Gesamtschule Rondorf für den neuen Rat weiter umstritten

Die Bürgerinitiative“ Eine Gesamtschule für Rondorf“ lud am vergangenen Mittwoch zu einer öffentlichen Befragung der Ratskandidaten des Wahlkreises 10 (Rondorf, Godorf, Meschenich, Immendorf) zum Bau einer Gesamtschule, statt des vom Rat beschlossenen Gymnasiums.
Die Veranstaltung war so gut besucht, dass einige Interessenten wegen des begrenzten Platzangebotes abgewiesen werden mussten. Dirk Müller vom Deutschlandfunk moderierte. Erschienen waren die Ratskandidaten von SPD, FDP und Linken. Die Ratskandidatin der Grünen- Frau Castor-Cursiefen – wurde von Herrn Manfred Giesen vertreten. Frau Ross-Belkner von der CDU hatte wegen Terminproblemen absagen müssen.
Wohl zur Überraschung vieler, schlossen sich alle anwesenden Ratskandidaten der Auffassung des Stadtbezirks und der Experten für den Bau einer Gesamtschule an. Diese klaren Statements gaben dem Moderator die Möglichkeit, die Vertreter von Grünen und FDP auf den Widerspruch zwischen dem Votum ihrer Ratsfraktion für den Bau eines Gymnasiums und ihrer nunmehrigen Stellungnahme gegen den Bau hinzuweisen.
Karl Wolters von der FDP, der erklärte, selbst ein Kind an der Gesamtschule Rodenkirchen zuhaben, wollte dazu auf seine Fraktion einwirken.
Manfred Giesen versprach eine erneute Befassung in der Ratsfraktion der Grünen, zumal auch deren derzeitiger schulpolitische Sprecher – wohl auch wegen seines Eintretens für ein Gymnasiums – nicht mehr für den Rat aufgestellt wurde. Er machte aber auch deutlich, dass bei einer Fortführung des derzeitigen Bündnisses mit der CDU, eine Änderung der Beschlusslage wohl eher nicht zu erwarten sei. Deutlich für eine Gesamtschule in Rondorf und eine Neubefassung des Rats plädierten dagegen Gernot Schubert von der Linken und Mike Homann von der SPD. Der scheidende Bezirksbürgermeister von Rodenkirchen verwies auf seinen langjährigen Einsatz für eine Gesamtschule Rondorf. Für die Linken, so Gernot Schubert, sei die Förderung von Gesamtschulen ohnehin alternativlos.
Für Horst Schneider, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative, war das eindeutigen Ergebnis des Abend Bestätigung und Ansporn. „Letztlich ist die CDU im Kölner Süden mit ihrem Votum für eine Gymnasium völlig isoliert. Ein weiteres Festhalten an dieser Fehlentscheidung, findet weder Zuspruch noch entlastet es die derzeitige und zukünftige Schulsituation im Stadtbezirk nachhaltig. Hier ist ein Umdenken in der CDU gefordert.“ Sicher werden die inzwischen von der Initiative gesammelten ca. 1400 Unterschriften für eine Gesamtschule den politischen Druck weiter erhöhen. Horst Schneider versprach, die Bürgerinitiative werde in der Sache auch nach den Wahlen weiter aktiv bleiben.

(Text: Horst Schneider, Vorstand, Bürgerinitiative Gesamtschule Rondorf)