Die Stadt Köln informiert:

Der Äußere Grüngürtel wurde nach einer Idee des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer in den 20er Jahren auf der Fläche des ehemaligen Festungsgürtels angelegt.

Da im Gebiet keine natürlichen Wälder vorhanden waren, sollte ein großes zusammenhängendes Waldgebiet aus Eiche, Buche, Lärche und Kiefer als Hauptbaumarten und Ahorn, Esche, Birke, Linde, Erle, Mehlbeere und Akazie als Mischbaumarten geschaffen werden.

Ausländische Holzarten – vor allem nordamerikanische Arten – wie Douglasie, Sitkafichte, amerikanische Eichen und Eschen wurden wegen ihres „schnellen Wachstums, ihrer Unempfindlichkeit gegen natürliche Feinde und wegen ihres farbenprächtigen Herbstlaubs“ verwendet.

In seiner neuen Ausgestaltung sollte der Grüngürtel ein grünes Band zwischen der Stadt Köln und dem Umland bilden.

Der Äußere Grüngürtel ist mit seiner Gesamtfläche von ungefähr 800 Hektar – davon sind rund 400 Hektar Wald – die größte städtische Grünfläche

Geschichte

Auf dem äußeren Festungsring, der nach dem Versailler Vertrag als militärisches Gelände aufgegeben werden musste, wurde zwischen 1926 und 1929 der Äußere Grüngürtel angelegt. Auf beiden Seiten der Militärringstraße entstand nach dem Generalbebauungsplan Fritz Schumachers von 1923 ein Grünbereich mit Kleingärten, Sportflächen sowie Wald- und Wiesengebieten.

Der hierfür ausgearbeitete Entwurf von Fritz Encke, der einen relativ dichten Baumbewuchs vorsah, wurde von Theodor Nußbaum völlig überarbeitet. Weite Rasenflächen und größere Gewässer waren kennzeichnend für seinen Entwurf.

Im Wesentlichen besteht der äußere Bereich der Anlage aus einer von Wald gerahmten weiten Wiesenfläche. Der mittlere Teil nahe der Militärringstraße umfasst geometrisch geformte Freiflächen, Sport- und Spielflächen. Im inneren, stadtnahen Teil – soweit er auf dieser Seite der Militärringstraße angelegt wurde – erstreckt sich vielfach Kleingartengelände.

Gruppierungen von Bäumen gleicher Art sind typisch für die Bepflanzung des Äußeren Grüngürtels. Baumreihen erstrecken sich entlang von Spazierwegen, oder sie grenzen Freiflächen voneinander ab

Zustand des Waldes

Die ältesten Bestände befinden sich im Stadtwald – sie sind circa 100jährig – und im Bereich der Stadtwalderweiterung nördlich der Dürener Straße – diese sind ungefähr 80 Jahre alt.

Als größte Gruppe mit dem gleichen Alter treten die rund 75jährigen Bestände südlich der Dürener Straße aus der Zeit von 1927 bis 1929 hervor.

Baumartenzusammensetzung 

Der Wald besteht aus einer artenreichen Mischung von Laub- und Nadelholzarten.

Großflächig vertreten sind Buchen- und Eichenbestände, denen in einem Anteil von fünf bis 50 Prozent Bergahorn, Esche, Kirsche, Winterlinde, Roteiche, Hainbuche und Schwarzpappelhybriden beigemischt sind.

In anderen Beständen sind kleinflächig oder als Einzelbäume gemischt: Buche, Stieleiche, Berg- und Spitzahorn, Esche, Winterlinde, Hainbuche, Feldahorn, Schwarzpappelhybriden, Robinie, Birke und Weißerle. Sie befinden sich vor allem im südlichen Abschnitt, das heißt, im Bereich der Bonner Straße.

Nadelholz, vor allem Kiefer, Schwarzkiefer, Lärche, Fichte, Douglasie und Strobe, ist gruppen- beziehungsweise truppweise und einzeln in allen Beständen beigemischt. Im südlichen Abschnitt zwischen Bonner Straße und Brühler Straße kommen Reinbestände von Waldkiefer und Schwarzkiefer vor.

Pflegezustand 

Da die Bäume sehr dicht stehen, sind die Bestände in einem labilen Zustand. Baumarten, die viel Licht benötigen, zum Beispiel Eiche und Vogelkirsche, sind in Beständen mit hohem Buchenanteil verdrängt worden.

Baumarten mit geringem Kronenregenerations vermögen, beispielsweise Eiche und Esche, haben ein kritisches Alter erreicht, in dem ihre Kronen auch nach Freistellung nicht mehr reagieren können. Pappeln, Robinien, Birken haben ein Alter erreicht, in dem sie allmählich absterben. Durch mangelnde Lichtverhältnisse ist der Unterstand sowie die Strauch- und Krautschicht nur schwach entwickelt. Häufig fehlt eine Stufigkeit, das heißt, es sind nicht alle Baumgrößen im Bestand vertreten.

Aus der Erkenntnis heraus, dass die Bestände dringend gepflegt werden müssen, um einen stabilen Waldbestand zu entwickeln, wurde von der Forstabteilung des Grünflächenamtes ein Pflegeplan erstellt und vom Ausschuss Landschaftspflege und Grünflächen beschlossen, der beginnend in 1986 eine Erstdurchforstung aller Bestände innerhalb von zehn Jahren vorsah.

Die positiven Wirkungen der Durchforstungen sind schon nach kurzer Zeit zu beobachten. Bäume, die vorher sehr gedrängt standen, breiten nun ihre Krone aus. Mischbaumarten werden in ihrer Entwicklung gefördert. Der kahle Waldboden begrünt sich durch den vermehrten Lichtzutritt wieder. Für die Früchte der Waldbäume, wie zum Beispiel Bucheckern und Eicheln, entstehen ideale Keimbedingungen, so dass sich ein Unterwuchs aus Bäumen und Sträuchern entwickelt. Der Wald bekommt einen stufigen Aufbau, das heißt, es befinden sich alle Baumgrößen im Bestand. Dieser reich strukturierte Wald ist nicht nur besonders stabil und für die Erholung attraktiv, sondern bietet auch vielfältige Lebensräume für Vögel und andere Tiere des Waldes.

Bis 1997 wurde die gesamte Fläche des linksrheinischen Äußeren Grüngürtels einmal durchforstet. Die weiteren Durchforstungen werden im Abstand von 5 bis 10 Jahren durchgeführt.

Pflegeziele 

Durchforstung des Äußeren Grüngürtels

Mit den Durchforstungen wurde 1986 begonnen. Bis 1997 wurde die gesamte linksrheinische Fläche von rund 330 Hektar einmal durchforstet. Seitdem wird die planmäßige Pflege auf der Grundlage des Forsteinrichtungswerkes fortgesetzt.

Ziel: ein stabiler, artenreicher Mischwald 

Die Durchforstungen werden mit dem Ziel geführt, einen stabilen, artenreichen Mischwald aufzubauen. Dazu müssen gesunde Bäume gefällt werden, um in den sehr dichten Beständen Kronen- und Wurzelraum für die Entwicklung der verbleibenden Bäume zu schaffen.

Die Durchforstungsarbeiten werden von einem Forstbeamten des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen geleitet und überwacht. Er kennzeichnet die Bäume, die gefällt werden sollen.

Die Eingriffe sind der Baumartenzusammensetzung des jeweiligen Waldbestandes und den Standortverhältnissen angepasst. Wir achten darauf, dass stabile Bäume gefördert werden. Außerdem bleibt das Mischungsverhältnis sowie der Bestand mit geringerer Größe, der Unter- und Zwischenstand, erhalten. Die Auswahl der zu fällenden Bäume erfolgt nur nach diesen Kriterien und nicht nach forstwirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Die Forstunternehmen fällen und rücken die gekennzeichneten Bäume nach Anweisung des Forstbeamten. Es werden ausschließlich Unternehmen eingesetzt, die genügend Erfahrung haben und über gut ausgebildete Fachkräfte verfügen. Die eingesetzten Maschinen müssen leistungsfähig sein und den Anforderungen an eine bodenschonende Holzernte gerecht werden.

Abgestorbene Bäume werden als Spechtbäume im Bestand stehengelassen, sofern von ihnen keine Gefahr für die Waldbesucherinnen und Waldbesucher ausgeht. Das Astreisig der gefällten Bäume wird aus ökologischen Gründen in den Beständen liegen gelassen, da es Vögeln Unterschlupf und Nistmöglichkeit bietet und dem Nährstoffkreislauf wieder zugeführt wird.