Eine der ältesten Kölner Demenz-WGs am Mathiaskirchplatz 17a im südlichen Stadtteil Bayenthal wird zehn Jahre alt. Im Jahre 2010 stellte die Antoniter Siedlungsgesellschaft mbH (ASG) im Evangelischen Kirchenverband Köln und Region das knapp 320 Quadratmeter große Wohnhaus mit acht Bewohnerzimmern, einem Gemeinschaftsraum inklusive Küche, Gemeinschaftsbadezimmern, großer Terrasse mit Garten sowie Einzelterrassen an jedem Bewohnerzimmer fertig. Das Gebäude ist eingebettet in einen Wohnkomplex mit Seniorenwohnungen und einem Kindergarten, den die Wohnungsbaugesellschaft von der Evangelischen Kirchengemeinde Köln- Bayenthal erworben hatte.
Die ASG verfügt über 1.700 Wohnungen in Köln und Umgebung, über 700 davon sind ausgewiesene Seniorenwohnungen. Die Demenz-WG am Mathiaskirchplatz war die erste von derzeit vier ambulant betreuten WGs für demenziell Erkrankte, die die ASG als Bauherr errichtet hat und bei denen sie als Vermieter fungiert.
Die Wohnkonzepte Schneider gGmbH begleitet die Angehörigen, die als Gesellschaft bürgerlichen Rechts gemeinschaftlich einen Mietvertrag mit der ASG abschließen, fachkundig als Beistand. Sie übernimmt in deren Auftrag verwaltende und beratende Tätigkeiten und unterstützt bei allen Vertragsabschlüssen, Verhandlungen und Entscheidungen. Die Wohngemeinschaften beauftragten einen ambulanten Pflegedienst, auf den sie sich im Vorfeld gemeinschaftlich verständigt hatten. Vertragspartner sind die individuellen Wohngemeinschaften. Zusammen mit der Diakonie gGmbH Köln und Region bewährt sich seit zehn Jahren eine „Rund um die Uhr – Betreuung“.
Die Angehörigen der Bewohnerinnen und Bewohner sind begeistert von dem Konzept. Der Umgang des Pflegepersonals mit den alten Menschen sei voller Liebe, Wohlwollen und Engagement, so die Tochter eines WG-Mitglieds. Die Lebensqualität der Demenzkranken habe zugenommen, seit sie in der WG leben. Der Betreuungsschlüssel sei optimal und man merke, dass die Menschen gerne dort arbeiten. Auch die Angehörigen bringen viel eigenes Engagement mit. Alle sechs Wochen treffen sie sich zu WG-Besprechungen, bei denen es – mit Beratung und Begleitung des Beistands – unter anderem um Finanzen, Neuanschaffungen, Feste, neue Bewohnerinnen oder Bewohner, aber auch um ihre eigenen jeweiligen Befindlichkeiten geht. „Wir machen das hier in Eigenverantwortung, aber mit einem guten Gemeinschaftssinn“, so ein Angehöriger. Das Gemeinschaftsgefühl spüren auch die Bewohnerinnen und Bewohner, die den Vorteil genießen, dass in einer überschaubaren Gruppe Tagesabläufe ihren individuellen Erfordernissen angepasst werden können.
(Text: Andy Christian Ebels/Stv. Leiter Amt für Presse und Kommunikation)