Gerda Laufenberg

Foto:Uli Fackert

Stadtteil—LIEBE ??? Sagen wir mal so….

Mit meiner „Liebe“ zu meinem Stadtteil geht es mir wie dem damaligen Bundespräsidenten Heinemann mit seiner Liebe zu Deutschland. Er sagte auf die entsprechende Frage: Ich liebe meine Frau … und das könnte ich jetzt glatt wiederholen. Rodenkirchen ist gewiss liebenswert, manchmal und an manchen Stellen. Oft genug ist es schrecklich, verliert an Charakter bei jeder neuen Baustelle und scheint davon auszugehen, dass das schöne Rheinufer, die alten Villen und der Strand  alles wettmachen was sich an Hässlichkeiten weiter oben ausbreitet. Quadratisch, praktisch, groß und  gewinnträchtig. Diese Blocks, die da hochgezogen werden und Hunderte von neuen Rodenkirchenern über alte, enge Zufahrtsstraßen anlocken, könnten überall stehen. Rodenkirchen wird global… Rührend ist, dass die Ureinwohner – zu denen ich mich nach 30 Jahren jetzt auch zähle  – immer noch vom Dorf sprechen. Mer jon jetz in et Dorf… sagt sogar meine Nachbarin, die eigentlich hochdeutsch spricht und aus Münster kommt. Und dann zieht sie schön feingemacht zum Markt auf dem Maternusplatz und trifft dort lauter Dorfbewohner, die in Bungalows oder Hochhäusern wohnen. Und anschließend bei Petra im Bistro Verde sieht man eh nur den anheimelnden Hinterhof. War wohl mal eine Alte Schmiede. Die kennt keiner mehr aber ich glaube daran.
Das ist schräg, aber so tickt Rodenkirchen.