Ehrenamtspreis „KölnEngagiert 2022“ im Stadtgebiet Rodenkirchen

Es war wieder soweit, das Ehrenamt wurde im Bürgeramt Rodenkirchen vom Bezirksbürgermeister Manfred Giesen geehrt. In diesem Jahr waren es als Gruppen und Vereine, der

  • Kölner Frauengeschichtsverein e.V., Frau Barbara Bab/Heike Rentrop
  • Adix SHG für Adipositasbetroffene mit Schwerpunkt Ernährung und Sport, Edith Uenzelmann und Stephanie Ritzmann
  • Refugee Law Clinic Cologne e.V., Frau Maike Kratz und Anna Lene Strauß

und als Einzelpersonen:

  • Lern- und Integrationsförderung: Zoe Hannah Accaputo
  • Nachbarschaftshilfe während der Pandemie: Wolfram Seidel

Leider waren weitere Zuehrende bedauerlicherweise aufgrund von Terminkollision nicht anwesend:

  • Gründung und Leitung des Pfadfinderstamms Rummenthorp: Raimund Gabriel
  • SC Borussia 05 e.V. Köln-Kalk: Salvatore Saporito
  • Kindervernachlässigung und –armut: Frau Dr. Sandra von Möller

Bezirksbürgermeister Manfred Giesen fand nach einer sehr schönen Einleitungsansprache über das Ehrenamt zu jedem sehr einfühlsame Worte bevor er die Urkunde übergab. Wertschätzend, dankbar und sehr lobreich waren seine Worte, was jeden im Raum sehr freute. Im anschließenden Austausch ging er dann nochmals persönlich zu den Geehrten, um noch mehr über sie zu erfahren, was alle Beteiligten noch ein wenig stolzer machte.

Von links: Yasemin Balaban (Assistenzkraft des Bezirksbürgermeisters) Wolfram Seidel, Heike Rentrop, Stephanie Ritzmann, Bezirksbürgermeister Manfred Giesen, Edith Uenzelmann, Maike Kratz, Anna Lene Strauß und Zoe Hannah Accaputo

Nun zu den GEEHRTEN

Die Mitglieder der AdiX SHD haben nach einem Lehrgang 2016/17 eine Selbsthilfegruppe für Adipositasbetroffene gegründet. Mit intensiver Ernährungsberatung, psychologischer Unterstützung und verschiedenen Bewegungstherapien möchten sie eine Gewichts- und Verhaltensänderung unterstützen, die über eine anhaltende Verbesserung der Beweglichkeit, des aktiven Lebensstils und des Essverhaltens eine Gewichtsreduktion bewirkt. Adix kommt dabei ohne Spezialernährung, wie Eiweißdrinks, Süppchen und Pulver aus. Auch Magenverkleinerungsoperationen können so verhindert werden. Die bunte Gruppe besteht aus acht Mitgliedern und trifft sich zweimal im Monat für ca. zwei Stunden.

Die Refugee Law Clinic Cologne wurde vor neun Jahren von dreizehn Studenten der Universität zu Köln als gemeinnütziger eingetragener Verein gegründet. Damals war das Bedürfnis, etwas Ehrenamtliches zu leisten, und gleichzeitig die juristischen Kenntnisse aus dem Studium effektiv für etwas Sinnvolles einzusetzen. Asylbewerber und Geflüchtete sind die Zielgruppe, denen geholfen wird. Mittlerweile sind im Verein ca. 500 Mitglieder, von denen engagieren sich ungefähr 21 Studenten in der Vereinsarbeit, 120 Studenten in der Arbeit mit Geflüchteten und Asylbewerbern, 20 Studenten in einer Redaktionsgruppe und Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe.

Zoe Hannah Accaputo, war mit gerade 18 Jahren die jüngste Geehrte. Sie setzt sich seit 2017 ehrenamtlich ein. Das begann mit Nachhilfe in Latein, Englisch und Deutsch für leistungsschwächere Schüler im Rahmen der offiziellen „KommMit“-Initiative ihrer damaligen Schule. Ging weiter über die Unterstützung bei der Nachmittagsbetreuung inkl. Hausaufgabenhilfe bei Schülern der 1.-4. Klasse an ihrer ehemaligen Grundschule an der Trierer Straße in der Kölner Südstadt. Selbst zu Coronazeiten war die damalige Teenagerin aktiv. Sie machte digitalen Unterricht und eine online Lernunterstützung von Zirkuskindern. Dort unterstützte sie die Kinder die deutsche Sprache zu sprechen und ihre bisherigen Lernerfolge bis zum Eintritt in die Schulen aufrecht zu erhalten. Seit Oktober 2021 ist sie  nun bei Rock your Life e.V., dort unterstützt sie Schüler mit sozialen oder sonstigen Defiziten, die „jemanden an ihrer Seite“ benötigen, um eine positive Lebens-Perspektive zu bekommen. Auch ist sie Mitglied bei RLCC Refugee Law Clinic Cologne e.V. und weiter treue Schulbegleitung der Zirkuskinder, an dessen aktueller Regelschule in Köln, bevor die Familie wieder auf Tournee gehen.

Wolfram Seidel wurde geehrt für die Nachbarschaftshilfe während der Corona-Pandemie. Er brachte mehrfach wöchentlich alle Lebensmittel und lebensnotwendigen Dinge, damit ein älteres Ehepaar in der Nachbarschaft das Haus nicht verlassen musste. Diese Hilfen wurden erst nach der Boosterimpfung des Ehepaar im Herbst 2021 beendet. Eine Gegenleistung wurde nie erwartet. Der Verschlag zum Ehrenamtspreis wurde übrigens ohne sein Wissen von den Nachbarn gestellt mit folgenden Worte: „Diese Art von monatelanger verlässlicher ‚ehrenamtlicher‘ Nachbarschaftshilfe durch einen Familienvater mit dem wir weder verwandt noch verschwägert sind, empfinden wir als so außerordentlich, dass wir Herrn Wolfram Seidel für den Ehrenamtspreis vorschlagen.“

Die Mitglieder des Frauengeschichtsvereins tragen in ihrer Arbeit und ihrem unermüdlichen Engagement zur Aufdeckung, Entdeckung und Erzählung der Kölner Stadtgeschichte bei. Dabei kommt ihre Tätigkeit nicht nur der Bildung, Kultur und Wissenschaft zu Gute, sondern in Gänze der gesamten Stadtgesellschaft. Durch das Aufzeigen historischer Frauen ist ihre Arbeit für die Gleichstellung von Frauen von enormer Bedeutung. Die Damen setzen sich darüber hinaus aber auch ein für die Sichtbarkeit von Frauen in der heutigen Kölner Stadtgesellschaft und sind weibliche Vorbilder sowie starke Frauen, die einen enormen Beitrag zu Gleichstellung der Frauen leisten. Damit wurde der Frauengeschichtsverein eine Vorreiter für feministische Geschichte in der Vergangenheit und Gegenwart, die sie bis heute in Form von Stadtrundgängen, Gesprächen mit Schulklassen, Publikationen, Vorträgen und durch Vorschläge für Straßenbenennungen für die Sichtbarkeit von Frauen und zur Stärkung der Erinnerungskultur über Frauen beibehalten haben. Bis zu 200 Veranstaltungen jährlich machten sie bis zur Corona-Pandemie. Auch waren sie dafür verantwortlich, dass die Umbenennung des ehemaligen Gässchens „Unter Seidmacher“ in „Seidmacherinnengässchen“ vollzogen wurde. Auch die gegenwärtige Debatte des Genderns und der sprachlichen Sichtbarkeit der Geschlechter ist ihr Arbeitsfeld. Neben der sprachlichen Transparenz hat der Verein es auch erfolgreich geschafft, dass nunmehr 18 statt nur fünf Frauen als Ratsturmfiguren gezeigt werden.