Am vergangenen Samstag fanden sich mehrere hundert Besucher am Kölner Atombunker ein. Der Grund: Die lange Nacht der Museen lud wieder zum nächtlichen Museumsbesuch in ganz Köln ein. Und da durfte die ehemalige „Mehrzweckanlage“, die neben dem Straßenbahnbetrieb auch ABCSchutzräume für knapp 2.500 Schutzsuchende bieten sollte und seit ein paar Jahren eines der ungewöhnlichsten Museen im Land Nordrhein‐Westfalen ist, nicht fehlen.

Platzreservierung erinnert an knappe Kapazitäten im Ernstfall

Wegen des befürchtet großen Andrangs mussten sich die Besucher im Vorfeld bei der Dokumentationsstätte Kalter Krieg für eine Führung registrieren. Die Museumsgäste sollten so eine stressfreie Besichtigungsmöglichkeit erhalten. Dass nicht jeder, der die Anlage in Augenschein nehmen wollte, dann auch in das unterirdische Bauwerk hinein durfte, mag an die knappen Schutzressourcen im Falle eines Atomkrieges erinnern. Ähnlich wie schon im zweiten Weltkrieg, als Bunkerplatzberechtigungskarten
den Eintritt sicherten, wären in der Kalker ABC‐Schutzanlage die Tore bei Erreichen der Kapazitätsgrenze im „Spannungsfall“ geschlossen worden.

Atombunker‐Museum in Kürze wieder für Publikum geöffnet

Auch wenn sich zahlreiche Museumsnachtgäste vergebens auf den Weg zum ehemaligen Atombunker machten, bleibt für sie ein Hoffnungsschimmer. Denn neben den regulären Museumsführungen, die bereits bis in das zweite Quartal 2020 ausgebucht sind, öffnet der Atombunker an drei weiteren Terminen im November. Der Anlass ist dieses Mal der Kölner Offenbachgesellschaft geschuldet. Sie macht Station am 13.11. (Premiere), 15.11. und am 16.11. mit dem Isaac Offenbach‐Stück „Ester ‐ Königin
von Persien“ hinter den Betonmauern.

Besonderes Musikstück im Atombunker am 13.11./15.11./ 16.11.
Auf die Besucher wartet eine ungewöhnliche Inszenierung an außergewöhnlicher Spielstätte. Ohne zu viel zu verraten: Der Bunker, das Stück, die Spielenden und das Publikum verschmelzen zu einer besonderen Symbiose der Kunst. „Wir sind stolz, Austragungsstätte für dieses einmalige Musik‐ und Schauspielerlebnis im Offenbachjahr
zu sein!“, sagt Robert Schwienbacher, 1. Vorsitzender des Kölner Festungsmuseums und der Dokumentationsstätte Kalter Krieg, „Das unterstreicht einmal mehr den Anziehungspunkt unseres geschichtlichen Erinnerungsorts.“

Weitere Informationen auf:
welt.unter.koeln

Text: Pressesprecher

Georg Ruppert