Ob ich als Nicht-Rodenkirchnerin auch hier etwas schreibe darf, weiß ich gar nicht. Ich mache es einfach mal. Im Rahmen des Ehrenamtprojektes, welches sich an belastete Kölner Familien wendet, und auch aus Rodenkirchen stark angefragt wird, bitte ich um Veröffentlichung.

Selber lebe ich nicht in Rodenkirchen. Von Berufswegen habe ich aber oft mit Rodenkirchner*innen zu tun. Ich vermittle Familienpaten in belastete Familien und in solche, in denen einfach eine Oma und ein Opa fehlen. Gemeinsam haben diese Menschen, die zu mir finden, dass sie bewusst und gerne in Rodenkirchen leben. Neben der Liebe zum Stadtteil habe sie auch noch gemeinsam, dass sie alle ein oder mehrere Kinder haben. Und eine letzte hier genannte Gemeinsamkeit ist die, dass sich all diese Familien Unterstützung und eine weitere verlässliche Bezugsperson für sich und ihre Kinder wünschen. Es geht um Betreuung und Beziehung zum Kind aber auch zur Familie. Eine vertrauenswürdige Bindung kann bei Kindern nur gelingen, wenn sich auch die Erwachsenen mögen und einander vertrauen und respektieren. Diese Bezugspersonen die hier vermisst werden, sollten im besten Falle ebenso aus Rodenkirchen und unmittelbarer Umgebung stammen. Alleinerziehende Elternteile suchen genauso wie Elternpaare nach einer Ersatzoma und einem Ersatzopa oder nach einer Patin, einem Paten, die sich/der sich gerne einmal oder auf Wunsch auch mehrmals in der Woche um das Kind kümmert oder einfach mit zuhause in der Familie ist. Gemeinsam kochen, auf den St. Martinsumzug gehen, mal dem Elternteil den Rücken frei zu halten, um mal wieder etwas anderes als Windeln und Babyflaschen zu sehen. Sie können auch eigenen Interessen miteinbringen. Wenn Sie zum Beispiel kulturell interessiert sind, freut sich ein Kind sicher über den Besuch im Museum oder über ein Kinderkonzert in der Kölner Philharmonie. Und die Kosten dazu erstattet mein Träger. Dieses Angebot soll kostenfrei für alle Beteiligten bleiben. Viele Anfragen von tollen Eltern und Elternteilen erreichen mich aus Rodenkirchen, mit der Bitte, bei der Suche nach einem netten und zuverlässigen Menschen aus ihrem Veedel zu helfen, der einfach Lust und Zeit hat, die Familie durch Betreuung des Kindes zu unterstützen und anders als ein Babysitter langfristig mit zum Familiensystem gehört und als Bezugsperson für das Kind da sein will.

Für die Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf! So lautet eine afrikanische Weisheit. Vielleicht reicht hier schon ein Stadtteil.

Ihre Maren Wolke

Mail: maren.wolke@skf-koeln.de