Karneval im Seniorencentrum …

Schon am Vormittag war auf der Pflegestation Kölsche Karnevalsmusik zu hören. Ab dem Mittag wurde es dann ganz lebhaft. Überall wurde sich verkleidet, geschminkt und zurecht gemacht. Das Seniorencentrum Maternus auf der Hauptstraße 128 in Rodenkirchen hatte seine Bewohner geladen und viele sind bunt gekleidet und mit viel Freude gekommen. Lange Schlangen aus Rollatoren und Rollstühlen bildeten sich vor dem Einlass und eine gewisse Spannung machte sich breit. Die Bewohner aus den oberen Etagen, dort befindet sich das betreute Wohnen, hatten sich zu Gruppen verabredet und alle freuten sich auf den karnevalistischen Nachmittag im Altenheim.

Jahr für Jahr ist das ein ganz besonderer Tag in der Einrichtung.

Im wahren Leben ist Ute Schmitz die Wäschefrau, doch einmal im Jahr wird sie zur Literatin, zur tollsten Sitzungspräsidentin und zur großen Seele der vollbesetzten Karnevalssitzung von Maternus. Dann sitzt sie nach wochenlanger Arbeit im Damen-Siebenerrat, der aus einer bunten Mischung von Angestellten des Hauses besteht. Die Rezeptionistin, eine Dame der Verwaltung, die Pflege, die Küche, eine Hausdame usw. schunkeln voller Stolz in „rut un wiess“ im Bühnen-Gestühl. Im geschmückten vollbesetzten Speise-Sitzungssaal freuen sich die verkleideten Senioren auf ein tolles Programm, das Ute Schmitz mit viel Liebe zusammengestellt hat. So verzauberte Norbert Conrads mit seiner Tenorstimme und alten Karnevalsliedern das Publikum. Achnes Kasulke brachte die Senioren so zum Lachen, dass es sogar Zugaberufe gab. Für die Hilijen war die Bühne viel zu klein, denn sie kamen mit alle Mann vorbei und sorgten für Schwung und Faszination. Ja und bei den Filue gingen dann die Hüften und Arme besonderes bei den Bewohnern der oberen Etagen aus dem betreuten Wohnen. Aber nicht nur die „Großen“ aus dem Kölner Karneval auch viele tolle Programmpunkte aus dem Umland sorgten für eine tolle Stimmung und werden in den nächsten Tagen noch für guten Gesprächsstoff sorgen. So erschien auch das Rodenkirchner Dreigestirn und ging wie selbstverständlich zu den Bewohnern, verteilte Strüssjer und wurde ein Dreigestirn zum Anfassen. Sehr rührig war, als sich der Prinz einer Dame im Rollstuhl zu Füßen kniete und diese ihn ganz warm durch das Gesicht streichelte. Da wusste jeder, alles richtig gemacht. Auf der Bühne sorgen die Drei durch ihr Mottolied für viel Stimmung und eine gewisse Anmut verzauberte die Gäste. Die Mandarinen-Funken brachten gerade die Damen im Saal zum Strahlen. Statze Kähls tanzten für sie ihren Corpstanz und bekamen dafür großen Applaus. Ute Schmitz war sichtbar erfreut und am Ende der fast 4-stündigen Sitzung auch etwas traurig, dass es schon wieder vorbei war. Doch wie man sie kennt, plant sie jetzt schon die Sitzung im nächsten Jahr, wenn et widder heißt „ja wenn er Trömmelchen jeht, dann stonn mer all parat …“ so Gott will …