Film Hobby, Anspruch Profi

Club Kölner Filmer über 90 Jahre alt

Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Etwa 30 Hobbyfilmer haben sich im Club Kölner Filmer zusammen getan, um gemeinsam ihrem Hobby nachzugehen. Dabei steht für alle fest: Der Anspruch ist semiprofessionell, wenn schon filmen, dann auch perfekt. Der Vorsitzende Antoni Skonierwski hat, wie viele andere auch, eine komplette Profiausrüstung zu Hause, auch das Drumherum wie Licht, Ton oder Schnittplatz erfüllt diese Ansprüche. Ehemals in der IT bei einer großen Krankenkasse tätig, geht heute ein Großteil seiner Zeit für die Filmerei drauf. “Im Ruhestand ist das eine tolle Beschäftigung, Langeweile kommt bei mir nicht auf.”

Vom Spielfilm zur Dokumentation

Früher haben die Kölner Hobbyfilmer sogar kleine Spielfilme gedreht, was einen großen  Aufwand nach sich zog, da neben der ganzen Filmerei noch schauspielerische Fähigkeiten gefragt waren. “Im fortgeschrittenen Alter wurde das etwas viel, heute konzentrieren wir uns auf Dokumentationen.” Und die haben es in sich. Das letzte Werk, die Dokumentation “Wussten Sie das über Zollstock“, wurde mit überwältigender Resonanz im Pfarrsaal von St. Pius vorgeführt. In 45 Minuten erfährt man hier viele interessante Dinge über den Stadtteil, kurzweilig zusammengeschnitten und mit vielen interessanten Hintergründen. “Wir hätten den Saal zweimal vollbekommen”, freut sich Antoni Skonierwski über das große Interesse.

Gerade sitzen die Filmer am Zusammenschnitt einer Dokumentation über die 111-Jahre- Jubiläumsfeiern des Zollstocker Bürgervereins. “Das wird wieder eine abwechslungsreiche Geschichte, auch bekannte Persönlichkeiten kommen hier vor.” Das ist nichts Neues für die Filmer, in der Vergangenheit hat man schon mit Autor Frank Schätzing oder Kabarettist Jürgen Becker gedreht. Auch sind ständig neue Projekte in Planung. “Ich kann mir vorstellen, mal etwas über die alten Römergräber in Köln zu machen.”

Reges Vereinsleben aber der Nachwuchs fehlt

Das Vereinsleben wird regelmäßig gepflegt. Bei den Clubabenden werden Filme gezeigt, Tipps ausgetauscht, oft stehen die Abende im Bürgerhaus Zollstock unter einem bestimmten Motto. Mal gibt es Naturfilme, einen Workshop oder jeder bringt seine Schätzchen mit ins Bürgerhaus. Gerne ist man auch bei Wettbewerben dabei, wie in Kürze beim Landesfilmfestival der Region Rheinland in Düsseldorf, dem Dachverband der regionalen Filmclubs.

Ein Problem plagt den Club Kölner Filmer allerdings wie alle Vereine: Wo kommt der Nachwuchs her? “Ich bin mit 70 Jahren das jüngste Mitglied, es geht rauf bis weit über 80”, so Antoni Skonierwski. Anfang der 80er Jahre hatte man noch 130 Mitglieder, heute sind es 30 Aktive.  Die Jugend sei schwer zu gewinnen für ein so arbeitsintensives Hobby. “Entweder es packt dich, oder du lässt es”, ist die Erfahrung des Vorsitzenden.

 

Wer mitmachen will, ist bei den Clubabenden herzlich willkommen. Es wartet auch ein jährlicher Ausflug auf die Mitglieder, natürlich darf dort auch gefilmt werden. Wer Interesse hat, findet weitere Infos und die Kontaktdaten unter https://www.koelner-filmer.de im Internet. (kgs)