Wer sind Sie? Erzählen Sie uns bitte etwas über sich. 

Vermutlich trifft es der Begriff „vollintegrierte Rheinland-Eiflerin“ am besten, wenn ich etwas über meine Herkunft sagen soll. Ein Großvater ein „echt Kölsche Jung“, eine Großmutter aus Düsseldorf, ich bin in der Nordeifel geboren und aufgewachsen  und nach dem Abitur sofort nach Köln gezogen. Zuerst zum Studium und nach einem vierjährigen Ausflug an den Niederrhein kam ich  der Liebe wegen – zur Stadt im Allgemeinen und einem ganz speziellen Mann – zurück nach Köln. Seit 1994 lebe ich nun ununterbrochen wieder hier, seit 20 Jahren im Kölner Süden.

 

Was verbindet Sie mit dem Kölner Süden?

Durch meine Arbeit als Autorin bin ich nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Das macht mich frei, auch in der Wahl meiner Arbeitsstätte. Deswegen genieße ich die Möglichkeiten, mich in die Natur am Rheinbogen zurückziehen zu können und dort zu arbeiten. Die besten Ideen zu meinen Kriminalromanen kommen mir, wenn ich mit dem Rad am Rheinufer unterwegs bin.

Durch meinen Mann, der in Rodenkirchen aufgewachsen ist, haben wir natürlich auch starke Familiäre Bindungen hier. Darüber hinaus ist der Firmensitz der Carl Pistor GmbH, der Firma meines Mannes, ebenfalls seit vielen Jahren hier im Kölner Süden.

Wo ist Ihr Lieblingsveedel und warum?

Mein Lieblingsveedel im Kölner Süden ist ganz klar Sürth. Hier lebe ich mit meiner Familie, habe tolle Nachbarn und einen wunderbaren Freundeskreis. Sürth hat sich in den letzten 20 Jahren sehr zum Positiven entwickelt. Neben einem sehr gut geführten Supermarkt gibt es immer mehr kleine Geschäfte, deren Geschäftsleute sich sehr engagieren. Besonders gefällt mir als Autorin natürlich die inhabergeführte Buchhandlung in der Falderstrasse.

Was können Sie zur Vergangenheit im Kölner Süden sagen?

Ich bin Immi – also nichts 🙂  

Sind Sie ein Karnevalsfreund, mögen Sie die fünfte Jahreszeit und verkleiden Sie sich? Wenn ja als was…

Oh ja – ein Karnevalsjeck bin ich schon immer gewesen. Bis vor ein paar Jahren war ich sehr aktiv bei den Ahl Säu. Auch wenn ich heute aus Zeitgründen nicht mehr bei den Vorbereitungen mitmache, habe ich immer noch Spaß an den phantasievollen Kostümen. Ich liebe vor allem Mut zur Hässlichkeit bei den Verkleidungen. In diesem Jahr bin ich als Gemälde von René Magritte und mit einer Gruppe von vier Freundinnen als Jakob-Sisters gegangen.

Sind Sie in einem Verein oder engagieren Sie sich ehrenamtlich? 

Ich engagiere mich ehrenamtlich für den Katzenschutzbund Köln, in dem ich in unregelmäßigen Abständen Benefizlesungen für den Verein veranstalte. Darüber hinaus fließt ein Teil der jährlichen Einnahmen aus meinem Buch „111 Katzen, die man kennen muss“ als Spende an den Verein.

Wo finden Sie es richtig schön im Kölner Süden? Wo halten Sie sich gerne auf?

Als Landkind mag ich es eher mal etwas einsam, grün und ruhig. Deswegen mag ich den Rheinbogen sehr – zu Zeiten, wo wenig los ist. Und als Kontrastprogramm gerne den Markt in Rodenkirchen – zu Zeiten, wo es richtig rummelig ist.

Was gefällt Ihnen im Kölner Süden überhaupt nicht? Was nervt? Wo sind für Sie Schandflecke?

Ich gehe lieber mit positiven Augen durch die Welt und versuche, das Schöne zu sehen, statt Fehler und Negatives. Was mich nervt, sind eher Dinge der Gesamtstadtplanung, die mir zunehmend hilflos, planlos und unkoordiniert erscheint.

Wo ist Ihr Lieblingslokal und warum?

Mit Kochen entspanne ich mich nach anstrengenden Schreibtagen. Deswegen gehen wir nicht so viel aus – ein Lieblingslokal kann ich also nicht benennen. Aber ich mag Cafés – vor allem natürlich um Leute zu beobachten und Inspirationen zu sammeln. Also Vorsicht – wenn Sie mich hinter einem Milchkaffee sitzen sehen, seien Sie nett zu mir. Sonst landen Sie vielleicht im nächsten Kriminalroman …

Was fehlt Ihnen im Kölner Süden?

Ein gutes Freibad. Das würde im Sommer auch vielen älteren Kindern und Jugendlichen im wahrsten Sinne des Wortes eine sinnvolle Spielwiese geben. 

Und was finden Sie ist einzigartig hier?

In Sürth ist es die gelungene Mischung aus unprätentiösem Dorf- und kulturellem Stadtleben und die Nähe zum Rhein. 

Über wen, würden Sie gerne etwas aus dem Kölner Süden erfahren? 

Hier im Süden gibt es viele Menschen, die sich engagieren, ohne dafür direkt im Rampenlicht zu stehen. Stille Helden, abseits der Politik-und Kulturbühnen. Über die lohnt es sich immer zu schreiben.

 

Und was sind Ihre Zukunftsgedanken an Ihr Stadtgebiet?

Gerade Sürth und das Sürther Feld entwickelt sich gerade rasend schnell, viel freie Fläche wird verbaut. Das ist zum Einen sehr gut, weil Wohnraum gebraucht wird, birgt aber zum Anderen auch die Gefahr, dass die „Seele eines Ortes“ nicht schnell genug hinterher kommt. Damit meine ich jetzt weniger die Infrastruktur, an der es auch an etlichen Stellen noch stark hapert, sondern eher das Gemeinschaftsgefühl der Menschen, die nachbarliche Solidarität. So etwas muss wachsen und braucht Zeit. Mein Zukunftswunsch für den Kölner Süden ist , dass uns das allen gemeinsam gelingt.

Weitere Informationen www.elkepistor.de