Der Kölner Bundestagsabgeordnete Heribert Hirte und Oliver Kehrl, Mitglied des Landtages, haben sich Ende Juni mit Bürgerinitiativen aus dem Kölner Süden über drängende Fragen zum Thema Infrastruktur ausgetauscht. Mit am Tisch saßen Monika Roß-Belkner als Mitglied des Verkehrsausschusses im Rat der Stadt Köln sowie der Verkehrsreferent der CDU-Ratsfraktion Ulf Kolberg. Deren Expertise war auch gefragt, ging es doch im Kern um die großen Verkehrsprojekte der nächsten Jahre: Die neue Rheinquerung, den Godorfer Hafen und die Nord-Süd-Stadtbahn.

Die Gestaltung der Verlängerung der Nord-Süd-Bahn über den Bonner Verteiler hinaus war ein besonderes Anliegen von Andreas Wulf, Vertreter der Anwohnerinitiative „Colonia ELF“. Er schlug vor, eine ebenerdige Bahntrasse anzulegen, die parallel zu den Hauptverkehrsströmen verläuft. Durch die Miteinbeziehung der Straße „Im Wasserwerkswäldchen“ könnte dann die bereits vorhandene Infrastruktur genutzt und der stark belastete Verteiler entzerrt werden. Außerdem würde Rondorf einen direkten Zugang zu den Autobahnen in alle Richtungen erhalten. „Der Vorschlag von Herrn Wulf ist interessant und wir wollen das in jedem Fall prüfen“, so Heribert Hirte. Die CDU-Politiker boten an, den Entwurf der Bürgerinitiative der Kölner Verkehrsdezernentin und dem Landesbetrieb Straßenbau NRW vorzulegen. Einen Gesprächstermin hierzu soll es im Herbst geben. Darüber hinaus wurde beschlossen, mit Straßen.NRW gleichzeitig auch über den geplanten Ausbau des Autobahnkreuzes Köln-Süd ins Gespräch zu kommen, um ein umfassendes Konzept für den Verteiler zu erarbeiten. Gemeinsam als Stadt Köln und Land NRW wolle man außerdem über die Digitalisierung der Ampelanlagen Verkehrsfluss und Umweltschutz verbessern.

Ein weiteres wichtiges Thema der Runde war die Straßenbahnanbindung in Meschenich. Ingo Brambach von der Initiative „Aktiv für Meschenich“ plädierte für eine Fortführung der Nord-Süd-Stadtbahn bis in den Süden des Ortsteils. Nur so sei gewährleistet, dass das gesamte Viertel von der Anbindung profitiere und auch die südlicheren Stadtteile durch eine Park & Ride-Anlage eingebunden würden. Dazu gab es positive Signale der politischen Vertreter. „Wir haben ein starkes Interesse daran, wachsende Gebiete wie Rondorf und Meschenich auch infrastrukturell noch attraktiver zu gestalten“, betonte Oliver Kehrl. „Dazu müssen wir jedoch auch neue Mobilitätsangebote einsetzen, z.B. flexible Kleinbusse oder Bike- und Carsharing.“

Jan Rolff von der Interessengemeinschaft Hahnwald e.V. brachte seine Bedenken zur Ansiedelung der Firma Theo Steil im Godorfer Hafen zum Ausdruck. Die Anwohner befürchten, dass der Lieferverkehr in Zukunft durch den Hahnwald fahren wird, um sich den Umweg über Industriestraße und Kiesgrubenweg zu sparen. Die CDU-Politiker machten deutlich, dass sie sich für die Interessen der Anlieger einsetzen werden. Hirte erklärte: „Wir sind uns der Problematik bewusst. Aber es gibt hier eine klare Regelung mit der Firma, an die sie auch gebunden ist.“

Das Projekt der neuen Rheinquerung im Gebiet zwischen Köln und Bonn stieß bei Bürgerinitiativen und politischen Vertretern grundsätzlich auf Zustimmung. Oliver Kehrl unterstrich, dass die rheinischen CDU-Abgeordneten im Landtag hierzu in ständigem Austausch mit dem Verkehrsministerium stehen. Abgeordnete und Ratsmitglieder sicherten zudem zu, sich zeitnah mit den Kölner Verkehrsbetrieben, der Deutschen Bahn und Vertretern des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg in Verbindung zu setzen, um schon in der frühen Planungsphase über das Potential der Rheinspange für den ÖPNV ins Gespräch zu kommen.