Elke Hecker erzählt … Außergewöhnliches aus dem Stadtgebiet:

Foto: copyright Elke Hecker „Barbara und Theo Heiermann, Krippe St. Remigius“

es ist wieder soweit … die Adventszeit ist da, in der es ein althergebrachter Brauch ist „Krippche ze luure“. Traditionell werden die Weihnachtskrippen erst am 24. Dezember aufgestellt, am Vorabend von Christi Geburt. Mancherorts werden jedoch „Stationskrippen“ aufgebaut, die vom 1. Advent bis zum Ende der Weihnachtszeit am 2. Februar (Mariä Lichtmess) in wöchentlich wechselnden Szenen die Kindheitsgeschichte Jesus’ nach den Evangelien von Lukas und Matthäus darstellen. 

Eine solch wunderbare Krippe finden wir in der Kirche St. Remigius im Sürth. Angefertigt vom Künstlerehepaar Barbara und Theo Heiermann ist dieser besondere „Krippenberg“ 1981 entstanden, dessen beeindruckende (Hintergrund-)Kulisse die Krippenfiguren – entgegen herkömmlicher Krippendarstellungen – auf ganz besondere Weise einrahmt. Der 1996 verstorbene Bildhauer Theo

Foto copyright Elke Hecker „Barbara und Theo Heiermann, Krippe St. Remigius“

Heiermann schnitzte die zahlreichen Figuren aus Balsaholz, seine Frau Barbara hat sie dann bemalt und detailreich eingekleidet – mit aufwändigen Kleidungsstücken, Wollpullovern und Schals. Die Heiligen Drei Könige tragen prächtige Gewänder, deren antike Stoffe liebevoll aus orientalischen Ländern zusammen getragen worden.

Insgesamt eine ganz besondere Krippe mit Lokalkolorit, denn neben den biblischen Krippenfiguren finden sich auch Menschen, die im „Viertel“ leben bzw. gelebt haben, wie z. B.  zahlreiche Enkel der Familie Heiermann, die Erbauer der Krippe selbst, Barbara und Theo Heiermann sowie deren Künstlerkollege und Baumeister der aufwändigen Krippenkulisse, der renommierte Bildhauer Elmar Hillebrand. In der Adventszeit finden wir vorwiegend Figuren in Alltagssituationen, denen sich mit zunehmender Zeit in den wechselnden Szenen bis in den Januar hinein immer mehr biblische Figuren aus der Weihnachtsgeschichte hinzugesellen, so dass sich auch bei mehrfachen Besuchen ein immer wieder neues Krippenbild zeigt. Die Vielfalt der zahlreichen Figuren lädt den Besucher zum Verweilen ein, denn beim genaueren Hinschauen gibt es einiges zu entdecken, was sich einem auf Anhieb nicht immer sofort erschließt.

Eine Krippenführung bietet dem Besucher zudem die schöne Gelegenheit, den Kirchenraum von St. Remigius einmal näher zu erkunden. 1830 eingeweiht, vereint die Kirche seitdem unterschiedliche Baustile und Ausstattungsmerkmale verschiedener Epochen miteinander, die der Kirche ihr einzigartiges Gesicht geben. 

Foto copyright Elke Hecker „Krippe St. Remigius“

Bei einem Besuch in Sankt Remigius gefiel dem seinerzeitigen Dompfarrer (Friedhelm Hofmann) die Krippe übrigens so gut, dass das Ehepaar Heiermann beauftragt wurde, eine zweite für den Kölner Dom zu schaffen, die dort – eine Nummer größer – seit 1992 zu bewundern ist. Das Original jedoch steht in Sürth, vielleicht von den Heiermanns angefertigt aus Stadtteil-Liebe. Aus dem gleichen Grund an dieser Stelle hier mein Bericht für Euch :-). 

Weitere Informationen hier bei unserer Ansprechpartnerin Elke Hecker