Kontakt mit Raupe kann Gesundheitsschäden hervorrufen

Eichenprozessionsspinner
© Stadt Köln Eichenprozessionsspinner

Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen warnt Bürger*innen davor, sich länger im Bereich von Eichen aufzuhalten, die vom Eichenprozessionsspinner befallen sind. Der Kontakt mit den „Brennhaaren“ der Tiere kann bei Menschen zu starken Reizungen und allergischen Reaktionen von Haut und Atemwegen führen. Zu den Begleiterscheinungen zählen Schwindelgefühl, Fieber und Müdigkeit. Kontakt vermeiden und Abstand halten, ist somit der beste Selbstschutz, wobei zu beachten ist, dass sich die „Brennhaare“ auch durch Wind weiter verteilen können. Je nach Heftigkeit der allergischen Reaktion sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.  

Die in Gruppen auftretenden Raupen des Eichenprozessionsspinners sind im gesamten Stadtgebiet anzutreffen und befinden sich an vielen Exemplaren der heimischen Eichenarten wie Traubeneiche und Stieleiche. Befallen sind insbesondere Bäume, die der prallen Sonne ausgesetzt sind. Hierzu zählen vor allem freistehende Eichen oder solche, die am Waldrand stehen.  

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter mit einer Flügelspannweite um die 30 Millimeter. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners häuten sich bis zur Verpuppung sechsmal. Ab der dritten Häutung, je nach Witterung bereits Anfang Mai, bildet sie zusätzlich zu ihren langen sichtbaren Haaren etwa 600.000 nur bis 0,5 Millimeter lange „Brennhaare“, die das Eiweißgift Thaumetopein enthalten. Damit schützt sie sich vor Fressfeinden.  

Der Befall mit dem Eichenprozessionsspinner ist durch die Bildung von Gespinsten in der Krone oder an Astgabeln des Wirtsbaumes in späteren Häutungsstadien leicht zu erkennen. Auch die Anordnung der Tiere während ihrer „Prozession“ von den Gespinsten zu den Fraßstellen fällt sofort ins Auge. Die „Brennhaare“ befinden sich auch in den Gespinsten. Und sind deshalb auch noch nach dem Schlüpfen der Falter eine Gesundheitsgefahr. Die Nachtfalterart profitiert stark von der Klimaerwärmung und hat sich in den letzten Jahren im gesamten Bundesgebiet immer weiter ausgebreitet.  

Eine flächendeckende Bekämpfung seitens des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen ist nicht erforderlich und auch nicht möglich. In der Regel findet eine Bekämpfung aber im bebauten Bereich, in stark frequentierten Grünanlagen und vor allem im Bereich von öffentlichen Kinderspielplätzen statt. Hier lässt das Amt der Stadt Köln die Raupen durch Fachfirmen mit einem Spezialsauger beseitigen. Diese Methode ist zwar aufwendig, bietet aber den Vorteil, gegen Raupen in jedem Entwicklungsstadium wirksam zu sein. Tritt der Eichenprozessionsspinner auf Privatgrundstücken auf, ist der*die Eigentümer*in zur Beseitigung verpflichtet, wenn die Allgemeinheit gefährdet ist.  

Laien verwechseln den Eichenprozessionsspinner häufig mit der Gespinstmotte, die Gehölze völlig kahl frisst und sie komplett mit Netzen wie aus Gaze einspinnt. Diese Raupe ist für den Menschen völlig ungefährlich. Zu den sicheren Unterscheidungsmerkmalen zählt vor allem, dass die Gespinstmotte in der Regel nicht auf Eichen auftritt.  

Mit Fragen zum Thema Eichenprozessionsspinner können sich Bürger*innen an das städtische Bürgertelefon unter der Rufnummer 0221 / 221-0 wenden.

(Text: Stadt Köln – Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Jürgen Müllenberg)