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Quia semper – In Ewigkeit

Die drei Heiligen…eingebettet in goldener Umgebung, sicher verwahrt im Chor des Kölner Domes. Das ist das Bild, welches wir vor Augen haben, wenn von ihnen die Rede ist. Dabei war das nicht von Anfang an so, denn als die Gebeine am 23. Juli 1164 von Rainald von Dassel von Mailand nach Köln gebracht wurden, gab es ja unseren Dom noch nicht. Die Reliquien wurden zuerst im „alten“ Dom, dem Vorgänger des heutigen Domes aufbewahrt. Die Geschichte, dass aufgrund der Tatsache, dass Köln daraufhin eine der größten Pilgerstätte Mitteleuropas bot, eine größere Kirche her musste, hatte ich in einem früheren Beitrag bereits geschrieben. Und bis der Schrein seinen heutigen Platz fand, verging lange Zeit. Ursprünglich sollte er in der Vierung des Domes stehen (Vierung = ihr erinnert euch? Aufeinandertreffen von Haupt- und Querschiff bzw. Trennung von Chor und Langhaus). 
Umgesetzt werden konnte dieses Vorhaben aber nicht, weil in dieser mittelalterlichen Zeit nur der Domchor vollendet war. Quer und Langhaus waren nicht fertig und konnten für Gottesdienste noch nicht genutzt werden. Daher fand er seinen Platz mit der Chorweihe 1322 in der Mittelkapelle des Chorumganges. Nach der Säkularisation (Trennung zwischen Religion und Staat 1803) wurde der Dreikönigenschrein 1864 in die damals neue Schatzkammer des Domes gebracht. Der Reliquienverehrung stand man zu dieser Zeit schon lange skeptisch gegenüber. Der liturgische Gebrauch war nicht mehr gegeben und der Schrein war mehr oder weniger noch als Museumsstück dienlich. Als Neubeginn des geistigen Lebens, in dem im zweiten Weltkrieg zerstörten Deutschland, wirkte das Dombaufest 1948. Der Dreikönigenschrein wurde im Binnenchor erhöht aufgestellt, hinter dem Hochaltar. Dort steht er noch heute.

Betritt man den Dom und blickt geradeaus durch das Langhaus, bildet er dort das optische Zentrum dieser ohnehin monumentalen Kathedrale. Und der Gedanke geht natürlich zu den Heiligen, die er beherbergen soll. Und das sind außer den (vermutlich, so genau weiß man das nicht) drei heiligen Königen noch der heilige Gregor von Spoleto und einige Partikel von Felix von Afrika und Nabor (Gregor als Priester, sowie Felix und Nabor waren christliche Märtyrer und katholische Heilige, gestorben um 304).

Aber betrachten wir mal dieses Kunstwerk…diesen Schrein. Geschaffen in einer „Bauzeit“ von fast 40 Jahren von Nicolaus von Verdun, wie vermutet wird. Über ihn berichtete Michael in seinem Beitrag am vergangenen Samstag. Quellen oder Dokumente, wer nun den Schrein erschaffen hat, gibt es nicht, aber es sprechen einige Details am Schrein selbst, ebenso wie die Tatsache, dass er als überragender Künstler bekannt war und die anspruchsvollsten Aufträge jener Zeit bekam, dafür. So gilt er bis heute als Erbauer des Dreikönigenschreins. Auch, wenn sicherlich noch mehrere Menschen daran beteiligt waren.
Das, was Nicolaus von Verdun da erschaffen hat, übertrifft alles bisher dagewesene an Größe und Inhalt der Bildnisse am Schrein. Die Ehrfurcht, die Michael in seinem Beitrag zum Ausdruck brachte, fühle auch ich bei dem Gedanken daran, durch welcher Menschen Hände dieser Schrein, lange vor unserer Zeit, entstanden ist.

Nicolaus von Verdun hat Heilige, Könige, Engel und auch biblische Gestalten und Begebenheiten auf seinem Schrein verewigt. Und sich selbst mit dem Schrein der Heiligen…Chapeau!

Bis bald 
eure Ramona

Weitere Informationen auf www.koelschgaenger.de