„Wir sind wieder unterwegs“ – Sicherheitsaktionen zum Schuljahrsbeginn 2020/21

Wenn nach den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch, 12. August 2020, die Schule beginnt, müssen Autofahrer wieder besonders vorsichtig unterwegs sein. Auch für die Kinder stellen die ersten Wochen nach den Ferien immer eine große Herausforderung im Straßenverkehr dar. Dies gilt insbesondere für die Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die in diesem Jahr zum ersten Mal in den Schulalltag starten.

Der „Arbeitskreis Sicherheit im Straßenverkehr“ ruft auch in diesem Jahr wieder zur besonderen Rücksicht gegenüber den Schülerinnen und Schülern auf. Dem Arbeitskreis gehören die Polizei, der Verein „Verkehrswacht Köln e.V.“, die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) und verschiedene Ämter der Stadt Köln an. Der Arbeitskreis wird den Schulbeginn nach den Ferien erneut mit einigen Aktionen begleiten.

Hier ein Überblick:

Ab 10. August 2020: Elektronische Anzeigen an KVB-Haltestellen und im Blog Von Montag, 10. August, bis Sonntag, 23. August 2020, rufen die KVB über die elektronischen Anzeigen an den Haltestellen zur Rücksichtnahme gegenüber Schulkindern auf und behandeln das Thema „Schulstart und Verkehrssicherheit“ in ihrem Blog: „Achten Sie verstärkt auf Kinder im Straßenverkehr“: www.blog.kvb.koeln

Ab 11. August 2020: Plakatkampagne „Wir sind wieder unterwegs!“

Der Aufruf zur Rücksichtnahme wird von Dienstag, 11. August bis Montag, 24. August 2020, durch die städtische Plakatkampagne „Wir sind wieder unterwegs“ unterstrichen. Motiv und Motto der Plakate in den großformatigen Werbeanlagen appellieren an die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer.

Ab 12. August 2020 – Aushang von Tempo-Messtafeln Tempoverstöße in der Umgebung der Schulen führen immer wieder zu gefährlichen Situationen, nicht nur für Schulkinder. Um die Akzeptanz von Geschwindigkeitsbeschränkungen vor Schulen zu erhöhen, lässt die Stadt Köln ab Mittwoch, 12 August 2020, 14 Tage lang vor insgesamt neun Schulen Messanlagen installieren. Die Anlagen werden dabei jeweils am Straßenrand an vorhandenen Lichtmasten montiert und ermitteln die Geschwindigkeiten vorbeifahrender Fahrzeuge. Die gefahrene Geschwindigkeit sieht der Fahrer per LED-Anzeige auf der Tafel. Die Anzeige soll Fahrerinnen und Fahrer darauf aufmerksam machen, dass sie möglicherweise zu schnell unterwegs sind und zu einer langsameren Fahrweise anhalten.

In der Nähe folgender Schulen werden solche Anlagen aufgebaut:

GGS (Gemeinschaftsgrundschule) Zwirnerstraße (Innenstadt)

GGS Godorfer Straße (Immendorf)

GGS Breslauer Straße (Weiden)

KGS (Katholische Grundschule) Nußbaumerstraße (Neuehrenfeld)

GGS Neusser Straße (Weidenpesch)

GGS Merianstraße (Chorweiler)

GGS Humboldtstraße (Porz)

GGS Europaring (Neubrück)

GGS und KGS Alte Wipperfürther Straße (Mülheim).

Die Aufstellung der Messtafeln im Umfeld dieser Schulen erfolgt in diesem Jahr auch nach den Herbstferien, dann ebenfalls wieder für die Dauer von 14 Tagen.

Ab 12. August 2020 – Allgemeine Kontrollen des Ordnungs- und Verkehrsdienstes

Der Ordnungs- und Verkehrsdienst der Stadt Köln beteiligt sich mit der Überwachung des ruhenden und des fließenden Verkehrs an den Maßnahmen zur Schulwegsicherung. Autofahrer sollen dafür sensibilisiert werden, dass Kinder als schwächste Verkehrsteilnehmer besonderer Aufmerksamkeit und Rücksicht bedürfen.

Vor Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten gilt in den meisten Fällen eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde, um das Unfallrisiko durch zu schnelles Fahren zu senken. Zahlreiche Autofahrer unterschätzen diese Gefahr leichtfertig und überschreiten die zulässige Höchstgeschwindigkeit erheblich. Der städtische Verkehrsdienst kontrolliert insbesondere an Schulen und Kindergärten, um eine angepasste Fahrweise zu erreichen. Neben der Geschwindigkeitsüberwachung durch stationäre Messanlagen („Starenkästen“) werden die semistationären Messanlagen (Blitzer-Anhänger) überwiegend vor Schulen und Kindergärten eingesetzt. Des Weiteren nehmen die Mitarbeiter mit Fahrzeugen an täglich mehrfach wechselnden Schulstandorten auch mobile Tempokontrollen vor. Dies geschieht in enger Abstimmung mit der Polizei Köln. Nach der Schwerpunktaktion von Schulbeginn bis Mitte September 2020 werden die Kontrollen in Schulnähe im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Tempomessungen im Stadtgebiet fortgesetzt.

Abgesehen von nicht angepasster Geschwindigkeit sind Schulkinder auf ihrem Weg zur Schule und auf dem Rückweg vor allem gefährdet, weil sie im Straßenverkehr durch falsch geparkte Fahrzeuge nicht oder zu spät wahrgenommen werden. Vor Schulen sind in der Regel Haltverbotszonen eingerichtet, damit die Übersicht für vorbeifahrende Autofahrer gewahrt bleibt. Wer hier mit seinem Auto hält oder parkt, setzt die Schulkinder unübersichtlichen und gefährlichen Situationen aus.

Dies gilt auch für die Eltern, die ihre Kinder „nur mal eben“ direkt vor der Schule aus dem Auto lassen. Zeitdruck ist kein Grund, die Kinder unnötigen Gefahren auszusetzen. Der Verkehrsdienst kontrolliert diese Situationen verstärkt und geht konsequent gegen Parksünder vor. Falschparker, die die Übersicht im Straßenverkehr beeinträchtigen, Bushaltestellen, Zebrastreifen oder Fußgängerüberwege zuparken und damit vor allem Schulkinder gefährden, müssen verstärkt mit Verwarn- oder Bußgeldern rechnen.

12. August 2020: Verkehrssicherheitsaktion „Goodbye Elterntaxi“ der Polizei Köln

In vielen Fällen werden Grundschulkinder von ihren Eltern mit dem Auto – dem „Elterntaxi“ – zur Schule gebracht und auch wieder abgeholt, sei es aus Sorge um die Verkehrssicherheit ihrer Kinder, sei es aus Zeitgründen. Dabei wäre es für die Kinder von großem Vorteil, wenn sie mit ihren Eltern den Schulweg zu Fuß zurücklegen: Sie lernen die Besonderheiten des Weges besser kennen, trainieren die aktive Teilnahme am Straßenverkehr, bilden das Gefahrenbewusstsein aus und sind durch die Bewegung vor dem Unterricht später ausgeglichener und aufmerksamer. Das Anhalten und Parken mit „Elterntaxis“ im Schulumfeld führt erfahrungsgemäß schnell zur Behinderung oder gar Gefährdung von anderen Kindern, die zu Fuß zur Schule kommen. Kinder können den Gehweg nicht mehr uneingeschränkt nutzen, sie müssen vielleicht sogar auf die Fahrbahn ausweichen. „Elterntaxis“ behindern die Sicht anderer Verkehrsteilnehmender, Kinder werden möglicherweise beim Überqueren der Fahrbahn zu spät gesehen oder sie sehen herannahende Fahrzeuge zu spät.

Am Mittwoch, 12. August 2020, ab 7.40 Uhr, werden Schülerinnen und Schüler der Katholischen Grundschule Zugweg in Köln – gemeinsam mit Verkehrssicherheitsberaterinnen und -beratern der Polizei – Eltern gezielt auf die Gefahren hinweisen, die von den „Elterntaxis“ ausgehen. Vorbildliches Verhalten der Eltern wird von den Kindern mit selbst erstellten „Dankzetteln“ belohnt, Eltern, die sich verbotswidrig verhalten, werden mit einem „Denkzettel“ ermahnt. Zudem wird die Polizei kontrollieren, ob Kinder im „Elterntaxi“ (korrekt) gesichert sind.

Die Polizei Köln hofft, dass viele Eltern zukünftig ihre Kinder zu Fuß begleiten und das Auto stehen lassen – „Goodbye Elterntaxi“!

„Elternbefragung“ an Kölner Grundschulen am ersten Elternabend des Schuljahrs

Aufgrund der Einschränkungen durch Corona finden die „Elternbefragungen“ in diesem Jahr nicht am Einschulungstag der Schulanfängerinnen und -anfänger statt. Normalerweise sind an dieser Befragung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Köln, der KVB und der Polizei Köln beteiligt, und die Eltern der Schulneulinge haben die Gelegenheit, die nach ihrer Ansicht gefährlichen Bereiche auf dem Schulweg ihrer Kinder zu benennen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Diese Befragungen finden nun an den ersten Elternabenden der Schulen statt. Die beteiligten Schulen haben dazu schon die entsprechenden Fragebögen erhalten. Nach Rücklauf werden die benannten Bereiche, für die die Eltern Verbesserungen anregen, überprüft und nach Möglichkeit optimiert.

Kampagne „Schule hat begonnen“ der Verkehrswacht

Mit der Kampagne „Augen auf! Schule hat begonnen“ ruft die Verkehrswacht Köln e.V. zur besonderen Rücksichtnahme gegenüber Schülerinnen und Schülern auf. Leider kann aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr die schon zur Tradition gewordene Auftaktveranstaltung unter Mitwirkung des Hänneschen-Theaters nicht stattfinden. Wie in den vergangenen Jahren wird die Verkehrswacht Köln e.V. jedoch im gesamten Stadtgebiet Banner an prominenten Stellen in Schulwegnähe aufhängen. Mit dem Aushang der Banner sollen Autofahrerinnen und Autofahrer entsprechend sensibilisiert werden, ganz besonders auf die Schulneulinge zu achten. Unterstützt wird diese Aktion durch die Kölner Verkehrs-Betriebe.

(Text: Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Robert Baumanns)