Mit dem Herzen unterwegs

Helmut Brügelmann im Unruhestand

Das Unternehmen ist in trockenen Tüchern, Helmut Brügelmann agiert, wenn überhaupt, nur noch im Hintergrund und überlässt seiner Tochter die Geschäftsführung. Doch was nun? Kreuzworträtsel lösen und die Zeit in Rentnerzirkeln totschlagen? Weit gefehlt. Helmut Brügelmann ist mit dem Herzen unterwegs und unterstützt aktiv verschiedene Charity-Projekte.

Wie kommt man dazu? Ein entscheidendes Erlebnis war die Begegnung mit Schwester Helene, der Gründerin des Vereins der Weihnachtsfeier für Obdachlose. „Sie kaufte in unserer Firma Pullover für Obdachlose. Ich sprach sie darauf an, wo ich denn persönlich etwas Gutes tun könnte. Sie sagte nur: Ziehen Sie die Jeans an und kommen einfach mit.“ Gesagt, getan – später übernahm Helmut Brügelmann den Verein mit dem Versprechen, alles im Sinne von Schwester Helene weiterzuführen. Doch auch über das Jahr verteilt engagiert sich Helmut Brügelmann für die Obdachlosen.

Lebensmittel und Essen für Obdachlose

Da ist einmal Juttas Suppenküche. Da steht Helmut Brügelmann alle zwei Wochen Freitags ab 15 Uhr regelmäßig an der Suppenausgabe und wirbt für die Spendendose. Ursprünglich stand die Suppenküche an der Kreuzblume, wegen einer Baustelle ist man für einige Zeit hinter das römisch-germanische Museum gezogen. „Da fehlt uns das Laufpuplikum, was wir in der aufgestellten Spendenbüchse deutlich merken.“ Hier werden neben der Suppe noch Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben, die Bedürftigkeit muss dabei nachgewiesen werden. Nur etwas zu essen, dafür ganze Menüs, gibt es bei der Obdachlosenhilfe mit Herz am Breslauer Platz. Auch hier unterstützt Helmut Brügelmann aktiv die Essensausgabe. „Ich habe Hochachtung vor Katharina Henke, die dort wirklich so Tolles leistet, dass ich sie für den Ehrenamtspreis vorschlagen möchte.“

Alles anders durch Corona

Corona hat auch die Hilfen für Obdachlose lahmgelegt. Einige Wochen ging nichts, jetzt starten die Essensausgaben wieder unter Beachtung aller Hygienevorschriften, was regelmäßig von der Stadt kontrolliert wird. „Alle tragen eine Maske, die Abstände werden eingehalten und die Obdachlosen bekommen Desinfektionsmittel an die Hand.“

Auch sein Herzensprojekt, die Weihnachtsfeier für Obdachlose im Alten Wartesaal, muss unter Corona leiden. „In diesem Jahr hat der Wartesaal leider abgesagt. Wir versuchen, trotzdem noch etwas in abgespeckter Form hinzubekommen.“ Helmut Brügelmann engagiert sich hier besonders, weil er weiß, wie wichtig den Obdachlosen diese Feier ist.

Roter Funk aus Überzeugung

Schließlich ist da noch der Karneval. Als gebürtiger Rodenkirchener, der lange in dem Stadtteil gelebt hat, ist er durch viele Bekannte zu den Roten Funken gekommen. „Ich bin roter Funk aus Überzeugung. Leider bin ich erst viel zu spät mit 40 Jahren Funk geworden.“ Dort engagiert sich Helmut Brügelmann besonders im Förderverein zum Wideraufbau der Ülepooz. Und schon schaut Helmut Brügelmann mit einem Lachen auf die Uhr: „Jetzt muss ich los, meinen Unruhestand weiter leben.“ (kgs)