Der Kunstsalon informiert in seinen Mai Newsletter

Liebe Freundinnen + Freunde des KunstSalon,

nun haben wir uns bereits seit über sechs Wochen in der Corona-Krisenzeit eingerichtet und stellen uns der neuen Realität – ohne Kino-, Konzert- und Theaterbesuche. Dies ist schmerzlich, da wir dadurch feststellen, wie sehr die Kunst und Kultur unser Leben prägen und wir sie als „Lebensmittel“ ebenso benötigen wie das tägliche Brot.
Gerhart Baum hat kürzlich im Tagesspiegel an einen Satz von Richard von Weizsäcker aus dem Jahr 1991 erinnert: „Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überlebensfähigkeit sichert“.

Richtig schlimm ist und bleibt es für die Künstler*innen. Ohne Auftrittsmöglichkeiten und ohne die notwendigen Arbeitsbedingungen ist eine künstlerische Existenz nur schwer möglich. Isabel Pfeiffer-Poensgen hat ja recht schnell einen Fördertopf als erste Nothilfe zur Verfügung gestellt, der, wie man sich vorstellen kann, aber sehr schnell geleert wurde. Auch die NRW-Soforthilfe für die Solo-Selbstständigen war ein positives Signal, führte aber zum 1. April zur Ernüchterung, denn die Kosten für den Lebensunterhalt dürfen nicht mehr geltend gemacht werden, lediglich die Betriebskosten werden akzeptiert. Dabei haben viele Künstler*innen nur ihren Kopf und ihre Hände und keine großen Betriebsausgaben. Damit fiel auch die NRW-Soforthilfe für viele Künstler*innen weg und es bleibt ihnen nur die „Grundsicherung“, die die Kulturstaatsministerin Monika Grütters empfiehlt. Dieser Gang zur Arbeitsagentur ist für viele undenkbar, denn zu Recht empfinden sie sich nicht als arbeitslos, sondern als einkommenslos.
Viel Frust macht sich unter den Künstler*innen breit. Und wir können nur hoffen, dass die Bemühungen des Kölner Kulturrats (#kölnerkulturhilfe), des Kulturrats NRW (Künstlerpaket) und des Deutschen Kulturrats (Kulturinfrastrukturplan) erfolgreich sein werden.

Wir vom KunstSalon möchten die Not der Künstler*innen schon jetzt lindern und haben einen KunstSalon-Hilfsfonds ins Leben gerufen, um die Künstlerinnen und Künstler, die wir auf unseren Festivals und Veranstaltungen bereits erlebt haben und von deren künstlerischen Qualität wir durch die Vergabe von Stipendien überzeugt sind, unter die Arme greifen.
Sie können ganz konkret helfen und wir danken an dieser Stelle bereits denjenigen, die schon großzügig ihr Herz und ihr Portemonnaie geöffnet haben.

Eine positive Auswirkung hat die Corona-Krise aber doch: Viele Künstler*innen stellen sich im Netz mit ihrer Arbeit vor, wir können mittlerweile großartige Konzerte oder Aufführungen von den großen Bühnen des Landes sehen und es ist mittlerweile schon selbstverständlich geworden, sich mit Hilfe der Technik zu unterhalten – und auch wir wollen dieses nutzen und verlegen den jour fixe im Mai, wie immer am zweiten Sonntag des Monats, einfach ins Netz. So können wir uns wiedersehen und wieder miteinander ins Gespräch kommen. Versuchen wir es und sehen uns am 10. Mai!

Bis dahin grüßen freundlich

Andreas C. Müller und Ulla Egbringhoff

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