Die Deutschen trinken gern und zu viel, Mediziner warnen, denn Alkohol wird in der Gesellschaft kaum als Gefahr gesehen. Erschreckend seit Beginn der Corona-Pandemie wird deutlich mehr Alkohol verkauft. Gut ein Drittel mehr Wein, Bier und klarer Spirituosen wie Gin oder Korn ging über die Ladentheken als im gleichen Zeitraum 2019. Auch bei Whisky, Sherry und Portwein betrug die Steigerung über 45%, bei Alkoholmischgetränken waren es sogar fast 90 % im Vergleich zum Vorjahr.

Oft wurde Langeweile ertränkt oder Ängste und Depressionen mit Alkohol wegspült. In den Sommermonaten wurde der Alkoholkonsum nicht erst mit dem berühmten Feierabendbier um 18 Uhr begonnen, sondern oft schon zum Mittagessen mit einem Glas Wein im Homeoffice. Manager griffen besonders oft zur Flasche, weil ihre geschäftlichen Strukturen häufig auch über den Sommer nicht besser wurden. Viele Unternehmen haben noch immer ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit oder mussten diese sogar entlassen. Alkoholsucht ist ein schleichender Prozess. Existenz- und Verlustängste, Unsicherheit um die Unternehmensstruktur oder Angst, die Lebenshaltung nicht mehr bezahlen zu können, waren oft Auslöser für den Griff zur Flasche, um diese Ängste zu betäuben. Aber auch Senioren, Mütter und stets positiv gestimmte Menschen griffen immer mehr zum Alkohol-Glas. Durstlöscher, Gesellschaftsgetränkt und die Selbstverständlichkeit bilden die Gefahr, dass man sich an den Konsum gewöhnt und das regelmäßiges Trinken zu einer Suchtproblematik führen kann, welche oft sehr spät eingestanden wird. Mediziner raten: Aufpassen, dass der Konsum nicht außer Kontrolle gerät. Alkoholismus ist ein gefährlicher Prozess und gerade seit Coronazeiten sind viele Menschen dem Alkohol verfallen.