Dieter Maretzky der www.buergervereinigung-Rodenkirchen.de informiert

Führung durch die Domgrabung

Die Bürgervereinigung Rodenkirchen hatte eine 1,5 stündige Führung durch die Ausgrabungen unter dem Kölner Dom gebucht und Herr Ulrich Karas, Archäologe am Römisch-Germanischen Museum führte uns zur vollsten Zufriedenheit sehr kenntnisreich und kurzweilig durch die Ausgrabung. Die Gruppe erfuhr viel über die lange Geschichte des Domes und natürlich begann alles mit St. Maternus, denn 313 n. Chr. wird mit dem hl. Maternus erstmals ein Kölner Bischof erwähnt. Da stand hier noch keine Kirche, sondern Maternus rief wahrscheinlich die gläubigen Christen in einem römischen Haus zum Gebet zusammen. Solche Gebäude zeigen ihre Spuren mit den Resten der römischen Heizungen, leider gibt es bislang aber für das priesterliche Wirken von Maternus an dieser Stelle keinen Beleg.

Der Untergrund des Domes wird seit 1946 archäologisch erforscht. Neben den Fundamenten der heutigen Kathedrale ist der sog. Alte Dom aus der Zeit Karls des Großen in Teilen erhalten. Grabfunde sowie das Baptisterium weisen auf eine der frühesten christlichen Gemeinden im Norden des römischen Reiches hin.

Zur Geschichte des Domes

Um 800 wurde der Alte Dom gebaut und wurde bis zum Bau der Kathedrale genutzt. Es war eine gewaltige karolingische Kirche, der sogenannte Alte Dom. 873 geweiht. Die zunächst dreischiffige Kirche im 10. oder 11. Jahrhundert wurde um zwei Seitenschiffe erweitert. 1164 kamen die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln! In Mailand waren sie fast unbekannt, aber der Erzbischof in Köln Machte in kurzer Zeit weiten Teilen der Christenheit die Gebeine bekannt. 1248 – eine einfach zu merkende Zahl! War die Grundsteinlegung zum gotischen Dom. 1265 war der Chorumgang mit den Chorkapellen vollendet. 1322 wurde der neue Domchor geweiht. Nach 1520 kamen gotische Kirchen aus der Mode, die Reformation kam dazu und so wurden die Bauarbeiten eingestellt.

1794 wurde das Rheinland durch französische Revolutionstruppen besetzt und der Dom diente unter anderem als Pferdestall, Magazin und Kriegsgefangenenlager. 1842 fand die Grundsteinlegung zur Domvollendung statt. In dieser Zeit wurde die mittelalterliche Kunst und Architektur wiederentdeckt. 1842 legte König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen den Grundstein zur Vollendung des Domes. Ihm galt der Bau in erster Linie als deutsches Nationaldenkmal, dessen Vollendung allen Deutschen, unabhängig von ihrer Konfession und ihrer Landeszugehörigkeit, ein Anliegen sein sollte. 1880 war der Dom endlich vollendet.

Der Dom war mit den beiden über 157 Meter hohen Türmen das höchste Bauwerk der Welt – dies, obwohl man sich bei deren Errichtung sehr genau an den mittelalterlichen Fassadenplan gehalten hatte, der bereits 600 Jahre zuvor, um 1280/90, entstanden war.

Hier kann viel nachlesen und Einzelheiten erfahren:

https://www.koelner-dom.de/rundgang/domgrabung0/

https://www.koelner-dom.de/institutionen/domgrabung/