Anfang der 60er Jahre sollte der Karnevalszug in Rodenkirchen ersatzlos gestrichen werden. Das gefiel ein paar jungen Männern überhaupt nicht. Kurz entschlossen setzten sie sich in der alten Kolpingskiste zusammen und nach etlichen Kölsch beschlossen sie, selbst einen „Zoch“ zu organisieren. Unter dem nicht gerade einfallsreichen Namen IRJ (Interessengemeinschaft Rodenkirchener Jungkarnevalisten) starteten sie ihre karnevalistische Karriere.

Alfred Pulheim stellte ihnen auf seinem Bauernhof einen großen Hänger zur Verfügung und so zimmerten sie mehr schlecht als recht einen tiefschwarzen Sarg zusammen, auf dem dann das Motto stand: „Wir tragen den Rodenkirchener Karneval zu Grabe“.

Sie zogen mit Spendenlisten durch die Rodenkirchener Kneipenwelt und sammelten fleißig und erfolgreich für „Ihren“ Zoch. Und dann fuhren sie Karnevalssonntag mit dem Sarg durch den Ort, warfen Strüsje und Kamelle und wurden von zahlreichen Jecken am Straßenrand jubelnd gefeiert.

Die Jahre danach ging es dann aufwärts und der „Zoch“ lief wieder normal unter der Leitung der GRKG.

Die Jungkarnevalisten Peter Bergmann, Peter Katzenburg, Helmut Meier, Willi Köpp, Andreas Bröhl, Rolf Bumiller, Helmut Strunk, Winfried Haigis, Mobbel Walterscheidt und Hajo Scheidt waren natürlich immer dabei. Mal als Penner unter der Rodenkirchener Brücke, oder als Fahrer einer alten „Päädsbahn“.

Doch dann kamen die Mädchen dazu und die Interessen verlagerten sich naturgemäß auf andere Ziele. Das Interesse am „Zoch“ nahm merklich ab und in einem Jahr gingen Andreas und Helmut alleine mit.

Dieser einmalige Ausrutscher war jedoch nicht von langer Dauer. Schon bald wurde die Gruppe so stark, dass organisatorischer Probleme die Regel waren, denn es gab natürlich jedes Jahr neue Kostüme und wie das so ist, wurde das meistens erst kurz vor Karneval beschlossen.

Bis dann 1976 der Vorschlag kam, einen Stammtisch zu gründen, der sich regelmäßig treffen sollte. Andreas hatte auch schnell einen Namen parat: Die Botterblömche.

Neben einem jährlichen Kostümfest wurde auch im Sommer kräftig gefeiert. Gerne erinnert man sich an die legendären Sommerfeste, die in der baufälligen Ruine der Metzgerei Klein in der Rheinstrasse oder auf dem Innenhof beim Röschen und Helmut Lenz an der Schillingsrotter Straße veranstaltet wurden.

Von den Gründungsmitgliedern sind nicht mehr alle aktiv dabei, doch Freunde sind sie immer noch.

Heute sind die Botterblömchen ein recht bekannter Karnevalsstammtisch in Rodenkirchen. Über 40 Mitglieder, im Alter von 20 bis weit über 60, treffen sich monatlich nach dem Motto „wer kütt, dä kütt“ und schwaade und diskutieren nicht nur über ihre karnevalistischen Aktivitäten.

Einmal im Jahr geht es über ein Wochenende auf Tour, die damals von Joachim und heute von seiner Frau Andrea mit viel Geschick und Liebe organisiert wird.

Vor Fastelovend wird im Bistro verde in eigener Regie ein zünftiges Kostümfest mit Freunden und Gästen gefeiert.

Und mit den zahlreichen „Mini-Blömchen“, die in den letzten Jahren dazugekommen sind, brauchen sich die Blömchen für die Zukunft keine Sorgen zu machen.