Agneskirche – entstanden aus Liebe

 

Eigentlich steht sie in der Neustadt-Nord, unsere Agneskirche. Aber natürlich sagt das so niemand. St. Agnes, wie sie richtig heisst, steht im Agnesveedel. So und nicht anders. Deshalb heisst es ja auch Agnesveedel. Logisch. Weit sichtbar ist sie von vielen Punkten in Köln. Klar erkennbar, der Turm hat eine Höhe von etwa 62 Metern. Stattlich.

Im neugotischen Stil erbaut, ist sie das Zentrum des Veedels. Schön ist sie. Unverwechselbar, die Kirche der Liebe, wie ich sie so gerne nenne. Warum „Kirche der Liebe“? 
Peter Joseph Roeckerath hat diese Kirche, die zweitgrößte Kölns im Jahre 1895 gestiftet. Der Liebe wegen.

Agnes, übrigens eine geborene Schmitz ( muss wohl doch mal die Geschichte der „Schmitz Säule“ aufschreiben), so hieß die Ehefrau Roeckeraths, entstammte einer Kappesbauerfamilie. Mit der Heirat brachte sie große landwirtschaftlich genutzte Flächen mit in die Ehe. Stadtnah außerdem und damit sehr begehrt und finanziell wertvoll. Dies sollte sich 1880 in barer Münze niederschlagen. Im Zuge der Stadterweiterung verkauften Roeckeraths ihre Grundstücke und kamen so zu beträchtlichem Reichtum.

Jedoch verstarb Agnes, mittlerweile stolze Mutter von zwölf Kindern bereits 1890. Roeckerath, inzwischen Grundstücksmakler und Bauunternehmer, ließ St. Agnes 1896 nach Plänen des Architekten Carl Rüdell zu Ehren seiner Gemahlin erbauen. Sie sollte den Namen seiner Ehefrau tragen. Aus Liebe. Es wurde die zu dieser Zeit größte Pfarrkirche Kölns und eine Hallenkirche mit Querschiff im Stil der Neugotik . Auch der Turm wurde nach seinen Wünschen „ohne Helm“ gebaut, die Plattform zu erklimmen lohnt sich bestimmt, auch ist der Turm für uns leicht von anderen Kirchtürmen zu unterscheiden.

Bereits 1902 wurde St. Agnes fertiggestellt und eingesegnet. 1910 wurde der Anbau der Sakristei beschlossen und 1913 vollendet und durch den Erzbischof geweiht. Roeckerath selbst verstarb 1905 und wurde in einer der Seitenkapellen bestattet.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer zerstört und zwischen 1950-58 wiederhergestellt. Von der neugotischen Ausstattung aus dem Jahr 1902 sind der Hochaltar, das Taufbecken und der Petrusaltar erhalten.

In den Schlagzeilen war St. Agnes, als bei der Renovierung der Opferstöcke 50 Millionen Mark in Ritzen und doppelten Böden gefunden wurden. Leider war das Geld längst nichts mehr wert. 
Ja, und wenn ihr sie mal besucht, das Veedel hat Flair. Nette Einkehrmöglichkeiten sind vorhanden.

Viel Spaß beim Entdecken wünscht euch Ronald.

Weitere Informationen siehe www.koelschgaenger.de 

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