St. Matthaeus in fossa

Noch nie gehört? Das glaub ich gerne und doch kennt ihr sie…

„St. Matthaeus in fossa“ bedeutet: Im Stadtgraben vor dem römischen Nordtor. Von den frühen Christen als Kapelle gegründet, und so, wie wir sie heute kennen im 13. Jahrhundert erbaut (mit Veränderungen)…die Dominikanerkirche St Andreas.
Woher die Kirche ihren Namen hat? Erzbischof Bruno ließ im 10. Jahrhundert einen Chorherrenstift mit Kanonikern aus St. Maria im Kapitol errichten. So kam es zum Neubau der Kirche und der Weihe mit dem Patrozinium des heiligen Andreas, welche im 11. Jahrhundert noch erweitert wurde.

Eine der zwölf großen romanischen Kirchen Kölns. Mittendrin, ebenso wie die anderen. Köln wirkt für mich nicht wie DIE typische Großstadt, da man hier nicht wie in anderen Städten von Hochhäusern in Banken- und Geschäftsvierteln erschlagen wird und dennoch…auch hier treffen Moderne, hektisches Treiben auf der einen Seite und alte Geschichte auf der anderen Seite aufeinander. Man könnte diese Kirchen auch als Ruhepole der Stadt bezeichnen. Geschichtliche Oasen. So, wie eben auch St. Andreas. Ganz in der Nähe, sozusagen tatsächlich und nicht nur sprichwörtlich im Schatten des Domes steht die gewölbte Pfeilerbasilika mit dem achteckigen Vierungsturm. Im Westen der Kirche befand sich ursprünglich ein Kreuzgang sowie das Stiftsgebäude. Ca. im Jahre 1400 wurden dann gotische Seitenkapellen angebaut. Im 15. Jahrhundert allerdings wurde der Langchor aus dem 11. Jahrhundert abgerissen, die damalige Krypta wurde aufgegeben. St. Andreas erhielt eine gotische Chorhalle.

Wie wir ja inzwischen von vielen Kirchen wissen, wurden diese im Laufe der Jahrhunderte immer wieder um- oder sogar neugebaut, erweitert oder verändert.
Alle Baumaßnahmen hier aufzuzählen, würde schlicht den Rahmen sprengen.

St. Andreas…der heilige Andreas…diese Kirche kann noch einen weiteren Heiligen nennen…und er hat unter ihrem Dach seine letzte Ruhestätte gefunden. Albertus Magnus, deutscher Gelehrter und Bischof. Er wirkte auch in Köln, selbst in den Anfängen des Baus des Kölner Doms war er zugegen. Gestorben 1280, wurde er 1622 selig- und 1931 von Papst Pius XI. heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erklärt. 1941 ernannte Papst Pius XII. ihn zum Schutzpatron der Naturwissenschaftler. In der Walhalla in Regensburg findet sich eine Gedenktafel an ihn. 
Nachdem die Krypta aus dem 11. Jahrhundert in den Jahren 1953-1955 von Karl Band wieder freigelegt wurde, wurde diese durch die Grabkapelle erweitert, in welcher die Gebeine des Dominikaners Albertus Magnus nun seit 1954 in einem römischen Sarkophag ruhen.

Zwei Jahre nach Kriegsende, St. Andreas hatte den zweiten Weltkrieg beinahe unbeschadet überstanden, übergab Kardinal Frings den Dominikanern die Seelsorge an die Kirche. Die Predigerbrüder, die hier seither wirken, leben im an die Kirche angrenzenden Kloster.

Sie ist eine der zwölf großen Kirchen Kölns…und jede einzelne hat ihre eigene Geschichte…Geschichte – wir können sie hier überall spüren, in jedem Winkel der Stadt finden.
Möge sie auch all die, die uns folgen, so faszinieren und in ihren Bann ziehen…

Bis bald
eure Ramona

Weitere Informationen siehe www.koelschgaenger.de 

Bild könnte enthalten: Himmel und im Freien