Virtueller Rundgang durch 23 Kölner Hochbunker

Das Kölner Institut für Festungsarchitektur, CRIFA, lud am gestrigen Tag des offenen Denkmals zum virtuellen Rundgang durch 23 Kölner Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg ein. „Die Relikte, viele davon unter Denkmalschutz, stehen für das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte und sind vielen Menschen nicht im Bewusstsein.“, so Robert Schwienbacher, Projektleiter und Kurator der digitalen Ausstellung.

Über 1.500 virtuelle Bunker-Führungen am Denkmaltag

Die Dokumentation der unbequemen Betonarchitektur sahen über 1.500 Menschen an ihren heimischen Bildschirmen sowie unterwegs mit Smartphones oder Tablets. Das umfangreiche Museumsangebot des CRIFA war verlinkt im digitalen Auftritt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Mit 23 Objekten sorgten die Kölner Denkmalengagierten für einen Spitzenplatz im Gesamtprogramm in Punkto Angebot an möglichen Führungen pro Veranstalter. Auch fand das Projekt mit der Einbettung von Zeitzeugen bei Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker besondere Anerkennung in einer eigens verfassten Videobotschaft. Sie dankte den Organisatoren des CRIFA für ihr ehrenamtliches Engagement gegen das Vergessen.

Ausblick in die Welt unter Köln
Für die Denkmalveranstaltung im nächsten Jahr sollen dann weitere, neue Inhalte und Präsentationsformen in die Arbeit einfließen. Dann könnten bspw. Tiefbunker und Luftschutzkeller als Denkmalorte aus der „Welt unter Köln“ in den Fokus rücken. Bis es so weit ist, steht allen Besucherinnen und Besucher, Zeitgeschichtsinteressierten weltweit die Ausstellung mit 23 Bunker-Einzeldarstellungen zur Verfügung.

Weitere Zeitzeugen und Personen mit Bunkerbezug gesucht
Das CRIFA will weiter Informationen über Bunker, Luftschutzkeller und Erlebnisse aus dem Krieg für die Nachwelt zusammentragen und in zeitgemäßen Formaten präsentieren. Dafür sucht es Zeitzeugen und Menschen, die einen (direkten) Bezug zum Thema haben. Ebenfalls sind die Forscher an Dokumenten, Fotos, Filmen und Gegenständen für ihre Arbeit interessiert. Hier können sich Personen, die Informationen liefern können, gerne melden.
Kölner Institut für Festungsarchitektur, CRIFA
Das Kölner Institut für Festungsarchitektur, CRIFA, erforscht als in Köln älteste auf Festungsforschung fokussierte Organisation die Geschichte der Festungsanlagen des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Mit seinen Trägervereinen Kölner Festungsmuseum e.V. und DOKK e.V. betreibt es ehrenamtlich mehrere Museen, darunter das Kölner Festungsmuseum und Kölns einzigen Museums-Atombunker.
Als Initiator des europäischen Denkmaltags „Tag der Forts“ erlangten die Vereine Beachtung auch in der Fachwelt über die Grenzen Kölns und Deutschlands hinaus.
In Köln zählt das für Bürger kostenfreie museale Angebot seit Jahren zum festen Kulturkanon der Stadt Köln. Wehr- und Schutzbauarchitektur aus drei Epochen sind touristische Anziehungspunkte.
Das Gesamt-Engagement bündelt das CRIFA und die verschiedenen Schwestervereine unter der Dachmarke „Welt unter Köln“ (https://welt.unter.koeln)

Video-Link: https://hochbunker.koeln

(Text:Georg Ruppert/Cologne Research – Institute of Fortification Architecture, CRIFA
Kölner Festungsmuseum e.V.
Dokumentationsstätte Kalter Krieg e.V.)