Die Kölschgänger waren unterwegs und Ramona Krippner berichtet:

Begegnungen – Der Dompropst der Hohen Domkirche St. Petrus zu Köln – Teil 2

Als Leiter des Metropolitankapitels beschäftigt sich der Dompropst aber auch mit Projekten, wie zum Beispiel der „Historischen Mitte“. Hierbei handelt es sich um eine Sanierung bzw. den Neubau verschiedener Gebäudekomplexe am Roncalliplatz. Das Römisch-Germanische Museum und dessen Verwaltungsgebäude, das Stadtmuseum und das Kurienhaus sollen zu einem gemeinsamen, zukunftsweisenden Ensemble vereint werden. Das würde dann die römisch-germanische Geschichte der Stadt Köln, sowie die Stadtgeschichte selbst und die Dombaugeschichte an einem Ort zusammenführen. Ein für mich wunderbarer Gedanke. Darüber entscheiden, ob dieses Projekt Realität wird, wird das Domkapitel und der Rat der Stadt im Frühjahr.

Ich kann an dieser Stelle nur sagen, dass man bei den Ausführungen von Herrn Dompropst Bachner in jedem Satz spürt, dass er seine Aufgabe lebt, sie für ihn Berufung ist und nicht nur Beruf.

Als nächstes erwähne ich, dass ich den Dom gerne einfach mal für mich hätte, ganz allein und in der Stille und frage ihn, wie er das sieht. Er kann diesen Wunsch teilen, sagt aber auch, dass es angesichts der Tatsache, dass der Dom die Sehenswürdigkeit Nr. 1 in Deutschland ist und der damit verbundenen Besucherzahl, welche in Spitzenzeiten (im Sommer oder auch zur Adventszeit) bis zu 36.000 Menschen täglich beträgt, schwierig ist, den Menschen, die den Dom besuchen wollen, aber gleichzeitig auch der Stille gerecht zu werden. Also werden zu den verschiedenen Gottesdiensten und Messen immer wieder bestimmte Teile des Domes für Besucher gesperrt, um in dieser Zeit die von den Menschen im Gebet benötigte Ruhe und Stille etwas gewährleisten zu können. Lediglich die Sakramentskapelle ist immer für Besucher gesperrt, hier findet auch der Dompropst die Stille zum Gebet, oder zur Anbetung.

Wer den Dom aber wirklich nur mit ganz wenigen Menschen teilen möchte, der kann an einer der angebotenen Nachtführungen teilnehmen, in der man die Stille und Mystik des Domes genießen kann, oder die von Herrn Dompropst Bachner ins Leben gerufenen „abendlichen Glaubenswege“, bei denen es aber nicht um eine kunsthistorische Führung geht, sondern um eine geistliche. Für diese Führung, die immer am ersten Mittwoch des Monats stattfindet, sollte man sich frühzeitig im DOMFORUM anmelden, da an dieser Führung jeweils max. 40 Personen teilnehmen können. Die Führung ist kostenlos und beginnt in den Sommermonaten abends um 21.00 Uhr, wenn der Dom geschlossen wird und in den Wintermonaten um 19.30 Uhr.

Zum Schluss frage ich den Dompropst nach seinen Lieblingsorten im Dom. Er sagt, einer der Plätze sei die Empore im Westportal, das Triforium, weil man dort von dem, was sich unten im Dom abspielt, nicht viel mitbekommt, und einen wunderbaren Gesamtblick in den Dom bekommt.

Der zweite Ort ist der Schrein der Heiligen Drei Könige. Dort hält er sich gerne auf, weil die Botschaft der Könige, wie er sagt, für sein Leben steht. Die Botschaft der Heiligen Drei Könige ist es, unterwegs zu Gott zu sein. Und das ist sein eigener Weg. Die Heiligen Drei Könige sind ihm Vorbild.

Als das Interview nach einer halben Stunde vorbei ist, verlasse ich die Dompropstei wieder, voller Dankbarkeit, in den letzten 30 Minuten einen sehr warmherzigen und freundlichen Menschen kennengelernt haben zu dürfen.

Es gibt Begegnungen dieser und jener Art. Diese war eine ganz besondere, für die ich Herrn Dompropst Gerd Bachner von ganzem Herzen Danke sage.

Bis bald

eure Ramona

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