Die Bürgervereinigung Rodenkirchen informiert:

Bei der Führung durch die denkmalgeschützte Siedlung Volkspark mit englischer Gartenstadt am 26. Juli 2020 konnten die gut 30 Gäste viele interessante Entdeckungen machen.

Damit die Gäste bei der Führung den richtigen Abstand einhalten konnten, hatte die Bürgervereinigung Rodenkirchen e.V. ein Sprachverstärkergerät angeschafft und heute zum ersten Mal eingesetzt.

Frau Angelika Lehndorff-Felsko führte höchst sachkundig die Gruppe durch die architektonisch spannende englische Gartenstadt in der Heidekaul im Stadtteil Köln-Raderthal, zeigte viel Architektur und erzählte aufschlussreich aus der Geschichte der „Englischen Siedlung“. Ihre Geschichte ist untrennbar mit dem Wiederaufbau Kölns verbunden.

Die Heidekaul war die frühere Wohnsiedlung des englischen Militärs und liegt im Kölner Süden, im bebauten südöstlichen Gebiet des Stadtteils Raderthal am äußeren Grüngürtel. Vom Verteilerkreis Köln-Süd sind das siebenstöckige Hochhaus (Wilhelm Riphahn) sowie die vier dreistöckigen Wohnblöcke, westlich entlang der Militärringstraße gut zu erkennen. Die Siedlung steht unter Denkmalschutz. An der Straße „Am Heidekaul“ liegt der fast vergessene Friedhof von Bayenthal, von dem noch ein denkmalgeschütztes Hochkreuz Nachweis über den 1876 angelegten Friedhof gibt. Er wurde 1914 stillgelegt.

Die Englische Gartenstadt Volkspark am Grüngürtel von Köln

Hier im äußeren Grüngürtel des Kölner Südens wurde 1923/24 ein größeres Parkareal angelegt. Der später nach seinem Erbauer Fritz Encke benannte Park (Fritz-Encke-Park) ist heute um zwei Drittel seiner ursprünglichen Größe kleiner. Denn dort wurde in den Jahren 1949 bis 1952 auf Veranlassung der britischen Militärverwaltung eine zusammenhängende Siedlung, bekannt unter dem Namen „Englische Siedlung“, für die britische Besatzungsmacht errichtet. Dabei entstand eine Gartenstadt nach englischem Vorbild mit geschwungenem Straßen- und Fußwegenetz, Versorgungseinrichtungen und eine Schule.

Grüner Siedlungsbau von bedeutenden Architekten

Berühmte Architekten wie Wilhelm Riphahn, Fritz Schaller und Hans Schilling waren an den Bauprojekten beteiligt. Für Familien wurden Vier-Zimmer-Wohnungen mit zwei Badezimmern gebaut. Die verschiedenen Bauten – ein Wohnhochhaus, mehrgeschossige Zeilenbauten, Reihenhäuser und freistehende Einfamilienhäuser – spiegelten die militärische Rangordnung ihrer Bewohner wider. Erst im Jahr 2005 ging die englische Wohnsiedlung in das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland über. Bereits seit den 1970er Jahren fanden dort viele deutsche Soldatenfamilien eine neue Heimat.

Die Grünzüge und die vier beeindruckenden Alleen, die das Gebiet erschließen, der Brunnentempel, die Lauben- und Familiengärten sollten einen sozialen Treffpunkt mit viel Freiraum an der frischen Luft gestatten. Die großen parkartigen Grundstücke, der Reigenplatz und der versteckt liegende Platanenwall, der als Leseraum mit Buchausleihe geplant war, ein Naturtheater, der Brunnentempel beeindruckten die Gruppe sehr.

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