Ein Konzept für den Grünen Daumen

Umweltbildungszentrum und Kreisverband der Kölner Gartenfreunde schließen Partnerschaft

Bienenweiden, Reisighaufen, Brennessel einfach mal stehen lassen, so könnte ein Vorschlag zum naturnahen Gärtnern lauten. Es gibt viele Möglichkeiten, seinen Garten auch für die Tierwelt attraktiv zu gestalten. Der „Golfrasen“ jedenfalls ist wenig ökologisch.

„Blühwiesen zum Beispiel sind ein essenzieller Bestandteil der ökologischen Gartenbewirtschaftung und bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten“, sagt Robert Schallehn, Leiter des Umweltbildungszentrums und Initiator des Konzepts „Grüner Daumen“. Dazu hat er den Kreisverband der Kölner Gartenfreunde als Partner ins Boot holen können, damit auch Kleingärtner für das Thema sensibilisiert werden.

Eigentlich sollten jetzt im Frühjahr die „Öko-Scouts“, die allesamt professionelle Biologen sind, in die Kleingärten ausschwärmen, um dort für das Konzept zu werben. Doch die Corona-Krise verschob den Zeitplan ein wenig nach hinten. Wie Michael Franssen vom Verband der Kölner Gartenfreunde sagt, soll das Ganze nun im Frühsommer zunächst mit einer Information für die Kleingärtner starten. „Noch wissen wir nicht, wie viele an diesem Thema Interesse haben“, so Franssen.

Dabei helfen schon Kleinigkeiten, Lebensräume für Insekten zu schaffen. Wer auf verschiedene Blüten setzt, schafft Nahrungsquellen für Wildbienen. Und auch der Rasen braucht nicht so häufig gemäht werden. „Weniger ist mehr“, meint Biologe Schallehn. Weniger Mähen fördere nämlich die Artenvielfalt. Zusätzlich sollten Gärtner auf einheimische Gehölze setzen und abgeschnittene Äste durchaus mal liegen lassen. „Viele Mikroorganismen wie Pilze verstoffwechseln das Totholz, und es ist ein optimaler Brutplatz für Insektenarten. Wer kein Totholz hat, kann auch die sogenannten Insektenhotels aufstellen.

Es gibt viele Arten, seinen Garten ein Stück weit naturnaher zu gestalten, ohne dass er direkt unordentlich aussieht. Damit sich jeder ein Bild von einer solchen Gartengestaltung machen kann, sollen Schaugärten angelegt werden. Die „Öko-Scouts“ werden dabei unterstützend zur Seite stehen.

(susa)