Widmung an Bolat Atabayev, kasachischer Regisseur, Preisträger der Goethe-Medaille.

 Im Jahre 2012 wurde der kasachische Regisseur Bolat Atabayev in Weimar für seine Verdienste um die deutsche Sprache mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Dies hat ihm das Leben gerettet: kurz vor diesem erfreulichen Ereignis wurde er wegen seiner demokratischen Überzeugungen in seinem Heimatland Kasachstan verhaftet und saß im Gefängnis. Der Grund für seine Verhaftung, vereinfacht erklärt: siebentausend Ölarbeiter gingen auf die Straßen, um ihren Protest friedlich- im Rahmen der Verfassung – auszudrücken. Sie kämpften für die Verbesserung ihrer miserablen Arbeitsbedingungen und für die Erhöhung ihres kärglichen Lohns. Die kasachische Polizei hat in diese friedlichen Straßenproteste geschossen und viele unschuldige Menschen getötet. Bolat Atabayev stellte öffentlich die Frage: „Wer hat den Befehl gegeben, in eine friedliche Demonstration zu schießen?“ Das hat gereicht, um ihn ins Gefängnis zu sperren. (Vorher haben die Machthaber noch versucht, Bolat zu kaufen: ihm wurde der Posten des Vize-Kulturministers angeboten. Auf dieses Angebot ging Bolat Atabayev aber nicht ein.) Da die Verleihung der o.g. Medaille in diese Zeit fiel, nahmen deutsche Kulturschaffende (u.a. Volker Schlöndorff und Roberto Ciulli) diese zum Anlass, um vor der kasachischen Botschaft für seine Freilassung zu demonstrieren. Auf Grund dieser Solidaritätsaktionen durfte Bolat ausreisen und seine Medaille persönlich entgegennehmen. Jedoch darf er nicht mehr nach Kasachstan zurück, da dort gegen ihn ein Haftbefehl vorliegt. Deshalb wohnt er seit sieben Jahren im politischen Exil in Köln. Auch hier kämpft er unermüdlich für die Demokratie in Kasachstan, für die Menschenrechte, für die anderen politischen Gefangenen, die mit ihm zusammen verhaftet wurden, aber nicht das Glück hatten, die Goethe-Medaille zu bekommen. Sein Schicksal haben wir stellvertretend für das Schicksal vieler anderer zum Anlass genommen, dieses Projekt zu realisieren und ein Bewusstsein zu schaffen für das Unrecht in autokratischen Herrschaftsstrukturen sowie für die Notwendigkeit von Zivilcourage und das Einstehen für Menschenrechte. Da Bolat Atabayev genau dieses getan hat und bis heute dafür im Exil lebt, wollen wir ihm dieses Projekt widmen.