beendrock han. Nevven singem Berof als Kaufmann, es der Wellem Kaesen Metgleed em Rod vun der Stadt Kölle. En dä Funktion es hä luuter för der Avress vun der Muur usem Meddelalder, weil Kölle Platz bruch. Vür de Pooze vun der südliche Stadt litt et Fort IV vum innere Festungsgöödel, „Erbherzog Paul von Mecklenburg“. Dat Fort, als eins vun de eeschte em Johr 1825 vun de Preuße fäädiggestallt, es ald vürm Avress vun der Muur militärisch unnötz, weil en de 1870’er un 1880’er Johre vürgetrocke Forts un ene große Schotzwall gebaut woodte – der üssere Festungsring. Et Gebiet öm dat Fort es längs an vill kleine Landbesetzer verkauf – och rääch unnötz. Dat weiß hä. Av 1886 käuf hä doher die mih wie 60 kleine Landparzelle de Eigedümer av, ohne groß Opsinn dröm ze maache. Dat koss in 582.000 Reichsmark.

Die zehn Hektar, die zesammehänge, sin jetz natürlich vill mih wäät. Un wat mäht der Wellem Kaesen? Hä es ene kölsche Jung, hä well hee keine Raibach maache. Hä üvverlööt dat Grundstöck der Stadt Kölle, för der Pries, dä hä selvs berapp hät. Hä mäht ävver zur Oplag, dat se öm et Fort ene „Gaade för jeder“ aanläge soll.

De Stadt häld sich draan, deit noch fünf Hektar dobei un läg zwesche 1887 un 1890 der Volksgaade aan. Und dä es bes hügg e wichtig Stöck kölsche Noherholung. Ene kleine Sie, dä met Naache befahre wääde kann, en Wasserfontän, die, wann se ens läuf, et op staatse 28 Meter Hühde brängk, ene Biergaade, ene kleine Wasserfall un Steingaade un e klei Theater en der fröhere Orangerie, die för de Flanze em Gaade gedaach wor, die Käld nit god avkünne, fingk mer hee nevve aal Bäum, die herrlich aanzesinn sin un große Wiese för et Sonne un Picknicke. Ach! Un nohm Zweite Weltkreeg han uns de Schwede et „Haus Gotland“ spendeet, domet hee och ene Kindergaade stonn kann. – Tack så mycktet, kära Sverige.

Mir all han jet vun im – all, bes op einer. Der Wellem Kaesen stirv 1877 un erläv nit, wie der Gaade em Johr 1890 fäädig weed. Doch, eine Notze hät hä dovun. Hä wolllt jet en Kölle schaffe, dat bliev, villleich, domet mer av un an üvver in schwaade. Dat es im gelunge.

Mechel

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Bild könnte enthalten: Himmel und im Freien

Immer führt mein Weg an Dir vorbei in die Südwestecke des Stadions: Heinz „Flocke“ Flohe.

Ich selbst habe Dich nie spielen gesehen. Elf Jahre war ich, als Du Dein letztes Spiel für den 1. FC Köln gemacht hast. Zu dieser Zeit hattest Du schon zwei Jahre länger für den FC gespielt, als ich alt war.

Ich meine, dreizehn lange Jahre von 1966 bis 1979 immer nur ein Verein: 1. FC Köln. Und das ist nur die Spielerkarriere. Heute fast unvorstellbar.

Dein Denkmal – kann es schöner sein? Nicht nur die Statue allein, die 2014, ein Jahr nach Deinem Tod aufgestellt wurde. Anton Fuchs, Dein Freund, hat viel von seiner Zuneigung in sein Werk gelegt. Ich finde, das sieht man. Ein Foto aus den Siebzigern, das Dich im Spiel zeigt, war die Vorlage. Der Kopf gehoben, den Ball wie beiläufig am Fuß, richtest Du den Blick nach vorn. Suchst mit den Augen den Mitspieler, den Kameraden – oder das Tor. So stehst Du lebensgroß unter den Fans, die zum Spiel streben. Du strahlst es aus: Hier regiert der FC Köln.

Dein Denkmal ist aber noch viel größer. Letztens saß ich wieder im Stadion, es lief gut. Die Dribblings gingen schön durch die Reihen der Gegner, Pässe und Flanken fanden tatsächlich den Mitspieler. – Gut, im Abschluss haperte es etwas. – Bei einer Szene rutschte mir ein „Was für ein Kicker!“ heraus. Mein Nachbar, ungefähr 10 Jahre älter, guckte mich an, lachte und sagte „Du hast Flocke nie gesehen. Wenn der am Ball war, klebte der Ball am Fuß. Das war unglaublich. Und Pässe konnte er spielen, die gingen über das ganze Feld und dem hättest du eine Briefmarke auf den Punkt legen können, wo der Ball hinsollte.“ Seine Augen leuchteten auf einmal.
Wer Dich spielen gesehen hat, bewundert Dich noch heute. Und die Begeisterung schwappt auch auf Leute wie mich über.

In Deine Karriere fallen die Meisterschaft von 1978 und die drei DFB-Pokalsiege von 1968, 1977 und 1978 sowie zahlreiche internationale Spiele.

Aber wenn man genau hinguckt: in dieser Zeit war meistens Bayern München oder Borussia Mönchengladbach Meister. Der Titel war nicht selbstverständlich, international hat es gar nicht zu etwas gereicht. Deine Karriere war oft harte Arbeit und meist wurde diese nicht belohnt. Fast selbstverständlich hätten die Titel für Dich aber sein können. Hättest ja nur wechseln müssen, nach Gladbach oder München. Hast Du nicht. Hast lieber für Deinen Verein gespielt.

Und was würdest Du heute tun? Wechseln? Nach Bayern oder nach Gladbach? Bundesliga spielen? Oder würdest Du Dich hier in Müngersdorf auf den Platz stellen, den Ball wie beiläufig am Fuß durch die Reihen dribbeln, den Blick heben und nach dem Mitspieler suchen – oder eben nach dem Tor – von Sandhausen?

Ich will Deinen Charakter als Profi nicht überhöhen. Diese Antwort bleibt ungewiss. Deine Antwort als Fan aber ist klar, Flocke. Fans wechseln nicht. Hier regiert der FC – wenn nicht auf dem Platz, dann zumindest im Herzen.

Michael

Luuter föht minge Wäg an Dir vörbei en de Südwesseck vum Stadion: Heinz „Flocke“ Flohe.

Ich selvs han Dich nie spille gesinn. Elf Johr wor ich, wie Do Di letz Spill för de 1. FC Kölle gemaht häs. För dä Zigg hatts Do ald zwei Johr länger för der FC gespillt, wie ich ald wor.

Im meine, drücksehn lange Johr vun 1966 bes 1979 luuter nor eine Verein: 1. FC Kölle. Un dat es nor die Spillerkarrier. Hüggzedags baal unvürstellbar.

Di Denkmol – kann et schöner sin? Nit nor die Statue allein, die 2014, ei Johr noh Dingem Dud opgestallt woodt. Der Antun Fuchs, Dinge Fründ, hät vill vun singer Zoneigung en si Werk gelaht. Ich finge, dat süht mer. En Foto us de Sibbsiger, dat Dich em Spill zeig, wor de Vürlag. Der Kopp gehovve, der Ball wie beiläufig am Foß, luurs Do noh vürre. Söks met de Auge ne Metspiller, ne Kamerad – ov et Tor. Su steihs Do levvensgroß unger de Fans, die nohm Spill gonn. Do strohls es us: Hee regeet der FC Kölle.

Di Denkmol es ävver noch vill größer. Letz soß ich widder em Stadion, et leef god. De Dribblings gingke schön durch de Reihe vun de Gegner, Päss un Flanke funge ungeloge der Metspiller. – God, em Avschluss dät et nit esu fluppe. – Bei einer Szen rötschte mer en „Wat för ene Kicker!“ erus. Minge Nevvemann, wall zehn Johr älder, dät mich aanluure, laachte und saht „Dö häs der Flocke nit spille gesinn. Wenn dä am Ball wor, dät der Ball am Foß klevve. Dat wor nit ze gläuve. Un Päss kunnt hä spille, die gingke üvver et ganze Feld und däm hätts do en Breefmark op der Punk läge künne, wo der Ball hinsollt.“ Sing Auge däte op eimol leuchte.
Wä Dich spille gesinn hät, bewundet Dich noch hügg. Un die Begeisterung schwapp och op Lück wie mich üvver.

En Ding Karrier falle de Meisterschaff vun 1978 un de drei DFB-Pokalsiege vun 1968, 1977 un 1978 suwie unzällige internationale Spille.

Ävver wann mer genau hinluurt: en dä Zigg wor miestens Bayern Münche ov Borussia Mönchegladbach Meister. Der Titel wor nit selvsverständlich, international hät et gar nit för jet gereck. Ding Karrier wor off haade Arbeid un miets woodt die nit beluhnt. Baal selvsverständlich hätte de Titele för Dich ävver sin künne. Hätts jo nor wähßele müsse, noh Gladbach ov Münche. Häs Do nit. Häs leever för Dinge Verein gespillt.

Un wat wöödts Do hügg maache? Wähßele? Noh Bayern ov noh Gladbach? Bundesliga spille? Ov däts Do Dich hee en Müngersdorf op der Platz stelle, der Ball wie beiläufig am Foß durch de Reihe dribbele, der Kopp hevve un noh dinge Metspiller söke – ov evvens nohm Tor – vun Sandhause?

Ich well Dinge Charakter als Profi nit huh spille. De Antwood bliev ungewess. Ding Antwood als Fan ävver es klor, Flocke. Fans wähßele nit. Hee regeet der FC – wann nit om Platz, dann zomindes em Hätz.

Mechel

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