Begegnungen – Der Dompropst der Hohen Domkirche St. Petrus zu Köln – Teil 1

Wie vielen Menschen begegnet man im Leben. Tausenden. Familie, Freunden, Arbeitskollegen. Denjenigen, an denen man vorbeigeht, ohne sie jedoch wirklich wahrzunehmen. Und dann gibt es Menschen, die man gerne kennenlernen möchte, um etwas über sie und ihr Wirken zu erfahren, weil man etwas mit ihnen teilt. In diesem Fall, von dem ich euch erzählen möchte, handelt es sich um die Liebe zu unserem Dom. Und ich hatte das Glück und die Ehre (auch Dank des Mitwirkens seines Medienreferenten, Herrn Markus Frädrich), den Hausherrn des Kölner Doms, Herrn Dompropst Gerd Bachner, kennenlernen zu dürfen.

Geboren wurde er am 23.04.1945 in Burgstädt/Sachsen und wurde 1972 im Erzbistum Köln zum Priester geweiht. Seit dem 19.04.2015 bekleidet er das Amt des Dompropstes.

Es ist Dienstag, der 05.12.2017, 10.00 Uhr vormittags, als ich in der Dompropstei auf das herzlichste empfangen werde. Schon beim Betreten der Räumlichkeiten spürt man die Harmonie und Freundlichkeit, die hier herrscht, was mir meine ja doch etwas vorhandene Nervosität zum großen Teil nimmt. Nachdem wir im Büro des Dompropstes Platz genommen haben, darf ich ihm die Fragen stellen, um die es mir besonders geht und schon an dieser Stelle möchte ich mich sehr für die Zeit bedanken, die er sich für die Beantwortung genommen hat.

Nun zu meinen Fragen. Die erste, die ich ihm stelle, ist die nach dem Arbeitsalltag bzw. den Aufgaben eines Dompropstes. Er antwortet darauf, dass diese sehr vielfältig seien, was ihn selbst überraschte, als er das Amt des Dompropstes antrat, in welches er in den ca. 3 Jahren seiner Amtszeit hineingewachsen ist. Denn obwohl er bereits seit 2005 dem Domkapitel als Domkapitular angehört hat, ist es doch noch einmal ein Unterschied, Domkapitular zu sein, oder das Metropolitankapitel als Dompropst zu leiten. Der Dom gehört ja sich selbst, das Metropolitankapitel verwaltet diesen und der Dompropst leitet das Metropolitankapitel. Aus diesem Grund ist auch der Dompropst der Hausherr und nicht der Bischof, obwohl der Dom Bischofskirche ist.

(Zur Erklärung: Ein Domkapitel ist die Leitungskörperschaft einer Bischofskirche. Weil man Erzbistümer wie Köln auch als „Metropolitanbistümer“ bezeichnet, heißt das Domkapitel in Köln offiziell „Metropolitankapitel“).

Zu seinen Aufgaben gehört es, Dienstgeber für alle Mitarbeiter/innen zu sein (184 derzeit), wovon allein ca. 100 davon der Dombauhütte in den verschiedensten Berufen, wie Steinmetze, Restauratoren, Gerüstbauer, Elektriker, Mitarbeiter der Glaswerkstatt usw., angehören. Ebenso gehören die Mitarbeiter/innen der Dompropstei, der Rendantur (Abteilung für das Kassenwesen) und auch deren Personalabteilung, der Dombaumeister, mit dem er trotz aller Eigenverantwortlichkeit dessen alle Bauvorhaben am Dom bespricht, die Domschweizer, Küster, die hauptamtlichen Musiker, die Mitarbeiter/innen der Schatzkammer und Turmbesteigung sowie des Kiosks am Domkloster 4 und einige andere mehr zu den Menschen, die ihre Arbeit im und am Dom verrichten. Diesen Menschen Dienstvorgesetzter zu sein, so sagte Herr Prälat Bachner, sei ihm eine große Freude. Und er sagte noch etwas, was mich persönlich sehr berührte, nämlich, dass der Dom ein Schatz ist, seine Mitarbeiter aber sein größter Schatz seien, weil sie ihm, stets mit voller Freude, am Dom arbeiten zu dürfen, zur Seite stehen.

Nun ist der Dompropst aber kein Verwaltungsmensch, nein, in erster Linie ist er, und das mit Leib und Seele, seit nunmehr 45 Jahren Priester, was, wie er sagt, für ihn eine sehr erfüllende Aufgabe ist, sei es die Feier der Eucharistie, die Gebete in und mit der Gemeinde oder die Gottesdienste. Ebenso ist die Beichte für ihn ein sehr wichtiges Thema und er berichtet, dass immer mehr junge Menschen dorthin kommen und danach gestärkt durch das Sakrament der Versöhnung weiter ihr Leben gestalten können. Diesen Menschen zur Seite zu stehen, gibt auch ihm selbst Kraft und Hoffnung.

Eine weitere Aufgabe ist die Repräsentation in die Stadt hinein. Köln und der Dom sind eine Einheit und er erlebt immer wieder, wie sehr die Menschen ihren Dom in ihr Herz geschlossen haben, was ihn in seiner Arbeit natürlich sehr unterstützt. Dazu kommen all die, die den Erhalt des Domes unterstützen, z. B. als Mitglied im Zentral-Dombauverein zu Köln. Als Dompropst, so sagt er, ist er viel unter den Bürgern unterwegs, aber eben nicht nur als Dompropst, sondern als Priester, wobei sich so einige Gespräche über den Dom, aber auch über den Glauben und Gott ergeben. Dass der Dom nicht nur kulturelles Gut ist, sondern auch Haus Gottes, möchte er so in den Menschen wachrufen.

Mit Aktionen, wie „Silent Mod“ im letzten Jahr oder einer geplanten lllumination am Roncalliplatz im September 2018, wo um Erhalt und auch Schaffung des Friedens aufgerufen werden soll, ebenso wie in Bezug mit Gott zu kommen, setzt er Zeichen dafür, dass sich hier Tradition und Moderne gut miteinander kombinieren lassen. Auch in den sozialen Medien ist viel über den Kölner Dom und die Gottesdienste sowie verschiedene Events zu finden, um auch junge Menschen damit erreichen zu können. Auch wir „Kölschgänger“ versuchen, einen kleinen Teil dazu beizutragen…

Der zweite Teil dieses Beitrages folgt ….

Eure Ramona Krippner

Möchten Sie mehr über die Kölschgänger erfahren, schauen Sie auf der gleichnamigen Facebookseite bzw im Internet