Corona-Krise wird viele Jahre dauern: Immunspenden könnten Tausende Leben retten!

Das neuartige Coronavirus wird unser Leben noch viele Jahre einschränken. Auswege wären der schnelle Aufbau einer Herdenimmunität, der Zehntausende Leben kosten könnte, ein flächendeckend verfügbarer Impfstoff oder eine Therapie, die viele schwere Verläufe verhindert.

Blutplasma von genesenen Covid-19 Patienten ist derzeit eine der aussichtsreichsten Optionen: Internationale und deutscheStudien, z.B. an der Uniklinik Erlangen, zeigen, dass Patienten von der Behandlung profitieren können.

Die gemeinnützig und ehrenamtlich organisierte ‚Initiative Immunspender’ setzt sich dafür ein, dass bald viele Patienten mit dieser Methode behandelt werden können: „Gehen wir davon aus, dass die Methode funktioniert. Dann gibt es schon heute viel mehr Patienten als gespendetes Plasma. Plasma, das dringend benötigt wird, um bis zu einem verfügbaren Impfstoff vielleicht Tausende Menschen retten zu können“, berichtet Thomas Mosbach, 1. Vorsitzender der Initiative. „Genau da setzen wir an, gewinnen Spender und finden passende regionale Spendezentren. Auch wenn die Studien noch nicht abgeschlossen sind, müssen wir präventiv damit beginnen. Wir dürfen keine weitere Zeit verlieren“, so Mosbach weiter.

Die forschenden Kliniken haben aktuell mehr Angebote von spendewilligen Ex-Covid-19 Patienten als sie bewältigen können. Was nach einer guten Nachricht klingt, ist in Wahrheit Teil des Problems. „Wer nach mehreren Versuchen nur ein Besetztzeichen hört oder nach Tagen keine Antwort auf eine E-Mail erhält, ist frustriert. Spätestens nach der Voruntersuchung, wenn ich erfahre, dass ich für den konkreten Anwendungsfall der Studie nicht geeignet bin, gehe ich dem System verloren“, ergänzt der 2. Vorsitzende Dr. Sven Becker.

Die Initiative bietet Kliniken und anderen Institutionen an, bei diesem Problem zu helfen. Auf der Website www.immunspender.com können sich Freiwillige als Immunspender melden. Die Initiative sorgt mit ihrem Sachverstand für Digitalisierung und Automation dafür, dass die Spendenbereitschaft erhalten bleibt und es bei keiner Einrichtung zu Überlastung oder leeren Spendeplätzenkommt.

Die grundsätzliche Spendefähigkeit wird vorab mittels digitaler und telefonischer Befragung geprüft, und auf dieser Basis wird automatisch entschieden, ob die Freiwilligen schon jetzt an eine Klinik in ihrer Nähe vermittelt werden können. „Einige gesundete Patienten wie z.B. Frauen, die schon einmal schwanger waren, kommen für die Frischplasmaspenden deraktuellen Studien nicht in Frage. Wenn das Plasma in Zukunft zu einem Hyperimmunglobulin weiterverarbeitet wird, spielt diese Einschränkung keine Rolle mehr“, so Mosbach weiter.

Was nach Hightech klingt, ist in Wahrheit medizinischer Alltag. So kommen Hyperimmunglobuline z.B. als passive Immunisierung gegen Tollwut oder Hepatitis zur Anwendung. „Ein denkbarer Anwendungsfall auch bei Covid-19.“, ergänzt Becker. Mit dieser passiven Immunisierung könnten so Ärzte und Pflegkräfte in Krankenhäusern und Wohnheimen, genauso wie besonders gefährdete Menschen, zeitweise geschützt werden.

„Es gibt einen regen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium, einzelnen Unikliniken und Plasmaspendediensten. Wir freuen uns über jeden Partner, den wir mit unseren Immunspendern unterstützen können“, schließt Mosbach ab.

Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf www.immunspender.com .