Das Naturschutzgebiet „Kiesgruben
Meschenich“ liegt südöstlich von Meschenich
zwischen Kerkrader Straße
und Langenackerstraße und ist wenig
bekannt. Selbst langjährige Anwohner
geben zuweilen zu, dass ihnen gar
nicht bewußt ist, dass es hier im Ort
ein solches Schutzgebiet gibt. Dabei
ist das knapp 27 Hektar große Gebiet
wirklich etwas ganz Besonderes.
Das Feuchtbiotop steht unter Naturschutz
Schon vor 30 Jahre wurde es als Feuchtbiotop
unter Naturschutz gestellt, es
ist eingezäunt und darf nicht betreten
werden – allerdings gibt es immer
noch Spaziergänger, die sich nicht an
die Regeln halten. Marlies Fontes, seit
bald vier Jahren ehrenamtliche Naturschützerin,
bemüht sich gemeinsam
mit dem BUND Köln, der Stadtverwaltung,
dem Ordnungsamt und anderen
Helfern, an die Bürger zu appellieren,
den besonderen Schutz des Gebietes
zu akzeptieren. So werden immer
wieder Schutzzäune installiert und
Schilder aufgestellt. „Wir haben diese
Hinweisschilder extra übersetzen lassen,
damit auch Menschen, die kein
Deutsch sprechen, informiert werden“,
so Fontes. Grundsätzlich sind Besucher
schon willkommen, allerdings sollten
diese sich an den ausgewiesenen
Spazier- und Radweg halten – dieser
führt um das Gelände herum und bietet
einen sehenswerten Einblick in die
Landschaft. Vor allem von der etwas
höher gestellten Plattform am Rande
der Langenackerstraße lassen sich einige
Highlights bewundern.
Hier brüten viele Wasservögel
Idyllisch ist zum Beispiel der Blick auf
den See – das ehemalige Kiesgrubengewässer
dient vielen Wasservögeln
als Brutplatz. „Der See, der sich dort in
der Kiesgrube befindet, ist einzigartig.
Es gibt in ganz Köln keine vergleichbare
Wasservegetation“, weiß Walter
Halfenberg von der Nabu-Naturschutzstation
Leverkusen-Köln. „So wird etwa
der Teichrohrsänger dort regelmäßig
gesehen – als Naturschutzgebiet ist
das Areal wirklich sehr schützenswert“,
so der Experte.
Die ehemalige Abgrabungsfläche wird
in der Mitte durch eine ehemalige und
inzwischen fast zugewachsene Straße
in zwei Flächen getrennt. Auf der östlichen
Seite dominiert ein „Abgrabungsgewässer“
mit zwei Inseln. Hier wurden
bereits mehreren Wasserpflanzen entdeckt,
die als besonders gefährdet auf
der Roten Liste stehen. Im Nordwesten
an den See angrenzend befindet sich
ein größeres Schilfröhricht und am
Westufer liegt angeschütteter Kies. Im
westlichen Bereich des Naturschutzgebiets
liegt eine kleine Grube mit einem
Schilf-, Rohrkolbenröhricht und Trockenrasen.
Angepflanzte Gehölze und
Wildwuchs durchdringen und umgeben
das gesamte Gebiet. Das Schutzgebiet
ist ein regional bedeutsamer
Schutzraum für Wasservögel, Amphibien,
Eidechsen und Schmetterlinge.
Heimische Obstbäume
Auch die Wiese mit den alten Obstbäumen
ist vor allem im Frühling ein echter
Hingucker. Hier wachsen Sorten wie die
„Rheinische Schafsnase“ und der „Kaiser
Wilhelm“-Apfel. „Seltene Vögel wie
zum Beispiel die Nachtigall nehmen
den geschützten Raum hier gerne an“,
weiß auch Gabriele Falk vom BUND
Köln. Gemeinsam mit Marlies Fontes
bietet sie ab und an Führungen rund
um das Naturschutzgebiet an. Die Gemeine
Nachtkerze kann hier entdeckt
werden, auch der Schwarzer Holunder
oder das Schmalblaettriges Weidenroeschen
und viele andere Arten sind
hier schon festgestellt worden. Durch
die Auszeichnung als Naturschutzgebiet
soll der Erhalt der Lebensräume
erreicht werden.
Dabei wurde der Rundweg um die
Kiesgrube angelegt, damit Anwohner
und Besucher die Natur genießen
können, ohne allzu sehr zu stören. Und
wer nach dem Rundgang eine Stärkung
genießen möchte, der kann in
Richtung des nahegelegenen Berzdorf
wandern, denn dort ist Restaurant
Poseidon am Wasserturm ein beliebter
Treffpunkt.
(JT)