Der neue Trend

Ich besuche dann mal meine Oma und mache ihren Garten

Man kann ja von der neuen Jugend heute halten, was man will, doch eins machen sie auf jeden Fall super, sie schauen hin statt weg und haben die Friedhofskultur für sich entdeckt. Friedhöfe sind nämlich grüne Oasen und nicht nur Orte für Grabstätten, Trauer und Innehalten. Mit einer Gesamtfläche von 480 Hektar stellen die 55 Kölner Friedhöfe einen beachtlichen Erholungswert dar und leisten einen ökologischen und klimatischen Beitrag für die Umwelt. Sie sind Stadtoasen und wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna. Darüber hinaus bieten diese wundervollen Grünanlagen Ruhe, Erholung und Gedankenspiel. Jeder der einmal über den Friedhof mit offenem Blick geht, stellt fest, dass aussagestarke Kunstwerke, liebevoll angelegt Kleingärten und ein ganz außergewöhnliches Naturschauspiel so manche Ruhestätte schmücken. Leider sind die Menschen heute getrieben von der Schnelligkeit und Hektik und haben oft wertvolle Dinge verloren, nämlich diese Art des Ausgleichs in der Natur zu erleben. Für viele Menschen ist eine Grabstätte nur Arbeit, für die junge Bewegung nicht. Sie haben erkannt, wie wichtig ein Friedhof für die Gesellschaft ist. Ein Friedhof ist eine grüne Lunge der Stadt, mit Baumbestand und Blumenflächen. Auch ist es der Lebensraum für kleine Tiere und Insekten. Eine Grabfläche mit einer Marmorplatte zu versiegeln wird von ihnen demnach nicht so gerne gesehen. Sie pflanzen Bodendecker, kleine Stauden und sorgen für so manches Winterquartier für Tiere. Auch stellen sie immer mehr Futterkrippen und Vogelhäuser auf, damit sie gewappnet sind, wenn der Winter kommt. Sie unterstützen zum Beispiel Eichhörnchen, die keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe halten, damit diese Vorräte für die kalte Jahreszeit anlegen, indem sie Nüsse und Samen zugänglich auslegen, die die Tiere verstecken können. Demnach ist ein Friedhof nicht nur die letzte Ruhestätte, sondern auch ein ökologischer und klimaunterstützender Garten.